Meditation und Trauma – ein guter Weg?

Die Zeitschrift „Buddhismus aktuell“, mit dem Titel „Erleuchtung“ (4/2017, S. 42) hat ein Interview mit der Traumaexpertin Prof. Dr. Luise Reddemann abgedruckt.

Leider nur gedruckt zu lesen und nicht online verfügbar.

Doris Iding führte das Interview.

Im Kern rät Frau Dr. Reddemann von achtsamkeitsbasierter Meditation (ob traditionell oder modern, wie MBSR), in der alles da sein darf, und reiner Atembeobachtung ab. Ihre Erfahrungen sind, dass diese Formen zu offen sind und so für den Betroffenen zu wenig kontrollierbar, was an die Oberfläche kommt.

Hingegen hat sie gute Erfahrungen mit fokusorientierter Meditation gemacht, z.B. der Liebenden Güte-Meditation (eine Youtube-Anleitung) oder dem Singen von Mantren – ein selbstausgedachtes Wort wiederholen oder vorgegebene Mantren (das singe ich oft vor mich hin 🙂 ).

Die Konzentration auf den atmenden Körper, wie das Heben und Senken des Brustkorb, wäre auch möglich.

Grundsätzlich wäre aber jeder Fall einzeln anzuschauen und zu prüfen, was geht und was nicht.

Sie thematisiert auch, dass es sein kann, das nur bestimmte Anteile die Meditation erleben und es anderen Anteilen nicht hilft.

Ich hätte hier gerne noch mehr geteilt, weil ich es ganz spannend fand. Mehr geht nur gerade nicht. Bleibt nur, das Heft selbst zu kaufen, wer mehr wissen will. 🙂

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Doku über Meditation

Auf Arte+7 läuft wieder eine Doku zum Thema Meditation (die Doku auf youtube). Die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Auswirkungen regelmäßiger Praxis, bei Depressionen, Schmerzen, auf Zellebene, bei Alterserkrankungen, Stressempfinden.

Fand ich sehr spannend.

Ein Anfangssatz störte mich allerdings, weil da von „Gedanken unterbrechen“ gesprochen wird. Oft fällt auch das Wort „Kontrolle“. All das ist Mediatation für mich nicht. Keine Gedanken unterbrechen, stattdessen wahrnehmen, lockerlassen und zurückkehren – das bleibt natürlich ein Üben.

Morgensport

Anderthalb Stunden lang anspannen, entspannen, fokussieren, tief atmen, sanft atmen, konzentrieren, Zehen aneinander klopfen, dehnen, strecken, halten, lachen, weinen, in Liebe annehmen, beobachten, benennen…

… und ich bin ein anderer Mensch mit viel mehr Möglichkeiten als noch vorher. 

Zum Beispiel freudig durch die Wohnung hüpfen, mit einem Gefühl der Ausgelassenheit. 🙂

Herzöffnung Meditation

Obwohl ich mir schlichtes Beobachten vorgenommen habe, landet mein Fokus bei der Liebe.

Ich erinnere mich an die Liebe und wie sie sich anfühlt, wenn ich meinen kleinen Neffen sehe, wenn ich die anderthalb-jährige Tochter meiner Freundin sehe. Mein Herz geht auf. Da passt alles hinein. Der ganze kleine Mensch, von oben bis unten, von vorne bis hinten. Keine Ausnahme. Annahme ganz und gar.

Ich breite dieses Gefühl in meiner Erinnerung und in meiner Wahrnehmung aus. Versuche es so groß, so tief, so unmittelbar in mir zu fühlen, wie es möglich ist und dann… drehe ich es zu mir um, stelle mich selbst in den Mittelpunkt.

Verschiedene Regungen, verschiedene Windungen, verschiedene Ausweichmanöver, verschiedenes Fokus verlieren.

Eine abfällige Bemerkung später. Eine Herzraumöffnung weiter… klick. Der Satz in meinem Kopf: Auch dein Schmerz gehört in die Liebe.

