Ein Hoch auf mich selbst

Damit es fühlbar wird, was ich da geleistet habe.
Damit es fühlbar wird, wie schwer mir Selbstwertschätzung/-fürsorge vor Anderen fällt.

Zu Hause alleine hast du dir diesen Plan zurechtgelegt. Du hast gefühlt, was dir im nächsten Therapiegespräch helfen könnte. Du hast gefühlt, wie schwer es werden wird, ihr all deine Empfindungen, Emotionen, Erkenntnisse mitzuteilen. Du hast geahnt, dass du dabei Unterstützung brauchst und dich darauf vorbereitet, sie dir zu geben.

Du hast Zitronenöl eingepackt, um dir bei Dissoziationen zu helfen.
Du hast dir einen Notizzettel gemacht, damit alle Dinge die dir wichtig sind zur Sprache kommen.
Du hast einen Stressball eingepackt, damit du etwas zum festhalten hast und die Anspannung einen Weg findet, über den Körper hinaus.
Und das Wichtigste! Du hast dir einen Zettel geschrieben, mit den Worten „Es ist okay. Ich bin bei dir.“, welchen du vor dir auf den Boden legen willst, damit du dich nicht alleine gelassen fühlst und einen Zugang zu deinen Emotionen stabilisierst.
Das alles hast du so zum ersten Mal gemacht. Ich bin stolz auf dich!

Du hast geahnt, dass es sein kann, dass du trotzdem diese Dinge dort nicht nutzen kannst. Du hast das mit Frau Helferin besprochen. Sie hat die Wahrnehmung auf die Selbstfürsorge verstärkt, so dass du mit dem Satz „ich tu das für mich“ losgegangen bist.

Auf dem Weg dorthin hast du viel Angst gespürt und dafür Verständnis gehabt. Du hast dir Sätze überlegt, wie du deine Selbstfürsorge mitteilst.

Dort im Raum, kommt dir die gelockerte Atmosphäre entgegen, weil Frau Therapeutin noch mit Zimmerlüften beschäftigt ist. Du fragst, wie vorher ausgedacht, ob sie der Geruch von Zitronenöl stört und erklärst dann, warum du es auf ein Taschentuch tropfst und neben dich legst. Du bist furchtbar nervös, unsicher und angespannt.

Eine Sache ist geschafft. Du hast das ganz toll gemacht!

Dann willst du die anderen Dinge aus deinem Rucksack holen und kommst ins Stocken. Es geht nicht. Eine starke Verkrampfung setzt ein. Vielleicht Scham. Vielleicht Angst. Du weißt nicht weiter. Dann sprichst du es einfach aus, nach vorne gebeugt, mit verborgenem Gesicht hinter den Händen. Du sagst, dass du etwas zur Unterstützung geplant hast und es jetzt nicht nutzen kannst. „Was würde helfen? Was ist die Befürchtung?“ Dir fällt wieder der Satz ein, dass du es für dich tust. Und du fühlst, dass du jetzt Mut brauchst, auszuhalten wie es sich anfühlt. Das macht es möglich, sich wieder zu bewegen. Gegen starken Widerstand, aber du bewegst dich. Du holst deinen Notizzettel und versteckst ihn erst einmal unter deinem Bein. Der Stressball ist dir plötzlich peinlich, doch du steckst ihn trotzdem schnell zwischen deine Beine (doch ganz schnell landet er in deiner Hand, weil es sich so hilfreich anfühlt und die Anspannung so groß ist). Und nun das Schwierigste. Der Zettel für den Boden. Es ist so wahnsinnig schwer für dich, weil da etwas so sichtbar wird. Du schämst dich. Dein Magen ist ein Stein. Doch du schaffst es trotzdem den Zettel vor dir auf den Boden zu legen und die Worte die da stehen, die deinen Blick sofort auffangen, helfen prompt mit dir in Verbindung zu bleiben und dich etwas weicher zu machen.

Ich bin so dermaßen stolz auf dich, dass du das getan hast! Nimm wahr, wie hilfreich das war! Nimm wahr, dass DU es warst, der es etwas leichter gemacht hat! Das DU es warst, der da gesorgt hat. Erfolgreich gesorgt. Nimm wahr, dass es sich GUT angefühlt hat!
Und ich nehme wahr, wie viel Kraft dich das gekostet hat, wie schwer es für dich wahr.

