Verstärkung narzisstischer Neigungen durch Meditationserfahrungen

Ken Wilber hat dazu Gedanken niedergeschrieben, in, What Is Enlightenment, deutschspr. Ausgabe Nr. 12, Frühjahr 2004.

Ich habe es nicht gelesen, nur dieses Zitat gefunden.

„Ohne ein moralisches Fundament gibt es weder wahre Meditation noch echtes Erwachen. Man kann natürlich ein kurzes Satori haben, welches aber zu einer den Ausdruck des egozentrischen oder narzisstischen Selbst fördernden Wahrheit degenerieren wird. Das ist die absolute Katastrophe, und sie betrifft die Spiritualität eines Großteils unseres Zeitalters: Eine Erfahrung des Absoluten kann deine narzisstischen Neigungen verstärken, wenn dir der moralische Rahmen fehlt, der dieser Erfahrung Halt geben kann.“

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8 Kommentare zu “Verstärkung narzisstischer Neigungen durch Meditationserfahrungen

  1. Vetch sagt:

    Ken Wilber. Je mehr ich von ihm erfahre, desto mehr mag ich ihn. Es steht an, dass ich mal was von ihm lese. =)
    Danke fürs Teilen dieses super Zitates!

    • sophie0816 sagt:

      Geht mir ganz genauso. 🙂
      Hab aber auch noch nichts gelesen von ihm. Mir ist bisher kein Buch über den Weg gelaufen.
      Wo ich gerade hängen bleibe ist die Frage nach meiner Moral. Hab ich eine? Wie sieht die bei mir eigentlich aus? Und woher kommt sie, wenn sie noch gebildet werden muss?

      • Vetch sagt:

        Ah, der Begriff „Moral“. Den habe ich überlesen; ich mag ihn gar nicht. Da gibts ein Nietzsche-Zitat (hatte jemand als Signatur; von dem hab ich selbst auch noch nicht wirklich was gelesen…), das geht so sinngemäß, dass die Menschen in der Frühzeit die Dinge nach ihrer Wirkung beurteilt haben („jenseits von gut und böse“) und die Moral erst ins Spiel kam, als die Dinge nach ihrer Absicht beurteilt wurden. Also so sinngemäß moralisch oke handelt man nach der Devise „Der Zweck heiligt die Mittel“. Das finde ich SEHR unheilsam, damit kannste jedes bigotte, schlichtweg böse, unheilsame Tun irgendwie rechtfertigen. (Das hat Wilbert auch nicht gemeint, bin ich sicher). Stattdessen gilt „Die Mittel heiligen den Zweck. Da ist Moral sinnlos und überflüssig.
        Das war eine Abschweifung und führt doch zu deiner Frage nach deiner Moral. Also, was ist da überhaupt wirklich gemeint? Letzten Donnerstag bei den Sufis war der Sheik da und hat was vorgelesen von dem Menschen der dem Pfad der Tat folgt und vielleicht überhaupt nicht gläubig, nicht ‚moralisch‘ ist., sondern einfach nur sein Leben lebt, seinen Geschäften nachgeht und dabei nur eines tut: Sich korrekt verhalten. Das schlichte, wunderbare „gut sein“, wie’s im Märchen vorkommt. So ein Mensch, las der Sheikh, sucht vielleicht nicht nach Gott, doch Gott sucht ihn.
        Da kamen mir die Tränen. =)

        Ich glaub, er meint, was die Sufis „Religion“ nennen (so weit ich mir anmaßen darf, das verstanden zu haben…) – nicht als Dogma und Reglen und wer am tollsten meditiert hat gewonnen und ist der Heiligste, sondern Religion ist alles, was uns den Weg zu Gott führt – wie immer wir „Gott“ selber auch nennen mögen. Der Weg geht übers Herz, da ist die ‚moralische‘ Instanz.

        Also, so hab ich das verstanden, so weit ichs denn verstanden habe… alles nur meine Interpretation. X)

      • sophie0816 sagt:

        Wenn ich dich richtig verstehe, kommt das ‚korrekt verhalten‘ aus dem Herzen.
        Das passt gut zum dem Buch was ich gerade versuche zu lesen, der Mittelweg zwischen Monotheismus und Atheismus. Da ist die Orientierung die Liebe.

        Dann muss ich mir ja nicht den Kopf über meine Moral zerbrechen. 😉
        Aber wenn mich jemand fragen würde, könnte ich meine Ethik auch nicht benennen. Vielleicht dann kurz – ich versuche auf mein Herz zu hören.

      • Vetch sagt:

        Ich finde, alles, was über „Ich übe, auf mein Herz zu hören“ hinausgeht, ist schon zu starr und zu dogmatisch. =)

        [„Ethik“ find ich auch nen schöneren Begriff – ich kann bloß wg. irnzwelcher Einstellungen bei mir Kommentare von andern nicht ‚liken‘. X)]

  2. gann uma sagt:

    Ich bevorzuge Ethik. Moral ist so abhängig vom üblichen Standard; Ethik gilt immer.
    Ken Wilber habe ich vor langer Zeit gelesen als Theoretiker des New Age.
    Es gibt allerdings eine beeindruckende Anekdote des Buddhismus (oder Hinduismus), in der ein Krimineller erleuchtet wird, sich weiterhin kriminell und unkorrekt verhält, und trotzdem seine Erleuchtung nicht mehr los wird. Ich muss mal suchen, ob ich das finde.

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