Was ist meine Lebensaufgabe?

Dieses Thema landet gerade wieder auf ganz unterschiedlichen Wegen auf meinem Tisch und veranlasst mich zum tieferen Ergründen. Meine Lebensaufgabe steht für mich in enger Verbindung mit der Findung meines beruflichen Weges.

Erst tauchte das Thema in meinen Gefühlen auf. Etwas will sich weiter bewegen, den aktuellen Zustand wieder verändern (Friedhofsgärtnerei), weitergehen, sich neuen Herausforderungen stellen.

Dann wurde es in der letzten Therapiestunde angesprochen – mein Suchen.

Gestern sah ich mir das Engelorakel für diese Woche an (http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=ylFYcdczCT4) und stolperte auch dort über das Thema der beruflichen Veränderung.

Heute griff ich mir spontan ein schon gelesenes Buch aus meinem Regal und sah auch hier die Frage nach der Lebensaufgabe.

„Was ist meine Lebensaufgabe?

Zu leben.

„Das ist alles?“

Das ist alles.

… Ich habe die Frage nach dem Sinn meines Lebens selbst hundertmal gestellt: an Channels, an Astrologen, an Schamanen, an Hellsichtige, an Freundinnen und Freunde. Ich habe in meinen Gebeten und Meditationen Gott gefragt und jeden Engel, der in meine Nähe kam. Ich weinte diesen Satz in den Sternenhimmel und ließ ihn tränenreich auf die heilige Erde sinken. Ich hoffte auf eine Richtung, eine Weisung, die sich einfach in einem Satz zusammenfügen lässt:

          „Deine Aufgabe ist es, mit Tieren zu kommunizieren.“

          „Deine Aufgabe ist es, kranken Kindern zu helfen.“

         

Doch es kam und kam einfach keine Antwort.“

(Erleuchtung, Sex und Coca-Cola; S. 223-225; Sabrina Fox)

Ja, genau so ist es. Lustig. Genau so fühlt es sich. Warum bekomme ich verdammt noch mal keine Antwort? Bevor ich dieses Buch in den Händen hatte, lauschte ich selbst mit dieser Frage nach meiner Lebensaufgabe in mein Innerstes. Als Antwort kam: mich Verbinden, mit allem in mir und allem was mich umgibt. Mir fiel eine Notiz ein, die ich 2011 während meines stationären Klinikaufenthaltes machte. Auch dort quälte mich schon die Frage nach dem Wohin, nach meiner Aufgabe. Auf dem Zettel steht: „Lebensaufgabe – Selbstverwirklichung, ohne mich in anderen zu verlieren und ohne andere zu verlieren.“ Ähnliches Thema, nur weiterhin unklar, wo mich das beruflich hinführt.

So viele Impulse gab es bisher.

* Einigen bin ich gefolgt und sie endeten im Nichts oder im Unmöglichen.

Dabei wollte ich an vergangenen positiven Gefühlen und Erfahrungen anknüpfen, die ich in der Erlebnispädagogik und in Outdoorurlauben hatte. Ich informierte mich zu Umschulungsmöglichkeiten und Ausbildungen als Wildnisführer oder Natur- und Umweltpädagogen. Kurz tauchte auch die Idee des Suchttherapeuten auf, da ich selbst betroffen bin und viele Erfahrungen mitbringe.

* Einigen bin ich gefolgt und sie zeigten mir, was es nicht ist.

Ich schnupperte kurz ehrenamtlich beim Naturschutzbund hinein.

* Einige entpuppten sich bei genauerer Betrachtung als etwas anderes, als ich dachte.

Z.B. meine Vision von einem eigenen Garten und dem Arbeiten im ökologischen Anbau. Ich stellte mir einfach vor, wie es wäre, wenn ich jetzt in diesem Moment einen Garten hätte. Was ich fühlte war maßlose Überforderung. Ich habe einen Balkon und beschloss, mich erst mal dort auszuprobieren. Später erkannte ich diese Vision als Metapher dafür, dass ich mich in meinem Inneren nach Freiheit und Selbstbestimmung sehne.

