Mama

Es ist gar nicht so leicht, dass Klein-sein loszulassen. Das Haben-wollen. Von dir. Und dir. Und dir. Und auch dir, Mutter. Eigentlich nur von dir. Alle anderen symbolisieren dich. Aber wollen, tu ich es von dir.

Es wird Zeit Grenzen zu setzen, für mich. In Situationen, in denen ich mich klein machen lasse.

Aber wie mache ich das? Suche ich ein Gespräch und sagte es dir? Aber was sage ich dir dann da eigentlich? Ach, darüber wollte ich gar nicht nachdenken. Es wird sich das Passende finden.

Zurück zum Klein-sein. Zurück zur Verantwortung.
Die Verantwortung, die ich für mich trage. Tragen sollte. Ich sehe sie hier, zwischen meiner Mutter und mir. Und es kommt kein lautes, jubelndes Juchuuuu! Her damit! Her mit der Verantwortung! Ich will sie tragen!
Nein… es tut weh! Etwas Großes muss dafür aufgegeben werden. Die Vergangenheit muss dafür gefühlt und angenommen werden. Losgelassen werden. LOSGELASSEN werden! Ich will nicht! Ich kann nicht! Und tue es wahrscheinlich schon längst in kleinen Schritten.
Die Beziehung zu meiner Mutter loslassen. Aua! Die Beziehung wie sie bisher ist, loslassen. Aua! Haben-wollen loslassen. Aua! Ich verbringe die meiste Zeit mit ihr, nur aus diesen Gründen. Aua!
Ich bin verständnisvoll, rücksichtsvoll, aufmerksam, zuhörend, zurücknehmend, unterstützend, trostspendend, nur aus diesen Gründen. Aua!

So sieht Verantwortungsübernahme nicht aus. Die Anpassung, Unterordnung geht auf meine Kosten. Das habe ich in dieser Beziehung vorher noch nie sehen können.

Es weint und jammert herzzerreißend in mir. Nein! Nein! Ich will Klein-sein. Sie soll mir geben was ich brauche.
Laut Klagen würde ich, so sehr schmerzt dieser Mangel aus der Vergangenheit. So sehr fehlt mir eine richtige Mama.

Ich sehe das als ein gutes Zeichen, dass ich die Nebenschauplätze einmal verlassen habe und zu der Hauptfigur meines Lebens gekommen bin.
Vor anderthalb Wochen war ich an einer ähnlichen Stelle. Ich sah sehr umfassend, was mir in meiner Familie damals fehlte. Der Schmerz war so groß, dass ich ihn zurückgedrängt habe. Das, was ich dort aufgeschrieben hatte, konnte ich bis heute nicht noch mal lesen. Ich fühlte mich schuldig dafür, dass ich mich dieser Erfahrung entzog. Müsste ich da nicht durch gehen? Es war mir zu groß und ich fragte die Engel, ob es in Ordnung sei, wenn ich da jetzt einen Bogen drum mache. Heilung geschieht – war die Antwort. Also alles okay. Alles zu seiner Zeit.

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