Fast ein Jahr…

… ist es her, dass ich das letzte Mal gemalt habe.

Malen ist Therapie.

Zur Grundhaltung: Ich bin überzeugt davon es nicht zu können. Ich habe keine Ahnung wie ich etwas ansprechendes aufs Papier bekommen soll. Vorstellungen lassen sich nicht umsetzen. Schon der erste Strich wird alles kaputt machen. Ich werde Papier und Farbe vergeuden. Es soll gut werden. Was will ich überhaupt malen. Keine Bilder im Kopf. Der Anfang versetzt mich in Angst. Stress auf 60 Punkte. Gedanken erkennen. Hindernisse erkennen. Was wäre, wenn es falsch werden dürfte? Was wäre, wenn ich Krikelkrakel machen darf? Was wäre, wenn ich die Leinwand danach einfach abspüle und so oft KrikelKrakle machen darf wie ich will.

Okay… KrikelKrakel passend zur Aggression in mir. Nebenprogramm – sieht das alles scheiße aus-Gedanken, du hast es nicht drauf-Gedanken, du versaust es-Gedanken laufen mit.

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Leinwand abgespült und Ideen im Kopf. Nichts Großes. Nur die Hintergrundfarbe anders. Und plötzlich entwickelt sich etwas. Ich schwitze wieder, bin aufgeregt, unruhig, diesmal weil mich etwas gepackt hat. Und Rührungstränen steigen auf. Was erschafft sich da? Wie wunderschön!

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Ich würd meine Hand ins Feuer legen, dass ich in einem vergangenen Leben mal etwas mit Malerei zu tun gehabt habe. Die übergroße Angst zu starten und die riesige Aufregung die dabei entsteht. Sehr starke Gefühle für etwas was ich so gut wie nie mache und deshalb auch nicht so richtig als ein Hobby betrachte.

6 Kommentare zu “Fast ein Jahr…

  1. Zarah sagt:

    Mir gefällt das erste am besten … ich find es richtig kraftvoll.

    Und ich mußte übrigens bei den Gesängen auch lernen, den inneren Kritiker zu überhören („Was ist das für ein Zeug, das ist keine Musik, klingt scheiße, was soll das überhaupt …“) und einfach durchzulassen, was kommen wollte. War nicht einfach und hat eine ganze Weile gedauert. Aber ich bin standhaft geblieben (Gott sei Dank!)

    Wer weiß, wenn du öfter malst, mehr Übrung kriegst (auch im Ignorieren des Kritikers) und dir noch ein bißchen Technik aneignest, werden sie vielleicht sogar noch besser? Und es macht noch mehr Spaß?

    Wär doch cool, oder?

  2. Mein Ergo Therapeut hat beim Malen immer gesagt, dass da nichts falsch sein kann 🙂
    Ich mache es trotzdem nicht gerne D:

  3. Mondfeder sagt:

    Ich kann mich noch erinnern wie wahnsinnig schwer mir das in Gestaltungstherapie gefallen ist. Ständig diese Stimme der Perfektion und die ständige Angst, dass ich danach noch enttäuschter sein würde als sowieso schon. Es hinderte mich am Malen und Zeichnen, obwohl eigentlich ja doch nichts falsch sein kann.

    Ich finde deine Malerei sehr sehr gelungen und ausdrucksstark. Da kannst du wirklich stolz sein 🙂

    Liebe Grüße,
    Mondfeder

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