* Einigen Impulsen bin ich gefolgt und sie passten für eine gewisse Zeit und irgendwann dann nicht mehr.

So geht es mir gerade mit der ehrenamtlichen Arbeit in einer Friedhofsgärtnerei.

* Einige sind so unkonkret, dass ich ihnen nicht folgen kann.

Da fühlte ich erst: nicht mehr in der Sozialen Arbeit. Ich habe keine Lust mehr mich um andere zu kümmern, für andere die Verantwortung zu übernehmen. Überhaupt am liebsten kein Menschenkontakt. Seit einer Woche dreht es sich und ich spüre einen Zug zurück zum Zwischenmenschlichen und das Gefühl, etwas arbeiten zu wollen, wo ich mich mit meinem Herzen verbinden kann, mit meinen Sinnen und mit meinem Körper.

Reaktion auf meine letzte große Entscheidung: „Wenn sie jetzt kündigen und nach Werkstattmöglichkeiten schauen, mache ich mir Sorgen, wie das in ihrem Lebenslauf aussieht und ob es nicht ihren späteren Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt erschweren wird.“ Ja, möglich. Doch wo führen mich solche Gedanken, Ängste, Befürchtungen hin? Führen sie nicht weg vom aktuellen Moment und der Frage, was jetzt am dringendsten, am passendsten ist? Halten sie mich nicht in einer Angst gefangen, eine Angst die die Zukunft betrifft und die niemand vorhersehen kann? Ich habe die Stelle trotz dieses Einwands aufgegeben und sehr deutlich in den folgenden Wochen und Monaten gefühlt, dass das die richtige Entscheidung war. Auch wenn ich nicht leistungseingeschränkt gewesen wäre, war ich grundsätzlich im Herzen dort unglücklich. Es war nicht meins. Es hat nicht gepasst. Und nichts ist schlimmer als unglücklich zu sein. In dieser Situation waren mir alle kommenden längerfristigen Konsequenzen egal. Und im Herzen habe ich nicht an negative Konsequenzen geglaubt und fühle auch heute noch so etwas wie: Es wird schon alles gut gehen.

Es bleibt also unkonkret und das will ich mir erlauben. Ich will mir erlauben Erfahrungen zu sammeln, mich nicht festlegen zu müssen, auszuprobieren. Wie sonst soll es auch gehen? Ich will dem Fluss des Lebens vertrauen. Er wird mich schon führen. Tief eintrainiert ist eine andere Stimme. Eine Stimme die fordert sich mal langsam zu entscheiden, anzufangen wieder einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten, Geld zu verdienen, nicht faul auf der Haut herum zu liegen und wünsch-dir-was zu praktizieren. Das sind die Stimmen in mir, das sind die Stimmen der Gesellschaft, das ist die Stimme des Systems. Und doch umgeben mich verschiedene Informationen und Rückmeldungen von außen und auch von innen, die mich in dem was ich tue bestätigen.

 „Die Krankheit ist ein Ausdruck Ihrer unerfüllten Sehnsucht. Benutzen Sie deswegen Ihre Krankheit zuallererst, um sich die Freiheit zu geben, das zu tun, was Sie schon immer tun wollten, derjenige zu sein, der Sie immer sein wollten, und sich in Ihrer tiefsten, weitesten und höchsten Wirklichkeit zum Ausdruck zu bringen.“ (Licht-Heilung; S. 40; Barbara Ann Brennan)

„Ich finde, du hast dir nun eine wunderbare Oase der Freiheit und Entwicklung geschaffen, in der Zeit für die ganzen Erfahrungen ist, die du jetzt machst.“ (E-Mail einer Freundin)

„Wer nicht in diese Welt zu passen scheint, ist nahe daran, sich selbst zu finden.“ Hermann Hesse

Puh, das war jetzt anstrengend und ich kann überhaupt nicht mehr erfassen, was ich hier gerade alles zusammengefügt habe. Nich schlümm… wird schon Sinn machen… 🙂

