Widerspruch zur Ablehnung der Erwerbsminderungsrente

Mein Widerspruch wurde abgelehnt.

Als ich gestern den Brief öffnete und das las, war ich ganz ruhig. Es schien so, als machte mir das nicht viel aus. Mir war bewusst, dass dieser Brief nichts an meiner Lebenssituation änderte.

Heute ist es anders. Mein Kopf denkt Schleifen.

Immer wenn ich mich mit der Rentenversicherung beschäftige, kommt die Frage auf: „Haben die Recht? Und ist alles von mir eine Lüge?“

Dabei fängt mir an die Realität wegzurutschen.

Meine Gedanken suchen krampfhaft nach möglichen Jobs die ich 6 h täglich machen könnte.

„Mir fällt nichts ein.“ Doch das reicht nicht die Suchschleife im Kopf zu beenden. „Der Fehler muss bei mir liegen. Ich hab nur noch nicht genau genug gesucht. Ich muss zur Berufsberatung, damit ich alle Berufe kenne, um keine Möglichkeit zu übersehen.“ „Was sehen die, was ich übersehen habe?“

Es ist ein Rätsel ohne Lösung.

Ich begründe meine Erwerbsminderung mit Erschöpfung. Die MitarbeiterInnen der Rentenversicherung finden in meinem Widerspruch keine Begründung.

Häääää??? Ich verstehe das nicht.

Liegt es daran, dass sie andere Vorstellungen bei dem Wort ‚Erschöpfung‘ haben, als das was ich meine?

Oder zählt Erschöpfung nicht?

Oder habe ich die Erschöpfung nicht gut beschrieben? Liegt es an mir?

Kann man da anrufen und fragen, warum Erschöpfung keine Begründung ist? Das würde ich mir echt gerne mal erklären lassen!

12 Kommentare zu “Widerspruch zur Ablehnung der Erwerbsminderungsrente

  1. Liebe Sophie,
    Vielleicht magst du dir Rechtshilfe für einen Einspruch holen? Ganz oft geht’s bei solchen Sachen um juristische Formulierungen. Wenn die nicht passen, kommt eine Ablehnung. Um Verständnis für deine Lange geht’s vermutlich wenig. Jetzt wirst du zurecht sagen, dass du dir eine_n Rechtsanwalt_in nicht leisten kannst. Im Österreich gibt’s gratis Erstauskunft einmal monatlich bei der Rechtsanwaltskammer. Ich hatte meine Rechtsanwältin über eine Frauenorganisation. Da gibt’s eine Möglichkeit finanzielle Unterstützung zu erhalten. Erkundige dich doch einmal, was es bei dir an Finanzielle Unterstützung für Rechtshilfe gibt. Allerdings hab ich auch seit Jahrzehnten eine Rechtschutzversicherung, die vieles zahlte. ….. Als ich um Erwerbsunfähigkeitspension ansuchte (ist aber schon 21 Jahre her und da war es wesentlich einfacher, als heute), hatte ich für mich klar, dass ich eine Ablehnung wenn nötig vor Gericht bekämpfen würde. ….. Lass dich nicht verunsichern, wenn du meinst, dass du das brauchst. ….. Ich bin überzeugt, dass du ärztliche und psychologische Befunde mit geschickt hast. Hat das nicht genutzt?
    Von Herzen viel Kraft, Glück und alles Liebe 🍀🍀🍀🌻🕊️
    „Benita“

    • sophie0816 sagt:

      Liebe Benita,
      du bist die erste Erfahrung, die ich dazu bekomme und das tut verdammt gut. 😀

      Weil ist ja Wochenende und keiner da und so. 🙂

      Es gibt hier einen Verein, der kompetent berät und unterstützt, für 7,- € monatlich. Da würde ich schon mal eine Erstberatung bekommen, ob eine Klage Sinn macht.

      Ich wollte jetzt erstmal Informationen sammeln, Erfahrungen und so. Dazu muss ich bis Montag und Dienstag warten. Dann kann ich mit einer Sozialarbeiterin sprechen und mit meiner Psychiaterin. Die hatte ein ärztliches Attest zum Widerspruch beigefügt.

      Mein Gefühl geht bisher in Richtung Klage einreichen.
      Ich könnte natürlich auch beim Jobcenter bleiben, dann hätte ich den Klage-Stress nicht, aber dafür halbjährlich die Auseinandersetzung damit, ob ich den immer noch erwerbsunfähig bin. Klage fühlt sich im Moment stimmiger an.

