Schweres

Das Schreiben hat mich wieder gefunden. Ich schreibe wieder in mein Notizbuch.

Mich nach innen zu richten, macht mir Angst. Das ändert sich einfach nicht. Die Auseinandersetzung mit meinen Gedanken und Gefühlen, macht mir Angst. Es fällt mir nicht leicht mir zuzuhören und mich fühlen zu lassen. Das Akupressurklopfen ist dafür eine Brücke. Es bereitet einen möglichen Raum und auch der ist manchmal nicht sicher genug.

Klopfen tu ich nur morgens. Fühlen und denken tu ich den ganzen Tag. Also krampfe ich oft um mich herum.

Wie heute. Wie oft.

Die Außenzeit hat sich mit einer Innenzeit gewechselt. Viel Zeit mit mir.

Angstzustände haben den Wechsel eingeleitet.

Ich versuche die Bewegung als normale Bewegung einzusortieren – nach viel Außen, kommt viel Innen. Fällt mir schwer. Wie mir alles gerade schwer fällt.

Mir fällt es schwer, das als Geschenk zu betrachten, als Wegbereitung für etwas Neues (wie mir die Karten es sagen) und als einen neuen Lernraum. Mir fällt es schwer, breit zu denken, in Zeit zu denken – auch dies geht vorüber. Mir fällt es schwer, nachdem ich mich an das Äußere angepasst habe, alles wieder loszulassen und der inneren Ebene Raum zu geben, weil nichts anderes mehr geht. Und ich ahne schon, wenn sich der Wechsel erneut einleitet, werde ich ebenso die innere Ebene/Anbindung wieder loslassen und mich an dem im außen Erlebten orientieren.

Ich bin das, was mich umgibt, mit was ich meine Gedanken fülle. Das macht mich fertig, diese Inkonsistenz. Ich kann das Eine nicht mit ins Andere nehmen. Ich muss mich immer wieder neu suchen, in der Umgebung/Realität in der ich mich befinde. (Ich hatte den Borderline-Begriff abgelegt und nun nehme ich ihn wieder auf und lege ihn bestimmt auch wieder ab usw. usf.)

Ich erinnere mich, die angenehmsten Phasen sind die, in denen äußere Struktur bleibt, Wiederholungen einen konstanten Rahmen bilden. Sichere Orte im Außen.

Aaah… mir geht ein Licht auf. Die Ergo ist weggefallen wegen Urlaub und auch die Therapie. Dazu noch der Werkstatttermin, wegen der Tiefphase. Soviel zum konstanten Rahmen. Und die Ergo war definitiv ein sicherer Ort. Der einzige im Außen. Ich war immer ganz erleichtert, wenn ich da angekommen bin und dachte, endlich was Normales und wenig Beängstigendes.

Zurück zum Schreiben. Ich habe vorhin geschrieben, weil die Niedergeschlagenheit nicht weichen wollte und ich schon eine Weile herum krampfe. Eine Annäherung daran. Da durften die Gedanken etwas sein, die mir Angst machen. Und auch meine Angst durfte sein.

Ein paar Ausschnitte, wer es ertragen kann und will:

…Mal ist etwas Teil meines Lebens, dann existiert es nicht mehr in meiner Welt.

…Meine Spiritualität hatte ich vergessen und werde es wohl wieder tun.

…Gedanken sind so beliebig.

Es kommen immer wieder die Gleichen. Ich kann andere anstellen, neue Gedanken denken, doch bin das ich? Bin ich das wofür ich extra mein Bewusstsein brauche?

Und wenn ich das alles sein lasse und einfach denke was ich denke… dann wird es sehr dunkel. Ist das sinnvoll? Die Energie fließt mit der Aufmerksamkeit. Ich bin es so leid, immer wieder selbst diesen Gedankenkraftakt zu leisten, meine Aufmerksamkeit zu lenken, auf Dinge die ich sonst nicht sehe.

Zumindest heute/jetzt bin ich es leid.

Ich will einfach niedergeschlagen sein, aber gleichzeitig vor Endzeitgedanken geschützt.

Das passiert nämlich, ich mache mein Leben nieder. Mache mich zu etwas Gescheitertem und verliere mich in Bedeutungslosigkeit. Was hab ich schon erreicht.

…Ich wünsche mir das sehr, dass es leichter wird, dass ich wieder eine andere Realität wahrnehmen kann, dass sich meine Handlungsmöglichkeiten erweitern und Angst nachlässt.

