Gefühls-Erkenntnis-Krise – Fühlen in Gegensätzen

Kurz nach 8 Uhr morgens im Bett. Maximal überfordert mit Verbindung. Verschmelzung unerträglich. Gleichzeitig Bindungsschrei. Einsamkeit unerträglich.

Nähe unerträglich. Rückzug unerträglich. (Reaktion auf die letzte Therapiestunde)
Ich weiß nicht was ich machen soll, wie ich für das Leiden und diese Qual sorgen soll. Verzweifelt. Ich weiß nicht, wie ich das mit dem BEW-Termin (Betreutes Einzelwohnen) heute lösen soll, wenn das eine nicht geht und das andere auch nicht. Auf wen soll ich hören?

Weinkrampf. Kann nicht aufhören. Gefühl, unter der Bettdecke versteckt, in dieser Ausweglosigkeit zu sterben.

8:26 Uhr. Anruf BEW. Handy aus. Büro geht der AB nicht ran. Verzweifelt.

8:36 Uhr. Anruf Sozialpsychiatrischer Dienst – Tagesdienst. Im Moment geht kein Gespräch. Bietet an 9 Uhr zurückzurufen. Ich weiß dann nicht, ob das Thema noch da ist.

Verzweifelt wieder alleine, keine Ahnung wie ich die 24 Minuten rum bekommen soll. Selbstverletzungsgedanken. Immer noch weinend lege ich mich auf den Boden, Decke über den Kopf und fange an mit ER/SIE/ES zu sprechen, um Hilfe zu bitten, die Hände vor der Stirn – „danke, das du mir hilfst, für all das da zu sein“. Das Weinen hört auf. Ruhe entsteht. So geht es. So kann ich bleiben.

8:48 Uhr. Rückruf SpD. Gefühlserkenntnisse loswerden. Der Einfall, mit dem BEW zu telefonieren, wenn Sehen nicht geht. Urgs… peinlich… sowas fällt mir dann selbst nicht ein. Empfehlung, nicht wieder hinlegen, ablenken bis Kontakt zum BEW da.

Weinen hat aufgehört. Bin nicht sonderlich gut orientiert. Erreiche telefonisch niemanden im Büro und auf dem Handy im BEW.

9:05 Uhr SMS ans BEW. „Können Sie mich zurückrufen? Ich brauche Hilfe, Orientierung. Große schlimme Gefühle. Termin zu nah und unerträglich heute.“

9:07 Uhr. Versuche Morgenroutine. Frühstück vorbereiten geht.

9:35 Uhr. Anruf vom BEW. Klären ihre telefonische Erreichbarkeit heute ab. Kontaktaufnahme jederzeit möglich. Telefontermin für 13 Uhr verabredet. Kurzes, weinerliches Umreißen der Gefühlslage. Berichte von den nächsten geplanten Schritten. Dann gibt’s nichts mehr zu sagen. Doch ploppt eine riese Bedürftigkeit auf, das Telefonat nicht beenden zu wollen. „Können Sie mir noch irgendetwas erzählen?“ Sie beschreibt ihre Sicht auf einen Baum, wie die Sonne hindurch scheint, als würde der Baum strahlen und warm sein. Schöööne Geschichte. Mir fällt auch eine ein und dann beenden wir das Telefonat.

Ab 9:44 Uhr. Duschen, anziehen, frühstücken. Alles wie besprochen geschafft. Schritt für Schritt. Beim Essen geht Anspannung runter. Werde sehr, sehr, sehr müde.

11:10 Uhr. Auf die Couch zum geplanten Entspannungsteil. Angeleitet. In diese bestimmte seitliche Position, Stoffbären unterm Kinn, eine Hand vor die Stirn, die andere auf dem Becken, Gesicht zur Couchrückseite, Couch-Decke fast über dem Kopf. Anspannung senkt sich nur bedingt. Leiden innen spürbar, im Herzen, im Kopf. Etwas Erholung ist das trotzdem.

