Die Energie von Tod und Zerstörung

Ich habe gestern in einer angeleitet Gruppe über mein Erlebnis mit der… ich nenne es mal Tötungsenergie erzählt, von der gescheiterten Ergotherapie letzte Woche und meinen Überlegungen, wie ich Hass und Verachtung in mir annehmen kann.

Es zeigte sich, dass es Angst und Befürchtungen sind, die die Annahme schwierig machen.

Es vielen die Begriffe Archetypen und Kali – eine indische Gottheit.

Ich habe mich noch nie mit der Idee von Archetypen tiefer befasst, aber es hat mich schon erleichtert, dass sie anscheinend im Hinduismus einen Umgang mit dieser  Energie gefunden haben, so dass es dazu sogar eine Gottheit gibt.

In der Gruppe wurde gesagt, Kali schaffe Klarheit, sie sei wie das Schwert in den Tarot-Karten, welches für den Verstand steht oder so ähnlich.

Das hat erst mal nichts mit dem zu tun, was ich da gefühlt habe. Was haben Hass und Verachtung mit Klarheit durch den Verstand zu tun?

Ich spürte dahinter während der Gruppe noch Schutz, was ich auch erst mal nicht einordnen kann. Was haben Hass und Verachtung mit schützen wollen zu tun?

Heute musste ich dann an Schmerz denken. Schmerz, den mir Andere zugefügt haben, mit ihrem Hass und ihrer Verachtung. Vielleicht habe ich das Messer, das mir Andere in die Magengrube rammten, lieber selbst in die Hände genommen. Vielleicht füge ich mir diesen Schmerz mit meinem Hass und meiner Verachtung lieber selber zu, als diesen Schmerz durch andere zu erfahren. Ist das der Schutz den ich da spürte? Ist das die eigentlich gute Absicht?

Ich habe mich dann getraut mit den Empfindungen von Hass und Verachtung zu klopfen.

Zuerst kamen Tränen des emotionalen Schmerzes. So zu sich zu sein tut weh. Dann wurden die Empfindungen immer mehr zu einem gedanklichen Urteil. Ich sah dieses Urteil wie ein Schwert meinen Kopf spalten. Ein Schwert das mich zerteilte, über mich richtete. Dann spürte ich dieses Richten auch über andere.

Ich glaube, ich mache das (unbewusst/bewusst) sehr oft, über andere richten und über mich selbst richten. Ich laufe mit dem Schwert durch die Gegend und verteile Richtersprüche. Ich spüre tatsächlich öfter Überheblichkeit in meinem Sprechen. Es war mir immer sehr unangenehm und ich versuchte es sein zu lassen.

Das ist doch nicht gut!? war das erste was ich erschrocken dachte. Ich möchte über niemanden urteilen! Ich möchte niemanden verletzen, niemandem weh tun! Wie soll ich solche Gedanken/Empfindungen liebevoll annehmen?

Das zweite was ich dachte, war, dass ich mich an die Archetypnummer erinnerte. Wonach alle Menschen diese Energien in sich tragen, es zum Menschsein dazu gehört und weder schlecht noch gut ist. Damit wäre es sogar normal. Es wäre völlig normal, dass ich verurteilende Gedanken habe.

Dann ist vielleicht die Frage, wie viel Raum ich ihnen zukünftig geben möchte, ohne ihre Existenz zu verleugnen. Sie sind da, aber ich handele nicht danach. Sie sind da, aber ich verurteile sie nicht.

Mal sehen wie es weiter wird…

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12 Kommentare zu “Die Energie von Tod und Zerstörung

  1. Vetch sagt:

    KALI ist viel zu groß, um ins Tarot zu passen…

    Die Schwerter im Tarot stehen u.A.(!) für Verstand, für Worte – damit kann man Grenzen ziehen, unterscheiden, abwehren, (aus)sortieren – daher wahrscheinlich diese Assoziation.

    Was KALI angeht – an die wende ich mich tatsächlich oft, wenn ich Hass und Wut spüre. Sie verschlingt Dämonen, sie tötet. (Sie tut/ist natürlich noch viel mehr.)
    Ich gebe meine Wut, meinen Hass ihr (so gut ich kann), weil ich finde, sie weiß viel besser, was damit zu tun ist.
    Das hilft mir – ich muss nichts bewerten und nichts verleugnen und nichts bekämpfen. Ich kann anerkennen, was ich empfinde und immer wieder KALI übergeben, wenns in mir hochkommt.

    Ich find das grad faszinierend, weil KALI auch hier zur Zeit ein bisschen präsent ist. Ich hab ihr Yantra rumliegen; es hilft mir beim Aussortieren und beim Ärger mit unseren Noch-Vermietern (es hilft mir dabei, mich um meinen eigenen Kram zu kümmern, statt Groll zu pflegen).
    Dieses An-Kali-Abgeben hat mir auch früher schon sehr wirksam geholfen.

