Wurmkiste, Mond und psychische Einschränkungen

Heute Nacht war ein besonderer Vollmond. Ein Super-Blut-Wolfsmond. Was das bedeutet, könnt ihr schön kurz gebündelt in dem Beitrag von Ἑρμῆς Bhakta lesen.

Besonders ist bisher heute für mich, dass ich relativ früh wach geworden bin (was alle möglichen Gründe haben kann) und den Gedanken hatte, ich könnte heute mal wieder joggen.

Ich gehe nur noch joggen (falls man 10-20 Minuten gehen-laufen um den Block überhaupt joggen nennen kann 😉 ), wenn es genau so läuft wie heute Morgen. Der Gedanke, die Lust kommt zu mir.

Das war jetzt ne ganze Zeit nicht mehr so und ein Zeichen von Belastung/Stress/Überforderung/Körper an seinen Grenzen.

Deshalb freut es mich, dass es nach Monaten Pause heute wieder kam. Da könnte ich mir denken, meine Nerven stabilisieren sich grundsätzlich etwas. Oder der Mond eben. 🙂


So, und dann der Wurmkistenbau gestern. 🙂

dav

Super simpel die Sache. 4 Eimer von nem Bratwurststand. Ein Ablaufhahn für ne Wassertonne vom Baumarkt. Mit nem Akkubohrer 6 mm Löcher in 3 Eimerböden bohren und in den Eimer ohne Löcher den Hahn einbauen. Fertig. 🙂

Diese Woche sammle ich noch Startmaterial. Zeitungspapier und Eierkarton. Bioabfall und da ich keinen Kaffee trinke, Kaffeesatz von anderen.

Die Würmer bekomme ich geschenkt, von jemand der schon einen Komposter hat. Die vermehren sich nämlich bei guter Haltung. Nach drei Monaten haben sie sich verdoppelt. 😀

Dann irgendwann noch etwas Verschönerungsarbeit am Wurmhotel.

Zum sozialen Aspekt: Die Bedingungen waren gut. Ich war der einzige Besucher. Wir waren also zu zweit und ein Mitbewohner, der aber nicht mitmachte.

Die Wohnung war zum wohlfühlen und inspirierend.

Das sich unterhalten war schwierig für mich. Da bekam ich die ersten Beschwerden. Nebel im Kopf, Körper nicht mehr spüren, Umgebung nicht mehr richtig wahrnehmen können.

Doch als wir mit dem ‚arbeiten‘ anfingen, besserte sich das sofort. Oh war ich dankbar dafür! Sonst hätte ich nach nur kurzer Zeit wieder gehen müssen.

Abspeichern: Nur Gespräche, sind zu stressig. Gemeinsam etwas tun, geht ganz gut.

Erschöpfung tauchte immer mal wieder auf. Ein Zeichen für mich, dass was nicht mehr gut läuft. Wenn ich dann pausiert habe, mich auf der Couch zurückgelehnt und im Raum umgeschaut, wurde es wieder besser.

Nach anderthalb Stunden, war es trotzdem genug und wir waren auch fertig.

Im Anschluss, auf dem Bahnhof und zu Hause Benommenheitsgefühl, wie, wenn ich erst wieder wach werden müsste und ganz woanders war.

Welche Gefühle das Beisammensein ausgelöst hatten, spürte ich dann erst in der Meditation – dem achtsamen Lauschen nach innen.

Da war es wieder, das Gefahren-/Bedrohungsgefühl. Es scheint nicht ohne zu gehen. Große Not und auch Entlastung wieder zu Hause in Sicherheit zu sein, lösten ein paar Tränen.

Heute Morgen spüre ich dann noch die andere Erschütterung, die solche Treffen auslösen. Maximale Selbst-Verunsicherung, bis in die Wurzeln. Eine riesen Angst vor Zurückweisung. Kein Gefühl mehr dafür, ob ich noch okay bin, so wie ich bin. Wow!

