Weil ich mich gezeigt habe, sind so liebevolle Dinge passiert

Ich liege auf der Couch, denke über die vorgestrige Beerdigung meiner Oma und die gestrige Körperarbeits-Stunde nach.

Ich probiere diesen Gedanken aus, der mir gestern gesagt wurde, in ein offenes inneres System.

Weil ich mich gezeigt habe, sind so liebevolle Dinge passiert.

Es schmerzt an einer tiefen Stelle. Tränen laufen.

Darf es wehtun, wenn es doch was Schönes sein sollte?

Meine Unsicherheiten mit meinen Empfindungen.

Ja, es darf schön sein und gleichzeitig wehtun, weil Beides an der gleichen Stelle im Körper liegt. Eine neue gute Erfahrung, wenn sie denn gefühlt wird, kann eine alte schmerzhafte Erfahrung heilen. Sie verschmelzen miteinander.

Weil ich mich gezeigt habe, sind so liebevolle Dinge passiert.

Ich spüre in die Stelle, wo dieses schöne Gefühl mehr schmerzt und finde den Ort, an dem geglaubt wird – wenn ich mich zeige, dann tut das nur weh, wird schlecht gemacht, entwertet und ausgelacht – die Stelle, die das Andere noch gar nicht kennt.

Weil ich mich gezeigt habe, sind so liebevolle Dinge passiert.

Dieser Prozess mich zu zeigen und damit gute Erfahrungen zu sammeln, ist kein Neuer. Er läuft seit Jahren.

Kommen heute zum ersten Mal die Erfahrungen wirklich an?

Vielleicht, weil es um meine Familie geht? Vielleicht, weil sie der Ort meiner ungestillten Sehnsüchte sind und sie es vorgestern waren, die diesen Ort der ungestillten Sehnsüchte berührt haben?

Lassen sich Erfahrungen doch nachholen?

In diesem Fall anscheinend schon.

Ich bin vorsichtig. Bewege die Erinnerungen daran in mir herum. Die Versuchung ist groß, mir strahlend die Zukunft auszumalen, von viel Nähe und Innigkeit. Vorsicht tut mir hier gut. Die Enttäuschungen schmerzen sonst zu sehr.

Ich will versuchen diese kleinen Momente, in denen so viel zwischen uns war, aufzubewahren, sie so zu nehmen wie sie sind, wahr und passiert, ohne daraus mehr oder weniger zu machen.

Das ist genug. Mehr als genug. Das ist geradezu grandios und überwältigend. Kleine Gesten, die vorher nie waren.

Weil ich mich gezeigt habe, sind so liebevolle Dinge passiert.

Es ist nicht leicht, dass zu fühlen. Nun schwimmt dort Trauer.

Familie

Ich weiß nicht, ob ihr es auch fühlen könnt. Die Tage, gestern und heute gehen mir direkt ins Herz. Nähe zu mir selbst und zu anderen, Sehnsucht nach Verbindung, Schmerz, Liebe, Frieden, Berührung.

Es ist verrückt. Da suche ich zu Weihnachten und überhaupt, den Abstand zu meiner Familie und nun sitze ich hier und habe Sehnsucht nach ihnen, nach ihrer Nähe.

Doch heute weiß ich auch, dass ich diese Nähe, so wie ich sie mir vorstelle dort nicht finden werde. Und ich weiß auch, dass ein Gefühl nicht unbedingt ein Verhalten fordert. Dass ich hier mit diesem Gefühl sitzen kann und mich mit meiner Familie verbinden kann, ohne bei ihnen zu sein. Dass ich mich mit ihren Seelen verbinden kann, die rein sind, egal was der Mensch daraus in seinem Leben macht.

Ja und genau das tue ich gerade. Ich fühle mich ihnen im Herzen nah.
Dort fühle ich Dankbarkeit, dass mir meine Eltern mein Leben geschenkt haben. Dort fühle ich Bruderliebe. Dort fühle ich das Band, welches uns alle miteinander verbindet, weil wir eine Familie sind. Egal wie der Einzelne sein Leben lebt. Dort sind wir zusammen. Dort liebe ich euch.

Danke, dass ich es so fühlen darf, wo vorher nichts war! Ich bin tief berührt!

Ich danke auch meinen Großeltern, dass sie meinen Eltern das Leben geschenkt haben.