Ohne mich

Zurück nach Hause. Ich verliere mich in mir selbst. Kann das Um-mich-herum nicht mehr spüren. Den Regen, den Wind, die Kälte, die nassen Socken, das Rauschen der Autos. Nichts erreicht mich. Nichts davon ist wirklich da.

Vorhin sagte sie, sie spüre dieses stürmische Wetter wie ein Abenteuer, ein Rütteln an der eigenen Komfortzone, eine Herausforderung der es gilt die Stirn zu bieten. Wir wollten an diesem Sonntagmorgen die Auflehnung proben. Raus aus der Wohnung, raus aus dem inneren gefangen sein, raus aus dem Alltag, raus aus der Leblosigkeit und rein in den Kreuzberger Wasserfall, mit den Füßen, an diesem grauen, dunklem, stürmischen, kalten Sonntagmorgen. Ich suche diese Stimmung in mir, von der sie spricht. Kann keine finden. Die Welt ist dort – ich bin hier. Was ich finde sind Erinnerungen. Erinnerungen an das Auflehnen gegen Naturgewalten. Dem Wetter trotzen. Sich herausgefordert fühlen, stark und voller Abenteuerlust. In den Wind schreien wollen: HAHHH, ich bin hier, ob du nun stürmst und lärmst, an meinen Kleidern zerrst, mir Gischt ins Gesicht und in die Augen treibst! Ich bin hier und werde nicht weichen! Ich werde kämpfen, dir die Stirn bieten. Und ich werde gewinnen! Sich dabei spüren, total und vollkommen. Und am Ende des Tages diese tiefe Zufriedenheit. Ein tiefes Wissen, dem Leben gewachsen zu sein. Wie ich das vermisse…

An all das erinnere ich mich und kann nichts davon fühlen. Heute findet das Leben ohne mich statt.

Es sind nur Erfahrungen. Mach diese Erfahrung. Wehre dich nicht. Vertraue. Ach, scheiß doch drauf…

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