Schmerz. Aber der Gute. Der Schmerz, der anzeigt, dass ich mich wieder fühlen kann, meine Verletzlichkeit, meine Verletzung.

Weinen. Gutes freies gehaltenes Weinen. Schmerz weinen, in Liebe gehalten. Dankbarkeit. Schmerz erkennen, als Ergebnis des zugefügten Schmerzes meiner Kindheit. Erfahrenen Schmerz würdigen und anerkennen, als ein Teil meiner Biographie.

Druck machen. Jetzt bloß nicht den Kontakt verlieren.

Erkennen. All die gedanklichen Abwertungen. Die Abwertungen der Anderen. Darunter liegt Schmerz. Daneben die Möglichkeit von Liebe. Was Falsches gelernt, über mich. Nicht abzuschütteln, aber anzuerkennen. Mich selbst erkennen. Mich selbst sehen. Mich selbst würdigen.

Das Gefühl der Selbstannahme im Fokus halten. Am liebsten für immer und ewig. Es fühlt sich so gut an, so weich, so richtig. Festhalten. Erkennen. Demut.

Mich mit gefalteten Händen vor dem Herzen und vor der Stirn tief bedanken, bei den größeren Kräften, für diesen wundersamen Augenblick. Ein ehrliches, anerkennendes Danke kommt zurück. Danke, dass du diese Arbeit machst.

Wieder tiefes, gutes, berührtes Weinen. Anerkennung. Ein so seltenes Gefühl.

 

Nachklang

Gestern übermannte mich eine emotionale Erkenntnis, als ich beim morgendlichen Akupressur-Klopfen plötzlich eine bisher mir unbekannte, furchtbare Angst fühlte. Eine Angst davor ich selbst zu sein.

Notizen 15.09.2016

Es geht einfach nur darum. Meine Angst ich selbst zu sein. Im Außen ist gar nichts mehr. Es gilt nur noch diese Angst zu durchleben. Eine Erleuchtung. Eine Befreiung. Es wird nichts Großes passieren.

Das ist die Angst, die in jeder Begegnung auftaucht. Das ist die ständige Anspannung unter Sichtkontakt. Diese Angst ist es, die zwischen mir und wahrer Begegnung, echtem Kontakt steht. Ergänzung: Das ist die Angst, dich mich selbst innerlich teilt.

Dann hatte ich dieses Gefühl von „ich bin da“ in meinem Körper, in meinem Becken. Völlig selbstverständlich und neuartig und wunderschön. Klar und kraftvoll.

 

Seit dieser osteopathischen Behandlung klickert vieles in mir zusammen, an neue Stellen. Spannend.

Bei der Osteopathie, im speziellen der Cranio-Sacral-Therapie wird mit der rhythmischen Pulsation der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit gearbeitet, die ca. 8-12 Mal die Minute stattfindet. (Ich lächel darüber, dass das immer noch als Annahme bezeichnet wird, weil es keine wissenschaftlichen Beweise gibt – das Gefühl, die Wahrnehmung reicht nicht)

Die Behandlung zielt darauf, diesen natürlichen Rhythmus wieder anzuregen, dass er wieder ungehindert stattfinden kann.

Mir fallen dazu Wahrnehmungen aus meinen Meditationen ein, die ich versucht habe ins Bildhafte zu übersetzen.

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Zwei Varianten, um mein Gefühl zu erfassen, dass ich mich meistens nicht als etwas Ganzes, Einheitliches wahrnehme. In der Meditation kommt es mir wie unterschiedliche Ebenen vor, wie im ersten Bild und wenn ich Körperarbeit mache, dann fühlt es sich so an, als wenn meine Energielinie keine ist. Interessanterweise auch in drei Teilen.

Vielleicht spiegelt das die Unterbrechungen/Blockaden oder was auch immer in meiner Rückenmarksflüssigkeit wieder.

Ich bin gespannt, wie es sich fortsetzt.