Vom Heilen und Sterben

Zwei Seiten in einem Buch gelesen, welches ich schon seit einem Jahr nicht mehr in der Hand hatte. Einem Impuls gefolgt und es aus dem Regal genommen.

Was ich lese, es etwas, was ich ganz dringend gebraucht hatte. Tränen der Entlastung.

Bei der Begleitung vieler Menschen durch den Heilungsprozess stellte ich fest, dass der Prozess nie in einer glatten Kurve zur Gesundheit verläuft. Meistens erleben die Menschen am Anfang eine plötzliche Besserung.

Das war im letzten Sommer bei mir.

Später scheinen sie zurückzufallen. An diesem Punkt stellen sie die Behandlung in Frage. Es scheint ihnen dann, als ginge es ihnen schlechter als vorher.

So geht es mir in den letzten Monaten.

Ihr Energiefeld zeigt aber deutlich, dass es ihnen tatsächlich besser geht. Die Störungen im Energiefeld sind geringer, die Organe arbeiten besser. Aber nun erlebten sie die noch verbliebenen Störungen stärker. Manchmal werden die Schmerzen sogar schlimmer.

Meine nicht enden wollenden Kopf-/Nackenschmerzen. Die unheilbaren Gedanken, so stark wie noch nie.

In Wirklichkeit können sie die Gleichgewichtsstörungen in ihrem Energiefeld, die ihnen vorher als ’normal‘ erschienen waren, jetzt schlechter aushalten. Kurz gesagt,  ihr Gesundheitszustand ist besser.

Das fühlt sich wahr an und ich bin echt erleichtert. Alles ist gut.

Heilen erfordert außer der physischen Veränderung Wandlung des Denkens, des Fühlens und des spirituellen Erlebens. Jeder Mensch muss sich mit seinen persönlichen Themen auseinandersetzen und sie in einem neuen Zusammenhang begreifen.

Oh ja. Gefühlt mache ich das täglich.

Ich habe beobachtet, dass jedesmal, wenn jemand der Meinung war,  es gehe ihm schlechter, der Schleier der Verdrängung ein Stück weiter aufgezogen wurde, so dass ein weiterer Aspekt des Problems ins Bewusstsein trat. Oft glaubten Patienten, sie seien wütend, weil es ihnen schlechter ging. In Wirklichkeit waren sie wütend, weil noch mehr zum Vorschein kam, mit dem sie sich befassen mussten.

Boarrr ja. Absolut. Ich bin stinksauer, immer wieder. Es ist also normal.

Die meisten Patienten suchten dann einen Weg, es sich leichter zu machen, suchten nach einem Schlupfloch. Sie sagten etwa: ‚Ich habe jetzt genug daran gearbeitet.‘ (…) wenn die Person sich schließlich entschloss, tiefer zu gehen, dann fand sie den Willen zur nächsten Runde.

Dieser Prozess ist mir sehr vertraut.

Heilen ist wie Therapie ein zyklischer Prozess, der den Menschen in eine Spirale des Lernens bringt. Jede neue Windungen erfordert mehr Selbstannahme, mehr Veränderung auf dem tiefer und tiefer gehenden Weg in die Wahrhaftigkeit und Wahrheit des klaren Selbst. Wie weit und wie tief jeder geht, entscheidet jeder vollkommen frei.

Das mit der freien Entscheidung, stelle ich in Frage.

Jede Krankheit verlangt Veränderungen im Patienten, um Heilung zu ermöglichen, und jede Veränderung bedeutet Aufgeben, Ergeben, Tod eines Teil des Patienten – sei es eine Gewohnheit, Beruf, Lebensstil, Glaubensüberzeugungen oder ein physisches Organ. Als Patient und Selbstheiler werden sie folglich die fünf Stufen des Todes und des Sterbens durchleben, die Dr. Elisabeth Kübler-Ross beschrieben hat, nämlich: Verdrängung, Wut, Feilschen, Depression und Annahme.

Dazu kommen noch zwei Stufen: Wiedergeburt und Schaffen eines neuen Lebens. Sie sind der natürliche Ablauf eines Heilungsprozesses.

Aus: Licht-Heilung, Der Prozeß der Genesung auf allen Ebenen von Körper, Gefühl und Geist; Barbara Ann Brennan; 1994; S. 196-197

10 Kommentare zu “Vom Heilen und Sterben

  1. Sólveig sagt:

    oh wow, das Buch klingt wirklich gut.

  2. Vetch sagt:

    Sofort absolut einleuchtend. Danke fürs Teilen!

  3. mariamania1905 sagt:

    ich weiß nicht warum aber das hat mich total berührt. Besonders der letzte Abschnitt. Irgendwie auch beruhigend

  4. Danke. Tut gut zu wissen. Auch mit den Stufen.

  5. […] erinnern uns an die fünf Stufen des Todes und des Sterbens, von denen Barbara Ann Brennan, in „Licht-Heilung“ […]

  6. […] Sie genügend Zeit und Energie hatten, die vorhergehenden vier Stufen mit Aufmerksamkeit zu durchleben, dann gelangen Sie auf eine Stufe, auf der Sie weder mit Wut noch […]

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