      Vielen Dank für deine Worte und Wünsche!
      Liebe Grüße
      Sophie

      • Liebe Sophie,
        Das freut uns sehr, dass dir hilft, was wir geschrieben haben. 😀
        Vielleicht gibt’s ja vor einer Klage noch andere Wege? Klage als Ultima Ratio, als letzten Schritt, der vielleicht nie gegangen werden muss? ….. Die Bereitschaft für dich zu kämpfen ist wichtig! ….. Ich habe aus all diesen Schwierigkeiten mit Behörden auch gelernt, dass es hilft für mich einzustehen. Wir haben sehr an Selbstsicherheit gewonnen.
        Es klingt sehr gut, was du schreibst. ….. Um dein Recht der Erwerbsminderung zu kämpfen ist wohl Stress, aber er ist begrenzt. Beim Jobcenter kämpfst du dann enorm lange. Für mich ist auch immer die Frage wichtig, ob ich es mir evtl. vorwerfen würde, wenn ich es verabsäume für mich einzustehen. ….. Mir fällt auch noch ein, dass es hier in Österreich eine Zeit gibt, die verstreichen muss, nach einer Ablehnung, dann kann nochmals angesucht werden um Pension (Rente). …. Wir drücken die Daumen für deine nächsten Schritte um herauszufinden was dich am besten zu deinem Ziel bringt.

        Herzliche Grüße
        „Benita“

      • sophie0816 sagt:

        Ich dachte, ich muss als nächsten Schritt klagen, weil das so im Schreiben der Rentenversicherung steht. Wenn es anders geht, gerne. 🙂
        Naja, dass werde ich dann alles die nächsten Tage erfahren.

        Wenn die Selbstsicherheit dabei wächst, ist das eine schöne Entwicklung, trotz aller Mühe. 🙂

        Stimmt, ich könnte auch einen Neuantrag stellen, nach einer Frist. Uihuiui… mir schwirrt der Kopf. Ich mach mal Pause.

      • Birke E. von ZEiTENMOSAiK sagt:

        Ich denke auch an dich… da ist sicherlich einiges gut abzuwägen… ich wünsche dir ganz viel Kraft, falls du den Weg der Klage gehen willst, doch einen Neuantrag nach einer Frist wäre möglicherweise auch eine Option. Zumal, wenn du die Klage gewinnen würdest, es auch erst einmal „nur“ eine Rente auf Zeit wäre und du nach (spätestens) zwei Jahren (oder so) wieder die Überprüfung hättest oder?… Jedenfalls kenne ich es so von mir und anderen, dass es erst einmal auf Zeit ist und dann wieder auf Zeit und wieder… wollte ich nur mal so als Gedanken „rüberschmeißen“, auf deine Hoffnung hin, du hättest nach einer gewonnenen Klage Ruhe… vielleicht nicht halbjährlich Stress… doch ganz Ruhe ist dann nicht, fürchte ich… (weiß ich aber nicht)

      • sophie0816 sagt:

        Liebe Birke, vielen Dank für deine Anteilnahme! 🙂
        Ja, dass die EM-Rente wahrscheinlich auch befristet ist, weiß ich. Dieser Antrag läuft schon ein Jahr und zwei Monate. Da sind die zwei Jahre auch schon fast rum. 😀

  2. Hallo Sophie,

    es ist zwar unschön, dass abgelehnt wurde, aber lasse den Kopf nicht zu sehr hängen. Ich kenne aus einigen Fällen die Ablehnung des Rentenantrages und die Ablehnung des Widerspruches. Ein paar Dinge möchte ich gerne erfragen, da sie mir nicht klar sind, bevor ich dir eventuell das ein oder andere hilfreiche mitgeben kann. Eventuell wäre es besser das per E-Mail zu klären. Wenn du magst, darfst du dich gerne melden.

    Viele Grüße ☺

  3. laluna80 sagt:

    Wünsche Dir viel Kraft auf diesem Weg und natürlich auch Glück.
    Ich vermute Du kennst den VDK die kennen sich da auch gut aus und beraten. Drück Dir die Daumen!

  4. sophie0816 sagt:

    Vielen Dank liebe laluna für deine Wünsche! 🙂
    Ja, dass ist die Überlegung, ob ich in den VdK eintrete und ein Jahr Gebühren zahle oder mit einem Beratungsgutschein vom Amtsgericht zu einem Fachanwalt für Sozialrecht gehe.
    Ich hoffe am Montag auf Empfehlungen der Sozialarbeiterin und anderen Betroffenen.

  5. veledalantia sagt:

    Wünsche dir viel Glück dabei,liebe Sophie.Leider kenn ich mich damit nicht aus,mir wurde vom Versirgungsamt der Behindertenausweiß abgelehnt..Zuerst ähnliche gedanken.Doch waren meine Prozente zu niedrig. Ich drück dich aus der Ferne.

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