Neulich in der Familie

Anruf von meinem Vater. Er hat nächste Woche Geburtstag und will deshalb Bowlen gehen.

Er: „Kommst du auch?“

Ich, zögernd: „Ähm, nein. Ich hab da auch abends Yoga. Aber das ist nicht der Grund. Ich fühl mich da einfach nicht wohl, wenn ich mir das vorstelle, die Örtlichkeit und so. Bist du traurig?“

Er: „Ein bisschen. Ich hab heute aber lange geschlafen und kann deshalb ganz gut damit umgehen.“

Vor ein paar Jahren wäre dieses Gespräch noch ganz anders gelaufen. Entweder hätte ich zugesagt, weil es eben der Geburtstag ist und man das so macht. Ich hätte widerwillig das Yoga verschoben und wäre mit keinem guten Gefühl dorthin gegangen. Ich hätte vor Ort dann die Lockere und Gutgelaunte gespielt. Oder ich hätte abgesagt und als Grund das Yoga benannt. Ich hätte mich dann schuldig gefühlt und mich nicht getraut zu fragen, ob er deshalb traurig ist. Und hätte ich mich das doch getraut, hätte mein Vater wahrscheinlich die Frage verneint.

Schön wie sich meine Beziehungen langsam zu etwas authentischem hin entwickeln.

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