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Verletzlichkeit und Weiblichkeit

Das Leben verlangt mir zurzeit viel ab. Leicht ist es nicht, aber auch nicht mehr sooo schwer. Anders schwer, sagte ich neulich zu jemandem.

Oft ist keine Kapazität mehr, um noch Überblick zu finden. Das erzeugt hier Wortlosigkeit. Die Energie geht in die Erlebnisse des Tages und die Verarbeitung.

Eben blitzte ein roter Faden auf.

Ich hörte Musik. Sie berührte mich. Mir liefen Tränen. Ich spürte Weichheit und Verletzlichkeit. Das ist der rote Faden.

Erinnerte mich an den Text vom 8. April – Verletzlichkeit und Selbstannahme. Arbeitete danach wirklich mit dem Thema weiter und dann arbeitete das Thema, glaube ich mit mir weiter.

Ich habe das nur einmal ganz bewusst mit dem Akupressurklopfen angegangen. Ich erinnere mich noch, dass diese Verletzlichkeit so unglaublich groß war, ein Schmerz so riesig, dass ich das Gefühl hatte, daran zugrunde zu gehen. Deshalb schaute ich nicht mehr bewusst hin.

Mir scheint so, als habe das gereicht, um es mehr ins Bewusstsein zu rücken.

Ich merke gerade, dass ich es noch gar nicht in Worte fassen kann und die einzelnen Erlebnisse auch nicht greifen kann.

Nur taucht für mich auf, dass diese Verletzlichkeit noch viel mehr ist und ein überwiegend ungelebter Teil meiner Persönlichkeit und dass das im Alltag wirklich viele Schwierigkeiten erzeugt, weil sie oft herausbricht und ich dann überfordert bin.

Ich spüre in und hinter dieser Verletzlichkeit Sanftmut, Weichheit, Weiblichkeit, Sinnlichkeit, mein Frau-sein und lauter noch unergründete, leise Dinge. Da kommen mir gleich wieder die Tränen. Das ist was ganz Neues. So habe ich mich noch nie gefühlt und es ist schwer, mich dafür offen zu halten. Es macht mir Angst. Es fühlt sich so unbekannt an und bedrohlich. Bedrohlich, weil dort der ganze Schmerz der Vergangenheit liegt. Bedrohlich, weil ich mich dann ganz offen und ungeschützt fühle. Ich weiß noch gar nicht, wie ich mich mit meiner weiblichen Seite in der Welt schützen kann.

Ich föhnte neulich meine Haare so hin und her. Dadurch blieben sie auf der anderen Kopfhälfte liegen als sonst. Ganz überrascht schaute ich mich an, weil mir arg gefiel was ich da sah. Meine linke Gesichtshälfte war frei. Ich sah plötzlich die Frau in mir. Meine linke Gesichtshälfte scheint meine Weiblichkeit auszudrücken. Die Veränderung war so stark. Total faszinierend. Und ich konnte es aushalten und bin sogar so aus dem Haus gegangen. Eine Freundin konnte es auch gar nicht glauben, wie da etwas zum Vorschein kam, was mit den Haaren in die andere Richtung vorher nicht zu sehen war.

Also es nähern sich da weiter meine unterschiedlichen inneren Aspekte an. Auf der Spirale ein schon bekanntes Thema auf einer neuen Stufe.

Es zeigt sich die Wichtigkeit der Verbindung zwischen männlicher und weiblicher Seite ganz konkret bei den nächsten Schritten die anstehen. Vor ein paar Tagen ein (für mich) kleine Missachtung eines Gefühls, mit ungeahnten riesigen Konsequenzen am nächsten Tag. Kaum Spielraum mehr. Ich sag ja, ich habs mir ins Feld gezogen, nun will es auch gesehen werden. 😉

Es überlagern sich verschiedene Modelle, fällt mir auf. Die weibliche Seite könnte auch das innere Kind sein. Die Gefühle sortiere ich dort hinein. Auch die Intuition und Kreativität siedele ich dort an. Es ist so vielfältig. Eine umfang-/ facettenreiche Kraft.

Der Glaube in mich

Was für ein fragiles Ding.

Kann Strahlen.

Kann zu Boden sinken.

Eben, während des Klopfens fand ich heraus, warum ich mich beim Aufwachen jeder Kraft beraubt gefühlt hatte. Völlig erschöpft.

