An dieser Stelle war ich doch schon mal ?!

Gestern öffnete sich während der Meditation plötzlich das Herzchakra und ein Schmerz wuchs daraus hervor. Nicht unbekannt, doch schon ein Weilchen her, dass ich ihn spürte. Ich bin sehr unsicher geworden. Ist das okay jetzt? Soll ich da rein gehen? Bin ich noch in meinem Körper? Bin ich noch in meinem Ich-Gefühl? Oh, bitte nicht schon wieder weinen.

Ich weiche aus, lass mich mehr nach unten sinken, weg vom Herzen. Weg vom Schmerz.

Heute stimmt hier irgendetwas nicht, ist komisch. Nichts fühlt sich passend an. Aufwachen, aber nicht wach sein. Widerstand aufzustehen, aber nicht mehr schlafen können. Innere Anspannung, Unruhe, Schwere.  Egal, was ich tue, es fühlt sich falsch an. Ich habe Hunger, aber essen fühlt sich falsch an. Ich kann mir vorstellen zu joggen, auch wegen der Unruhe, aber es fühlt sich falsch an. Ich bin heute verabredet und will auch los, aber es fühlt sich falsch an. Tue trotzdem das Notwendigste und setze mich dann an den Computer, um mich abzulenken und lese Blogeinträge anderen. Bin voller Unruhe dabei. Die Inhalte berühren mich viel tiefer als sonst, stoßen mich unklar schmerzhaft an. Ich fühle mich unendlich müde.

Und dann bricht der Schmerz von alleine wieder aus mir heraus. Gedanken tanzen darum herum und bringen mich immer wieder weg von dem Gefühl. Warum ist das heute so? Hat das mit der Meditation von gestern zu tun? Bin ich zu tief gegangen? Habe ich etwas aktiviert? Hat das auch mal ein Ende? Ist das gut für mich? Sollte ich damit aufhören? Kann ich in den Schmerz gehen?

Nein, kann ich nicht. Es ist wie in der Meditation. Die Gedanken ziehen mich immer wieder aus dem Fühlen. Gedanke, Gefühl, Gedanke, Gefühl usw.. Ich habe immer noch Angst vor der Größe, vor der Gewalt dieses Gefühls. Ich habe immer noch Angst gehört zu werden, versuche leise zu weinen. Und ich begegne dem immer noch mit dem Verstand, der wissen will, verstehen will. Was ist der Schmerz? Wie kommt er ins Herzzentrum? Wo kann ich dazu etwas lesen? Wer hat Erfahrungen damit? Wer kann mir erzählen, da durchgegangen zu sein? Wie hat derjenige das gemacht, was hat er dazu gebraucht?

Gegenüber dem suchenden Verstand finde ich innere Antworten.

Wenn du dich heilen willst, wirst du solange auf diese Schmerzen und Themen in dir stoßen, bis du bereit bist da durch zu gehen. Wenn du dich dagegen entscheidest, was du auch tun kannst, dann entscheidest du dich dafür mit dir und deinem Leben wie es ist, einverstanden zu sein, dich nicht mehr weiterentwickeln zu wollen. Dann bleibst du dort wo du bist.

Die Richtung ist okay. Das Tempo muss behutsam gewählt werden. Das äußere Leben muss unbedingt vorhanden sein. Wissen ist nicht so wichtig, nicht notwendig.

8 Kommentare zu “An dieser Stelle war ich doch schon mal ?!

  1. suchtfreiezone sagt:

    Weiter beten, weiter meditieren, denn wie du sagst, die Antworten findest du in deinem Inneren. Deine innere Weisheit, die – wie ich glaube – von einer Höheren/Göttlichen Quelle stammt, wird dich führen.

  2. blackeyedphoenix sagt:

    Das genau das, was mir auch immer in der Therapie gesagt wird: Der Weg zur Veränderung führt durch den Schmerz, durch die Angst… Aber da ist so viel Widerstand, dass sich bei mir meist automatisch ein Schutzschild aufbaut und wenn ich dann darüber nachdenke, ist es so, wie du schreibst: Ich bin nicht mehr beim Gefühl. Und dann gibt es Momente, wo das Gefühl durchbricht und ich die Realität und Vernunft völlig aus den Augen verliere. Ich stecke noch viel zu sehr im Entweder oder… :/

    • sophie0816 sagt:

      alles ist richtig wie es ist. vertraue darauf, dass es sich entwickeln wird. und das wird es, wenn du offen und mutig bleibst. das kann ich natürlich nun einfach so sagen, mit blick auf meine eigene entwicklung. ich kenne das sehr gut, wenn das gefühl alles vereinnahmt und einen wegreisst. ich würde sagen, mit der zeit bin ich immer schneller wieder zu mir zurück gekommen. also es lohnt sich 🙂

  3. Zarah sagt:

    So gehts mir auch grade, nur daß ich nen Grund habe. 😦 Und ich habe gar keine Lust, das Gefühl wegzudrücken oder auszudehnen oder mit sonst irgendwelchen Methoden zu arbeiten, damit es sich verändert. In einem schlauen Buch hab ich gerade gelesen, man solle das Gefühl als unbeteiligter Beobachter betrachten und sagen: „Das ist nicht meine Wut, es ist nur Wut. Das ist nicht meine Trauer, es ist nur Trauer.“ Und dann könne man das Gefühl besser kennenlernen, wenn man sich nicht mehr damit identifiziert.

