Ein Versuch zu Träumen

Niedergeschlagen komme ich nach Hause und möchte nur noch irgendwie verschwinden, mich verkriechen.

Was ist los? Was zieht mich so runter? Was fühlt sich so traurig an?

Ich erinnere mich an das Gespräch von vorhin, wo mir jemand erzählte, er lebe in einer Gemeinschaft, wo man sich den Garten teilte, jemand sich um den Kompost kümmerte und ab und zu ein Lagerfeuer brennt. Kurzfassung.

Und mich zieht das runter. Da lebt jemand seine Träume (denke ich mir und weiß nicht, ob das stimmt) und ich kann es nicht.

Ich denke an die Bekannte, die gerade ein nachhaltiges Studium angefangen hat.

Etwas was ich nicht kann.

Ich denke an die Anzeige, die ich an den Gärten sah, wo jemand seine Arbeitskraft anbot.

Ich kann das nicht.

Ich denke an diese tolle Youtuberin mit ihren mutigen Selbstversorger-Träumen.

Liegt alles nicht in meinen Möglichkeiten

Nichts kann ich, denkt es vor sich hin. Nicht zum ersten Mal.

Wie komme ich da wieder raus, aus diesem Kreisen um meine Unfähigkeiten, um Träume von anderen, die gar nicht meine Träume sind.

Was sind meine Träume? Was ist mein ganz eigener Weg? Welche zukünftigen Möglichkeiten zeichnen sich für mich ab?

Ich krame in meinem Kopf. Ich versuche diese Weite zu finden, in denen Träumen möglich ist. Es ist schwer. Da scheint nichts zu sein. Immer wieder hinweisende Gedanken, dass dieses und jenes nicht geht, aus diesen und jenen Gründen (die auch wirklich da sind). Das für mich nichts vorgesehen ist. Nicht ich. Die anderen ja, aber nicht ich.

Ich erinnere mich daran, dass Träumen unabhängig von den Gegebenheiten funktioniert. Das Träume frei sind. Kann ich es denn gar nicht, das Träumen? Ich probiere es mit dem Satz: „Was wäre, wenn es keine Hindernisse geben würde.“

Uih, da passiert etwas. Eine Lücke tut sich auf, zwischen allen Hindernissen hindurch.

Aus dieser Lücke kommen die Sätze:

„Ich wäre mehr draußen. Ich würde mehr ausprobieren.“

Ich sehe mich auf einem Acker stehen und den Boden untersuchen. Auf verschiedenen Äckern.

Ich denke an das Mikroskopieren und sehe einen Ort, wo ich dafür hingehen kann, um der Lust am Untersuchen nachzugehen.

Und dann fängt das Kommentieren wieder an, warum das alles nicht möglich ist.

Egal.

Ich weiß jetzt, dass ich träumen kann (wenn auch kurz und wenig – Kommentar aus dem Off). 🙂

Foto: pixabay

2 Kommentare zu “Ein Versuch zu Träumen

  1. Ich glaub der Andre Heller hat ein Lied geschrieben, das geht ungefähr so: „Die wahren Abenteuer sind im Kopf, und sind sie nicht im Kopf dann sind sie nirgendwo…“ Ich wünsch Dir, dass ab und zu ein Traum oder Kopfabenteuer rausspringt in die Verwirklichung 💖

  2. Vetch sagt:

    Oh mann, das kenn ich SO GUT!

    Manchmal, wenn ich sowas höre, dann freue ich mich. Daran merke ich, dass es mir gut geht.
    In den letzten Jahren haben mich solche schönen Geschichten von anderen nur Mangel spüren lassen. Daran merke ich – als ob ich das nicht sowieso merken würd… dass es mir nicht gut geht.

    Und ich möcht, dass es uns allen gut geht.

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