Verwundert darüber. War es doch etwas viel die Woche? Also ja, es war viel. Hatte sich trotzdem schaffbar angefühlt und immer wieder von erholt. Vielleicht weil mein Ausruhtag diesmal schon Dienstag war, anstatt Mittwoch und nun die Pause eben schon Freitag gebraucht wird, anstatt Samstag?

Das war es dann alles nicht.

Ich klopfte meinen Satz „Voller Liebe für alles in mir“ und suchte dazu das Körpergefühl. Ich fand es im Solarplexus, nur kam ich da nicht richtig hin. Ich klopfte wie üblich die Hindernisse mit. „Voller Liebe für alles in mir, auch für Gedanken“ oder „Voller Liebe für alles in mir, auch wenn ich es nicht glauben kann.“

Von Klopfdurchgang zu Klopfdurchgang (insgesamt 3) wurde das Gefühl im Solarplexus stärker, fing an nach unten und oben in den Körper auszustrahlen, synchron mit dem Gefühl, diesen Satz immer mehr zu glauben, als wahr zu empfinden.

Zum Ende war ich wieder überzeugt davon und erkannte, dass mir der Glaube in mich zuvor verloren gegangen war und das sehr tief. So tief, dass mir alle Kraft heute Morgen fehlte.

Was ist passiert?

Mittwoch und Donnerstag strahlte ich noch ganz ungewohnt mein Licht, gepusht durch Menschen, die mich darin bestärkten. Ich erlaubte mir Phantasien von Selbstständigkeit, Freiheit, Unabhängigkeit, mein eigenes Ding machen. Ich war voller Glück, Freude und Ideen.

Dann gab es gestern ein Telefonat mit meiner Mutter.

Ich habe es da gar nicht gemerkt. Doch es ist das einzige Ereignis, wo kein Pushen kam, sondern Zweifel und Befürchtungen. Nett gemeint, zurückhaltend formuliert. Doch das reichte.

Ein Telefonat. Und alles verändert sich.

Eine einzige andere Meinung. Das Strahlen erlischt und Blei legt sich über die Dinge.

Das zeigt mir wieder einmal wie stark ich auf meine Umgebung reagiere.

Es ist nicht das erste Mal, dass mir der Einfluss der Dinge und Menschen bewusst wird, die mich umgeben.

Was stärkt mich? Was schwächt mich?

Ich wachse an dem was mich stärkt.

Und ich wachse auch bedingt an dem was mich schwächt, wenn ich mir die Entwicklung von heute anschaue.

Der Schlüssel ist Bewusst-sein, Erkennen.

Mir wird das eben ganz klar. Der Umgang mit meinen Eltern schwächt mich oft.

Das zu erkennen, stärkt mich wiederum – für das nächste Mal.

Tiefer hinein

Seit Tagen purzeln mir sehr schwere Themen ins Bewusstsein und ich habe mir versucht zu erklären, dass das jetzt einfach das abgespaltene Zeugs aus der Funktionieren-Müssen-Phase der letzten Woche ist und damit irgendwann auch zum Ende kommt.

Hmmm… diese Erklärung passt gestern, heute nicht mehr. Und überhaupt, was bedeutet in der Seele, in der Psyche, im Sein schon ein Ende. Kommt mir nicht vor, als könne man das auseinander halten, wo was anfängt und was aufhört. Fängt was an, hat was anderes vielleicht noch gar nicht aufgehört und hört was auf, hat was anderes schon längst angefangen.

Trotzdem der Versuch die Kontrolle zu behalten, sich an der Horizontlinie mit den Augen festkrallen, weil Übersicht verlieren sich wirklich scheiße anfühlt. Weil starke körperliche, psychische Anspannung, Denk-Enge, körperliche Schmerzen, das Gefühl in sich eingesperrt, gefangen zu sein und der Verlust des Gefühl für die Zeit, die Veränderung ankündigt, sich in dem Raum der Ewigkeit einfach Gott verdammt unaushaltbar anfühlt (für mich).

Ich will ein Ende!

Aufgefordert werde ich zu der Einsicht von Machtlosigkeit und Hingabe an das (scheinbar) Unaushaltbare.

Heute dachte ich an Nachtmeerfahrt. So kam es mir vor.

Eine neue Dimension des Hasses und der Verachtung. Ist der tiefste Punkt erreicht?