12:10 Uhr. Die Gedanken kreisen wieder. Spielen in Endlosschleife Varianten des Termins heute durch. Kontakt heute oder nicht? Keine Lösung in Sicht. Entweder zu viel oder zu wenig Kontakt.

12:34 Uhr SMS ans BEW. „Bis jetzt habe ich mich so durchgeschlängelt. Geduscht. Angezogen. Frühstück gegessen. Versucht ne Stunde lang zu entspannen, weil so sehr müde, erschöpft. Und seit 20 Minuten kreise ich um das verabredete Telefonat, ob ich es brauche oder nicht. Eiern zwischen Kontaktbedürfnis und es wegschieben. Ich weiß nicht was ich brauche. Ich schaue mal aufs JETZT. Ok. Erst mal Zähne putzen.“

Dann die Erinnerung an meine Idee in der Therapie, Gedanken/Gefühle auszulagern, auf runden Kärtchen, um sie besser sehen, hören zu können und Abstand zu finden. Immer wenn ich denke, dass mir der Termin heute zu viel Nähe ist, kommt Angst. Stelle mir diese Angst als Karte vor, die vor mir liegt. Geht sofort gut, die Angst zu ‚sehen‘ und sie zu fragen, wovor sie Angst hat. Und ganz einfach kommt ein weinender Gedanke von dort: Wenn ich sie heute nicht sehe, dann geht sie verloren!

Oh, das wusste ich nicht! Das ist schlimm, so zu fühlen! Es berührt mich sehr, diese Angst und plötzlich habe ich Verständnis für alles Festhalten an dem Termin und dem Kreisen, wie es doch möglich sein kann, sich zu sehen, obwohl es nicht aushaltbar ist. Ich erreiche sie mit meinen Gedanken, dass Fr. W. auch nach heute noch da ist und sofort beruhigt es sich und die nächsten Schritte sind klar.

12:43 Uhr Antwort. „Sie machen das genau richtig. Vielleicht können Sie das innere Gefühl fragen, was es benötigt.“

Tut gut zu lesen. Hab ich ja so ähnlich gemacht. 🙂

13 Uhr Telefonat mit BEW. Erzähle von der Angst. Wir sind beide berührt von dieser kleinen Begegnung und dem Finden einer Lösung. Ihr ebenso berührt-sein tut mir gut. Mich im Spiegel zu erkennen. Kann das Treffen loslassen. Was  mir gut tut, ist die Wohnung verlassen und einen leckerer Kaffee trinken, am Bahnhof eine Station entfernt.

14:59 Uhr SMS ans BEW. „Mit Kaffee auf der Wiese an einem Baum, ist die Anspannung etwas weniger geworden. Mit Bratwurst auf der Hand zurück nach Hause, merke ich, dass das auch für heute an Außenaktion reicht. Mal sehen, ob ich mich zu Hause entspannen kann.“

15:23 Uhr SMS ans BEW. „Hier zu Hause einrollen auf der Couch, am Stofftier festhalten, die Verlust-Geschichte spüren. Ein paar Tränen und Verständnis von mir. Es bleibt EINE Geschichte in mir, nicht MEINE Geschichte, auch wenn ich mich mit ihr verbunden fühle.“

Ich habe keine Ahnung um welchen Verlust es geht.

Plätzchen backen

Woooarrr, ich habe Plätzchen gebacken!!! 😀

Soweit ich mich erinnere, das zweite Mal in meinem Leben. Die Erinnerung ans erste Mal ist keine Gute. Die waren staubtrocken.

Aber diiiiiese hier sind großartig geworden! Sehen aus wie auf dem Rezept und sind saftig. Fühle mich total stolz. 😀

Nein, die Roten sind keine kleinen Hackfleischkekse. 😉 😛

Die Zeiten waren schwer. Und Kekse backen kurvte schon einige Zeit durch mein kindliches Gemüt. Besonders bunte Kekse erzeugten ein inneres Jauchzen. Die Umsetzung dauerte etwas. Der Antrieb und die Kraft sind wenig. Und ich hatte vom Verstand auch Angst, weil Backen nicht zu meinen Hobbys gehört. Ich hatte Angst vorm Mißerfolg.