14 Kommentare zu “Was ist meine Lebensaufgabe?

  1. Zarah sagt:

    Die Lebensaufgabe muß nicht unbedingt was mit dem Beruf zu tun haben. Isaac Newton hatte einen ruhigen Job bei der Königlichen Münze … und in seiner Freizeit beschäftigte er sich mit Physik. 🙂

    Für manche Leute besteht die Lebensaufgabe einfach darin, ihre Kinder großzuziehen, für manche geht es darum, ihre männlichen und weiblichen Anteile auszugleichen, oder einen Sinn für Humor zu entwickeln. 😉 Welchen Beruf man dann macht, kann man sich aussuchen … möglichst einen, der die Aufgabe begünstigt oder wenigstens nicht behindert.

    Auch der Berufsweg mag sich mäandernd dahinschlängeln. Raymond Chandler war viele Jahre lang Gerichtsjournalist, bevor er anfing, Krimis zu schreiben. Bevor Muhammad zum Propheten wurde, war er Geschäftsmann. Philip Kapleau gab mit Anfang Vierzig sein gutgehendes Antiquitätengeschäft auf (alle seine Freunde hielten ihn für verrückt) und ging in ein japanisches Zen-Kloster. Eckhart Tolle ereilte mit 29 Jahren die Erleuchtung und er verbrachte daraufhin 2 Jahre auf Parkbänken „in einem Zustand tiefster Glückseligkeit“. Dann wurde er von Oprah Winfrey entdeckt, und heute sind seine Bücher Bestseller.

    Worauf ich hinaus will, ist, daß es nicht unbedingt eine einzige, schön handliche und griffige Antwort geben muß. Wie du schon schreibst, manche Dinge „sind“ es eine Zeitlang und dann eben nicht mehr. Dann kommt wieder was Neues. Du entwickelst dich ja immer weiter. Das mit dem „ersten Arbeitsmarkt“ ist Bullshit … meiner arroganten Meinung nach. 😉 Mit solchen Sprüchen versucht man die Leute systemkonform zu machen. Aber für mich fühlte sich deine oben beschriebene Entscheidung auch vollkommen stimmig an.

    Manchmal kann man wirklich nur im Vertrauen einen Schritt nach dem anderen gehen …

    • sophie0816 sagt:

      danke zarah für deine rückmeldung.
      ja, genau. das habe ich momentan irgendwo auch begriffen, dass ich nicht gleich die eine sache finden werde. aber ich tät schon echt gerne erstmal irgendwas finden, was ich von herzen gerne tu, meinetwegen auch ein paar jahre lang. bisher habe ich immer gespürt, dass ist es nicht wirklich. oder das kann ich nicht mehr. ich kann es nicht mehr sehr aushalten, irgendetwas zu tun, weil es eben mal ein job ist und kohle bringt. ich werd da total unzufrieden. ist ja auch gut so. lässt mich nicht mehr ewig irgendwelche zustände aushalten. mein gefühl ist, dass bei mir arbeit und lebensaufgabe schon eins sein sollte oder zumindest überschneidungen. aber mal schauen, wo es hinführt.

      • Zarah sagt:

        Du könntest mal dein höheres Selbst um Führung bitten für deinen nächsten Schritt, und dann gucken, was kommt … ob dir Ideen kommen, du Leute kennenlernst oder an Orte geführt wirst.

        Was du auch noch machen kannst, ist einfach mal zu gucken, was dein Herz zum Singen bringt. Und davon dann mehr tun. Kann sein, daß sich dann was entwickelt.

        Z.B. wenn du so gerne Yoga machst, hast du schon mal an ne Yogalehrerausbildung gedacht? Nur so eine Idee – vielleicht ist es auch was ganz anderes. Es könnte sogar sein, daß du deinen Beruf selber erfinden mußt, weil es den noch gar nicht gibt … 😉

      • sophie0816 sagt:

        momentan möchte ich keine tips mehr, was ich so machen könnte. ich sehe, dass ich mit dem machen keine schwierigkeiten habe. momentan bekomme ich aus mir selbst die rückmeldung mal still zu sein. mir die dinge anzuschauen und das leben selbst einfach machen zu lassen. ich BIN mein höheres Selbst und ICH spüre, fühle, dass ich gerade alles genau richtig mache. es gibt nichts zu tun. die ideen, die leute, die orte werden kommen. es ist gerade die zeit, um das suchen loszulassen und einfach zu empfangen. danke für die anregung 🙂

  2. und wer ist Sabrina Fox?

