Eine Phase des Nicht-Wissens

Es ist alles nur der nächste Schritt. Der nächste Schritt, der zu weiteren Schritten führt. Kein Ankommen. Nichts wo ich bleibe.

Kann das okay sein, für mich?

Ungewohnt. Nachdem ich so lange davon ausging, dass es darum geht, irgendwo anzukommen.

Jetzt weint es. „Ich wollte doch einfach nur irgendwo ankommen.“ Ich fühle mich sehr traurig darum, das jetzt loszulassen. Zuzulassen, dass es immer ein Weitergehen ist.

„Dann möchte ich wenigstens bei dir sein.“ Kuschelt sich etwas an meine Brust, an mein Herz, zwischen meine Hände.

Der Verstand, aufgebracht. „Es macht mich ganz irre, dass ich nicht sehen kann, wohin es führt.“

Werde ich bei Foodsharing aktiv sein?

Was kommt bei dem Termin in der Hozwerkstatt heraus? Werde ich dort mal 1 h reinschnuppern? Was kommt danach? Werde ich Kontakt zur anderen Werkstatt aufnehmen?

Werde ich die Selbsthilfegruppen weiter besuchen?

Eine Phase des Nicht-Wissens, denke ich.

Ich weiß allerdings, dass ich weiter im Garten werkeln werde. Ich weiß, dass ich weiter kochen, duschen, putzen und Sport treiben werde. Trampolin springen, meditieren, spazieren und in der Gegend herum fahren werde. Zur Bibliothek gehen, an der Online-SHG teilnehmen, mit Freunden sprechen werde.

Ich werde lesen und vielleicht auch mal wieder malen und singen und tanzen und wahrscheinlich auch lachen.

Dem Leiden auf der Spur und dabei Antworten finden

Nachdem ich im Wald war, in Bäckereien saß, Audios gehört hatte („Erlöse deinen Schmerz„, „Begegne der Liebe in dir„), etwas gelesen, ein Lavendelbad genommen und mich dann in Meditationshaltung gesetzt hatte, durchlebte ich folgendes:

Es ist eine Übergangszeit. Ich kann nichts sehen. Versuche mich immer wieder an irgendetwas festzuhalten. Menschen. Ideen was zu tun ist. Oder bestimmte Aktivitäten. Um dann wieder zu bemerken, eins ums andere Mal, dass das Festhalten mich starr und eng macht und sich nicht richtig anfühlt. Das ich wieder loslassen muss. 😟

Und ich weiß nicht wohin mit meiner Aufmerksamkeit und Energie.

Nichts will getan werden oder kann getan werden. Ich fühle mich so orientierungslos. Sogar so sehr, dass ich all die kleinen Schritte, die ich gegangen bin und angeregt habe, wieder anzweifel.

Warum eigentlich?

Es schleicht sich die Vorstellung ein, dass ich wieder im Nichts lande, mit der Werkstatt, Foodsharing oder den Selbsthilfegruppen. Dass ich herausfinden werde, dass alles wieder nicht passt.

Es bleibt abzuwarten.

Warten. Wie ich das hasse, wenn ich nichts tun kann!

Ich kann manchmal Trauer und Hoffnungslosigkeit nicht voneinander unterscheiden. Vielleicht ist es auch beides. Hoffnungslosigkeit und eine Trauer darum, dass sich kein Ausweg zeigt… anscheinend.

Ausweg wovon?

Von meinen Gefühlen der Angst und Hoffnungslosigkeit?

Ich suche schon wieder die Schuld bei mir. Das es an mir liegt, warum ich aus diesen Gefühlen nicht herauskomme.

Gerade geht es auch eher ums Hereinkommen.

Aha?

Aus der Verdrängung, Vermeidung, dem Weglaufen vor diesen Gefühlen herauskommen.

Das ist anstrengend. Puhhh…

Ich weiß. Fühlen ist anstrengend. Nicht-Fühlen-wollen ist noch viel anstrengender! 😉

Es ist mir zu viel. Zu viel Wahrnehmung. Zu viel was mir Angst macht. Die Säure im Bauch vom Kaffee. Die Empfindungen heute Morgen von der Akupressurmatte. Das Ziehen der Muskeln vom Sport. Immer die Angst, was das bedeutet, ob ich etwas falsch gemacht habe. Ob meine Entscheidung, Etwas zu tun, ein Fehler war.

Furcht vor den Konsequenzen. Flucht vor der Verantwortung. Ausgebremst dadurch in den Taten.

Angst, die Verantwortung alleine zu tragen. Im Becken, eine Kraft die wegbricht.

Da gibt es keinen Weg daran vorbei. Wir sind die einzigen, die die Verantwortung für uns übernehmen können.

Wo kommt die Kraft dafür her?

Aus der Liebe zu mir selbst und mein Bedürfnis nach Selbstfürsorge.

Ich fürchte mich so, auch vor der alles öffnenden Liebe! Damit alleine zu sein. Ich fürchte mich so vor der Hingabe da hinein. 😢

Ich komme da irgendwie nicht durch. Die Angst macht immer wieder einen Rückzieher, macht alles zu.

