Die Summe meiner einzelnen Teile

Dieser Text entstand während ich etwas Schmerzvolles durchlebte. Bilder und Gefühle stiegen auf, während ich den Film „Der Film deines Lebens“ schaute. Die unterschiedliche Schriftart versucht die unterschiedlichen Stimmen in mir zu erfassen, aus welchen ich gefühlt, erinnert und gedacht habe. Das innere Kind (kursiv), der lieblose Erwachsene (E), der liebevolle Erwachsene, das höhere Selbst (unterstrichen). Die Zuordnung habe ich teilweise erst im Nachhinein gemacht, obwohl ich mir hier auch nicht immer sicher bin.

Wer sich mehr für dieses Thema interessiert, dem kann ich wärmstens das Buch „Aussöhnung mit dem inneren Kind“ von Erika J. Chopich empfehlen.

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In mir gibt es keine Liebe. (E)

In meiner Familie gab es keine Liebe. Es gab so etwas was so aussah. Zwischen diesen ganzen Konflikten hat man die Liebe und etwas Verbindendes vergessen.

Ich glaube, sie hat es gemerkt und sich schuldig gefühlt (bis heute) und aus dem Schuldgefühl heraus versucht etwas wieder gut zu machen, was schon verloren war. Ich verzeihe dir.

     Sie haben mich einfach vergessen! Ich glaube nicht an mich. Ich vertraue mir nicht. Ich bin nichts wert. Ich bin nichts. Ich  kann nichts bewirken. Ich bin  falsch. Ich habe keine Lebensberechtigung.

Da kommen der Hass her und die Verachtung. Meine Existenz erfuhr keine Resonanz. Ich kann es kaum aushalten das zu fühlen. Es zerreißt mir das Herz.

     Ich darf nicht existieren.

Wie etwas über das man stolperte und dann erstaunt „huch“ sagt: „da ist ja noch wer“.

Es tut so weh. Es ist zu groß um das zu fühlen. Ich liebe dich.

Nein, nein… ich kann es nicht zulassen. Das zu fühlen tut zu weh. Das zu glauben tut zu weh. (E)

Ich sehe meine Familie vor mir, wie wenn sie sich für ein Foto aufstellen. Meine Eltern nebeneinander mit viel Abstand. Mein Bruder vor ihnen mit viel Abstand und ich hinter ihnen, mit ebenso großem Abstand, vielleicht sogar verdeckt. Alle einsam und verlassen, versuchen sie in die Kamera zu lächeln und wirken doch unendlich traurig.