Kein Wunder, dass so Begegnungen für mich anstrengend sind und nur mit Vorsicht geplant werden, wenn sie sowas auslösen!

Im Moment habe ich das Gefühl, mich von all diesem schon wieder ganz gut erholt zu haben. 🙂


Welches Thema auch auftauchte und womit ich bisher sehr wenig zu tun hatte, waren Fragen zu meiner beruflichen/persönlichen Situation.

Mein Umfeld besteht überwiegend nur noch aus ebenfalls Betroffenen. Das macht ein ganz anderes Gefühl über Beschwerlichkeiten zu sprechen, als mit jemand der berufstätig ist.

Da ich vor vier Tagen eine ähnliche Situation mit jemand aus der Nachbarschaft hatte, die, wie ich finde, blöd gelaufen ist, ich nicht die richtigen Worte gefunden habe, hatte ich mir diesmal etwas Gedanken gemacht, was ich sagen möchte und was nicht.

Als es dann dazu kam, zu erklären, warum ich für meine Würmer evtl. nicht genügend Wurmfutter habe (zu wenig frische Lebensmittel zu Hause), beschrieb ich meine Einschränkungen lediglich als Erschöpfungs-Syndrom, welches mein Einkaufsverhalten beeinflusst.

Das wurde verstanden. War mit einem Psychologiestudium aber vielleicht auch zu erwarten. /-)

Es kamen noch Fragen nach Burn-Out, ob die Erschöpfung psychisch oder physisch bedingt ist und das ließ sich alles gut beantworten.

Kein Burn-Out, da man sich davon eher erholt. Bei mir chronisch. Psychischer Stress erzeugt physische Erschöpfung. Ich lerne damit zu leben.

Und damit war die Sache geklärt. 🙂 Hat sich gut angefühlt für mich!

Werbeanzeigen

Update

Immer wenn der Gedanke auftaucht oder das Bedürfnis, etwas über mich zu schreiben, taucht daneben auch der große Unwichtigkeits-Gedanke auf.

Ein Gedanke der sagt, das ist alles nicht von Belang. Ich habe derzeit nichts Wichtiges zu sagen. Keine großen Erkenntnisse, keine tiefen Begebenheiten.

Dann ist das so. Dann schreibe ich, ohne wirklich etwas zu sagen zu haben.

Warum?

Weil es eine Gewohnheit ist, die ich mag, die mir ein gutes Gefühl gibt. Schon jetzt gerade in diesem Moment, wo ich diese Gedankengänge zu ‚Papier‘ bringe. Es ist eine Wohltat. Es fühlt sich an, als hätte ich etwas vollbracht, ein Tageswerk oder so. Es wirkt befriedigend. Es fühlt sich sinnvoll an.

Nun die belanglosen Sachen. 🙂

Ich stelle fest, die große, große Ressource ‚Wald-Kunst‘, ist leider nur etwas für die milden Jahreszeiten. Ich friere einfach zu schnell draußen und habe zu wenig Kondition und auch Interesse, mich viel zu bewegen, um warm zu bleiben. Wald-Kunst entsteht in der Besinnung, in der Ruhe, im Verweilen.

Überhaupt fällt im Winter die Möglichkeit länger draußen zu sein weg und damit auch ein Strukturpunkt.

Das ist schwierig. Macht schwierige Zeiten noch schwieriger. Da es keine Beschäftigung mehr gibt, muss wieder die Ergotherapie herhalten. Geht Anfang Januar los.

Dann gibt es noch die nächste Woche, zweimal wöchentlich Physiotherapie. Das strukturiert auch.

Zwecks positiver Erlebnisse, habe ich mir bei U. für Donnerstag eine ayurvedische Massage gebucht. Da bin ich sehr gespannt drauf und wünsche mir, mich entspannen zu können.

Der Betreuungsträger bietet Qi Gong an. Da bin ich dabei reinzuschnuppern, ob das in dem Rahmen etwas für mich ist. War einmal da, um den Anleiter kennenzulernen. Habe ein gutes Gefühl, dass ich es Montag wieder hinschaffe.

