Schluss, Aus, Ende

Ja krass… ich bin seit 6 Jahren in therapeutischen Settings.

Angefangen mit der ambulanten Suchttherapie, mit 1 Einzel- und 1 Gruppengespräch die Woche, mehrmalige kurze Krisenstationsaufenthalte, 3 längere tagesklinische Aufenthalte, 3 Jahre Psychoanalyse, mit zwei Gesprächen die Woche, 2 stationäre Aufenthalte und als letztes knapp 1,5 Jahre Einzelfallhilfe.

Der nächste Termin ist der letzte Termin. Und dann ist Ende.

Es sind krasse Zeiten. Ich fühle mich mehrmals täglich völlig anders.

In letzter Zeit meist eher mit nicht so prickelnder Stimmung.

Heute nach langer, langer Zeit morgens Freudegefühle gehabt. Das war schön. Habe ich genossen.

Ich nutze gerade viel die Möglichkeit mir Fernreiki schicken zu lassen. Bringt lindernde Momente und Klarheit in die Prozesse.

Heute habe ich sehr komische Gefühle gehabt. Ich fühlte mich mir selbst gegenüber befremdlich, wusste/fühlte nicht mehr wer ich bin. Innerhalb von Handlungen die mir vertraut sind und im Kontakt mit Menschen verschwand dieses Gefühl. Ich lief eben herum und zündete Kerzen an, wie fast jeden Abend und da kam ich zurück. So ein ‚ah ja, das bin ich, so fühle ich mich‘ als würde ich mich über dieses Ritual wiedererkennen. Und auch als meine Mutter heute da war, fühlte ich mich wie ich, wie ich eben so bin, wenn ich mit ihr im Kontakt bin.

Ich muss an die Borderline-Strukturen denken.

So ist das vielleicht. Fällt die konstante Begegnung mit jemandem weg, über die man sein Ich-Gefühl erhalten hat, entstehen vielleicht diese Ich-fremden oder Ich-leeren Momente, bis wieder etwas kommt, was das Ich-Gefühl durch den Spiegel erzeugt.

Na da bin ich wirklich gespannt, wie es sich damit leben lässt. Es sind keine angenehmen Momente.

In mir drin ist eh alles in Bewegung. Ich habe keine Ahnung was noch passieren wird.

Mir ist aufgefallen, dass ich in den letzten Wochen stark mit der inneren Kommunikation nachgelassen habe. Es fühlt sich nach einer Reaktion auf den fehlenden Betreuungskontext an. Ich muss ja nun niemandem mehr erklären, was so in mir ist.

Auch ist mir aufgefallen, dass ich die motivierenden, freundlichen, liebevollen Stimmen wenig eingesetzt habe. Dazu brauche ich mein Bewusstsein. Das kann ich nur aktiv machen, die kommen nicht von alleine. Auch hier ahne ich, dass da Innen ein Grund fehlt. Ja für wen denn jetzt. Interessiert doch niemandem mehr. Ich habe heute etwas wieder damit angefangen, weil ich spüre, dass mir dieser Gegenpol zur Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit hilft. Doch der Elan und die Motivation sind deutlich raus.

Ich habe mich darauf eingestellt, dass das jetzt eine Phase werden wird, wo ich keine Ahnung habe, was dabei herauskommt, was funktioniert und was nicht funktioniert, was sich wohin entwickeln wird.

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4 Kommentare zu “Schluss, Aus, Ende

  1. Ich fühle total mit dir – denk immer dran, dass du nicht alleine bist.
    Du schaffst das.
    Stay strong

  2. desweges sagt:

    Manchmal braucht es auch eine Therapiefreiezeit. Bei mir sind die Stunden auch ziemlich aufgebraucht. Habe jedoch schon länger gemerkt das ich Therapiemüde geworden bin. Gerade auch jetzt wo es gerade sehr anstrengend ist bin ich froh das gerade nicht in der Vergangenheit rumgebohrt wird und ich verdrängen darf.

    • sophie0816 sagt:

      auf so ne art therapie hab ich auch keine lust. praxisübung hilft mir mehr.

      ich glaub das auch, dass eine therapiefreie zeit wichtig ist, damit sich etwas entwickeln kann.

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