Ich habe mich mit der Klopfakupressur darauf eingelassen. Ich habe mich sprechen hören, ich habe mich gefühlt, so dass ich danach tief erschrocken, regelrecht entsetzt und überfordert war. So kenne ich mich nicht.

Ich habe Gott sei Dank ein Telefonat führen können, in dem das alles sein konnte und in dem ich Halt fand.

So eiskalte, abgeschnittene, verhöhnende, gefühllose, verachtende, hassende Worte. So kalt, dass mir klar wurde, dass sind Worte die einen Menschen töten können. Jetzt wo ich das Schreibe, fällt mir die Doppeldeutigkeit auf. Töten im Inneren, ja. Das auch. Aber in diesem Moment fühlte ich die Kälte, die es möglich macht, auch im Außen Menschen zu töten.

Und dieses Gefühl ist in mir! Ein echter Schock!

Ich habe diese dunkle Gefühlsqualität in mir, die die Welt auch zu einem so schmerzhaften Ort macht, neben all dem Schönen, dass es auch gibt.

Mir kommt es vor, als würde ich die Polaritäten des Lebens in mir selbst erfahren, durchleben (vielleicht damit auch integrieren?).

Ich hoffe in brünstig, dass nie ein Mensch mit meiner dunklen Seite in Kontakt kommen muss. Sie ist grausam und tut sehr weh.

Ich weiß nicht. Vielleicht ist das eines meiner zentralen Lebensthemen, diese Gegensätze in mir zu vereinbaren.

Ich bin froh, dass ich vor ein paar Tagen wieder in dem Buch „Licht-Heilung“, von B. Ann Brennan gelesen habe. Sie schreibt dort über den Selbsthass und geht davon aus, dass er sehr verbreitet ist, jedoch nicht immer bewusst.

Das hat mich beruhigt und darin bestärkt, mich damit wieder als ’normal‘ einzustufen, nur mit der Heraushebung, dass mein Leben mir diese Dinge sehr, sehr stark ins Bewusstsein drückt. Ich kann es nicht verdrängen!

Sie erklärt kurz und verständlich die Entstehung von Selbsthass auf der psychologischen Ebene und der spirituellen Ebene und schildert ihre feinstofflichen Erfahrungen, wie die Auraschichten sich heilsam verändern, wenn man diese Gefühle zulässt. (Kapitel 11)

Das hat mir Mut gemacht, mich weiter darauf einzulassen.

Da standen für mich noch mehr sehr hilfreicher Erläuterungen drin, die ich super ins Klopfen mitnehmen konnte. Ein sehr heilsames Buch. Ich würde am liebsten noch mehr Infos daraus teilen, aber es sprengt den Rahmen.

 

Alte Muster

Ich sehe mich in mir, wie ich mir selbst den Rücken zukehre, mich von mir abwende, mir jede Aufmerksamkeit entziehe. (Wie meine Mutter es vielleicht tat, wenn ich nicht so war wie sie wollte?)

So gibt es keinen Grund mehr wach zu werden, aufzustehen, mir Pflege und Nahrung zukommen zu lassen, mich zu versorgen, mich um mich zu kümmern. Wozu denn? Für wenn denn?

Lähmende Niedergeschlagenheit. Kleine Wutwellen und Trotzmomente, wenn ich mir diese Aufmerksamkeit doch schenken will. Reibung an dem Gefühl ‚ich habe es nicht verdient‚, ‚ich bin es nicht wert‚, ‚ich habe mich nicht verdient‚.

So beginnt der Morgen.

Wie tief so etwas sitzt. Wie besitzergreifend es wirken kann. Wie schnell es zu dem großen Thema ‚Lebensberechtigung versagen‘ führt.

Ausgelöst durch eine Situation mit der Wohnbetreuung.

In diesem Moment riss etwas in mir auf und wenn ich nicht so starke Kontrollmechanismen gehabt hätte, wäre ich zu einem weinenden, flehenden, bettelnden Häufchen Elend zusammengefallen, um Vergebung winselnd.

Vulnerable Gefährdungspunkte. Voll erwischt.

Alte Muster… Ich bin ein schlechter, falscher Mensch. Ich hätte nicht so fühlen, denken, handeln dürfen. Bitte, bitte sage mir, wie ich es wieder gut machen kann, damit du mich nicht verlässt.