Heute schaffte ich es die fehlenden Zutaten einzukaufen. Die Menge halbiert und ein leichtes Rezept dazu.

So ist es gelungen. Mit gaaanz viel Zeit lassen, Pause machen, Stress rausnehmen. Da hat das Backen an sich tatsächlich Spaß gemacht.

Die Roten sind leider kein Rote-Bete-Pulver. Das war ausverkauft. Aber weil die Farbe so wichtig war, hab ich Lebensmittelfarbe gekauft. Die Gelben sind dafür mit Kurkuma gefärbt. Und Mandeln sind drin und Vanille-Zucker. 🙂

Jetzt will ich noch herausfinden, wie ich kleine Verpackungen selbst gestalten kann, um sie zu verschenken. Möchte keine Plastiktütchen dafür kaufen. Vielleicht aus Papier Schachtel falten oder so in der Art. Geschenkbox-Faltanleitungen bei smarticular.

Zwiegespräch mit Gott

Als ich mich heute Morgen im Bett total gefangen fühlte, unfähig aufzustehen und für mich zu sorgen, eingekeilt in meine negativen Gedanken, verzweifelt darüber nicht zu wissen was ich tun kann, voller Widerstand, Feindseligkeit und Abwehr Lösungen zu finden, kam von Marina (https://marinakaiser.wordpress.com/) ein Kommentar auf den vorangegangen Beitrag.

Du Liebe,
in Zeiten, in denen ich allein war und bin und damit Schmerz empfand / empfinde, hift es mir, mir meine inneren Anteile als Wesen vorzustellen und mit ihnen zu reden. Besonders muss es wenigstens ein Wesen geben, dass größer, liebevoller und gütiger ist, als mein normales Tagesbewusstsein. Mit IHM / IHR dann in inneren oft ins Tagebuch geschriebenen Dialogen zu sprechen, tut mir immer gut (unter der Fragestellung: „Was würde ich mir wünschen, was die höchste Quelle von Weisheit und Güte jetzt zu mir sagen könnte?“ Zu diesem Wesen gehe ich dann mit meiner ganzen inneren Familie, dem zitternden Angstwesen, der Einsamen, der brodelnden Wut, der Hoffnungsvollen .. und wie sie alle heißen mögen, die gerade da sind) – und ES umarmt sie alle. Mein inneres Kind fühlt sich dann irgendwie besser, leichter und nicht mehr so allein Denn mein Tagesbewusstsein kann ihm manchmal diese Geborgenheit nicht vermitteln, es braucht ja selber vieles…
(…)

Der ermutigte mich es nochmal zu probieren, mich für etwas Größeres zu öffnen, was zuvor misslungen war und alles was kommt unzensiert niederzuschreiben.

Ich legte diesmal, liegend im Bett, die Hände vor meiner Stirn zusammen und sprach laut: „Oh Herr, ich danke dir von ganzen Herzen, dass du jetzt bei mir bist und all das siehst, womit ich gerade kämpfe.“ Nach einigen Wiederholungen fühlte ich mein Herz sich öffnen und Tränen brachen aus mir heraus. Ich fand Worte die beschrieben was ich fühlte.


Ich habe solche Angst. Sie ist so groß! Wo soll ich damit hin??? Wie soll all das da sein? (heftiges Weinen)

Ich fühle mich so alleine. Ich will zu DIR in deine Arme. Ich will irgendwo sein, wo wer ist, der mich halten kann, der das alles halten kann. Der groß genug ist, alles zu halten, mich zu halten. Ich vertraue den Menschen nicht, dass sie so groß sind. (verzweifelt weinend)

Ich bin schuld, dass sie nicht so groß sind, dass sie mich nicht halten können, dass ich alleine bin.

