E-Mail-Begleitung zur Ich-Illusion V

Mails zwischen dem 19.01. – 01.02.2017 sind leider verschollen.

Es folgen Auszüge ab 01.02.- 07.02.1017


 

Hallo Christiane,

Ich schreib jetzt, auch wenn es sehr anstrengend ist. Ich denke jeden Tag dran und das macht mir Druck. Ich denke, dass ich dann eine Pause brauche und hoffe, dass dabei nichts verloren geht und ich den Faden wiederfinde.

Die Sache mit der Apfelsine. (Ich schreib über Handy da PC kaputt. Komme da nicht mit Kopierfunktion klar)

Ist etwas her, dass ich das gemacht habe. Ich weiß noch, dass ich enttäuscht war.  Ich hätte mir die Vorstellung ebenso vielfältig und tief gedacht, wie die reale Erfahrung. Doch sie war dagegen fad und flach und auch anstrengend. Ich fand es anstrengend mir die ganzen Details zu überlegen. Ja wie schmeckt den die Orange in meinem Kopf? Nach gar nichts, wenn ich nicht das Wort süß dazu gebe.

Die tatsächliche Erfahrung war intensiver, vielfältiger, tiefer und unanstrengender und viel besser.


 

Liebe Sophie,

ich danke dir, dass du dir diese große Mühe machst zu antworten, obwohl du so müde bist. Ich klopfe gern in einer Woche bei dir an, falls du bis dahin noch nicht geantwortet hast.

Ist etwas her, dass ich das gemacht habe. Ich weiß noch, dass ich enttäuscht war.  Ich hätte mir die Vorstellung ebenso vielfältig und tief gedacht, wie die reale Erfahrung. Doch sie war dagegen fad und flach und auch anstrengend. Ich fand es anstrengend mir die ganzen Details zu überlegen. Ja wie schmeckt den die Orange in meinem Kopf? Nach gar nichts, wenn ich nicht das Wort süß dazu gebe.

Die tatsächliche Erfahrung war intensiver, vielfältiger, tiefer und unanstrengender und viel besser.

Sehr gut! Besonders gut hat mir der Satz gefallen, “ Ja wie schmeckt den die Orange in meinem Kopf? Nach gar nichts, wenn ich nicht das Wort süß dazu gebe.“ Unsere Gedanken können nicht schmecken, und auch nicht riechen, hören oder sehen oder gar fühlen. Sie geben allem einfach einen Namen, aber der Name selbst ist nur ein Wort ohne wirklichen Inhalt.

Vielleicht magst du mal die Müdigkeit selbst anschauen, ohne extra Anstrengung, sie ist ja sowieso da.

Woraus bestehen Gefühle?

„Müdigkeit“ ist der Name, ein Gedanke, es ist nicht die Wahrnehmung eines Gefühls.
Die Körperempfindungen, die zu spüren sind, sind die Wahrnehmungen von Körperempfindungen, nicht von Müdigkeit.

Erlaube dir, die Körperempfindungen wahrzunehmen. Sei ein wenig neugierig. Wie fühlt sich es sich an, was von den Gedanken Müdigkeit genannt wird? Atme sanft und erlaube es, soweit es möglich ist.


 

Vielleicht magst du mal die Müdigkeit selbst anschauen, ohne extra Anstrengung, sie ist ja sowieso da.

Woraus bestehen Gefühle?

Ich habe über mehrere Tage immer wieder geschaut und dabei körperliche Empfindungen, deren Bewertung und folgende Gedanken wahrgenommen.

Wie fühlt sich es sich an, was von den Gedanken Müdigkeit genannt wird?

Da waren schwere Augenlider, brennende Augen, verschiedener Druck an unterschiedlichen Stellen des Kopfes.

Es gab ein Gefühl wie Blei im Körper, der ihn in einer Starre/Lähmung hält. Ich habe auch Anspannung wahrgenommen, was für mich neu war.

Es gab Gedanken Dinge machen zu wollen, aber nicht zu können.

Unklare, schweifende Gedanken. Immer wieder wegdriftende Aufmerksamkeit.

Sorgenvolle Gedanken.

So ungefähr.


 

Ich habe über mehrere Tage immer wieder geschaut und dabei körperliche Empfindungen, deren Bewertung und folgende Gedanken wahrgenommen.

Sehr gut. Alle Gefühle bestehen aus diesen drei Komponenten, körperliche Empfindung, Bewertung durch Gedanken und weitere Gedanken.

Da waren schwere Augenlider, brennende Augen, verschiedener Druck an unterschiedlichen Stellen des Kopfes. Es gab ein Gefühl wie Blei im Körper, der ihn in einer Starre/Lähmung hält. Ich habe auch Anspannung wahrgenommen, was für mich neu war.

Das hast du sehr schön beobachtet. 🙂

Was direkt wahrnehmbar ist, die reinen Körperempfindungen, sind die Fakten. „Blei“ z.B. ist nicht direkt zu beobachten, es wäre bereits eine Interpretation der Gedanken.

Es gab Gedanken Dinge machen zu wollen, aber nicht zu können.

Unklare, schweifende Gedanken. Immer wieder wegdriftende Aufmerksamkeit.

Sorgenvolle Gedanken.

Genau. Die Gedanken kommentieren, sorgenvolle Gedanken tauchen auf und sicher noch alle möglichen anderen Gedanken. Das sind weitere Interpretationen der ursprünglichen Körperempfindung und Geschichten, die in den Gedanken auftauchen.

Bleibe bei der Müdigkeit. Wende dich ihr freundlich zu. Sie ist nicht dein Feind, sie will dich vor etwas beschützen. Erlaube dir, ganz einzutauchen in die Körperempfindungen wie in ein warmes Bad. Lasse alle Interpretationen der Gedanken laufen und lasse dich in die Körperempfindungen sinken. Spüre die Körperempfindungen.

Sind sie angenehm, unangenehm oder neutral, wenn der Name zurückgelassen wird?
Gibt es eine, die diese Empfindungen spürt oder ist es einfach spüren und fühlen?

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