Habe es die Tage geschafft, trotz widerständiger Gefühle, den Kontakt zu drei Freunden, via WhatsUp aufrechtzuerhalten oder herzustellen. Das hat gute Gefühle ausgelöst (ich werde immer noch gemocht – man höre und staune) und mir geholfen, in den Tag zu starten. Auch ergab sich dadurch eine Verabredung für Freitag, die Freude auslöst, wenn denn die Niedergeschlagenheit es zulässt.

Weihnachten werde ich für mich sein. Das erste Mal. Es hat sich so ergeben. Es ist ungewohnt, aber es scheint auch okay zu sein. Meiner Mutter wird das nicht gefallen. Weihnachten soll niemand alleine sein, sagt sie. Doch alles was sich mir angeboten hat, fühlt sich nicht richtig an und ich bin nicht traurig darüber. Weihnachten ist für mich auch nicht ein Tag, sondern eine Zeit. Am 25. oder 26. werde ich dann wohl bei meinen Eltern sein und darauf freue ich mich.

In der Woche danach habe ich einen Termin bei M., um eine Grundreinigung, Klärung und Auffrischung meines Energiesystems durchführen zu lassen. Seit dieser Telefongeschichte, ist mir sehr danach. Ich habe ambivalente Gefühle, nach über 2 Jahren wieder zu ihr zu fahren. Ich habe Sorge, dass mich ihr Wesen wieder so vereinnahmt, ihre bedingungslose Annahme mich wieder so blind dafür macht, was ihres ist und nicht meines. Es steht auch das Gefühl im Raum, diesen Termin abzusagen. Ich möchte offen dafür sein und es auf mich zukommen lassen.

Das Thema Ich-Illusion ist seit gestern wieder aufgetaucht. Beim Stöbern im Forum zieht mich das Geschriebene total an. Alles kommt mir vertraut und wahr vor. Doch meine Gedanken schreien laut, dass ich dazu nicht in der Lage bin. Sie sagen, ich werde mich diesen Gefühlen nicht stellen können, ich werde vermeiden, ausweichen und mich von der Angst beherrschen lassen und dann werde ich enttäuscht sein und noch einen Grund haben, mich abzuwerten. Dann gibt es aber auch andere Gedanken, die vorschlagen es spielerischer zu betrachten, als eine Entdeckungsreise, bei der nichts erwartet wird und nirgendwo angekommen werden muss. Hach… ich weiß nicht. Vielleicht werde ich darüber, über meine Ambivalenz das Gespräch suchen.

Ach ja, fast hätte ich es vergessen, das ich auch wieder mit Therapieplatz-Suche begonnen habe. Das ging ganz rasant. Dienstag bei der Psychotherapeutenkammer angerufen und zwei Nummern bekommen. Freitag, also gestern schon ein erstes Gespräch bei einer Frau gehabt. Das passt allerdings nicht. Im Januar habe ich dann das andere Gespräch. Ein Mann. Klang nett am Telefon. Ich habe mir nach dem Gespräch gestern allerdings die Frage gestellt, ob ich überhaupt der Typ bin, der Vertrauen und Beziehung lernt, in dem er sich einmal die Woche, zu einer festgelegten Zeit mit jemandem zusammensetzt und redet. Es fühlt sich befremdlich an. Unecht. Der Ort. Die Situation. Also auch hier Ambivalenz und der Gedanke, dass Therapie vielleicht nichts für mich ist.

Diese Woche und nächste Woche ist betreuungsfreie Zeit, was mir ganz recht ist. Diese Woche habe ich von mir aus den Termin abgesagt, nächste Woche hat sie Urlaub. Ich mag momentan nicht auf sie reagieren müssen.

So, dass zum aktuellen Stand. Doch ganz schön viel Bewegung, die ich gar nicht spüre.