Ich vertraue den Menschen nicht.

Das braucht Zeit und es ist okay so. Ich bin bei dir! Du brauchst diese Schuld nicht tragen. Du kannst sie mir geben. Sie gehört nicht zu dir, auch wenn du davon noch nicht überzeugt bist. Ich liebe dich!

Da ist keiner da und ich bin schuld. (traurig)

Ja, so fühlt sich das erst mal für dich an. Wahr ist etwas anderes.

Das kann ich nicht sehen und fühlen.    Oder doch! Da gibt es ein kleines Fenster der Liebe in meinem Herzen, das flüstert in die Strenge mir etwas anderes ins Ohr. Ganz leise, kaum zu hören, trotzdem da, ein schwacher Lichtschein. Ein Lichtschein, wie er aus einer geöffneten Tür auf den Boden fällt und von einem Raum voller Licht erzählt.

Eine Einladung!

Überzeugt bin ich immer noch von etwas anderem. Es ist mächtig und groß diese Überzeugung. Ein schwerer Schatten der sich auf meinen Nacken und Kopf legt, die Gedanken düster und zornig macht. Die Welt verteufeln und hassen will. Alles in Schutt und Asche legen will und dann damit bei mir landet, weil die Welt nicht erreichbar ist.

Eine große Not darin. Ein Kämpfen nach einem Ausweg, ohne ihn zu finden und nur die Selbstvernichtung bleibt.

Ein einsamer Ort, ein einsamer Kampf in dem ich mir einen Lichtschein wünsche, der von oben hinein fällt.

Du bist nicht alleine! Ich sehe dich. Ich bin bei dir. Es gibt noch etwas anderes als das, auch wenn es im Moment nur dieser Lichtschein ist, ohne dass die Dunkelheit weicht. Ich bin bei dir, hier an diesem düsteren Ort!

3. Tag zu Hause, nach der Krisenstation

Als ich da vor der Tür stand, gestern nach der ersten Therapiestunde, wurde die Not des Alleinsein sehr spürbar. Ich konnte nicht zu mir nach Hause fahren. Suchte zuerst Zuflucht bei einer Freundin. Dort gelang es mir erst nach einer halben Stunde ein Gespräch zu führen.

Und heute, mit dieser Not in mir, auch die Sehnsucht zurück in den sicheren, warmen Mutterleib zu flüchten.

Ich frage mich, kann ich noch alleine sein? Wie soll ich mit dieser Gefühlslage hier zu Hause klarkommen? Was brauche ich? Kann ich mir das Brauchen zugestehen?

Das richtige Verhältnis finden zwischen zulassen und ablenken.

Ankommen

Heute Abschied von der Krisenstation. Der Schwerste überhaupt, wie ich mich erinnern kann.

Suizidgedanken, Gedanken „ich will nicht mehr“, „ich kann nicht mehr“ sind wieder gegangen.

Gefühle von Heimatlosigkeit und Haltlosigkeit sind geblieben.

Zurück kommen in ein zu Hause, das Zuhause ist und doch auch ohne Halt. Beides ist da.

Es hat sich um mich herum so viel in den Beziehungen und Bindungen bewegt und verändert.

Wieder die Herausforderung und auch Einladung des Lebens eine Konstante in mir selbst zu entwickeln.

Ich sitze auf der Couch. Es ist nichts möglich. Die Taschen stehen unausgepackt im Flur. Die Ablenkung durch Nachrichten von Freunden auf Whatsapp ist vorüber.

Jetzt bin da nur noch ich und das was sich fühlen will.

Die Füße eng an den Körper gezogen, die Decke um mich gewickelt, den Stoffbären vorm Bauch und die Arme um den Körper geschlungen, mich selbst haltend. Das Gefühl in den Händen suchend, wie sie mich halten. Tränen laufen. Haltlosigkeit und seichter Schmerz im Körper, im Herzen.