Aber da war ja erst einmal die Kontrolle. Ich saß schon eh nicht mehr am Tisch in meiner Küche, weil es schwierig geworden war. Ich stand an die Küchenzeile gelehnt. Überrascht von dem inneren Ausbruch, wurde sofort versucht, dass Weinen und Wimmern zurückzudrängen, zurück in diesen Riss. Ausdruck kontrollieren. Meine Stimme zittert trotzdem und meine Gesichtsmuskeln zucken. Der Blick krampfhaft von ihr weggedreht, zum Fenster hin (am liebsten ganz hinaus). Der Oberkörper mit den Armen fest umschlungen. Alles angespannt.

Ein Wortwechsel findet weiter statt. Ich kann nicht sagen, was genau passiert ist, aber das was passiert ist und sie nimmt es auch wahr. Vielleicht 5 Minuten und ich fühle nichts mehr von der inneren Überwältigung, setze mich wieder hin, bin verwirrt, aber trotzdem klar, lächle und mache Witze.

Sie kann es alles noch nicht einschätzen. Bietet an, dass Thema zu wechseln, doch ich bin noch drin und offen, weiter zu klären, Wahrnehmung zu klären.

Es folgten zwei Tage erschöpfender Getriebenheit. Ausruhen ging nicht. Maximal 10 Minuten angespannt auf der Couch und mich trieb es wieder hoch, hinein in Ablenkung. Ich spürte Angst, Angst zu fühlen, was da in mir aufgerissen war und hinter meiner Wand wartet.

Am dritten Tag ging dann gar nichts mehr (wie zu erwarten und Gott sei Dank). Da ich eh morgens nicht aufstehen konnte, fand ich den Mut meine diffuse Gefühlslage und gelähmte Verfassung zu beklopfen. Meine selbst erzeugte Wand brach ratzfatz auf und alles Zurückgedrängte flutete ins Licht, in mein Bewusstsein.

Notizen davon:

Sie wird mich hassen, weil ich etwas wollte, weil ich DAS wollte, was mir nicht zusteht. (verzweifelt)

– Verlust der Beziehung, Angst

– Glaubenssatz: ich darf keine Erwartungen, Bedürfnisse haben

– ich fühle mich schuldig dafür, dass ich Sehnsüchte habe

– ich fühle mich schrecklich, schwer, voller Schuld

Bitte verlasse mich nicht, ich liebe dich. Bitte, bitte geh nicht weg. Was soll ich tun? Es tut mir leid. Sag mir was ich tun soll. (absolute Unterwerfung, Selbstaufgabe der eigenen Bedürfnisse)

Ich bin schuldig. Ich mache alles falsch. Mich sollte es am besten gar nicht geben.

 

Es zeigte sich so offensichtlich, dass es hier gar nicht direkt um die aktuelle Situation ging (ich liebe die Betreuerin nicht), sondern um irgendetwas aus der Vergangenheit.

Der vierte und fünfte Tag zeigen, dass das Bewusstgewordene nun auch am Alltag bewusst ist. Es ist die ganze Zeit da. Es ist mein Geburtstag.

Freunde kommen. Ich kann mich nicht entspannen. Jedes Wort, jedes Tun fühlt sich falsch an. Ich fühle mich falsch an. Meine Freunde gehen. Ich bin unendlich traurig und weine mich mit meinen Wertlosigkeitsgefühlen in den Schlaf.

So geht es am nächsten Tag weiter.

Die Haushaltshilfe kommt. Ich weine. Und trotzdem tut es unglaublich gut, dass jemand da ist, auf einer eher unpersönlichen Ebene. Es tut gut aktiviert zu werden, durch Reden, Bewegen, gemeinsames Handeln. Sie fühlt auch wohltuend mit, was mir gut tut. Nur ihren Hilfevorschlägen schenke ich lieber keine Beachtung – mir THC in Tropfenform verschreiben zu lassen, wenn doch mein Kiffen damals auch geholfen hat, wenig zu fühlen. (Oh mein Gott!!! Was für ein Ratschlag! *Haare rauf* :D) Ich konnte drüber lachen.

Dieser Termin hatte echt den Tag gerettet. Ich konnte noch raus gehen und mir etwas Schönes gönnen, anstatt gelähmt weiter im Bett zu liegen.

Ich beobachte in diesem Verlauf eine Wiederholung (wie so oft) und erkenne auch hier Entwicklungen.

Ich bin in einer depressiven Phase und weiß schon nach nur ca. 6 Tagen, wie sie gekommen ist und was sich da inhaltlich abspielt. Abwertende Gedanken und Gefühle sind wie ein Grundton in meinem Sein, im Tagesverlauf mal stärker, mal schwächer vorne und doch gibt es auch noch andere Töne.

