Werde der du bist oder die Suche nach sich selbst

Am 04.07.2013 morgens nach dem aufstehen, erlebte ich etwas sehr Wundersames, Schönes und Neues und machte mir dazu ein paar Notizen. Die liegen nun seit Tagen herum und ich spüre ein großes Zögern es erneut aufzuschreiben und damit ernst zu nehmen und diesen Gedanken Bedeutung zu geben. Es kommt mir zu groß vor. Vielleicht gab es in der Vergangenheit schon zu oft grandiose Ideen oder starke Impulse, die dann doch immer so schnell wie sie da waren, auch wieder verschwunden sind. Ich frage mich immer im Rückblick, war das wirklich ich? Kam das aus mir? Warum bleibt davon nichts übrig? Kann ich mich noch ernst nehmen mit meinen Impulsen? Warum sieht die Realität um mich herum so viel anders aus, als was sich in mir ausmalt? Ich fühle hier fehlendes Vertrauen in mich selbst. Nun folgen die Worte aus diesem Morgen.

Und ich spüre NICHT die Angst Vertrautes, Gewohntes loszulassen. Keine Angst meine Wohnung loszulassen. Keine Angst meine vertraute Umgebung zu verlassen. Keine Angst Freunde zu verlieren, einsam zu sein. Ich spüre einfach nur, dass es richtig wäre raus aus der Stadt zu ziehen, irgendwohin umgeben von Natur. Mit ihr, in ihr zu leben. Ich sehe mich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, über leere Straßen, vielleicht in einem ökologisch arbeitenden Hof in der Landwirtschaft oder in einem Hofladen oder irgendetwas was mit Garten und Anbau zu tun hat. So oft wie möglich draußen sein, wo es ruhig ist und ich mich spüren kann. Das fühlt sich gerade so verdammt richtig an, dass ich am liebsten sofort losgehen möchte, um alles in die Wege zu leiten. Mir ist klar, dieser Lebenswandel braucht Zeit und meine Fähigkeit im Vertrauen zu bleiben, damit ich Schritt für Schritt in eine neue Richtung gehen kann.

Ich fühle mich gerade so, als hätte ich das erste Mal in meinem Leben einen Traum, eine Idee davon wo ich hin will und wäre bereit alles Tun darauf auszurichten. Das Ende einer Suche? Der Beginn von Sinn?

Ich spüre die Zufriedenheit die in diesem Ort liegt. Ich sehe, wie ich meine Eltern einlade, an diesen Ort wo alles richtig ist, wo ich richtig bin. Ich bin da wo ich sein sollte. Angekommen! Angekommen in mir selbst!

So, nun stehen da diese Worte und natürlich bin ich aktuell nicht mehr in dieser Intensität (oder ich lasse sie nicht mehr zu). Ich habe im Internet nach Jobs in der Bio-Branche gesucht und wie schon gedacht, ist da insgesamt um Berlin wenig los und ich habe keine entsprechenden Qualifikationen. Ich fühle mich jetzt schon scheitern und erinnere mich doch daran, dass ich im Vertrauen bleiben wollte. Was heißt das? Das heißt wohl, dass auch, wenn meine derzeitigen Lebensumstände nicht im Geringsten die Richtung meiner Vision einschlagen, mich zu entspannen und weiter daran zu glauben, dass sich alles irgendwann in die richtige Richtung fügen wird. Gefühlsmäßig bekomme ich das sogar hin. Verstandesmäßig sieht es nicht gut aus. Ich habe keine Erfahrungen in dem Bereich, ich habe keinen Führerschein, ich bin seit ca. 2 Jahren nur eingeschränkt oder nicht leistungsfähig (Antrag auf Erwerbsminderungsrente läuft), ich habe keine Ersparnisse und lebe knapp am Existenzminimum. Das einzige was einen Richtungswechsel andeuten könnte ist, dass ich meinen Gefühlen gefolgt bin und seit einer Woche, für ein paar Stunden an drei Tagen die Woche in einer Friedhofsgärtnerei mithelfe. Etwas was sich sehr stimmig anfühlt, solange nicht mein Perfektionismus und Leistungsanspruch oder mein schweres Gemüt mir auch dort die Arbeit erschwert. Immerhin. Stillstand gibt es nicht.

7 Kommentare zu “Werde der du bist oder die Suche nach sich selbst

  1. Der Steppenwolf sagt:

    Hallo, ich habe da ein Gefühl in mir. Und zwar am Bodensee gibt es viel Landwirtschaft und auch Biohöfe. Google mal danarch und mach dich auf den Weg. Der Weg ist das Ziel. Gute Reise und ich drücke beide Daumen.

    Bunte Grüße,

    Kai ;o)

    • sophie0816 sagt:

      hey kai, danke für dein gefühl und deine anregung :). mein gefühl traut sich gerade nicht weiter weg als bis brandenburg.

      • Der Steppenwolf sagt:

        Liebe Sophie, ich stecke ja in einer Trennungsphase. Und gebe das Gewohnte auf. Ein Schmetterling kam zu mir, wir waren heute am See. Jetzt habe ich eine Bestellung beim Universum aufgegeben. Ich habe wieder mit dem Loslassen zu kämpfen. Alles erdenklich Liebe und Gute Dir. Kai ;o)

  2. Steven sagt:

    Warum nicht? Warum sollte es nicht so sein wie in deiner Eingebung? Das Wichtigste ist Offenheit, denke ich. Offenheit für die Gelegenheiten, die sich ergeben werden, und dich Schritt für Schritt auf den Weg dahin führen werden.
    Das ist leicht gesagt, doch ich erlebe mich selber auch immer wieder dabei, dass ich mir Visionen nicht zutraue. Dabei sehne ich mich so sehr danach, irgendwo anzukommen.

  3. Kathrin sagt:

    Es ist wunderschön eine solche Vision zu haben! Aber wie langweilig wäre es, könnten wir einfach, zack, umsetzen! Uns selber vertrauen lernen. Üben. Dass, was sich so gut anfühlt weiter spinnen und ganz langsam, Schritt für Schritt sich nähern. Ich bin überzeugt, das funktioniert. Aber losgehen müssen wir schon 🙂

    • sophie0816 sagt:

      danke für deinen kommentar.
      ja, wunderschön. das weiterspinnen nicht vergessen. impulse ernst nehmen. nicht leicht. da ich momentan kein geld für erde habe, hatte ich kurz den geistesblitz einfach welche aus dem wald zu holen und diesen gleich wieder verworfen. jetzt fragt ich mich, warum verwerfen? warum nicht einfach machen und so den balkon weiter begrünen können. der gedanke reift zur tat 🙂

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