Mich in Beziehungen anpassen, auf Kosten meiner Selbst

Ein riesen Thema bei mir!

Gerade mal einen Zipfel davon erwischt.


Wenn ich mich nicht mehr in der Lage fühle, etwas zu geben, nichts mehr zu geben habe, mich aber so verloren fühle, dass ich mich nach Halt sehne, dass jemand da ist. Einfach nur jemand da sein. Ich aber gar nicht mehr die Kraft habe, irgendetwas zu präsentieren, zu bieten, irgendwie zu sei.

Das ist schwierig zusammen. Dieses Loslassen. Einfach zu sein wie ich bin, auch wenn ich dann nicht für den anderen da sein kann, nicht mehr reden kann, nicht auf ihn reagieren kann.

Das habe ich noch nie zulassen können. Ich bin dann weiter über meine ich-kann-nicht-mehr-Grenzen gelatscht, habe funktioniert, geredet, zugehört, reagiert.

Ich müsste dann so in der Art etwas sagen, wie: Kannst du einfach nur da sein, dich mit dir selbst beschäftigen. Nicht so Erwartungen an ein Gespräch haben?

Da steckt sooo viel Angst vor Verlust und Verlassensein drin!

Wenn ich meine innere Vorstellung von, wie ich zu sein habe, mit jemandem zusammen, nicht mehr erfüllen kann. Wenn ich nicht mehr bieten kann, was ich meine zu denken, was der andere von mir erwartet. Das ich dann nicht mehr gewollt werde.

Puuuuuh… da steckt ein riesen Schmerz in meinem Herzen. Tränen laufen. Diese Zurückweisung. Diese Ablehnung, die ich da spüre… huuuuu….

Diese Grenze habe ich in den letzten Wochen überall überschritten. In der Therapie, im BEW, mit einer Freundin, in meinem Alltag mit mir.

Diese ich-kann-das-nicht-mehr-/ mir-ist-das-zu-viel-Grenze.

Es ist schwer sie zu spüren und auch zu berücksichtigen.

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16 Kommentare zu “Mich in Beziehungen anpassen, auf Kosten meiner Selbst

  1. Wicca Secret sagt:

    OK, ich sage dir jetzt etwas aus meinem gelernten dazu. Wer gibt der hat etwas falsch verstanden. Wer sich aufopfert hat gar nichts verstanden. Ich rede jetzt nur von Beziehungen zu Partner/innen. Ich darf schenken. Was der Unterschied zwischen geben und schenken denkst du? Geben wird in einem als Pflicht aufgefasst und auch so gelebt. Darum kann man irgendwann nichts mehr geben. Es war nicht wirklich eine Freiwilligkeit. Schenken tue ich nur das was ich bereit bin zum schenken. Das geschieht aus Freiwilligkeit. Ausserdem weiß der Partner/in das er nur gewisse Sachen bekommt andere nicht. Er muss seine Eigenständigkeit behalten. Was in einer Geber Beziehung nicht der Fall ist. Da wird gegeben und genommen bis keiner mehr weiß, wo die eigene Person anfängt und aufhört. Auch entsteht dieses Gefühl von ich brauche. Ist das nicht seltsam bei dem ganzen geben? Dein Partner wird das nicht wesentlich anders empfinden. Daher solltet man sich dringend über Grenzen unterhalten. Über das bin ich bereit zu schenken und über das geht gar nicht mehr. Ist da kein Verständnis und keine Einigung zu finden, muss man radikaler Wege zur Lösung gehen. Du bist wohl am Ende des Geber Weges und hast Angst ihn zu verlassen. Meine Erfahrung sagt, entweder man nimmt das Ende selbst in die Hand und sprichst mit ihm oder das Ende kommt von alleine und das wird nicht gut aussehen. Also ich meine jetzt nur die Geber Beziehung die man verlassen solltest nicht die Person mit der man sie führt . Nur um Missverständnissen vorzubeugen.

  2. Liebe Sophie,
    Du sprichst uns aus dem Herzen und beschreibst eine Situation, die wir so gut kennen. Wir sehen den Ursprung darin, dass wir als Kind keinerlei Bedürfnisse haben durften, dass schlicht genau niemand für uns da war, wenn es uns schlecht erging und wir Hilfe oder Trost oder Stütze gebraucht hätten. Um nicht zu sterben, war es dann besser uns anzupassen und weiter zu gehen, vor zu geben es wäre alles in Ordnung, bevor wir gestorben wären. Das war zumindest die Angst bei uns. Dass sich niemand sorgt, wenn es uns schlecht geht, bis ihnen irgendwann (vielleicht weil der Körper mittlerweile verwest? *Zynismus Off*) auffällt, dass wir tot sind. …. Dein Beitrag trifft so genau unsere Erfahrung. Dankeschön fürs teilen. ….. Darf ich deinen Text rebloggen?
    Herzliche Grüße
    „Benita“

    • sophie0816 sagt:

