Größere Kreise

Zu der Angst von gestern kamen heute Erinnerungen hoch.

Ich bin mit Angst aufgewacht. Daran änderte auch das Klopfen nichts. Aufstehen ging, Duschen ging, sogar mein morgendliches Sportprogramm konnte ich machen. Bei den Übungen kam mir dann Unbewusstes ins Bewusstsein.

Ich schrieb alles auf.

Frühstücken ging dann, danach wurde mir elend zu mute. Funktionsteil ließ erst einmal das Einkaufen gehen los und akzeptiere eine Ausruhphase.

Ich lieg auf der Couch und stelle irgendwann fest, dass ich in einen regressiven, gelähmten Zustand rutsche. Etwas flüchtet vor der Welt, mein Körper fühlt sich außerhalb meiner Kontrolle an. Ich kenne diese zeitlosen Zustände.

Mein Bewusstsein erfasst darin großen Schmerz, ich fühle mich wie eine offene Wunde. Rauszugehen fühlt sich unvorstellbar an. Bin so verletzt.

Ich frage nach Reiki an. Erreiche niemanden.

Sehnsucht nach gehalten werden. Sehnsucht in den großen, weichen, warmen Schoß von Mutter Erde zu flüchten.

Suche alle Skills zusammen, die damit in Verbindung stehen. Wärmflasche, Decke die immer mit im Wald ist, Zypressen-Öl, Kuscheltier und Musik. Putze mir sogar noch die Zähne, damit ich mich wohl fühle und erlaube mir dann die Regression.

So eingekuschelt, mit der Wahrnehmung zu den unterschiedlichen Reizen wechselnd (Wärme, Schutz, flauschig, Geruch, Geräusch) lieg ich da und schau die Wunde an. Erst als ich die Musik in meinem Kopf mitsinge, verbindet sich irgendetwas in mir, ich fühle mich liegend und haltend, kann weinen und Erinnerungen und Gedanken aus der Zeit etwas ran holen. Dazwischen immer wieder der Funktionsteil, der darauf wartet, dass endlich alles vorbei ist und ich meine Sachen erledigen kann. Darauf die mögliche Reaktion: und wenn ich hier den ganzen Tag liege und weine.

Jetzt sitze ich hier, das Kuscheltier unter das Oberteil geklemmt, damit es auf meinem Herzen liegt und ich mich nicht alleine fühle. Vielleicht wird es dort stellvertretend für mich gehalten. Jedenfalls muss ich es immer wieder anfassen und an mein Herz drücken.

Und nun? Ein Tag, an dem ich nicht machen kann, was ich vor hatte? Mich aber zu unruhig in mir fühle, um Rückzug länger auszuhalten. ICH WILL RAUS!

War gestern den ganzen Tag drin. Müde und schlapp und das war okay so, nicht viel machen zu können. Heute ist es schwierig.

3 Kommentare zu “Größere Kreise

  1. Sólveig sagt:

    Und wenn du erstmal nur auf den Balkon gehest?

    • sophie0816 sagt:

      damit hatte ich tatsächlich angefangen. 🙂 das raus gehen war ein wichtiger impuls. ich musste ’nur‘ den inhalt ändern. weg von reizflutung und körperliche anstrengung durch einkaufen, hin zu im wald bewegen.
      jetzt im nachhinein war das extrem wichtig die wohnung zu verlassen. da hätte ich mich nicht distanzieren können.

  2. suchtfreiezone sagt:

    Warum kommt mir das nur so bekannt vor, mit dem: Wann wirken die Skills denn endlich, damit ich wieder „funktionieren“ kann? Aber Wärmflasche ist eine gute Idee, mach ich mir jetzt auch. Und Tee. 🙂

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