Behutsames Ansprechen dieser Gefühle. „Ich bin da. Es ist okay.“

„Wir können uns auch anders fühlen.“ Behutsames Lenken der Aufmerksamkeit auf das Gehaltenfühlen zwischen meinen Händen, zwischen meinen Armen. Die Wärme. Die Dinge im Raum. Die Kerze. Das Aufmachen zu Gott und seiner Liebe, wie sie auf uns scheint, auf alles was da ist.

Angstgedanken. Wir müssen uns wieder bewegen können. Wir müssen wach und klar werden, wir müssen aufstehen und Dinge machen, die uns bewusst halten. Ich komme da sonst nicht mehr raus. Wir werden in dem Zustand ewig hängenbleiben.

Liebevolle, seichte Gedanken. Es ist okay hier zu sitzen und mich einfach nur zu halten. So lange, bis es genug ist. Ich kann darauf vertrauen, dass es irgendwann von alleine einfach genug sein wird. Es ist gut mich dieser Körperhaltung hinzugeben, es zuzulassen, dass sich an dem Gehaltensein in der Umarmung festgehalten wird und keine andere Bewegung mehr möglich ist.

Ein Bild entsteht in meinem Kopf. Ein Embryo, ein Baby schwimmend im Bauch. Ein wenig ängstlich, mit der Frage, darf ich soweit regredieren, lasse ich es zu. Wie fühlt es sich? Was sieht es, was schmeckt es, was riecht es?

Es entstehen wunderschöne Empfindungen von gehalten sein, genährt sein, Frieden, auch Wachheit und Freiheit. Ein eigener sicherer Raum. Es gibt nichts zu riechen, zu schmecken. Nur die Farbe Orange und ganz viele Empfindungen im/am Körper. Ich spüre plötzlich meinen Rücken, den Halt im Rücken. Das schwebende Umschlossen sein.

Meine Stimmung verändert sich. Ich kann mich wieder bewegen. Freude an der Umgebung und am Tun taucht auf.

Danke!!! ❤ ❤ ❤

 

Ich brauche dich, ich brauch dich nicht

Auch wenn mein Herz voll ist von Trauer und Schmerzen und Wut, denke ich die ganze Zeit, dass es gut ist, dass ich alleine bin. Dass es mich weiter bringt. Sogar mehr, als wenn da jetzt jemand wäre. Es holt Gefühle ans Tageslicht, an die ich sonst nicht komme. Zu denen ich sonst keinen Kontakt bekommen könnte.

Ich denke an Worte wie ‚Transformation‘ und ‚kalter Entzug‘.

Habe ich mich noch drei Beiträge vorher dazu eingeladen neue Wege zu gehen, Wege auf denen ich niemanden mehr brauche. Auch dazu passen all die Gefühle.

Wenn ich von ‚brauchen‘ spreche, meine ich Abhängigkeit. Das es mir nur gut gehen kann, wenn da jemand ist.

Es ist also gut, dass das mit dem BEW gerade nicht so klappt. Es ist gut, dass gerade keine Therapie läuft. Und es ist vielleicht gut, dass mich eine Erkältung mit ihrer Schwäche dazu bringt Zeit mit mir zu verbringen.

Und gleichzeitig ist da enorm viel Angst und Zweifel, die das von der anderen Seite betrachten.

Es ist überhaupt nicht hilfreich in meinem eigenen Sumpf zu sitzen und zu schmoren. Es ist nicht hilfreich verletzlich und weinerlich durch die Welt zu laufen, nicht mehr belastbar zu sein. Es ist nicht hilfreich die Zeit nur noch mit mir zu verbringen. Es ist nicht hilfreich niemanden zum reden zu haben und alle großen Gefühle nur noch vor mir selbst zu erleben.

Es wäre gut, wenn noch ein Weilchen keiner da ist.

Es wäre gut, wenn bald jemand an meiner Seite wäre, der mich stärkt.

Ich will nicht alleine sein.                           