Wie der Moment, als ich im Blumenladen stehe und mich die Verkäuferin fragt, ob die Blumen für einen Geburtstag sind und ich mit dem Zeigefinger auf meine Brust tippe und freudig, stolz sage: „Ich habe Geburtstag. Die sind für mich.“ 🙂 Da freue ich mich noch jetzt drüber, über diesen kleinen Moment, der so viel ausdrückt, welchen Wert ich mir auch geben kann.

Mein Tagesrhythmus ist durch die morgendliche Antriebslosigkeit im Arsch. Dadurch schaffe ich kaum bis keine Übungen mehr. Es ist okay. Ich schaffe es mir den Druck zu nehmen und mich daran zu erinnern, dass es vorbei gehen wird und ich zurückkehren kann.

Späterer Gedanke: Ich glaube, dass die Wut die sich auf mich richtet oder so unklar herum streift, eigentlich die Wut ist, die zu meiner Mutter gehört. Nur darf das wohl noch nicht sein.

Spiritueller Mensch

Ich mag es gerade die Stille in meiner Wohnung wahrzunehmen. Die Stille, die eigentlich keine ist, weil da der PC rauscht, die Tastatur klackert, Stimmen aus der Nachbarwohnung, Motorengeräusche von einem vorbeifliegendem Flugzeug. Es ist die Stille des Wahrnehmens, die Stille die entsteht, wenn die Gedanken zur Ruhe kommen und stattdessen wieder wahrgenommen werden kann. *tiefes ein- und ausatmen* Wie wohltuend. Wie entspannend.

Wie anstrengend so oft so viel zu denken. Wie ermüdend. Wie getrieben, wenn die Gedanken von ihrem steten Fluss zu einer Raserei wechseln. Nichts kann zu Ende gedacht werden. Jeder Reiz löst den nächsten Gedanken aus. Und im schwierigsten Fall fordert jeder Gedanke zu einer wieder neuen Handlung auf. Da laufe ich einmal durch die Wohnung und durch das was ich sehe und an was ich denke, kann ich bis zu 5, 10, 15 verschiedene Handlungsimpulse bekommen, ohne Zusammenhang und Sinnhaftigkeit. Das ist echt erschöpfend. Da passt doch irgendwie der Begriff Geistes-krank. Oder müsste man sagen Gedanken-krank oder Verstandes-krank?

Ich komme gerade aus der Meditation. Deshalb die Ruhe. Also ruhiger als vorher. Natürlich denke ich noch viel. Habe ich auch während der Meditation. Klare Gedanken. Darüber wollte ich eigentlich schreiben. Ich will eigentlich über so viel schreiben.

Wo fange ich an? Vielleicht was mir während der Meditation so als Erkenntnis kam.

Wenn ich so meine Übungen mache, wie das meditieren, die Körperarbeit oder auch das Hände-auflegen, dann bemerke ich, wie ich oft Klarheit und Orientierung finde. Ich weiß dann z.B. plötzlich, welche Worte ich wähle, um jemanden etwas zu sagen. Ich weiß dann überhaupt erst, worum es eigentlich bei dem Thema geht, was mein Anteil daran ist und wie ich das dann in Worte packe, die den anderen auch annehmen.

Das ist ein häufiges Alltagsthema bei mir. Ich will irgendwas nicht oder etwas anders oder muss jemandem etwas von mir sagen und ich habe keine Ahnung wie ich das machen soll, wie es angemessen ist. Meistens habe ich eine riesen Angst etwas falsch zu sagen oder falsch zu sein, mit unbedachten Worten jemanden zu verlieren oder von ihm zurückgewiesen zu werden und meine Gedanken dazu nehmen viel Raum ein.

Ich dachte eben beim Sitzen, dass das zwei Menschen sind. Wenn ich in Praktiken meine Energie anhebe, dann bin ich mehr der spirituelle Mensch. Im Alltag fällt dann meine Energie wieder ab und ich bin der, ich nenne es mal ‚persönliche‘ Mensch.

Als spiritueller Mensch bekomme ich mein Leben gut geregelt. Ich finde Lösungen, ich schaffe Klarheit, ich kann mich orientieren, ich sehe nächste Schritte, ich fühle was wahr für mich ist und was nicht, ich komme zur Ruhe, ich tanke Kraft.