Spiritueller Mensch

Ich mag es gerade die Stille in meiner Wohnung wahrzunehmen. Die Stille, die eigentlich keine ist, weil da der PC rauscht, die Tastatur klackert, Stimmen aus der Nachbarwohnung, Motorengeräusche von einem vorbeifliegendem Flugzeug. Es ist die Stille des Wahrnehmens, die Stille die entsteht, wenn die Gedanken zur Ruhe kommen und stattdessen wieder wahrgenommen werden kann. *tiefes ein- und ausatmen* Wie wohltuend. Wie entspannend.

Wie anstrengend so oft so viel zu denken. Wie ermüdend. Wie getrieben, wenn die Gedanken von ihrem steten Fluss zu einer Raserei wechseln. Nichts kann zu Ende gedacht werden. Jeder Reiz löst den nächsten Gedanken aus. Und im schwierigsten Fall fordert jeder Gedanke zu einer wieder neuen Handlung auf. Da laufe ich einmal durch die Wohnung und durch das was ich sehe und an was ich denke, kann ich bis zu 5, 10, 15 verschiedene Handlungsimpulse bekommen, ohne Zusammenhang und Sinnhaftigkeit. Das ist echt erschöpfend. Da passt doch irgendwie der Begriff Geistes-krank. Oder müsste man sagen Gedanken-krank oder Verstandes-krank?

Ich komme gerade aus der Meditation. Deshalb die Ruhe. Also ruhiger als vorher. Natürlich denke ich noch viel. Habe ich auch während der Meditation. Klare Gedanken. Darüber wollte ich eigentlich schreiben. Ich will eigentlich über so viel schreiben.

Wo fange ich an? Vielleicht was mir während der Meditation so als Erkenntnis kam.

Wenn ich so meine Übungen mache, wie das meditieren, die Körperarbeit oder auch das Hände-auflegen, dann bemerke ich, wie ich oft Klarheit und Orientierung finde. Ich weiß dann z.B. plötzlich, welche Worte ich wähle, um jemanden etwas zu sagen. Ich weiß dann überhaupt erst, worum es eigentlich bei dem Thema geht, was mein Anteil daran ist und wie ich das dann in Worte packe, die den anderen auch annehmen.

Das ist ein häufiges Alltagsthema bei mir. Ich will irgendwas nicht oder etwas anders oder muss jemandem etwas von mir sagen und ich habe keine Ahnung wie ich das machen soll, wie es angemessen ist. Meistens habe ich eine riesen Angst etwas falsch zu sagen oder falsch zu sein, mit unbedachten Worten jemanden zu verlieren oder von ihm zurückgewiesen zu werden und meine Gedanken dazu nehmen viel Raum ein.

Ich dachte eben beim Sitzen, dass das zwei Menschen sind. Wenn ich in Praktiken meine Energie anhebe, dann bin ich mehr der spirituelle Mensch. Im Alltag fällt dann meine Energie wieder ab und ich bin der, ich nenne es mal ‚persönliche‘ Mensch.

Als spiritueller Mensch bekomme ich mein Leben gut geregelt. Ich finde Lösungen, ich schaffe Klarheit, ich kann mich orientieren, ich sehe nächste Schritte, ich fühle was wahr für mich ist und was nicht, ich komme zur Ruhe, ich tanke Kraft.

Als ‚persönlicher‘ Mensch bekomme ich mein Leben nicht so gut auf die Reihe. Begegnungen, egal welcher Art bringen fast immer irgendeine Verwirrung mit sich.  Ich fühle mich dabei fast immer unsicher und habe viel Angst. Ich bin unklar und weiß oft nicht, was als nächstes zu tun ist. Ich fühle mich orientierungslos, unfähig und ratlos.

Ich möchte natürlich am liebsten immer in meinem spirituellen Zustand sein. Immer die richtigen Worte finden. Keine Fehler machen. Keine Konflikte. Und wenn, mich damit trotzdem sicher fühlen. Immer und zu jeder Zeit wissen, wann es wo lang geht, was als nächstes zu tun ist. Überhaupt mich mit mir selbst immer sicher fühlen. Kein Kopfkino. Keine sinnlosen Gedankenschleifen.