Ich will alleine sein. Alleine sein bringt mich mir näher und damit nach Hause.

Alleine sein bremst mich aus und erzeugt Handlungshemmnisse.

Ja nur für eine Zeit. Für genau die richtige Zeit. Für die Zeit, in der es besser ist nichts zu tun und mehr zu sein. Die Handlungen kommen wieder. Erinnere dich.

Auch wenn ich alleine bin? War da nicht immer einer, als das Handeln wieder anfing? Da war immer einer und dann konnte ich mich trauen.

Ja. Du hast recht. Handeln und Nicht-Handeln fanden immer statt, wenn da auch einer war. Wir wissen noch nicht wie es sein wird, wenn da keiner da ist. Das wissen wir nicht. Können wir noch nicht wissen, weil es noch nicht da war.

Ist das jetzt die Zeit? Ich habe Angst!

Ich weiß es nicht. Ich habe absolut keine Ahnung!

Der Impuls alles gehen zu lassen ist stärker, als an etwas festzuhalten. Im Augenblick ist das so. Ich weiß nicht wie es wird, wenn beide Personen im BEW nicht passen. Welcher Impuls dann da ist. Dranbleiben und wieder Kontakt mit der Geschäftsleitung aufnehmen oder loslassen. Das können wir nur abwarten, wenn es so weit ist.

Ich habe Angst!!!

Ja

Jemanden brauchen

Das Gefühl, jemanden zu brauchen, sitzt tief in meinem Solarplexus. Eine riesen Not darin.

Danke, dass du mein Überleben gesichert hast, liebe Not.

Die Zeit ist vorangeschritten, erzähle ich dir behutsam. Wir können es uns heute zutrauen, niemanden mehr zu brauchen.

Ein neuer Schritt auf fremden Straßen.

Ich danke dem Herrn, dass er deine Schmerzen, dein Leid sieht und ebenso liebt wie alles andere.

Ich bitte den Herrn deine Qualen in seinem Licht, in seiner Liebe zu transzendieren, damit ich weiter gehen kann.

Noch warten wir.

Niemand hat mir früher Mut gemacht und mir Kraft gegeben, an mich zu glauben. Niemand hat mich darin gestärkt, meinen eigenen Weg zu gehen. Niemand hat mir Vertrauen geschenkt.

So dass es für mich heute nur zu verständlich ist, wie schwer dieser Weg für mich ist, ohne das tiefe innere Vertrauen mit auf dem Weg bekommen zu haben.

Traum

Ein bis ins Mark erschütternder Schrei einer Katze, die um ihr Leben kämpft. Nein, ich darf sie nicht retten, auch wenn sie sich noch am Fenstersims festkrallt, um nicht 7-8 Stockwerke in die Tiefe zu fallen. Es schnürt mir das Herz zusammen. Ich dachte, als sie vor mir und dem Staubsauger, in dieser fremden Wohnung voller Katzen, durch das angekippte Fenster floh, dass sie sofort in die Tiefe stürzen und sterben würde, was schon schwer genug war zu akzeptieren. Aber das sie sich doch noch festkrallen konnte, ich ihre 4 Pfoten sehen konnte und dieser schrille Todesangstschrei… Es treibt mir jetzt noch beim Aufschreiben Tränen in die Augen. Diese Verzweiflung dieses Tieres und ich konnte, durfte nichts tun, musste es seinem Kampf und dem unausweichlichen Sturz und Zerschellen überlassen.

Ergotherapie

Ich bin noch ganz berührt von dem was heute im Ergotherapie-Termin geschehen ist.

Ich kam dort vernebelt und körperlos an und mit einer riesen Angst näher hinzuschauen, weil ich schon von zu Hause wusste, dass hinter dem Nebel nur noch mehr Angst wartet, Angst die so riesig ist, das sie mich die ganze letzte Woche wie noch nie an Menge, Tag für Tag dissoziieren ließ.