Als ‚persönlicher‘ Mensch bekomme ich mein Leben nicht so gut auf die Reihe. Begegnungen, egal welcher Art bringen fast immer irgendeine Verwirrung mit sich.  Ich fühle mich dabei fast immer unsicher und habe viel Angst. Ich bin unklar und weiß oft nicht, was als nächstes zu tun ist. Ich fühle mich orientierungslos, unfähig und ratlos.

Ich möchte natürlich am liebsten immer in meinem spirituellen Zustand sein. Immer die richtigen Worte finden. Keine Fehler machen. Keine Konflikte. Und wenn, mich damit trotzdem sicher fühlen. Immer und zu jeder Zeit wissen, wann es wo lang geht, was als nächstes zu tun ist. Überhaupt mich mit mir selbst immer sicher fühlen. Kein Kopfkino. Keine sinnlosen Gedankenschleifen.

Hach jaaa… hier könnte die Realitätsflucht beginnen. Ich könnte jeden Kontakt vermeiden und mich in mein spirituelles Ich versenken und glauben, das bin ich.

Bin ich aber nicht.

Bin ich auch. Aber ich bin auch der Alltagsmensch, der Ahnungslose, der Überforderte, der Hilfesuchende, der Beziehungslegastheniker.

Ich könnte ja in jedem Gespräch, wenn ich unsicher werde, sagen: „Moment mal, ich muss eben ins Nebenzimmer und über diese Sache meditieren. Bin gleich wieder da.“ 😀

Eigentlich sind es nicht zwei Menschen. Es ist ein und der Selbe, nur in unterschiedlichen Energieniveaus.

Ich denke da an ein Video von Bodo Deletz, wo er zum mitmachen demonstriert, wie ein Gedanke sich von ganz alleine verändert, wenn man ihn mit seinem Bewusstsein ‚anhebt‘. Fand ich sehr spannend, das zu erleben. In dem Video will er natürlich seine Methode bewerben, weshalb es auch so lang ist. Ab Minute 2:10 beginnt er mit dem ‚Experiment‘, falls es jemanden interessiert.

Energie anheben ist keine große Zauberei, bei der man etwas ganz Spezielles tun muss (auch wenn Herr Deletz das in dem Video so tut), sondern sie geschieht durch Bewusst-sein oder auch Achtsamkeit.

Und das wünsche ich mir in Begegnungen. Dass ich es zulassen kann (immer mehr) mein Bewusstsein bei mir zu halten, während jemand anwesend ist. Das heißt auch, dass ich zulassen kann den Raum zu spüren, in dem Begegnung geschieht und meine Angst darin bewusst zu erleben, die diesem Da-sein immer voran geht.

Das würde dann heißen, dass ich mein spirituelles Sein in Beziehungen mit hineinnehme und nicht nur außerhalb lebe.

Ooooh, ich weiß nicht wann ich das kann. (hier steht nicht ‚ob‘ 🙂 )

Heute

Aufgehellte Stimmung. Vorfreude auf die Arbeit draußen. Freundlicher Umgang mit dem treibenden Anteil, am Morgen möglich. Ich nehme wahr, dass es da jemand ganz eilig hat. Lachen.

Wunsch besprochen, den Arbeitsbereich vom Innenhof in die freie Gärtnerei wechseln zu wollen, wegen des Stresses sich beobachtet zu fühlen. Kein Problem. Löwenzahn für die Tiere gesammelt. Zulassen können, auf dem Gärtnereigelände zu sitzen, nichts zu machen, auszuruhen und den Gesprächen zu lauschen. Kurze entspannte Kontakte entstehen. Anspannung niedrig. Radieschen geerntet und mitnehmen dürfen.

Brennnesselsud (wird jetzt echt mit drei ’n‘ geschrieben) angesetzt zum düngen und gegen Blattläuse.

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Von der bewussten Krafteinteilung der letzten Tage profitiert und so Vorgekochtes zum Mittag essen können.

Mülltütenversuch läuft.

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Frieden fühlen, während ich auf meinem Balkon sitze. Dankbarkeitstränen.

Erledigungsgedankenspirale bemerken und bewusst auf die Couch legen und durch das verstärkte achtsame Sitzen die Tage vorher, leichter Aufmerksamkeit auf den Raum und Körper lenken können. Bewusste Entscheidungen gegen weitere Erledigungen treffen und Chill-Out am PC einleiten.

Ommm ❤ 🙂