Hach jaaa… hier könnte die Realitätsflucht beginnen. Ich könnte jeden Kontakt vermeiden und mich in mein spirituelles Ich versenken und glauben, das bin ich.

Bin ich aber nicht.

Bin ich auch. Aber ich bin auch der Alltagsmensch, der Ahnungslose, der Überforderte, der Hilfesuchende, der Beziehungslegastheniker.

Ich könnte ja in jedem Gespräch, wenn ich unsicher werde, sagen: „Moment mal, ich muss eben ins Nebenzimmer und über diese Sache meditieren. Bin gleich wieder da.“ 😀

Eigentlich sind es nicht zwei Menschen. Es ist ein und der Selbe, nur in unterschiedlichen Energieniveaus.

Ich denke da an ein Video von Bodo Deletz, wo er zum mitmachen demonstriert, wie ein Gedanke sich von ganz alleine verändert, wenn man ihn mit seinem Bewusstsein ‚anhebt‘. Fand ich sehr spannend, das zu erleben. In dem Video will er natürlich seine Methode bewerben, weshalb es auch so lang ist. Ab Minute 2:10 beginnt er mit dem ‚Experiment‘, falls es jemanden interessiert.

Energie anheben ist keine große Zauberei, bei der man etwas ganz Spezielles tun muss (auch wenn Herr Deletz das in dem Video so tut), sondern sie geschieht durch Bewusst-sein oder auch Achtsamkeit.

Und das wünsche ich mir in Begegnungen. Dass ich es zulassen kann (immer mehr) mein Bewusstsein bei mir zu halten, während jemand anwesend ist. Das heißt auch, dass ich zulassen kann den Raum zu spüren, in dem Begegnung geschieht und meine Angst darin bewusst zu erleben, die diesem Da-sein immer voran geht.

Das würde dann heißen, dass ich mein spirituelles Sein in Beziehungen mit hineinnehme und nicht nur außerhalb lebe.

Ooooh, ich weiß nicht wann ich das kann. (hier steht nicht ‚ob‘ 🙂 )

schieflage

zeitlos. sehe nachrichten von mir, die gerade mal 3-7 tage alt sind und mir kommen diese sachen, die ich da schrieb, wie aus einer anderen zeit vor. erst so kurz her?

heute bin ich nicht ganz da. war morgens außer der reihe bei meiner psychiaterin. zähneknirschend, weil ich ihr momentan nicht vertraue, nicht weiß, ob ich dort sicher bin, ob sie mich noch verstehen kann, noch hinter mir steht und nicht ein nächstes wort, ein nächster satz mich weiter destabilisiert (so wie es mir gerade in fast jeder beziehung geht).

war trotzdem bei ihr, weil gestern wieder erstmalig gedanken kamen, dass es angenehmer wäre, nicht mehr da zu sein. und weil mir klar ist, dass ich diese verunsicherungen nur weiter verschleppe, wenn ich sie nicht anspreche. weglaufen ist sinnlos, aber schützt trotzdem eine weile.

es ist okay gelaufen. das heißt, ich habe sie weicher, zugewandter und rücksichtsvoll erlebt. mir sind keine weiteren einstellungen und meinungen von ihr um die ohren geflogen. sie hat zugehört und fragen gestellt. wir haben über die vorkommnisse gesprochen. ich konnte ihr alles erzählen, wie sich meine unsicherheiten und verlassenheitsgefühle zusammen setzen. wie ich was von ihr verstehe, wenn sie die dinge auf ihre art und weise sagt. was schwierig für mich ist. wie basal zerstörend sich das auf meinen selbstwert auswirken kann. sie glaubt, es diesmal verstanden zu haben. ich glaube das auch. das war gut.