Seit der Entscheidung, im ambulanten Betreuten Wohnen, eine 4-wöchige Kontaktpause auszuprobieren. Sie ist jederzeit erreichbar, telefonisch und per Mail und auch Kontakte sind noch möglich, wenn ich es will. Nur ich will nicht mehr. Ich kann nicht mehr.

Seit dem spielt meine Gefühlswelt verrückt. Es ist extrem und scheinbar kann nicht alles gefühlt werden. Vor allem Angst. Todesangst. Angst die sich nach Wahnsinn anfühlt. Dann kommt Nebel in meinem Kopf. Das Gefühl, mit der Wahrnehmung rechtsseitig nicht da zu sein. Mich selbst nicht vollständig fühlen. Zähe, nebelige Gedanken. Schmerzen im Körper. Gestern tat mir mein rechter Fuß und mein rechtes Becken so weh, dass ich meinen Spaziergang auf die kleinste Runde reduzierte und froh war, wieder zu Hause zu sein. Mein Herz klopft immer mal wieder schnell, gepaart mit Schwindel und Kreislaufproblemen.

Angekommen in der Ergo, erzähle ich von der Angst hinzuschauen, dass ich das Fühlen nicht packe. Ich denke an die Entscheidung im BEW, will es erzählen, doch nur das dran denken, lässt die Panik schon nach vorne schießen, so dass ich es sein lasse. Mein Körper fängt an zu schwitzen, ein Gefühl von einem großen Energiefeld breitet sich um meinen Brustkorb aus. Das macht mir Angst.

Ich springe vom Stuhl auf, stelle mich weiter weg in den Raum. Suche in meinem Geist nach Lösungen, um nicht überwältigt zu werden. Erinnere mich an eine Körperhaltung, die mir schon in der Therapie geholfen hat und mir ein haltendes Gefühl gabt. Die rechte Hand auf die linke Seite vom Brustkorb gelegt (dort liegt auch der Selbstakzeptanzpunkt) und mit der linken Hand den rechten Oberarm umschloßen.

Und wow, ich spüre extrem stark die Reiki-Energie durch meine rechte Hand fließen. Alles ist aufgewühlt und bewegt sich in mir. Meine Beine schwitzen. Ich bekomme schwer Luft. Schwindel im Kopf. Bilder funktionieren nicht. Aber Dinge im Raum wahrnehmen. Die Uhrzeit. Der Stuhl. Der Raum, der sich um meinen Kopf auftut. Und ich rede und rede und rede, darüber was ich wahrnehme, was helfen könnte, dass ich immer noch nicht in meinen Körper komme. Der Hinweis kommt, ich müsste mich nicht selbst moderieren. Ich melde zurück, dass ich es doch muss. So höre ich meine Stimme, ein konstanter Klang der mir zeigt, ich bin noch hier und das Gefühl die Kontrolle zu behalten. Der Klang meiner eigenen Stimme. Ich brauche sie. Und das ist dann auch in Ordnung.

Meine Körperhaltung, die Reiki-Energie, das beobachten, benennen der Körperereignisse, die Dinge im Raum, ein Bergkristall in der Zimmerecke (den ich mir hole und halte), mein Reden bringen mich in einen Zustand, in dem es möglich ist, mich wieder hinzusetzen.

Ich spüre die Angst sehr deutlich in mir, ihre Größe. So groß, dass ich sie nicht sprechen lassen kann, ohne erneut überwältigt zu werden. Also höre ich ihren Satz nur in mir selbst, der sich immer wieder wiederholt: Ich habe Angst! Ich habe Angst! Ich habe so schreckliche Angst!

