Elternbeziehung

Mail an die Wunsch-Therapeutin:

„Hallo Frau …,

bisher gab es keine weitere Info von der TK. Ich habe heute eine Anfrage per Mail, zum Stand der Dinge gestellt.

Ich war öfters in innerer Bedrängnis in letzter Zeit und habe mehrmals überlegt, ob ich mich schriftlich bei Ihnen entlasten kann. Habe es immer verworfen, 1. wegen dem Entstehen von Nähe und dann wird es doch nicht finanziert und 2. weil sie dafür nicht bezahlt werden, per Mail zu arbeiten.

Ich rahme es jetzt trotzdem kurz ein, weil, wenn wir arbeiten, dann gehört das genau da hin – die Elternbeziehung.

Es gab einen Auslöser, der meine Beziehung zu meinen Eltern aktuell in den Fokus gerückt hat und mir bewusst geworden ist, dass ich mich oft unwohl fühle, nach Begegnungen leide oder mir Begegnungen zu nah sind. Der Wunsch nach Abgrenzung, auf Distanz gehen und auch mit Verantwortung konfrontieren und auch die Erkenntnis, dass meine Eltern von damals die gleichen Menschen von heute sind (mein Verstand hat das irgendwie immer getrennt gehalten), haben Krisen ausgelöst. Ich war auch 10 Tage stationär zur Stabilisierung und habe momentan ein engmaschigeres Netz an BEW-Kontakten. Es ist gerade ein Drahtseilakt die inneren Bewegungen, Verschiebungen zuzulassen, Änderungen im Verhalten auszuprobieren und gleichzeitig mit der Angst (die riesige ist und sich manchmal Schock-nah anfühlt) klarzukommen und die Auseinandersetzung auch zu begrenzen und die grenzenlos zu werden.

Ja damit habe ich zur Zeit enorm zu tun.

Mit freundlichem Gruß

…“

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Ohnmacht bewältigen, mit einem Brief an den Sozialpsychiatrischen Dienst

„Sehr geehrte Frau …,

der Termin am 14.06. macht mir sehr Bauchschmerzen. Ich fühle Ohnmacht bei der Vorstellung, dass eine Instanz, eine Person, die wenig persönlichen Kontakt mit mir hat, darüber entscheidet, ob diese Art der Unterstützung hilfreich ist.

Ich selbst stelle mir diese Frage immer wieder und glaube, sehr bewusst damit umzugehen, welche Unterstützung mich wirklich unterstützt, mich in Selbstverantwortung und Eigenmacht bringt. Mit dem Antrag der Verlängerung des BEW, habe ich diese Entscheidung getroffen, dass dies weiterhin eine sinnvolle Hilfe ist.

Vielleicht können Sie so nachvollziehen, dass es da für mich überhaupt nicht nachvollziehbar ist, wozu es ein weiteres Gespräch über diese Entscheidung geben soll. Zumal es ein sensibles Thema ist, mich hilfebedürftig zu fühlen und darüber zu sprechen.

Das fühlt sich so an, als würde man mir absprechen eigene Entscheidungen treffen zu können.

Dass das Amt eine Finanzierung prüft, kann ich nachvollziehen. Dafür ist ja der BRP da und ich finde der ist eindeutig und so intim und privat, wie dafür nötig.

Warum nun noch eine weitere intime/private Thematisierung? Das ist für mich eine hohe, bisher nicht nachvollziehbare Belastung. Diese Anspannung führt meist dazu, nicht alles sagen zu können, was vielleicht wichtig wäre.

Vielleicht würde es mir helfen, wenn ich Ihr Anliegen im Vorhinein wüsste und verstehen könnte. Wenn ich mich darauf vorbereiten könnte, so dass ein gemeinsames Gespräch auf Augenhöhe entstehen kann.

Welche Fragen sind offen?

Mit freundlichen Grüßen

…“

Samstag in Bildern

Das erste Mal Kleidung färben

Erfolgreiche Schnäppchenjagd im Internet – gebrauchte Kleidung

Musik suchen und hören

Kaffee trinken

Abwaschen

Mittag essen

Gepimpt mit Sesamöl, Basilikum, Lavendel und Minze

Müll wegbringen

Sündigen 😋

Spazieren

Wäsche waschen

Radio hören

Tanzen 😀

Experiment Fleckenentfernung mit Salz und Backpulver

Ein voll aktiver Tag. Hätte ich gar nicht so mitbekommen, ohne diesen Post. 😀

Das Malspiel nach Arno Stern

Ich bin wo angekommen. Heute nach 4 Probeterminen den Jahresvertrag unterschrieben.

Mutig zu Beginn einen bezahlbaren Preis verhandelt.

Dann mutig jede Woche den Weg durch die lärmende Stadt erprobt. Panik reguliert.

Dann mutig mit vielen kleinen Kindern in einem geschlossenen Raum das fokussieren geübt. Fürsorge in der Praxis anwenden. Pausen machen. Ruheort nutzen.

Mutig den ersten Pinselstrich gesetzt und erlaubt zu experimentieren, mit Höhen und Tiefen, Schwere und Leichtigkeit.

Dieser Raum, dieser Ort, dieses Spiel ist perfekt für mich. Immer wieder ein Lachen im Gesicht. Keine Wertung von außen. Kein Reden über Inhalte. Den inneren Bildern und Farben folgen, den Bewegungen der Hand.

Etwas in mir darf sich hier zeigen und ausdrücken, wie es sich bisher noch nie gezeigt und ausgedrückt hat. Etwas findet endlich einen Raum, um da sein zu können.

Als ich Werbung dafür auf der Nachbarschaftsseite las und die bunten Farben sah, jauchzte mein Herz auf und es wäre sorglos von mir gewesen, diesem Impuls nicht zu folgen.

Eine verlässliche Kraftquelle, die ich jedes Mal zufriedener und aufgetankt, beruhigter und zentrierter verlasse, als ich sie betreten hatte.

Die offizielle Seite von Arno Stern, dem Gründer.

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Familie

Erkenntnis:

Wenn man den Willen eines Kindes bricht, dann hat man am Ende einen erwachsenen Menschen mit gebrochenen Willen und gebrochener Persönlichkeit.

Weil er meinen Willen als Kind gebrochen hat, habe ich heute mit einem gebrochenen Willen und einer gebrochenen Persönlichkeit zu tun.

Das war meinem Vater damals nicht bewusst.

Ich glaube, dass er auch heute noch nicht seine Verantwortung an meinem So-gewachsen-sein, mit den heutigen Einschränkungen und Behinderungen annehmen kann.

Und ich selbst traue mich auch nicht so richtig, die Verantwortung bei meinen Eltern zu sehen.