E-Mail-Begleitung zur Ich-Illusion VII

Auszüge vom 11.02.- 12.02.2017


Liebe Christiane,

Während die Empfindungen dann so wahrgenommen werden, gibt es eine die wahrnimmt und die wahrgenommenen Empfindungen, oder ist es einfach wahrnehmen?

Das fand ich schwer zu beantworten.
Ich stehe dem Wahrnehmen so oft mit Wollen und Bewerten im Weg.

Ich weiß, dass es einfach wahrnehmen ist und trotzdem bin ich mir nicht sicher, auch in der Beobachtung nicht. Da kommen immer Fragen, wie es sich den anfühlt, wenn es einfach wahrnehmen ist. Wirklich so wie in dem Moment?
Und solange zu der Wahrnehmung immer Informationen dazu kommen, setzt sie sich ins Verhältnis dazu. Die Position im Körper, meine Fragen, die Entscheidung diese Wahrnehmung anzuschauen.

Das Beste ist, es einfach geschehen zu lassen und zu fühlen, was gefühlt werden möchte.
Gibt es eine, der das alles widerfährt?

Jaaaa…mir, möchte ich da groß aufjammern. 😀

Genauer heißt das, es widerfährt meinen Gedanken, meinen Vorstellungen die sich daran reiben, etwas anderes wollen… Moment mal…
Wenn ich nicht meine Gedanken bin, dann müsste eigentlich nur Erfahren und Denken sein und niemand dem das widerfährt.

Das fühlt sich für mich aber oft gaaaanz anders an. 😉

Du hast mal geschrieben, dass das Gefühl von Ich in den Gedanken eine nachträgliche Interpretation ist. Kann man diesen Vorgang direkt beobachten wie er geschieht?


Liebe Sophie,

lass uns ein bisschen tiefer nach diesem Ich graben :-).

Ich stehe dem Wahrnehmen so oft mit Wollen und Bewerten im Weg.

Worauf bezieht sich das Wort „Ich“ in diesem Satz genau? Wo ist dieses Ich, das will und bewertet? Oder geschieht dieses Bewerten und Wollen von selbst? Kannst du es kontrollieren?

„Gibt es eine, der das alles widerfährt?“
Jaaaa…mir, möchte ich da groß aufjammern. 😀

🙂 Finde diejenige, der das alles widerfährt.

Genauer heißt das, es widerfährt meinen Gedanken, meinen Vorstellungen die sich daran reiben, etwas anderes wollen… Moment mal…

Bist du die Denkerin der Gedanken, diejenige, die die Vorstellungen „hat“?

Wenn ich nicht meine Gedanken bin, dann müsste eigentlich nur Erfahren und denken sein und niemand dem das widerfährt.

Genau!

Das fühlt sich für mich aber oft gaaaanz anders an. 😉

Ja, das tut es. 🙂 Da sind Gefühle und diese Gefühle werden wahrgenommen. Gibt es eine, die sie wahrnimmt? Wo genau ist sie und wie sieht sie aus?

Du hast mal geschrieben, dass das Gefühl von Ich in den Gedanken eine nachträgliche Interpretation ist. Kann man diesen Vorgang direkt beobachten wie er geschieht?

Ja, das ist möglich. Alles, was ich schreibe, kann man beobachten, sonst wäre es einfach nur ein neuer Gedanke. Als Vorübung spiele ein wenig mit einer Übung, die zeigt, was die Sprache bei der Ich-Vorstellung bewirkt:

Beim Kaffee trinken kommentiere bewusst, was geschieht. Spiele dabei mit zwei Versionen: „Ich trinke (Kaffee)“ – und „Kaffee trinken“.
Beim Gehen sage: „Ich gehe“ – und wechsele ab mit „gehen.“

Mache das bei allen möglichen Tätigkeiten. Was ist der Unterschied zwischen der Version mit und ohne Ich? Achte auf den Körper und das Gefühl dabei.
Welche Version ist näher an der Erfahrung?

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2 Kommentare zu “E-Mail-Begleitung zur Ich-Illusion VII

  1. Vetch sagt:

    Das ist eine spannende Übung, mit dem abwechseln von „ich gehe“ und „gehen“. Danke für’s Teilen! =)

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