Und trotzdem ändert sich was

Ich sitze hier, in einem seelischen Ausnahmezustand, der schon eine ganze Weile anhält und denke darüber nach, wie viel doch auch besser geworden ist.

Eine Seite lacht dabei irre in mir auf, ist es für sie doch inakzeptabel, dass ich mich wieder in einer seelischen Not befinde, in einer schweren Krise. Das ist doch so gar nicht besser geworden und alles andere zählt anscheinend nicht.

Trotzdem denke ich darüber nach, wie vieles doch besser geworden ist.

Ich habe Lebensmittel im Haus, weil ich trotzdem noch in der Lage war den Lieferservice in Anspruch zu nehmen.

Ich erlaube mir auch, weiterhin die Haushaltshilfe zu nutzen.

Die Selbsthass-Spirale kann ich seit Tagen und Tagen immer wieder mit Selbstfürsorge, Mitgefühl und Verständnis auffangen. Sogar für das selbstschädigende Verhalten, dass sich nach zwei Jahren doch wieder seinen Ausdruck gesucht hat, konnte ich im Anschluss da sein und weiteres Schuld-/Schamdenken auffangen.

Ich finde immer wieder Momente der Ruhe und des Klarsehens darüber was hier eigentlich los ist.

Ich finde durch den Tag, orientiere mich Schritt für Schritt.

Ich finde immer wieder Momente des Loslassens von akuter Anspannung, von Angst, Panik und Dauersorgen. Loslassen meint hier Zulassen, immer wieder ein JA finden zu dem was gerade ist.

Und das wesentlichste! Ich finde immer wieder Halt in etwas Größerem, Vertrauen darin, dass es mich hindurch trägt durch jeden Moment, wie traurig, gewalttätig, leer, haltlos, verzweifelt, aufgegeben er auch sein mag.

Das alles führt dazu, das ich hier in meiner Wohnung sitze und nicht auf der Krisenstation bin! Was wiederum dazu führt, dass ich mehr Ruhe und Zeit für mich habe und weniger heftigen Zusatzstress.

Und da sag mal einer, es hat sich so gar nichts verändert!

6 Kommentare zu “Und trotzdem ändert sich was

  1. Hallo Sophie,
    danke das du das hier geteilt hast. Das ist genau was ich gerade brauche.
    Liebe Grüße

  2. Liebe Sophie,
    Das ist wahrlich eine große Änderung. Darf ich dir gratulieren dazu, wie du heute mit dieser Situation umgehst?! Ich hatte selbst erst ein Gespräch mit einem Freund, der uns bewusst machte, wievel wir in einer Zeit geschafft haben, in der wir glaubten überhaupt nichts zu schaffen und am Boden waren. ….. Es ist sooooo wichtig, sich das bewusst zu machen. …… Ich glaub, das schreiben wir mehr für uns selbst, als für dich!
    Ganz herzliche Grüße und viel Kraft 💖🍀🍀🍀🙏
    „Benita“

  3. Pollys sagt:

    Wow, das ist ganz schön viel – nicht wahr und besonders: das „Größere“ nicht verlieren ist großartig!

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