    Bei Interesse: Hier (weiter runterscrollen) wunderschöne KALI-Yantras zum Verwenden. http://www.kalibhakti.com/kaliyantra/

    • sophie0816 sagt:

      hmmm… ja, spannend, dein abgeben.
      ich glaube, ich stehe etwas an einem anderen punkt, als du. wenn ich es richtig verstehe, überkommen dich wut und ärger ganz ungebremst und das abgeben unterstützt ein weniger-damit-beschäftigen, fokus davon wegbringen?

      ist bei mir anders.

      ich weiß auch nicht, ob wut und ärger das gleiche sind wie hass und verachtung.

      ich find das trotzdem spannend was du erzählst und es hilft mir, die angst etwas abzubauen und einfach mal in kali hineinzufühlen und ob das was ich empfinde, irgendeine verbindung zu ihr hat.

      danke!

  2. Vetch sagt:

    Ja, das sind bestimmt verschiedene Zustände bei uns… bei mir hats auch viel mit Rachegedanken zu tun.
    Und doch auch mit Hass und Verachtung. Bei dir viel Selbsthass, wenn ich das richtig lese.

    Warum ich KALI hier auch für dich tatsächlich hilfreich finde:
    Sie frisst Dämonen, die eigenen und die von anderen auch.

    Und das mit den „Richersprüchen“ kenne ich gut – ich bin ja selber sehr streng mit mir, ich bin richtig erschrocken, als ich gemerkt habe, wie streng und abfällig ich manchmal über andere urteile.
    Ja, und wenn ich mich beim Verurteilen erwische, dann geb ich das immer ab an eine Instanz, die nicht mein erbostes Ego ist, und nicht mein verletztes Kind, sondern einen viel weiteren Überblick hat und mit der Energie meiner Emotionen was Sinnvolles machen kann.

    Weil ich grad dabei bin, es gibt ja noch eine schöne, mächtige Göttin, die in der Unterwelt mit dem Licht ihrer Fackeln Dämonen tötet: Hekate. Die sanfte, freundliche Hekate, die Persephone im Hades tröstet. =)

    • sophie0816 sagt:

      nur kurz, ohne deinen kommentar tiefer gelesen zu haben, weil ich gleich den pc ausmache.
      fand nur witzig, dass ich mir gerade heute den film „7 göttinnen“ ausgesucht habe, worin kali auch auftaucht. sonst hab ich sie noch nie irgendwo wahrgenommen. synchronizität. 🙂

  3. Vetch sagt:

    PS [Was häng ich hier noch am Rechner? Warum bin ich nicht im Bett?!? Weil… ->] https://i2.wp.com/ultraimg.com/images/2017/01/07/Vt7z.gif

  4. seinswandel sagt:

    Das finde ich spannend! Der Verstand ist die Qualität, die unterscheidet in dies und das, die alles zerlegt und zergliedert (= Analyse). Der Verstand zerschneidet die Phänomene und bezeichnet sie, gibt ihnen Be-Griffe. Dann ent-scheidet (archaisch das Schwert aus der Scheide ziehen) er sich für das eine und gegen das andere. In dieser Bildsprache wäre das Schwert also ein treffendes Symbol. Die Unterscheidung ist zugleich der Eintritt in die Welt der Erfahrung (heiß/kalt, hell/dunkel usw.). Erst aus dieser Erfahrung des Unterschieden- oder Getrenntseins kann die Erfahrung der Wieder-Verbindung entstehen.

  5. gann uma sagt:

    Ich finde es ziemlich gefährlich, mit Bildern (Göttern, Dämonen) zu arbeiten, die du nicht klar siehst, oder die in dir keine (bewusste) Resonanz haben. Kali ist riesig und unfassbar.
    Tötungsenergie – dieses Wort kommt von dir. Ich finde es sehr interessant, und habe deinen Link nachgelesen. Du hast weitere Wörter dafür. Ich denke diese Wörter führen dich. Alles nicht meine Wörter, deshalb werd ich mich hüten, dir dazu was zu sagen.
    Wenn du mit Kali oder ähnlichem arbeiten willst, solltest du dich vorher gründlich über sie informieren und auf ein Gefühl von Resonanz warten.
    Oder du findest ein Bild in deinen Wörtern, Bildern. Auch da versteckt sich etwas, glaube ich.

  6. gann uma sagt:

    Noch was. Diese Richter-Gedanken sind Schutzmechanismen. Etwas versucht sich zu schützen. Ich vermute, auch die Hass- und Verachtungsgefühle sind Schutzmechanismen. Ursprünglich. Ich (Ich) glaube nicht, dass du das unbedingt annehmen musst. warum? und wer bist du bei diesem Annehmen? Dein bewusstes Ich kann es sicher nicht. Dein höheres Ich könnte das. Ein Teil von dir verurteilt, hasst, verachtet. Ein anderer Teil liebt, sorgt, fühlt. Wenn keine Notwendigkeit mehr da ist, für diesen Schutz werden diese Gedanken leiser, sanfter, verebben. Sie haben ihre Schuldigkeit getan. (Ihren Zweck, ihre Pflicht)
    Wie der Verstand sind es Diener, keine Herren.

    • sophie0816 sagt:

      auch sehr interessant was du schreibst.

      ich glaube es geht bei dem annehmen darum, dass ich mich dafür nicht schuldig fühle oder mich noch mehr abwerte, weil ich solche gedanken habe, sondern, wenn sie kommen, es okay ist.

      danke!

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