Es aussprechen, hilft

Ich fühle mich heute völlig erschöpft.

In der Therapie vor zwei Tagen, hab ich noch gesagt: „ich möchte endlich aufhören können.“ Damit meinte ich, zur Ruhe kommen, nicht immer weiter rödeln. Das war mir verloren gegangen, wie ich runterkomme.

Heute über 12 h geschlafen. Gestern endlich mehr Ruhepausen machen können. Erschöpfung wieder körperlich spürbar, anstatt nichts zu merken.

Das ist guuut. 🙂

Seit dem ich es ausgesprochen habe, mit einer Idee, was dabei helfen könnte, passiert es.

Das geht mir oft so, dass die Sachen passieren, nachdem ich sie ausspreche und vorher nicht, solange sie nur im Kopf kreisen.

Interessantes Phänomen.

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Aktivitäten und Pausen begrenzen

Derzeit kann ich mich zu Hause nur schwer gut durch den Tag strukturieren.

Ich denke, das kommt vor allem vom fehlendem Zeitgefühl und schlechtem Körperkontakt.

Ich kann Aktivitäten gedanklich nicht über den Tag verteilen. Alles ist gleichzeitig in meinem Kopf und wenn ich mit etwas anfange, wird es eine unangenehme Erfahrung, weil ich den Punkt des wieder Aufhörens verpasse. Pausen fallen mir schwer, weil ich mich dort auch in Zeitlosigkeit verliere und Inneres mich belastet.

Und durch die Gleichzeitigkeit der Dinge die getan werden wollen, in meinem Kopf. Hab ich immer das Gefühl, ich kann nur eine einzige Sache machen am Tag. Was furchtbar Druck erzeugt, mich für die richtige Sache zu entscheiden. Das lähmt enorm Entscheidungen zu treffen.

Also hab ich heute, nachdem ich therapeutisch motiviert wurde, meine Idee, Aktivität und Pausen in Zeitfenster zu tackten, ausprobiert.

Die Erkenntnis, dass ich gerade nicht länger als 15-20 Minuten belastbar bin und dann eine viel größere Pause brauche, hat mich davon abgehalten, es vorher schon ausprobieren. Ich wollte es einfach nicht wahr haben, dass ich wieder da gelandet bin.

(Was dazu führt, dass auch das BEW weiter laufen wird und nicht wie gedacht endet)

Jedenfalls war das heute echt hilfreich alles zu begrenzen. 15 Minuten Bastel. 25 Minuten Kaffee und Sonne auf dem Balkon genießen. 25 Minuten auf der Couch dösen, mit aufgelegten Reiki-Händen (die immer dabei sind).

Dadurch war dann Kraft zum Kochen da. Danach 15 Minuten Entspannungsaudio und 25 Minuten dösen.

Während ich das schreibe, fällt mir auf, dass das heute der erste Tag ist, an dem ich es schaffe, so viele Entspannungsmomente einzubauen.

Ich war einfach nicht mehr in der Lage zur Ruhe zu kommen, immer weiter geschickt durch meine eigenen Gedanken.

Jetzt bin ich noch mehr froh, dass ich das mit den Begrenzungen gemacht habe.

Zugenge

Hier wird gebaut. Ich muss durch die Stadt fahren, um zu den Therapieterminen zu kommen.

Hauptlinien nutzen. An Verkehrsknoten umsteigen. Grusel.

Große Zusatzbelastung. Kein Sitzplatz. Viele Menschen. Laufwege durch Menschenströme.

Heute zweimal, hin und zurück, Menschen die direkt an mir lehnen oder 5 cm vor meinem Körper stehe. Große Männer.

Beim letzten Mal bekam ich da einen Panikanfall, der im Körper stecken blieb.

Diesmal, ohne viel nachzudenken, schloss ich die Augen und drückte all meine innere Energie nach außen, um mich herum, auch gegen das Feld des anderen. Und tatsächlich, mit geschlossenen Augen und den Fokus haltend, fühlte ich einen Raum um mich, ohne die anderen Menschen darin.

Die Atmung und Anspannung ging zwar trotzdem kurz hoch, jedoch zerfiel sie dann sehr schnell wieder.

Ich hatte das im Buch „Licht-Heilung“ gelesen, das es Menschen gibt, die sehr viel Energie im Körper halten. Das passt zu mir. Und die Empfehlung war genau das, u.a., sich vorzustellen, diese ganze innere Energie nach außen ins eigene Feld fließen zu lassen. Das fühlt sich für mich richtig gut an, wenn ich das ausprobiere.

Die Berührung in der Bahn habe ich allerdings nicht ausgehalten und bin ihr ausgewichen. Ich weiß nicht, ob es auch damit geklappt hätte.

Das war ein Erfolgserlebnis! Keinen Panikanfall in der vollen Bahn!

Abstriche im Haushalt

Der Pflegedienst ist schnell, aber echt nicht gründlich.

Wenn der Topf noch Essensreste hat, die Fliesen überm Waschbecken noch Zahnpasta-bespritzt, der Herd noch Fettspritzer und Badflächen noch staubig, dann bin ich zu erschöpft, um mich darüber zu ärgern.

Dafür ist der Abwasch gemacht, das Waschbecken, die Toilette, die Badewanne sauber, Blumenerde entsorgt und neue gekauft.

Es war ihr allererster Arbeitstag. Vielleicht hat sie vor Aufregung nicht richtig sehen können.

Ist mir ja bekannt. 🙂

Luft holen

Puhhh, aufatmen, heute. Mich freier bewegen können in der Wohnung.