Die Verantwortung kann nicht ergriffen werden. Die Kraft geht verloren.

Was braucht es?

Diesen Weg nicht alleine gehen!

Mit wem? M.? S? Fr. B.?

Die Furcht sagt mir immer wieder, sie kann den Weg nicht alleine gehen.

Muss sie auch nicht. Dann warten wir auf Begleitung.

Da ist es wieder, dieses Wort. Warten. 😉

Kann ich irgendetwas tun, außer Warten?

Lauschen und wach sein.

Pfff, irgendwie war das jetzt nicht die Antwort die ich hören wollte. Naja, nagut. Ich gebe mein Bestes. 🙂

Ankommen in der Welt

Ahhh, ist das alles aufregend, es alleine und selbstständig zu machen. Ohne doppelten Boden und Sicherheitsnetz. Ohne Rahmen und Halt. Wie frei sein und schweben in unendlichen Möglichkeiten und dabei den Grund nicht verlieren.

Fokus auf Grund und Boden. Bodenhaftung einbauen. Ausrichten auf Bodenhaftung und stehen

Stehen bleiben auf festem Grund, der mich trägt, der uns alle trägt. Auch in der grenzenlosen Freiheit und all den Möglichkeiten des Seins.

Heimat finden in der Weite und in dem Nebel der Unwissenheit. Vertrauen finden im Nicht-Sehen können, was wann kommt. Zutrauen finden im Nicht-Wissen und der Weisheit, dass alles hält und trägt. Auch im Schweben, auch im Schwimmen, auch in der Weite.

Das Liebe die Dinge zusammen hält. Im Guten, in der Weisheit ausgerichtet. Dem Selbst, dem inneren Klang vertrauen. Dem eigenen Ausdruck vertrauen. Der eigenen Richtschnur vertrauen.

Losgehen, auf eigenen Füßen. Dem Weg folgen, der sich zeigt. Von Augenblich zu Augenblick. Von Moment zu Moment hier sein. In der Liebe, im Wahrnehmen, im Annehmen was ist, was kommt und was geht.

Zutrauen finden in die Ereignisse, in Gute wie Schwierige. Liebe finden in den Weg, mit Stolpern und Fallen. Mit blutigen Knien und Wunden. Blumen am Wegesrand und Menschen, die Hände reichen.

Zutrauen finden in die Liebe und ins Hier sein, mit allem drum und dran. Dem Schweren und dem Leichten, dem Finden und dem Verlieren, dem Festhalten und dem Loslassen.

Klammern Raum lassen. Zittern und Vibrieren erkennen, bei der Idee loszulassen. In den Raum, in die Welt, in die Weite, in die Freiheit, die trägt.

Noch ein Widerspruch – Freiheit die trägt. Es ist okay so. Es ist ein Weg, der nirgendwo anfängt und nirgendwo aufhört. Ein Schritt nach dem anderen. Und ans Atmen denken. Und die Liebe, die alles trägt.

Freiheit die trägt = Freiheit und Liebe?

Ich weiß es nicht.

Ankommen in der Welt. Den Geräuschen lauschen. Das Gewicht des Körpers spüren. Die Wärme unter der Decken.

Und atmen.

Wertlosigkeit und Liebe

Wertlosigkeitsgefühle.

Ich trage keine Schuld daran, dass ich sie habe.

Niemand hat meine Gedanken damals korrigiert. Niemand hat mir damals aufgezeigt, dass ich falsch damit liege, wenn ich nichts von mir halte.

Niemand hat mir aufgezeigt, dass ich von Bedeutung bin. Dass ich ein wertvolles, kleines Geschöpf bin, auf dieser Erde. Ein Geschöpf, das geliebt wird und alle Liebe verdient hat, um zu wachsen und groß und stark zu werden. Um seine ganze Schönheit zum Strahlen zu bringen.

Niemand hat mir gesagt, dass ich liebenswert bin, egal was auch passiert und wie ich mich anstelle. Ob ich Fehler mache oder mir etwas misslingt.

Jetzt sage ich es mir! Weil ich es Fühle!

Ich war und bin es immer wert geliebt zu werden! Vom kleinen Zeh bis zum Schopf und darüber hinaus. Damals und Heute.

Danke liebes Wertlosigkeitsgefühl, dass du mir gezeigt hast, wie es ist, sich so zu fühlen. Du darfst nun gehen. Es gibt keinen Grund mehr an dich zu glauben, immer wenn ich die Wahrheit fühle.

Foto copyright pixabay

Üben, den Schmerz zu lieben

Dabei half mir heute eine Sufi-Belehrung, gefunden in dem Buch von Tara Brach, „Mit dem Herzen eines Buddha“, Seite 259.

Überwinde alle Bitterkeit, die dich befallen haben mag,

Weil du der Größe des Schmerzes, der dir überantwortet wurde,

Nicht gewachsen warst.

Wie Die Mutter der Welt,

Die den Schmerz der Welt in ihrem Herzen trägt.