und ich konnte endlich mal diesen ganzen berg verzweiflung, wegen all der instabilen beziehungen, wegen der daraus entstehenden unmöglichkeit, mich noch irgendwo entlasten zu können und sicher zu fühlen und wegen dem verlust der inneren beziehung zu fr. s., verbal abladen. ich konnte tränen zulassen. ich konnte vor mir selbst und ihr verbalisieren, dass ich es nicht alleine schaffe, wahrnehmungen und mein selbstgefühl stabil zu korrigieren.

es war diesmal ein hilfreiches gespräch. keine abwehrende reaktion von, sehen sie doch mal dies und jenes und ist es nicht doch auch so und so und alles ja nicht ganz so schlimm. nein, sie hat gehört, zugehört, zurückgespiegelt und in meinen worten und tränen und meinem sein erfasst und mich gefragt, ob es dann also so ist, dass ich regelmäßige unterstützung bräuchte. jaaaa! ich habe es mir nicht mehr getraut, dieses gefühl und diese einschätzung nach außen zu verbalisieren, aus angst, damit zurückgewiesen zu werden. jetzt musste es also anders herum laufen. jemand anderes sagt es, eine person mit ‚rang‘, dann erst darf es sein, ist es ‚richtig‘.

also ließ ich mir auch nochmal bestätigen, dass es eine sehr schwere phase ist, in der ich bin, in der ich auch anrecht auf regelmäßige unterstützung durch eine haushaltshilfe habe und das auch lebensmüde gedanken okay sind, da sein dürfen, ich sie nicht bekämpfen muss, ich nichts falsch gemacht habe und ich auch wöchentliche gespräche bei ihr haben kann und nicht absagen muss.

ich versuche anzuerkennen, dass ich diese bestätigungen von außen brauche und sie keine schwäche, im sinne von selbstabwertung, sind. ich versuche es… (und immer das selbstbild von eigenständigkeit und unabhängigkeit im hintergrund, das bröckelt und bröckelt…)

die schleusen waren so offen, dass ich mich in der praxis erst noch in ein leeres behandlungszimmer zurückziehen musste, um zu weinen und mir zeit zur beruhigung zu lassen, bevor ich mich in der lage sah, nach hause fahren zu können.

seit dem zeitlosigkeit, kontextlosigkeit.

ich habe mir erlaubt, ab heute wieder das paroxetin zu nehmen, nachdem ich eine klärungsphase, mit hilfe von kartenlegungen hatte. die botschaft war einerseits – du darfst dich ausruhen, du hast genug gearbeitet und andererseits – erwarte nicht zu viel. dazu kam ein sehr angenehmes gefühl, unabhängig von den karten, als ich innerlich nachfragte. ich bin nun also im reinen damit.

ich habe den mut gefunden, nochmal bei zwei verhaltenstherapeutinnen wegen eines therapieplatzes anzufragen. ergebnis noch offen.

freitag gutachtergespräch wegen des betreuten einzelwohnens.

grundstimmung ist stark wechselhaft von hoffnungslosigkeit bis seichte zuversicht, von misstrauen bis schwaches vertrauen, von innerer härte, abwertung bis nuancen von mitgefühl und anerkennung. gefühle von starker belastung sind sehr omnipräsent.

die suche nach dem tieferen sinn dessen, was mir hier wiederfährt, gestaltete sich erst sehr schwierig. was lernt man, wenn man aushält? das leben ist hart? das soll die lektion sein? stärke durch härte? durchhaltevermögen durch härte? nein. das überzeugte mich nicht.

um so mehr ich mich in richtung anerkennung für mich selbst bewegte und wahrnehmen, fühlen konnte, was ich trage, nicht was ich ertrage, sondern was ich trage und halte und leiste, umso klarer fühlte ich einen sinn.

anerkennung für mich selbst lernen! selbstannahme! und dann öffnete sich der blick auch auf glauben, demut und hingabe. das ist es was ich lernen kann.

