Geerdete Spiritualität

Morgens im Bett. Irgendwas beschwert mich. Ich fange an zu weinen. Ich fühle mich heimatlos. Ich fühle mich mit den Sternen verbunden und habe Sehnsucht zurück. Heimweh.

Alles ist gut. Die Sterne sind auch hier noch da, versuche ich mich zu trösten.

Mir kommt der Gedanke – ich habe mich heimatlos gemacht, wenn ich Abstand zur Vergeistigung halte. Erde und Geist wollen ausgewogen sein. Sterne hier und Boden dort.

Anscheinend brauche ich die Idee von den Sternen zu kommen. Wie kann ich hier sein und dort sein? Wie kann das gesund und ausgewogen aussehen? Wie kann das ein gesunder Bestandteil meines Lebens hier auf der Erde sein?

Was ist der Widerstand, mich dem Geist zu öffnen und solche Ideen zuzulassen?

Angst. Große Angst.

Vor ca. 2 Jahren hatte ich mich sehr auf solch geistige Konstrukte gestützt. Dann brachen sie zusammen und nichts hielt mich mehr. Es war schrecklich. Mit Worten nicht zu beschreiben. So schrecklich, dass ich es nie mehr erleben möchte.

Ja, seit dem halte ich Abstand, mal mehr, mal weniger. Spüre eine regelrechte Feindseligkeit in mir, was dies betrifft.

Ich habe Angst, dass dies erneut passieren könnte.

Gut, damals gab es keinen Boden unter mir. Ich saß kaum in meinem Körper. Das ist heute anders, besser geworden. Da würde etwas bleiben, wenn die Vorstellungen brechen.

Ich nutze das Wort ‚Vorstellungen‘. Vielleicht waren das damals Vorstellungen und das heute, diese Idee von den Sternen, diese Empfindungen dazu, vielleicht sind das keine Vorstellungen, auch wenn beides aus dem Geist kommt. Vielleicht ist das tiefer aus mir heraus und damit echter oder bruchsicherer? Hach, keine Ahnung…

Es könnte jedenfalls diese diffuse Schwere erklären, die mich seit dem verfolgt. Eine Art Melancholie und abgetrennt sein von irgendetwas.

Es ist sehr sensibel worüber ich schreibe. Da gibt es viel Angst vor Zurückweisung, Hohn und Verlacht werden.

Ausgangspunkt war die Mittwochsgruppe. Es gab die Aufgabe sich in Kleingruppen mit den Fragen Wer bin ich? Was ist meine Aufgabe in diesem Leben? Wo komme ich her? Wo gehe (wachse) ich hin? zu beschäftigen.

Das wären vier Säulen des Lebens die Stabilität bringen können, wenn man sich dessen im Klaren wäre. Schon beim Hören der Fragen stieg Wut in mir auf. Fragen, die mir unbeantwortbar schienen. Oder Antworten, die mir keine Sicherheit geben können, weil sie eben geistige Konstrukte sind. Das wurde bestätigt. Es sind Konstrukte und sie können sich immer wieder verändern, gehen mit der eigenen Entwicklung mit. Naja.

Bei der Frage, wo ich her komme, schoss mir spontan durch den Kopf: Ich bin ein Kind der Sterne. Jetzt wird mir klar, dass ich mich dafür sofort geschämt habe. Folge war, dass ich mich sofort laut dafür abgewertet habe. Das sei doch total albern. Was sollte ich denn damit anfangen. Was sind das für dumme Gedanken. Wie soll mir das denn Stabilität bringen.

Die Anleitung nahm das trotzdem sehr ernst (danke dafür) und bat mich es trotzdem aufzuschreiben. Als Rückmeldung kam noch der Hinweis, sowas in der Art, dass ich einen tiefen Zugang zu… hmmm… was hat sie gesagt?… ich weiß es nicht mehr wortwörtlich, aber irgendetwas zu geistigen, universellen Ebenen oder so, habe und dass mir das durchaus Stabilität geben kann, wenn ich meinen Kampf dagegen überwinde. Das wäre das Thema – meine Gegenwehr überwinden.

Ich ließ mich dann in der Runde nochmal auf diesen Satz ein, ihm nachzuspüren und es entstand ein leichtes, freudiges Gefühl und ein Leuchten in mir. Also nichts Schlechtes.

Ich möchte jetzt nur nicht abdriften in dieses Gefühl und da einen Hype draus machen, durch die Gegend hüpfen und immer vor mich hin strahlend sagen, ich wäre ein Kind der Sterne.

Geerdete Spiritualität, fällt mir dazu ein. Das möchte ich noch heraus finden, wie das geht. Das beides in Verbindung bleibt – Himmel und Erde, Geist und Materie.

Amen.

Bemerkung zum Ende: Ich bin unter den Armen durchgeschwitzt, bemerkte ich gerade. Das scheint mir schon viel Angst zu machen, mich damit zu zeigen und am Rande denke ich an die gelesenen Dinge, von weit zurückreichenden Verfolgungen der Menschen mit spirituellem Hintergrund. Vergangene Leben und so. Wer weiß. Ich weiß es nicht. Vielleicht reicht auch dieses Leben mit seiner Vergangenheit aus, um solche Ängste des Zeigens zu verursachen.

Nachtrag: Mir fällt noch eine andere Begegnung mit dem Symbol der Sterne ein, während eines schamanischen Gesanges. Wow, das ist 3 Jahre her. Die Zeit vergeht.

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2 Kommentare zu “Geerdete Spiritualität

  1. Vielleicht ist sie bruchsicher, weil sie eine Vorstellung deines Herzens ist? Umformen könntest du sie immer noch, wenn etwas anderes irgendwann besser passt… das heißt ja nicht, dass sie bricht. Vielleicht darf das Sternenkind auch gerade einfach Schritt für Schritt auf der Erde ankommen. Nicht entweder – oder, sondern Sternenkind, das als Erdenkind und Mensch auf der Erde lebt. Ich glaube die Brücke zwischen Erde und Geist, ist es das zu tun, was man liebt. Dann bist du beides gleichzeitig. 🙂

  2. Liebe Sophie,
    mir gefällt der Begriff „geerdete Spiritualität“ sehr gut.
    Außerdem wollte ich dir sagen, das ich erst am Wochenende an dich dachte. Ich dachte, dass ich schon länger nichts von dir gelesen habe und wie es dir wohl geht.

    Ich hoffe, dass die Ängste mittlerweile abgenommen haben und du dich mit diesem Empfinden etwas annehmen kannst. Das wünsche ich dir sehr.

    Alles Liebe dir 🍀 🍀 🍀
    „Benita“

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