Leben lernen

Leben lernen, ist wie Fahrradfahren lernen.

Man kann es alleine üben. Es ist schwer. Man fällt wahrscheinlich oft auf die Schnauze und tut sich immer wieder ordentlich weh. Man wird öfter Pausen einlegen müssen, um die Wunden heilen zu lassen. Und man wird wahrscheinlich, je nach Charakter mal mehr, mal weniger mit seiner Motivation zu kämpfen haben, das trotz Plessuren weiter durchzuziehen. Am Ende wird man es gelernt haben, das Fahrradfahren.

Man kann sich auch Unterstützung holen. Jemanden, der zu Beginn das Rad hält, damit man aufsteigen kann. Jemand, der es dann immer mal wieder vom Kippen abhält, wenn man fährt, bis man raus hat, wie man selbst das Gleichgewicht hält. Man wird vielleicht auch mal stürzen und sich weh tun. Dann ist dort jemand, der hilft die Motivation nicht zu verlieren. So wird man leicht ans Ziel kommen.

Das Ergebnis ist das Gleiche. Lernen. Wachsen.

Ich befinde mich in der obigen Variante und war (bin) damit beschäftigt, daran zu leiden.

Ich befinde mich momentan auf dem schweren Weg des Lernens und dazu kann ich nur ‚ja‘ sagen, so lange es so ist und akzeptieren, dass ich alles getan habe, was ich tun kann, damit es leichter wird.
Den Rest regelt das Leben.

(Mein Vertrauen ist brüchig.)

4 Kommentare zu “Leben lernen

  1. Vetch sagt:

    Ich merke immer mehr, wie systematisch uns beigebracht wird, das Leben als etwas bedrohliches mit grässlichem Ausgang zu sehen, individuell und kollektiv.
    Und anders als beim Radfahren haben auch die wenigsten in der Kindheit Ältere an ihrer Seite, die sie WIRKLICH unterstützen und ermutigen. Eher im Gegenteil.

    Ich glaub, ich les deinen Blog jetzt seit ungefähr nem Jahr, und ich muss mal sagen: Ich bin beeindruckt, wie du immer wieder aufs Rad steigst, und wo du hinfährst. Das ist inspirierend und ermutigend.

    • sophie0816 sagt:

      echt??? inspirierend/ermutigend? ich hab ja immer wieder gedanken von, ich drehe um die gleiche scheiße (obwohl ich auch wahrnehme, dass da entwicklung in der scheiße ist ;)) und das muss doch langweilen.
      danke für deine rückmeldung!

      diese kollektive erziehung, diese wachstumsbegrenzenten strukturen, ja die erkenne ich auch zunehmend. es ist kaum möglich, darüber mit jemandem zu sprechen. so wird es für mich auch immer schwieriger, mein ’nein‘ zu dingen zu erklären. schwer auszuhalten für mich, weil ich doch immer noch in diesen erlaubnis-strukturen selbst hänge, auch wenn mehr und mehr spürbar wird, dass ich alleine losziehen muss. da hängt irgendwie noch viel schmerz für mich dran.

      • Vetch sagt:

        Ajoo!
        Du bist die ganze Zeit in Bewegung, am Erleben, Justieren, Reflektieren, Erfahrungen teilen – ich seh da kein Kreisen, sondern dich auf deinem Weg. Und das ermutigt und inspiriert mich, meinen Weg auch zu gehen, und zwar konsequent!

        „es ist kaum möglich, darüber mit jemandem zu sprechen.“
        Das erlebe ich auch – die Sufis sagen „Wenn du die Wahrheit kennst, sind dir die Lippen zugenäht.“ Was wir grad entdecken –
        ich hab den Eindruck, es verschieben sich bei vielen grad die Prioritäten zugunsten des eigenen Weges (dazu passt auch super die neue Astrowoche von Godharma, find ich https://godharma.wordpress.com/2016/06/15/godharmas-astrowoche-vollmond-im-juni-2016-und-die-sonnenwende-im-krebs/comment-page-1/#comment-73 )
        Also, was wir grad entdecken, ist in der Normalität nicht vorgesehen. Und ja, ich fühl mich auch oft sehr alleine (zur Zeit treibt mich was um, das kann ich nicht mal mit meinem Gefährten richtig besprechen). Trotzdem wächst in mir eine Ahnung und das Vertrauen. Erst mal fühlen wir uns ganz alleine und vogelfrei, wenn wir uns nicht mehr nach den Normen richten, sondern nach dem, was wir im Innern wissen.
        Ich hab mich so lange nach nem Kollektiv gesehnt, in dem ich Teil bin und mich sicher fühle. Nee, erst mal wirste (scheinbar) noch einsamer.

        Und dann, das erlebe ich grad in den Anfängen, finde ich da und dort und immer mehr Leute, die ähnlich unterwegs sind. Ich bin zuversichtlich, dass das noch viel viel besser wird, je mehr ich auf mich selber höre.

        Ahh, und mein I Ging Orakelbuch (ich brauch ja auch immer noch ‚Erlaubnis‘ für das, was ich weiß… und dann bekomme ich sie auch) also, das Buch sagt: Das was wir WISSEN braucht nicht begründet zu werden.
        Na schön…
        Wie schön! 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..