Das Aufschreiben, ohne Wertung, hat geholfen. Gestern und heute morgen auch. Mit einem Gefühl von Halt, durch das Beten.

Und heute morgen bei der Gymnastik, löste sich noch eine Panikwelle aus der rechten Körperseite, als ich sie dehnte. Immer wieder erstaunlich, was der Körper so hält an Energie.

Morgen beginnt das nächste Therapie-Intervall.

Der Depression zuhören

Ich quäle mich seit Tagen mit dieser Düsternis in mir drin, die mir alle Energie abzieht und mich mit ihren hoffnungslosen, zerstörerischen Gedanken quält.

Und seit Tagen habe ich Angst davor, das zuzulassen, mich hinzugeben und hinzuhören.

Ein bekannter Kreislauf. Immer wieder die gleiche Angst, von der Dunkelheit verschlungen zu werden und nie wieder aufzutauchen.

Immer wenns etwas besser, heller wurde und ich aufatmete, schlug sie nur kurze Zeit später wieder mit aller Macht zu. Und ich habe es einfach nicht verstanden.

Zwangsweise kurze Begegnungen mit ihr, wenn ich nicht mehr gegen strampeln konnte, zum Beispiel gestern. Innere Bilder. Ein schwerer Kopf auf einer Tischplatte. Traurig, erschöpft, aufgegeben, mit den Worten: All die Ideen die ich hatte, sind nicht wahr, stimmen nicht. Was mache ich dann noch hier?

Später Bilder in der Aura: dynamisches Bewegung von Eiskristallen, von innen nach außen.

Verstanden hab ich es trotzdem nicht und besser wurde es auch nicht. Die Schwere blieb.

Meditation (BodyScan) und Reikibehandlungen konnten allerdings den Körper wieder gegenüberstellen, als spürbare Kraft.

Heute Morgen alles wie immer, Traurigkeit und Schwere.

Vorher ein Traum von einem Kampf gegen einen Dämon, der in einer Kutsche ein kleines Mädchen verfolgt. Ich zerschlage den Dämon mit einem Schwert immer wieder in Stücke. Doch er baut sich immer wieder neu auf. Bis er plötzlich sogar ein eigenes Schwert hat und sich anfängt zu wehren. Da bekomme ich richtig Angst und ergreife die Flucht.

Ich sehe darin sowas von eindeutig den Kampf gegen die Depression, die nur stärker wird, weil sie gehört werden will, anstatt bekämpft.

Ich traue mich nicht mehr zu klopfen, da erfahrungsgemäß zwar eine kurze Erleichterung auftaucht, doch dann alle schweren Gefühle an Tiefe den Tag über gewinnen. Das ist nicht der richtige Zugang.

Ich fange an im Bett zu beten und ins Tagebuch zu schreiben. Neue Strategie. Vorm forschenden Schreiben hatte ich mich aus Angst fern gehalten.

„Oh Herr, ich danke dir, das du bei mir bist und mir hilfst den richtigen Weg zu gehen, um dort (durch die Düsternis) hindurch zu gehen. Oh Herr, ich danke dir von ganzen Herzen, das du mir hilfst dieses Rätsel zu verstehen und im Vertrauen zu sein. Oh Herr, ich danke dir, dass du bei mir bist und mich an dieser Aufgabe wachsen lässt.“

Ich fühlte mich mutig genug und bereit hinzuschauen. Dann schrieb ich was kam.


Ein Klumpen aus:

  • Überzeugung falsch zu sein
  • wertlos
  • Traurigkeit
  • Schwere

Meine eigenen Glaubenssätze schnüren mir die Kehle zu, drehen mir den Energiehahn ab.

Immer noch eine Vorstellung gehabt, gesund und heil zu werden, anstatt damit zu leben, die Beschädigung zu sehen und anzuerkennen.

Die Erkenntnis hat mir die Beine weggerissen. (Aussage der Therapeutin, dass es kein zurück zu einem Zustand gibt, vor der/den Verletzung/en)

Beschädigt sein, beschädigt bleiben. Und damit auch wertlos, unbrauchbar. Wer will mich so schon haben, wo ich so vieles nicht kann. Da ist die Trauer, das Aufgeben, die Aussichtslosigkeit.

Weitere Themen des Klumpen in mir drin:

  • beschädigt
  • aussichtslos
  • aufgeben

Immer ist da dieser Schaden, so dominant in allem was ich tu. Ich muss erklären. Ich trage es mit mir herum. Die Menschen fragen.

Immer brauche ich es anders. Weniger von allem. Oder es geht gar nicht, weil zu lang, zu viel, zu voll, zu fremd, zu überfordernd, zu destabilisierend, zu laut, zu kalt, zu heiß, körperlich zu anstrengend, zu weit weg oder auch zu teuer.

Ich bin ständig dabei Dinge nicht tun oder nicht planen zu können.

Angst den Anschluss zu verlieren, alleine zu sein.

Und ich mag jetzt nichts hören, wie, sieh das doch mal so und so, sieh doch auch die guten Dinge!

Das habe ich getan und das tue ich. Natürlich bin ich für vieles dankbar und kann die kleinen Schätze meines Lebens sehen.

Doch jetzt ist die Zeit fürs Bedauern, anstatt die Strahlemaske, stark-sein-Maske hochzuhalten.

  • Bedauern.

Der letzte Punkt im großen Klumpen.


Schön zu sehen, wie dieses Prozess des Hinschauens, den Zustand weiterbewegt.

Es zeigt sich Verständnis und Mitgefühl. Aus den großen Gefühlen ist ein etwas kleineres Gefühl des Bedauerns geworden und eine innere Umarmung für all das.