Träume und gut und schlecht sein

Träume, in denen es darum geht meine Gabe endlich anzunehmen, der Kontakt in andere Welten. In die Kraft kommen. Mich von einem durchsichtigen dunklem Nebel befreien, der sich wie ein eigenständiges, waberndes Wesen um meinen Körper schlingt und mich festhält. Mich befreien mit den Worten: „Gib mir meine Kraft in meinem Zimmer wieder zurück.“ Und dabei das Wesen versuchen von mir weg zu stemmen, aus seiner Umklammerung zu kommen. Wiederhole immer wieder diesen Satz und suche das Machtvolle und Klare darin. Versuche immer lauter und deutlicher daraus einen Befehl zu machen. Es reicht nicht aus. Ich wache durch die Kraftanstrengung der permanenten Wiederholung dieses Satzes auf.

Liege klatschnass im Bett. Drehe die Decke um und suche eine trockene Stelle auf der Matratze. Das Ganze ist so wichtig, dass der Satz weiter in meinem Kopf dreht. Ich muss ihn mir aufschreiben, sonst weiß ich morgen nichts mehr davon. Kein Papier am Bett. Ich stehe auf, laufe im Halbschlaf ins Wohnzimmer und schreibe ihn im Dunkeln auf ein Blatt Papier.

Zurück im Bett, ist es immer noch wichtig und ich versuche weiter in diesem Satz ein kraftvolles Gefühl zu finden. Will am liebsten dabei laut in die Hände klatschen, um meinen Willen zu spüren und zu verdeutlichen. „Gib mir meine Kraft in meinem Zimmer zurück!!!“ Ich spüre, dass ich es so deutlich gemacht habe, wie es mir gerade möglich ist und schlafe wieder ein.

Morgens klopfe ich den dritten Tag meine innere Überzeugung, dass ich mich hasse. In der zweiten Runde breche ich in Tränen aus und bin der Überzeugung der schlechteste Mensch der Welt zu sein. Es entsteht ein Paradoxon.

Auch wenn ich der schlechteste Mensch der Welt bin, liebe und akzeptiere ich mich voll und ganz und ich bin okay so. Das kann nicht sein! Ungläubige Verzweiflung, Schmerz, abwehrend. Wie soll das gehen? Nein. Nein. Nein. Inneres Kopfschütteln, dagegen ankämpfen okay zu  sein. Auch wenn ich der schlechteste Mensch bin, liebe und akzeptiere ich mich voll und ganz und ich bin okay so. Noch mehr Tränen. Wie soll das gehen? Wie soll das zusammenpassen? Wie kann ich okay sein, wenn ich doch schlecht bin?

Zwei völlig entgegengesetzte Gefühle. Und trotzdem existieren beide gleichzeitig und fließen ineinander. Die Überzeugung bleibt und es hüllt sich eine feine Schicht Liebe darum. Fragil.

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5 Kommentare zu “Träume und gut und schlecht sein

  1. Mari sagt:

    Ja, so, wie ich in Zwischenwelten lebe, lebe ich auch in Parrallelwelten! Ich kenne das allzugut.

    • sophie0816 sagt:

      ich glaube, ich habe schwierigkeiten zu verstehen, auf was genau du meinst. was genau kennst du und hast du aus meinem text entnommen?
      sorry, ich steh auf dem schlauch. o.O 🙂

      • Mari sagt:

        Nun, du schreibst:“entgegengesetzte Gefühle“
        Was ich selbst an Widerspruch empfinde, ist ja in Wahrheit dem Parrallel-draußen-sein (verschiedene Anteile gleichzeitig an der Oberhaut) geschuldet. So konfus am Fühlen scheine ich losgelöst, aufgewabbert, in einer Zwischenwelt….ohne mögliche Lösung des Wirrwarrs.

      • sophie0816 sagt:

        Ah ja, jetzt verstehe ich. 🙂
        Ja, es ist eigentlich kein Widerspruch, sondern eine gleichzeitige Existenz. Einzelne Teile empfinden es aber als Widerspruch zu ihrem eigenen Erleben. Ich erlebe es so, dass solche Situationen die volle Aufmerksamkeit nach innen brauchen, um einen Raum zu schaffen, in dem all das stattfinden kann und ich lerne da zu sein, damit zu sein.

  2. Mari sagt:

    Aktiv dabei sein – den Mut dazu muss ich noch lernen.

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