Berührung und Nähe

Ich bin enttäuscht. Enttäuscht von mir. Ich bin nicht weitergekommen. Nichts hat sich verändert.

Kontrolle als Ist-Zustand annehmen, ins Herz schließen?

Erst mal find ich’s scheiße. Ich will ihn nicht lieben, diesen Kopf, diese Angst. Ich will nicht lieben, was mir Mauern baut, zwischen meinem Körper und meinen Gefühlen. Ich will nicht lieben, was mich verschwinden lässt. Ich will nicht lieben, was Näheempfindungen nicht zulässt, was mich dem Schmerz der Distanz aussetzt.

Ich fühl die Möglichkeit ihn in mein Herz zu schließen. Zu nah ist er mir, zu viel von mir, dass ich ihn strafen könnte. Er kann nichts dafür. Er kann nicht anders.

Und das kotzt mich so was von an! Es kotzt mich an mir so ausgeliefert zu sein. Machtlos. Keinen Einfluss zu haben. Ja sogar keinen Einfluss auf das Einflusshaben wollen zu haben.

Es ist wie es ist und ich kaue von allen Seiten darauf herum.

                                Ich wollte so sehr die Berührung spüren.

Es muss doch einen Weg geben, einen behutsamen, in dem das möglich ist. In dem so viel Sicherheit fühlbar wird, das niemand abhauen muss. Ich kann den Status quo nicht akzeptieren. Keine Berührung möglich? Egal wie nah oder wie fern, wie direkt oder indirekt, in welchen Konstellationen auch immer, immer gibt es Angst und Rückzug oder Schmerz und Rückzug oder nur Rückzug.

Alles ist okay. Das ist okay so. Ich fühle es.

                Nein, ist es nicht!

In Ordnung 🙂

Es hat sich etwas verändert. Weich sein mit mir und hart sein mit mir, hält sich die Waage.

2 Kommentare zu “Berührung und Nähe

  1. Liebe Sophie,
    Dir ist es hier auf eine sehr schöne und eindrückliche Weise gelungen, etwas auszudrücken, was sehr, sehr schwierig in Worte zu fassen ist. Und das macht es auch so schwierig, darauf etwas Sinnvolles zu antworten. Ich will es trotzdem versuchen 🙂
    Du erkennst, dass es da etwas in Dir gibt, der Dir das Leben schwer macht …. unglaublich schwer! Du nennst es Deinen Kopf, ich nenne es den Kontroll-Freak, der über Dich bestimmt, dem Du hilflos ausgeliefert bist. Und vor allem erkennst Du, dass das ja nichts weiter als Denkmuster undstrukturen sind – damit bist Du sprituell sehr weit gediehen, denn Du identifizierst Dich nicht mehr mit dem Freak in Dir. Aber stell Dir einmal die Frage, WER diesen Freak hasst? WER diesen Freak einfach nicht liebevoll annehmen kann? Ist es nicht vielleicht der Zwillingsbruder des Kontroll-Freaks, der etwas „weisere“ von beiden, der weiß, was es braucht, um in Frieden zu gelangen, aber ist nicht auch lediglich ein Kontroll-Freak? Dieser wie jener manifestieren sich in Gedanken – und in beiden Fällen sond es eben nur Gedanken, nicht, nicht weniger. Mach Dir nichts aus ihnen, denke sie nicht weiter, gib ihnen keine Nahrung – lass sie da sein so wie Du … eine Narbe auf der Haut auch da sein lässt, oder Dir den Kopf über sie zu zerbrechen …. oder Deine Augenfarbe … oder sonst irgendetwas. Entspann Dich, Lächle – es sind nur Gedanken – , und komme danach wieder zu Deiner Tätigkeit zurück, mit der Du eben beschäftigt bist. Der Trick ist deutlich zu sehen, dass auch die heiligsten und heilsamsten und erleuchtetsten Gedanken auch nur Gedanken sind … die mit Dir nichts zu tun haben (anatta), und ebensowenig mit der Wirklichkeit.
    Ich sende Dir von Herzen
    METTA 🙂

  2. sophie0816 sagt:

    ich danke dir sehr für deine worte.
    ja, ich erkenne, dass auch das ein teil des „kontroll-freak“ ist. der teil, der mehr handeln will, aktiver ist, bewusster ist. der andere teil liegt darunter, ist automatisierter, starrer. er hat viele gesichter. alle haben sich entwickelt, um zu verhindern das ich fühle, schmerzen fühle. ziemlich clevere mechanismen. 🙂
    für mich ist deine benannte herangehensweise schwierig, es so zu sehen, das sie nichts mit mir zu tun haben. in meinem bild haben sie etwas mit mir zu tun, aber ich erinnere mich immer wieder das sie nicht die kontrolle haben, dass ich mehr bin. ich stell sie mir oft wie viele kinder in unterschiedlichem alter vor. sie wollen gesehen werden, manche wollen etwas sagen, was noch nicht gesagt wurde oder ich noch nie hingehört habe. wenn ich das tue, dann werden sie von alleine ruhig. klingt so schön, wenn ich das schreibe, die praxis ist schwierig. häufig geht mir die güte verloren, ohne das ich es merke und ich bin wieder mittendrin in der „story“. es ist wie es ist… 🙂

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