    Funktioniert bei mir bloß nicht. Das einzige, was funktioniert, ist, es wirklich zu fühlen. Genau wie die Trauer um die Linden. Und es fühlt sich sehr bekannt an, auch wenn ich es viele Jahre nicht mehr hatte.

    Das Gute an so einem Gefühl ist, man weiß daß man noch lebt. Auch wenn sichs Scheiße anfühlt. Die „hoch-über-allem-schweb“-Leute, die auf einen runtergucken und einen für unspirituell halten, weil man solche „negativen“ Gefühle noch hat, gehen mir grade sowas von auf den Keks. Wenigstens fühle ich noch was. Und das ist schon viel wert.

    Ach ja, noch ne Info, die vielleicht was erklärt und vielleicht auch nicht: Morgen So. den 3. 11. gibts eine Sonnenfinsternis zeitgleich mit dem Neumond im Skorpion (Zeichen von Stirb-und-Werde), in unmittelbarer Nähe von Saturn (der auch Trauer und Depri-Gefühle auslösen kann). Und überall lese ich, daß im Zuge dieser SoFi noch mal intensive neue Energien reinkommen. Das könnte auch ein Auslöser für diese Gefühle sein.

    • sophie0816 sagt:

      uih zarah, du scheinst ordentlich durchgerüttelt zu werden. solch leute von denen du sprichst, sind mir noch nicht begegnet. man ist halt da wo man gerade ist. an der art von gefühlen zu messen wie spirituell man ist, finde ich auch blödsinn. was heißt das überhaupt „spirituell“-sein?
      der satz aus dem schlauen buch ist wirklich schlau. vielleicht denke ich in der situation mal daran.

      das mit den intensiven neuen energien habe ich auch gelesen. aber eigentlich ist es doch egal, was warum woher kommt. vielleicht verändert sich gerade alles deswegen, vielleicht auch wegen meiner letzten yogastunde, vielleicht auch wegen des licht-moduls was gerade bearbeite, vielleicht auch wegen der herzöffnung neulich, vielleicht, vielleicht, vielleicht… wer weiß. am ende bleibt es „nur“ zu fühlen.

      • Zarah sagt:

        Durchgerüttelt: O ja, grade kriege ich alles auf einmal. Nach dem Motto „it doesn’t rain but it pours“ oder „Sie kommen nicht einzeln, sie kommen in Scharen …“

        Leute: Kennst du die wirklich nicht? Es sind die, die von sich sagen: „Oh, ich, ich bin schon jenseits des Dramas. Ich hab solche Gefühle nicht mehr. Wenn du sie noch hast, bist du wohl noch nicht „weit“ genug / abgeklärt genug / erleuchtet genug“ (oder was immer für ein Adjektiv man da einsetzen will).

        Das schlaue Buch heißt „Der entscheidende Schritt“ von Safi Nidiaye. Vielleicht kannst du ja mehr damit anfangen als ich. Ein paar gute Übungen zum Atmen und Spüren sind jedenfalls drin. Vielleicht hab ich bloß grade nicht die innere Ruhe zum Übungen machen …

        Sonnenfinsternis: Ich weiß nicht warum, aber manchen Leuten hilft es zu wissen, daß gerade heftige Sonnenstürme unterwegs sind oder Merkur rückläufig ist oder es eben ne Sonnenfinsternis gibt, um mit den Effekten besser umgehen zu können. Mir geht es eher so wie dir … es könnte alles mögliche sein. Letzten Endes erschafft man sowieso selbst seine Realität, auch wenn man nicht immer merkt, wie man sie erschafft.

        Wenn du aber möchtest – hier kam gerade ein Link rein zu einem Audio mit Lichtsprache und ner kleinen Medi, das helfen soll, die SoFi-Energien besser zu erden. Ein bißchen Englisch muß man können: http://acastdotme.wordpress.com/2013/11/02/expanding-the-antakarana-tube-on-new-moon-solar-eclipse-green-tara

        Machst du jetzt doch wieder Yoga? Und wie gehts dir mit der 21-Tage-Aktivierung? Könnte natürlich wirklich sein, daß deine Herz-Schmerzen daher kommen …

        Wünsch dir jedenfalls gutes Durchkommen! Es ist scheinbar grade nicht einfach … aber auch das geht vorbei.

        And the sun will rise
        Dawn will break through blackest night
        Distant in its glow
        This shall pass, be still and know

  4. […] Was sich in meinem Inneren am Vormittag bewegt hat steht schon hier. […]

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