Grundsätzliches

März 2013

Ja, wer bin ich eigentlich und um was geht es hier?

Ich bin suchend. Das fasst es gut zusammen.

Ich suche und das wohl schon mein halbes Leben lang. Lange Zeit war mir nicht klar, dass ich suche und was ich eigentlich suche.

Ich suchte in mir, in meinem Verstand. Ich stellte dort all diese nie enden wollenden Fragen nach dem Warum, Wieso, Weshalb. Warum war ich so wie ich war, warum war das Leben so wie es war?

Ich suchte in Beziehungen, in Partnerschaften. Eine lange Zeit.

Ich suchte im Drogenkonsum. Eine noch längere Zeit.

Ich suchte im Studium der Sozialpädagogik/-arbeit und den folgenden vier Berufsjahren.

Ich suchte mich!

Irgendwo, irgendwann bin ich in meinem Kind sein, in meiner Kindheit verloren gegangen und habe angefangen, ein fremdes Ich zu leben. Ich habe mich begrenzt, zurückgehalten, kontrolliert, eingesperrt, verurteilt. Ich war mir fremd.

2010 suchte ich mir Hilfe und besuchte für anderthalb Jahre eine ambulante Suchttherapie. Zum Ende dieser Therapie zerbrach ich. Alles was ich war, war ich nicht mehr und NICHTS blieb übrig. Ich fühlte mich nicht mehr lebensfähig. Seit dem bin ich damit beschäftigt mein Ich neu zusammenzusetzen. Die Betonung liegt hier auf NEU. Was da so langsam entsteht, hat sehr wenig mit dem zu tun, wie ich vorher gelebt habe. Und es fängt an mir zu gefallen. Lange Zeit war das nicht so.

Alles macht jetzt Sinn. Jeder Moment in meinem Leben macht Sinn. Jeder Irrweg führte mich am Ende doch zu mir zurück. Jede Enttäuschung, jede Suche bei der ich glaubte nichts gefunden zu haben. Überall fand ich doch etwas und zwar, was ich NICHT war!

All das – all dieses Mühen, Quälen, Scheitern, gegen Mauern rennen, mir selbst weh tun war notwendig (und ist es auch immer noch und weiterhin), damit ich mich selbst erfahren konnte. Ich scheine teilweise wirklich sehr taub und blind zu sein, so dass radikale Erfahrungen notwendig sind, damit davon etwas bei mir ankommt.

In den letzten zwei Jahren lernte ich zunehmend meinen Körper und meine Gefühle wahrzunehmen. Und es ist überwältigend jetzt nach so langer Arbeit, langsam auf Antworten zu stoßen. Die Suche nach mir selbst hat eine neue Richtung bekommen. Je mehr ich lerne mit meinem Gefühl zu suchen, um so eher werde ich Antworten finden. Antworten darauf wer ich bin.

Manche Texte sind in unterschiedlichen Schriftarten geschrieben. Dabei versuche ich unterschiedliche Anteile in mir sichtbar zu machen. Oft fühle und denke ich sehr unterschiedliche und auch gegensätzliche Dinge gleichzeitig. Die kursive Schriftart deutet meistens auf eine Stimme eines meiner „Inneren Kinder“ hin.

Folgende Dinge halfen und helfen mir bei meiner Selbstfindung: Rebalancing, Innere Kind-Arbeit („Aussöhnung mit dem Inneren Kind“ – Erika J.Chopich), Yoga, Meditation, Achtsamkeitsübungen, Psychoanalyse, Affirmationen, Lichtkörper-Prozess („Licht-Heilung“ – Barbara Ann Brennan), Blogbeiträge anderer, Selbsthilfegruppe, Gespräche mit offenen, ehrlichen Menschen, Klinikaufenthalte, Mut, Neugier, ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein (Segen und Fluch zugleich), das Schreiben und das Leben selbst.

Ihr könnt mich hier gerne auf dieser großen, spannenden Reise zu mir selbst begleiten.

16 Kommentare zu “Grundsätzliches

  1. Mondfeder sagt:

    Ich weiß nicht, ob das hier jetzt gut aufgehoben ist, aber ich finde deinen Blog richtig toll 🙂 Du schreibst interessante Artikel in denen ich mich oft wiederfinde.

  2. sophie0816 sagt:

    oh danke schön! das freut mich wirklich, wenn du dich wiederfinden kannst. immer wieder schön zu wissen, das es anderen ähnlich geht.

  3. Dani sagt:

    Bin gerade auf deine Seite gestoßen:) und freue mich wahnsinnig 🙂

    Auch ich bin eine Suchende, ich sag immer „Heimatlose“. Ewig getrieben und suchend, mich selbst vervollständigen machen wollend.

    Ich hatte Träume, ich ging sie an, ich fand, ich verlor es wieder und stürzte mich in ein Leben, wo ich vollkommen anfing mich zu verlieren, mich zu verleugnen … Bis ich vor einem halben Jahr ins Krankenhaus kam und eine unschöne Diagnose bekam. Autoimmunerkrankung, ich zerstöre meine Thrombozyten und habe somit keine Blutgerinnung mehr. Ich ließ mich die ersten Monate völlig von meinen Ängsten dirigieren und kam dann zu dem Entschluss: dich, Krankheit, nehme ich zum Anlass, mal wieder hinzuschauen. Ich werde aufbrechen und reisen…. Zu mir!!!!

    Und bin nun dabei zu entdecken was da so alles los ist ….