      Liebe Benita, das klingt sehr schlimm, was dir widerfahren ist.
      Meine Geschichte ist weniger heftig. Es wurde sich schon auch gekümmert und gesorgt, bei körperlicher Krankheit und so.
      Und trotzdem fehlte das sein dürfen. Ich selbst sein dürfen. Ich vermute, dass die Anpassung sehr, sehr früh passierte, der Bruch meines Wesens, als mein Vater noch in die Erziehung involviert war. Nach den ersten Jahren, war er dann nicht mehr involviert.
      Ich schicke uns viel Liebe und Annahme für unsere Situation. 💖

      • Oh ja, ganz viel Liebe, Annahme aber auch Mut und Kraft, die Situation im Heute zu verändern. Es gibt sicher viele Leute, die mögen, wer du bist und ich bin, wenn sie es denn sehen dürften und kennenlernen.💖🍀🍀🍀
        Alles Liebe
        „Benita“

      • sophie0816 sagt:

        Arrrg, mir macht das Angst mir Veränderung vorzustellen. Aber ich kann mich darauf einlassen der Veränderung zu folgen, sollte sie sich mir aufdrängen. 😉
        Ich nehme erstmal wahr und versuche auszuhalten was ich wahrnehme.
        Den Mut und die Kraft, nehme ich jedoch trotzdem gerne mit. Danke. 🙂

      • …. Das klingt wundervoll, sich einlassen der Veränderung zu folgen, wenn es an der Zeit ist. Wahrnehmen und aushalten ist sicher zunächst eine große Aufgabe. 💕

      • P.S. danke für deine lieben, mitfühlenden Worte. 🤗

    • sophie0816 sagt:

      Ach ja. Rebloggen ist okay. 🙂

  3. Hallo Sophie, ich kann gut nachempfinden was du gerade durch machst und verstehe wie schwer diese Entscheidung ist. Von mir ganz viel Kraft und Mut ❤

  4. […] In folgendem Kommentar auf Sophies Blog habe ich auch etwas über unsere Hintergründe geschrieben: https://tagebuchhierundjetzt.wordpress.com/2019/04/22/mich-in-beziehungen-anpassen-auf-kosten-meiner… Hier der Kommentar: „Liebe Sophie, Du sprichst uns aus dem Herzen und beschreibst eine […]

  5. abenteuer50 sagt:

    Du hast einen wunderbaren Beitrag geschrieben . Es geht vielen so . Und dieses loslassen ist einfach schwer . Nur wenn du es nicht tust , brichst du irgendwann zusammen . Sich selbst zu lieben ist der Anfang auch liebe zu geben und empfangen zu können . Meist ist es doch die Angst wenn du anders bist ,wirst du abgelehnt . Jedoch mag man doch selbst auch nicht jeden und lehnt ihn ab . Manchmal sollte man die Situation wie ein 3. sich anschauen und sich fragen was würdest du als Außenstehender tun .
    Liebe Grüße Mona

  6. Hat dies auf lebendig werden … rebloggt und kommentierte:
    Dieser Beitrag von Sophie geht uns sehr nahe, weil er so viel in uns trifft, das uns seit sehr vielen Jahren – vielleicht unser gesamtes Leben – beschäftigt oder auch zeitweise verdrängt wird. Die Frage, darf ich einfach nur sein, mit dem was da ist, ohne mich zu erklären, ohne entschuldigen zu müssen, dass ich so bin, wie ich bin, oder so zu tun, als wäre alles viel einfacher als es ist? Dieses mir/uns keine Bedürfnisse erlauben zu dürfen nur um nicht (wieder) alleine zu sein. Diese Verlustangst wenn ich Bedürfnisse wahrnehme und sie auch noch äußere ist dzt. sehr stark. Der Wunsch mit jemandem zu sein, ohne irgendeinen immaginierten Wunsch der/s anderen glauben erfüllen zu müssen. In folgendem Kommentar auf Sophies Blog habe ich auch etwas über unsere Hintergründe geschrieben:
    https://tagebuchhierundjetzt.wordpress.com/2019/04/22/mich-in-beziehungen-anpassen-auf-kosten-meiner-selbst/#comment-2687
    Hier der Kommentar:
    „Liebe Sophie,
    Du sprichst uns aus dem Herzen und beschreibst eine Situation, die wir so gut kennen. Wir sehen den Ursprung darin, dass wir als Kind keinerlei Bedürfnisse haben durften, dass schlicht genau niemand für uns da war, wenn es uns schlecht erging und wir Hilfe oder Trost oder Stütze gebraucht hätten. Um nicht zu sterben, war es dann besser uns anzupassen und weiter zu gehen, vor zu geben es wäre alles in Ordnung, bevor wir gestorben wären. Das war zumindest die Angst bei uns. Dass sich niemand sorgt, wenn es uns schlecht geht, bis ihnen irgendwann (vielleicht weil der Körper mittlerweile verwest? *Zynismus Off*) auffällt, dass wir tot sind. …. Dein Beitrag trifft so genau unsere Erfahrung. Dankeschön fürs teilen. (…)“

    Vielen herzlichen Dank, liebe Sophie. Du hast in wenigen Worten zusammengefasst, was wir so oft fühlen.

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