(auch wenn es da grummelt im hintergrund – na toll, es soll lieber aufhören und wieder gut werden)

ich nutze jede erdenkliche hilfe und erhalte auch viel unerwartete hilfe. kleine ungeplante situationen. das kann ich nun wieder sehen. bin ich froh drum. musste mich darum aber aktiv bemühen. der blickwinkel kam nicht von alleine und bleibt auch nicht von alleine. ich darf hier auch noch mal meine tägliche leistung und arbeit würdigen, meine schieflage auszugleichen.

Astrologisches Gestöber

„Zielstrebiges Vorgehen

Ihre erhöhte Vitalität und verbessertes Selbstvertrauen steigert auch Ihren Fleiss. Eine gute Zeit, um neue Aufgaben zu übernehmen, weil Sie jetzt sowohl als Einzelgänger als auch in einer Gruppe fruchtbare Arbeit leisten können. Ihre Ideen sind jetzt meistens mehrheitsfähig, da sie von anderen auf ganz natürliche Weise für gut befunden werden. Nutzen Sie diesen Einfluss für Ihre Ziele, denn auch wenn sich Ihre eigenen Vorstellungen und Konzepte nicht ändern, so finden diese doch bei anderen Personen viel mehr Anklang!“

Hah! Da lese ich mein Wochenhoroskop und hätte den ersten Satz doch glatt selbst schreiben können, weil es eine Veränderung der letzten Woche ist, die ich wahrgenommen habe. Na gut, dieses Wochenhoroskop meint die kommende Woche. Egal, da gibt es eh keine klaren Grenzen. Auch der Rest passt für mich. Gerade für den neuen Arbeitsbereich, das arbeiten alleine und in Gruppe möglich ist. Und dass das Sozialamt so zugänglich war, für meinen Hilfebedarf, passt doch auch wunderbar in diese Prognose.

Ach, das tut gerade gut, wenn es sich widerspiegelt.

Bin darauf gekommen, wegen des neuen Artikels von Sabine, zum rückläufigen Mars.

Ich bin gespannt, wie es sich in meinem Leben auswirken wird. Gerne hätte ich noch den Lebensbereich gewusst, der bei mir betroffen ist. Mein Gefühl sagt mir, es wird weiterhin im zwischenmenschlichen Bereich bleiben. Da sind bei mir noch Dinge offen – Begegnungen stehen an, die herausfordernd werden und ich wenig geneigt bin, mich ihnen zu stellen. Doch sie stehen an und sind auch schon eingeleitet.

Das Leben endet…

… verfolgt mich.

Thema der aktuellen KGS.

Thema in der aktuellen KGS.

Ich greife mir ein paar Ordner, aus Studienzeiten aus dem Schrank, weil ich ausmisten will. Unterlagen aus 2003.

Das ist das Erste was ich greife ...

Das ist das Erste was ich greife …

 

... und lande, beim Aufschlagen auf dieser Seite...

… und lande, beim Aufschlagen auf dieser Seite…

 

... welche zu diesem Kapitel gehört...

… welche zu diesem Kapitel gehört…

 

... und ansprechende Textstellen hat.

… und ansprechende Textstellen hat.

 

Es stirbt nicht nur ein Mensch, sondern auch seine Beziehungen.

Es stirbt nicht nur ein Mensch, sondern auch seine Beziehungen.

 

Ich glaub, dass behalte ich schon mal. Genau für solche Momente.

Nachtrag: Hahhh… der Nächste was ich greife ist, Schwerpunktbezogene Ethik – Zuwanderung gestalten – Ethische Dimensionen der Migration und Integration. Wie passend zur aktuellen Situation.

Da fällt mir ein, das mein Schwerpunktthema im Studium die interkulturelle Arbeit war. Hatte danach aber nie wieder damit zu tun und auch keine Affinitäten in diese Richtung.

Oh Gott… und mein Thema war das damalige Zuwanderungsgesetz. Weiß ich gar nichts mehr darüber.