    🙂
    Bis dahin,
    Du bist nicht allein 🙂
    Dani

  4. marienkäfer sagt:

    hallo sophie, ich würde mich freuen wenn du auch meinem neuen blog folgst:
    http://marienkaeferbayern.wordpress.com/
    Ich bin die ehemalige frau von dorf.
    Lieben Gruß

  5. schönes neues Design, heller, lebendig und ein sehr interessantes Foto als Header.

  6. felsenfein sagt:

    Ein berührender Vorstellungstext, finde mich in manchem wieder… bin gespannt nun deinen Blog etwas zu entdecken 🙂

  7. Kathrin sagt:

    Liebe, ich habe dich nominiert für den Liebster Award – ich hoffe, du machst mit! Mehr hier: https://lovebreatheshine.wordpress.com/2015/03/26/liebster-blog-award/
    Herzlich, Kathrin

  8. Liebe Sophie! Erst mal vielen lieben Dank für dein Vorbeischauen bei meinem Blog. – Ich finde mich in deinen Zeilen auch wieder. Nach meinem Zusammenbruch 2004 war auch ich die letzten 12 Jahre eine Suchende und … ich bin grade am Finden und das hört nicht auf … einfach toll … ich finde jeden Tag was Neues … ja – die Reise zu sich selbst ist sehr spannend. Gerne werde ich dich nun auf deiner Reise entdecken. Danke, dass du mich daran teilhaben lässt. Alles alles Liebe von Maria

  9. Ich bin gerade wieder auf deiner Seite gelandet, als ich gesehen habe, dass du ja einmal meine Texte geliked hast. Danke dafür übrigens 🙂

    Und da kam mir jetzt der Gedanke: Hast du auch mal „Lucid Dreaming“ ausprobiert? Oder mit Astralreisen, etc. beschäftigt? Oder einfach nur mit deinen Träumen? Das hast mir in den letzten Monaten viel geholfen und es ermöglicht einen ganz anderen Zugang zum Unbewussten, zum Inneren, zum Selbst, wie auch immer man es am Ende nennen möchte. C. G. Jung beschreibt Träume als die Sprache des Unbewussten, die Schnittstelle zwischen Bewusstsein und Unbewusstes über dass beide recht direkt miteinander kommunizieren können.
    Naja, vielleich hast du das ja alles auch schon gemacht, hatte nur gerade die Idee 🙂

    Grüße, Adriano

    • sophie0816 sagt:

      hey adriano,
      träume, lucides träumen, jaaa, eine spannende sache. 🙂
      ist nur derzeit nicht meine baustelle.
      träumen tu ich natürlich und inhalte fliessen auch ab und an ins verstehen hinein. 🙂

      wobei hilft es dir?

      für mich steht mehr im fordergrund den boden unter meinen füßen zu festigen und meinen körper im wachzustand zu bewohnen.
      meine voraussetzung für geistige arbeit und da ist noch viel zu tun. 😉

      • Ja, natürlich, die Erdung, den Bodenkontakt, ich weiß, den hab ich auch nicht immer und vielleicht ist das auch gar nicht so schlimm wie alle immer tun.
        Zu den Träumen: Mir hat es geholfen, oder mir hilft es, hinzuschauen. Sie geben mir das Gefühl, dass das alles hier einen Sinn hat, sie geben mir Führung, sie sind Ratgeber, völlig fremd und der beste Freund zugleich. Sie machen Angst, sie machen mich traurig, sie lassen mich Liebe spüren und sie bringen mich zum Lachen. Sie gehören zum Wachsein dazu, so wie Tag und Nacht nicht ohne können.
        Man kann Träume als Verarbeitung der Psyche oder des Verstandes abtun und es dabei belassen. Das ist dann aber so, als ob man an der Oberfläche schwimmt, ohne jemals einzutauchen.
        Simples hinhören, hinschauen, das hilft schon. Und seitdem ich damit angefangen habe, wünschte ich, mehr Menschen würden Träume nicht nur als nächtliche Belästigung ansehen. Keine Sprache der Welt ist ehrlicher als die unserer Träume. Klar, sie ist nicht leicht zu verstehen und ich habe echt keine Ahnung, warum unser Unbewusstes sich anscheinend auf diese Art und Weise ausdrückt und nicht vereinfacht. Aber meistens weiß der Träumende, was der Traum ihm sagen möchte. Meistens reicht schon das flüsternde Gefühle dazu, die leise Ahnung eines Themas oder einer Sache, die immer wieder an die Tür klopft, trotz der anderen Gedankenkreise, die dort herumschwirren. Wenn wir unseren Kindern diese Fähigkeit, dieses Gespür schon beibringen könnten … sie müssten sich später nicht ständig so verloren fühlen. Sie müssten nicht durch die ganze Welt reisen und alles auf den Kopf stellen, um sich selbst zu finden. Sie könnten die Augen schließen und ihren Abenteuern im Innern lauschen. Ihren ganz individuellen, eigenen Geschichten. Ihren Träumen.
        In „Der Mensch und seine Symbole“, schreibt C. G. Jung: “Das einzig lebenswerte Abenteuer kann für den modernen Menschen nur noch innen zu finden sein.”

        PS: Nimm‘ das alles nicht so ernst. Ich bin von Natur aus Dramatiker 😉

      • sophie0816 sagt:

        danke für diesen einblick. 🙂
        es ist und bleibt eine spannende Reise. 🙂

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