Puhhh…

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Anleitung zum Glücklich sein oder mein Umgang mit Trennungsschmerz

Mein aktueller Umgang mit Trennungsgefühlen, wenn ich alleine zu Hause bin:

• Lasse es zu! Lasse Weinen zu!
• Gehe ins Bad, schließe die Tür, lass evtl. Wasser laufen, damit dich die Nachbarn so wenig wie möglich weinen hören.
• Nimm die Bachblüten-Rescue-Tropfen für/gegen Traumata aller Art.
• Lege dich auf den Badwannenvorleger oder suche eine halbwegs angenehme Position, so gut das eben in einem Badezimmer, auf dem Boden geht.
• Sage laut oder in deinen Gedanken: „Diese Wunde darf jetzt heilen.“ Oder „Ich bin bereit es zu fühlen.“ Am besten wiederholst du das immer mal wieder.
• Suche im Körper das Gefühl. Wenn du es nicht findest, ist das egal, aber versuche so gut es geht in einem allgemeinem Körpergefühl/-bewusstsein zu bleiben! Es ist auch egal, wenn du das Gefühl nicht benennen kannst.
• Versuche ungehemmt zu Weinen und alles zu tun wonach dir ist und was aufsteigen will. Körperbewegungen, Geräusche, Atemveränderungen, Energiebewegungen. Wenn du etwas nicht zulassen kannst, sei verständnisvoll mit dir! Es ist okay so wie es ist! Zwinge dich zu nichts!
• Probiere Dinge aus, die dich trösten könnten. Kopf streicheln, Daumen in den Mund, schaukeln, umarmen.
• Liebe deine Situation und dich selbst. Sage zu deinen Gefühlen: „Ich bin da.“ „Es ist okay, wie du dich fühlst.“ Das sage am besten auch immer mal wieder.
• Komme immer wieder in dein Körpergefühl zurück, egal wie es aussieht! Sei es ein Fleck am Brustkorb, eine Fläche im Bauch, ein Raum in der Magengruppe. Nimm irgendetwas was du greifen kannst, was sich danach anfühlt, dass du da bist, einen Körper hast.
• Beschwere dich bei Gott, den Engeln oder sonst wem, dass du wieder mal nicht kapierst, warum das jetzt so heftig ist und woher es kommt und was es mit deiner Vergangenheit zu tun hat. Finde es ungerecht und gemein, dass trotz aller Arbeit an dir selbst, diese Gefühle weiterhin in dir Bestand haben.
• Bitte Gott, die Engel, Mutter-Erde und wer dir noch so einfällt darum, dir dabei zu helfen, damit umzugehen.
• Bitte Mutter-Erde darum, dir die Liebe und Geborgenheit zu geben, die du jetzt brauchst. Bitte darum, dass sie dich umhüllt, einbettet, aufnimmt in ihre Arme. Das sie dich hält und trägt. Versuche dir das vorzustellen, wie sich das anfühlen könnte.
• Komme immer wieder in dein Körpergefühl zurück. Sehr wichtig! Wenn nicht sogar das wichtigste.
• Freue dich, wenn du spürst, dass du dich langsam beruhigst. Bleibe noch liegen und genieße so lange wie möglich die nahen, warmen, verletzlichen Gefühle in dir und zu dir selbst.
• Bedanke dich beim Universum für diese Erfahrung.
• Verlasse das Bad und trinke ein Glas mit den Bachblütentropfen „Star of Bethlehem“ für/gegen Trennungstraumata.
• Tropfe zwei Tropfen des ätherischen Öls „Cypress“ auf deine Handfläche. Verteile sie mit drei Kreisen im Uhrzeigersinn, halte dir die Hände vor das Gesicht und atme zur Erdung mehrmals tief durch die Nase ein und durch den Mund aus.
• Mache dir Gedanken über den Auslöser. Gehe die letzten Stunden und Tage durch.
• Widme dich dann wieder dem, womit du vorher beschäftigt warst.

Ich bin ehrlich stolz auf mich, wenn ich das so lese und zurück denke. Früher habe ich viel mehr gekämpft, dagegen angekämpft, Gefühle zurückgedrängt. Habe mich überfordert gefühlt und viel hilfloser im Umgang. Ich war sehr streng mit mir, habe mir schnell Vorwürfe gemacht, wenn etwas nicht klappte wie es sollte. Oder ich bin in den Emotionen total verloren gegangen, habe ewig lange geweint und nicht zurückgefunden zu mir selbst. Heute dauert es viel kürzer. Gestern vielleicht 10-15 Minuten und danach bin ich wieder bei mir, fühle mich entlastet. Zwar nicht gut und auch sehr erschöpft, aber deutlich befreiter. Ich schleppe weniger mit.

Erinnert mich an meine zweite Gefühlslehrerin und was sie sagte. Gefühle wollen fließen. Sie wollen sich bewegen und wenn man sie lässt, dann können sie auch wieder gehen. Der Körper ist der Raum, in dem Gefühle stattfinden. Und wenn ich meinen Körper wahrnehme, dann verliere ich mich nicht in den Bewegungen des Gefühls. Umso weniger Widerstand ich gegen diese Bewegung habe, umso schneller ist sie vorüber. Hingegen der Widerstand die Bewegung hindert, sie staut, vergrößert, in andere Bereiche verzerrt.