Neulich im Spielzeugladen

Hach… Hach… Hach… wenn ich könnte wie ich wollte, hätte ich gejauchzt vor Freude, all diese vielen, tollen, bunten Dinge zu sehen. Und ich hätte alles ausprobiert. Den Flummi durch die Gegend hüpfen lassen. Das Expeditionsset ausprobiert. Mit Handpuppen gespielt. Kratzbilder hergestellt. Knete geknetet. Alles angefasst. So blieb es beim lächelnden Durchlaufen, zögerlichen Berührungen mal hier und dort und immer mit Außenblick, wie ich hier wohl wirke und was die Angestellte wohl von mir hält. Möglichst unauffällig und normal verhalten.

Und daaannn…! kam diese kleine Kiste mit solchen winzig kleinen Edelsteinen darin. HUNDERTE! Oh, hab ich die damals geliebt. Ich bin als Kind immer in den Schmuckladen und habe nach und nach, für ein paar Pfennig kleine Edelsteine gekauft. Das war mein Schatz der mir gehörte und mir das Gefühl gab, etwas Wertvolles zu besitzen. Ich bewunderte ihn regelmäßig und hoffte vielleicht, dass wenn ich so etwas Wertvolles besaß, auch selbst wertvoll wäre.

Diese kleine Kiste erinnerte mich daran und ich hätte am liebsten meine Finger in die Steine getaucht, sie gefühlt, sie durchrieseln lassen. Die Gefühle von damals tauchten wieder auf. Ich wollte sie besitzen. ALLE! Unbedingt! Ich wollte diesen Schatz. Ich musste über mich selbst lachen, unterdrücke den Impuls der Verkäuferin von meinen Erinnerungen zu erzählen und ging schweren Herzes aus dem Laden. Genau hier hätte ich mir jemanden an meiner Seite gewünscht, dem ich all das hätte erzählen können, albern können, begeisterte Zurufe, was man noch entdeckt hatte. Hach, ja… Diese ganze weite Erlebniswelt in einem und niemand bekommt es mit. Irgendwie doch schade.

Ja, ich hab noch diese Steine aus meiner Kindheit. Und? Was hat‘s gebracht? Nüscht! Meinen Selbstwert musste und muss ich mir ohne diese verdammten Dinger erarbeiten. 🙂

5 Kommentare zu “Neulich im Spielzeugladen

  1. Zarah sagt:

    Na, sag doch einfach Bescheid, wenn du das nächste mal wo hingehst. 😉 Es spricht ja übrigens nichts dagegen, sich aus so einem Spielzeugladen z.B. ne Packung Knete und ein paar Buntstifte mitzunehmen und damit dann zuhause zu spielen.
    Ein paar Steinlein könnte ich dir auch noch spenden, wenn du willst. Ich hab eigentlich zu viele. Hab sie aber nie wegen des Selbstwerts gesammelt, sonern einfach nur um micn an ihnen zu erfreuen. 🙂

    • sophie0816 sagt:

      es geht um den moment liebe zarah, den moment. ohne etwas damit zu machen. einfach nur ein festhalten in worten wie es war und dann wieder losgelassen. daraus hat sich für mich überhaupt nichts ergeben

  2. Mari sagt:

    Grins, mich kann man auch ganz schlecht in den Spielzeugladen lassen. In den Gängen, die ich längst verlassen habe, summen melodien, bellen Hunde, oder was anderes piept rum. Ist mir schon lange nicht mehr peinlich, weil der Genuss in diesen Momenten unbeschreiblich gut ist. Auch kein Brummkreisel bleibt stumm. Positiv ist, dass beidiesen Spielsachen keine Erinnerungen dran hängen. Das Meiste gab es zu meiner Zeit nicht, erst recht nicht im Osten. Ich liebe einfach jedes Spielzeug, ich hatte ja kaum was.

  3. Clumsy sagt:

    Ich hab jetzt ein Patenkind … äätttttschhh!! … ich darf wieder spielen … aber ich fürchte, sie will mit Dingen spielen, mit denen ich früher nicht gespielt habe … Mist, wie Bernd sagen würde 😀

    Ansonsten hab ich auch noch einiges von damals behalten. Solange der Platz da ist, wo man das Zeug unterbringen kann, sollte man es meiner Meinung nach behalten .. um ab und an mal in guten alten Erinnerungen zu schwelgen

  4. desweges sagt:

    Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Zumal mir diese Sehnsucht nach einer unbeschwerten Kindheit erst vor kurzem in der Therapie bewusst wurde.
    Ich merke das immer wieder, da ich ja eine Tochter habe. Nur leider fällt es mir manchmal schwer mit ihr mich ins Spiel einzulassen, weil da wieder die sehnsucht von früher ist. Das tut richtig weh, denn ich gönne ihr das Spiel und wünsche es ihr und ich bin sowas von blockiert. LG desweges

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