Jeder und jede von uns ist Teil ihres Herzens

Und deshalb ausgestattet

Mit einem gewissen Maß an kosmischen Schmerz.

Ich stellte mich mir dabei als Kind vor, wie ich mich von einem Foto kannte. Ich fühlte dabei die Bitterkeit in meinem Kinderherz und die Wahrheit in der Aussage, dass der Schmerz damals viel zu groß war für ein Kinderherz.

Bei der Mutter der Welt, sah ich ein freundliches, liebevolles Gesicht, welches die gesamte Erde in ihren Armen hielt und voller Liebe den Schmerz darin hielt. Inklusive meines Schmerzes, der darin ein Teil war.

Da liefen die heilsamen Tränen, weil es etwas Größeres gab, worin mein Schmerz gehalten werden konnte.

Veränderung

Wenn ich mich ganz langsam innerlich dafür öffne, meine Vorstellung von mir selbst zu verwandeln, ist das von heftiger Angst begleitet.

Weil ich nicht sehen kann, wer ich werde und noch nicht wissen kann, wer ich dann bin.

Ich lasse das was ich bin los und öffne mich in etwas, was ich noch nicht kenne, mit der tiefen Furcht und Frage: Bin ich dann noch ich selbst, auch wenn ich anders bin als ich war?

Eine Ahnung streift mich, aus Worten anderer.

Die Form ändert sich. Fortwährend. Die Essenz bleibt.

Neurographik – Unterstützung einbinden

Ich glaube, ich habe mich verfranzt. 😀

Wir erinnern uns.

Erst, ‚emotionaler Schmerz‘ der nicht angebunden war. Dann, das Öffnen des Schmerzen nach außen zu anderen Menschen hin. Universell einbinden. Dann der Schmerz, als Wächter des ungelebten Selbst-seins und das Heraustreten ins wahre Ich, verbunden mit heftiger Angst. Und der Versuch der Angst Unterstützung und Halt zu geben. Was nicht richtig gelang.

Nun war ich wieder zu Hause mit diesem Bild und ich fühlte noch nicht den Halt, die Unterstützung darin, um das Neue oder wahre Selbst langsam ins Leben zu bringen.

Die Idee sprang mich an, dass Bild zu erweitern. Das war/ ist überhaupt nicht einfach. Die Linien versucht mit dem Gedanken/Gefühl von Unterstützung und Halt zu ziehen. Doch der größere Massstab ist schwer zu denken/sehen. Da fehlt mir ein inneres Bild zu.

Jetzt kommt mir ab und an der Gedanke – hätte ich das bloß nicht angefangen. 😛

Doch das ist ja Neurographik. Da gibt es kein richtig oder falsch. Ich male einfach weiter, auch wenn momentan kein richtiges Thema mehr spürbar ist. Vielleicht lasse ich es auch irgendwann sein. Aber noch reizt es mich, wohin es führt.

Neurographik – emotionalen Schmerz einbinden

Eine Fortsetzung des letzten Beitrags dazu, wie ich es mir gedacht habe, gibt es nicht.

Der Verlauf, in den letzten 2 Wochen der stationären Therapie.

Wie schon geschrieben, wollte sich das Thema Schmerz nicht so einfach, mit den klassischen neurographischen Linien, an den Rändern anbinden lassen.

Schmerz mit anderen Menschen teilen. Daraus ergaben sich die Strahlenlinien und die Kreise. Mein Schmerz selbst, brauchte auch nochmal einen großen Kreis, um sich halten zu können.

Dann erlebte ich, dass der Schmerz die Grenze in mir markiert, an der ich an mein wahres Ich, mein wahres Potenzial komme. Der Schmerz, der damals entstand, als dieses Ich vor meiner Familie flüchtete und sich tief in mir vergrub.

Nun kam es hervor und wollte sich zeigen, was einen Schritt ins Unbekannte, ins Neue bedeutete. Aus meinem bisherigen Kreis heraustreten. Und die Kreise, die eigentlich die Anderen bedeuteten, wurden zu Kreisen, die meine Möglichkeiten aufzeigten, etwas Neues zu erleben.

Und dann kam wieder Angst. Heftige, riesige Angst!

Der kleine rote Kreis ist der Schritt ins Neue, während der Therapie und die Linien hindurch, waren der Versuch der Angst und dem Neuen Halt zu geben.

So richtig fühlen konnte ich das nicht. Das Muster allgemein fühlte sich immer noch zu offen und haltlos an.

Fortsetzung folgt…

Motivation

Der beste Motor für meine Motivation, die Dinge anzugehen, die ich mir vorgenommen habe, ist, die Auswirkungen bewältigen zu können.

Termin bei einer Beratungsstelle, um eine Selbsthilfegruppe zu finden.

Vorher Angst, beim Ankommen Angst, währenddessen Angst, danach Dissoziation.

Viele Werkzeuge angewendet. Vorher. Dort. Danach. Mit Erfolg.

Jetzt wieder zu Hause. Erschöpft. Vollständig. Ohne Angst und mit einem verdammt guten Gefühl, diese Sache geschafft zu haben.