Meine Worte stolpern. Sätze werden verwaschen. Die Zunge schwer. Chaotische Energien im Kopf. Denken eng. Mein Körper zittert. Doch nun gehen Bilder. An dieser Stelle bitte ich um Unterstützung. Ich brauche Fragen, die ich mir dann selbst stellen kann, nach innen schicke. Zuerst die Suche nach einem angenehmen Körpergefühl. Ist nicht zu finden. Der ganze Körper meldet Gefahr. Überall hängt ein Warnschild – hier nicht weiter forschen. Dann die Frage, ob Sicherheit eine Farbe oder Form hat. Nichts kommt. Die Überlegung, ob es einen Ort gab, an dem ich mich sicher fühlte. Keine Erinnerung. Aber ich schicke die Frage nach einem ‚Wo kann Sicherheit sein?‘ nach innen.

Dann ein erstes Bild von einem großen, alten Tannenbaum. Ein Ort dazu, an dem ich ihn gesehen habe. Ich springe immer wieder raus und mit Hilfe von Fragen wieder rein. Die Beschaffenheit des Bodens kommt dazu, der dicke Baumstamm, Harz auf einem Stück Rinde in meiner Hand, die Freude am daran riechen, die Freude an den intensiven grünen Farben.

Für mich ist das das erste Mal, tiefer in ein Bild steigen zu können.

Nur hat es keinen Einfluss auf die Angst im Körper. Es sind wie zwei Orte. Ein Teil im Wald, entspannter, ruhiger, friedlicher und der andere Teil außerhalb des Bildes, im Körper, weiterhin in Angst.

Ich überlege diesen Teil mit ins Bild zu holen, um ihm vielleicht diesen Ort zeigen zu können. Es funktioniert. Diese Angst ist mit im Wald. Ich sehe das als ein kleines Bündel, dass ich links an meinen Oberkörper drücke, es festhalte, umschließe.

Dann passiert etwas, womit ich nicht gerechnet habe. Das Kleine sagt immer noch: Ich habe Angst! Aber diesmal fühle ich mich selbst dazu ganz anders. Ich sehe es in meinen Armen, wie es das sagt und fühlt und ich spüre, wie ich es halte, festhalte und mich dafür öffnen kann, es durchlasse. Ohne Worte vermittelt sich: Ja. Ich halte dich. Ich bin bei dir. Es ist ok.

Ich fühle diese Angst ganz anders, als wäre es okay, dass sie durch mich hindurch geht.

Das Kleine brauchte gar nicht den Wald! Ich brauchte ihn, um eine andere Haltung zu finden! Mehr Ruhe. Mehr Frieden. Mehr Sicherheit. Und mit diesem neuen Standpunkt konnte ich dann das Kleine halten. Das Kleine brauchte nur das! Nur mich!

Wahnsinn! Das hab ich so noch nie erlebt. Mit Angst gab es bisher keinen heilsamen Weg klarzukommen.

Der Körper fühlte sich dann an, als hätte er sich an dieser Stelle harmonisiert. Ruhe war eingekehrt.

Insgesamt war ich zwar immer noch nicht im Körper, konnte den Stuhl nicht spüren und mein Kopf fühlte sich an, als wäre ich gegen eine Wand gelaufen. Das war jedoch okay für mich, in Anbetracht der ganz neuen Situation im BEW, dass das nicht alles gleich zu lösen ist.

Es fühlt sich an wie der Versuch einer emotionalen Ablösung und erinnert mich an einen Entzug, mit heftigen Entzugssymptomen. Das wird ein Weilchen dauern, bis sich innerlich etwas Neues formiert hat.

Bin ich froh!

Bin ich froh, es auch schon anders erfahren zu haben!

Sonst müsste ich ihnen glauben, wenn sie sagen, dass das was ich suche nirgendwo zu finden sein.

Bin ich froh, an anderen Stellen soviel Vertrauen zu erfahren, dass meine Wahrnehmung dafür, was sich hilfreich anfühlt und was nicht wahr ist.

Bin ich froh, dass auch andere sich irren können oder es einfach nicht anders wissen, anstatt mich selbst in Frage zu stellen.

Bin ich froh!!!

So gibt es Leid an dieser einen Stelle, zwischen ihnen und mir. Und nur dort, nicht überall und grundsätzlich!