    • sophie0816 sagt:

      keine ahnung :). ich wusste nur noch, als ich das buch aus dem regal griff, das es mir mal gefallen hat und leicht zu lesen war. und jetzt, nach der auffrischung, weiß ich, dass es ein buch über die herausforderungen ihres sprituellen weges ist. sehr charmant geschrieben.
      und weil du fragst, habe ich eben auch mal gegoogelt (oder eher geecosiat) und bin auf ihre seite gestossen (http://sabrinafox.com/). die themen interessieren mich, was ich da so beim überfliegen gesehen habe. danke für den impuls 🙂

  3. Steven sagt:

    Das Thema ist mir vertraut. So oft habe ich gebeten, gib mir eine Aufgabe. Was ist meine Aufgabe im Leben? Gib mir irgendwas. Naja, aber es sollte schon etwas Großes sein, etwas Bedeutendes, was den Lauf der Menschheitsgeschichte verändert – mindestens! Es scheint, Größenwahn und Selbstzweifel liegen ganz dicht beieinander.
    Dabei gibt es so viele Aufgaben. So vieles in meinem Leben, was eine Aufgabe ist, wenn ich mich nur traue hinzuschaue und bereit bin, dass anzunehmen.

    • sophie0816 sagt:

      du sprichst mir heute aus dem herzen. größenwahn und selbstzweifel. ich bin im nachhinein auch über mein tieferes thema gestolpert. ganz oder gar nicht. 100% geben oder haben wollen oder gar nichts. was liegt dazwischen. warum macht mich das dazwischen so unzufrieden? danke für deine gedanken.

  4. Kathrin sagt:

    Nur eine Idee: Manchmal macht es Sinn, sich einfach nur von bestimmten Worten zu lösen. Ersetze ‚Lebensaufgabe‘ mit etwas anderem. Es könnte sich etwas verändern… Worte legen uns fest, ein anderes Wort für vermeintlich das Gleiche….

    • sophie0816 sagt:

      interessanter anstoß kathrin, der bei mir sofort etwas in gang gesetzt hat. schon den ganzen tag ist da ein klärungsprozess im gange, dank eurer rückmeldungen.
      ich sehe gerade ganz deutlich eine antwort, nur das ich die frage falsch gestellt habe. überall taucht das thema verbindung auf. die frage lautet, mit welchem thema werde ich mein leben lang beschäftigt sein und dann passt das bild was sich zeigt, schon immer gezeigt hat. die verbindung zu mir, zu anderen, zu dem was mich umgibt. mit mir in verbindung bleiben, mit allem was das bedeutet – grenzen setzen, nähe zulassen usw..
      jetzt sehe ich auch, warum ich gerade den impuls habe, von dem was ich momentan tue weg zu wollen. ich bin nicht mehr mit dem was ich dort tu und mir selbst in verbindung. deswegen dachte ich, es passt nicht mehr. das ist mein trugschluß im außen nach dingen zu suchen, die verbindung in mir herstellen. doch nur ich selbst kann diese verbindung herstellen. ein altes muster – fühle ich mich mit etwas, mit jemanden nicht mehr verbunden, verlasse ich die situation und suche woanders nach neuer verbindung. die tätigkeit in der friedhofsgärtnerei kann idealer nicht sein, um sich zu verbinden. ich bin im kontakt mit natur, mit erde, pflanzen, mit meinem körper, meinen händen, meinen sinnen. mal schaun, ob ich da wieder zu mir zurückkommen kann und was dann passiert.
      wow… ich bin beeindruckt. danke nochmal an euch!

  5. […] habe noch nie in meinem Leben etwas so machtvolles gespürt. Heute fühle ich es! Es ist so stark, dass es keinen Zweifel gibt, […]

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