Cranio-Sacral-Sitzung

Was für eine Cranio-Sacral-Sitzung heute.

Wir haben uns das Ankommens-Gespräch gleich gespart, weil ich sofort anfangen musste zu weinen, mit den ständigen Worten in meinem Kopf „es ist zu viel“, „ich will sterben“.

Ich war vor 3 Monaten das letzte Mal bei ihr.

Noch neben der Liege sitzend, legte ich meinen Kopf auf die Liege, die Arme darum, um die Tränen zu verbergen.

U. setze sich dazu und legte behutsam ihre Hand auf meinen Rücken.

Aber erst als ich dann auf der Liege lag, konnte ich mich ganz abgeben und reden und fühlen, was da an großer Last in mir war. So hab ich ne dreiviertel Stunde geheult und gerotzt und gezetert, war verzweifelt, überfordert, traurig, wütend und voller Angst. Hab nen Kissen durch den Raum geworfen, mich gehasst und mich geliebt.

Und wenn U. mal ihre Hände von meinem Rücken nahm, kam ganz schnell „kannst du da bleiben?“.

So raus lassen geht nur bei U. und geht nur, wenn ich berührt werde.

Die ganzen Termine der letzten Wochen, durch Therapiesuche, neue BEW-Frau, neue Ergo-Körperarbeit, die immer wieder Altes triggerten, von „mich will keiner“, „mich sieht keiner“, „ich bin nicht wichtig“, „ich bin falsch“. Unausgedrückt, in mir gestapelt, so dass die depressiven Zustände sich vermehrten. Ich schaffe den Haushalt nicht mehr und fühle mich zunehmend unwohl in meiner Wohnung.

Durch die Medis aber so viel Abstand, dass es möglich war weiter zu funktionieren.

Ich bin deswegen so verdammt ambivalent, was die Medis betrifft. Und mir macht es auch sehr zu schaffen, dass mir anscheinend von den Medis die Haare ausfallen. Gruselig.

Es war mir nicht möglich, meine Gefühlswelt selbst so zu greifen, dass ich sie hätte vermitteln können und schon im Alltag Entlastung zu finden.

Zum Ende der Cranio-Stunde erlebe ich aber auch, dass Kraft in mir ist, mich all dem weiter zu stellen und vorwärts zu schreiten.

Ich bin auf dem richtigen Weg.

Vielleicht muss nur an der einen oder anderen Stelle der Zeitumfang etwas reduziert werden, um Überforderung zu vermeiden.

Mir ist dort auch mal wieder bewusst geworden, wie schwer es für mich ist Überforderung zu fühlen, wenn sie passiert. Überhaupt so etwas wie ein Stopp zu fühlen. Dazu erinnerte sich U. an eine frühere Sitzung, bei der wir in eine Stelle im Körper tiefer spürten. Sie meinte, die meisten Menschen reagieren irgendwann mit einem Stopp. Bei mir kam kein Stopp. Es gab keine Grenze. Sie konnte bis tief wahrnehmen und ganz auf dem Grund, war so viel Sehnsucht nach Kontakt, aber auch eine panische Angst.

Das beschreibt gut, wie ich mich fühle, wenn Nähe entsteht. Da ist keine Grenze, kein Stopp. Es geht sofort bis auf dem Grund und dort ist sofort panische Angst.

Danke an die Körperarbeit

„Liebe U.,
ich bin sehr berührt von unserer Arbeit. Das Ineinandergreifen von dir und mir. Dass das immer wieder was möglich macht. Wie sehr du mir vertraust, wie viel Raum du mir geben kannst und wie sehr du damit dem Ganzen an sich vertraust. Ich glaube, das ist das Heilsamste an allem. Mein Vertrauen wächst Stück für Stück an deinem Vertrauen.

Und das passiert so nebenbei. Du forderst nichts. Du erwartest nichts. Du hast keinen Plan. Du nimmst einfach meines, lässt es da sein, lädst es ein da zu sein. Hältst es einfach oder gibst einen Impuls.

Deine Ideen, kannst du ebenso unbeeindruckt wieder fallen lässt, wenn sie nicht passen.

Das Ganze ist ein großes Geschenk für mich.
Alte Glaubensmuster bekommen null Nahrung, um sich bestätigt zu fühlen. Stattdessen passiert das Gegenteil. Und das wirkt. Es dauert lange, aber es wirkt.

Ein großes Danke für dein so-Sein. ❤ „

Gespräch mit Gott

Ich war heute bei der Körperarbeit…

So viel passiert…

Kopfschüttelnde, lächelnde Sprachlosigkeit. Ver-rückt, dachte ich danach.

Es ist zu frisch. Da fehlen viele Details, wegen Verarbeitungsstau.

Aber irgendwie lag ich dann da auf der linken Seite, mit einer Hand ein Taschentuch vorm Gesicht, die andere den Kopf haltend und klagte Gott an, wandte mich direkt laut sprechend an IHN/SIE/ES. Weinte sehr. War bitterlich enttäuscht. War wütend auf IHN/SIE/ES. Warum ER nicht da war. Warum ich so viel Angst fühlen musste und wo ER da gewesen war. Wie ich IHM so jemals wieder Vertrauen sollte. Wie das gehen sollte, mit so viel und so großer Angst, IHN trotzdem bei mir zu fühlen.

Es war so befreiend. Ich hatte gar keine Ahnung, dass das irgendwie Thema in mir war und ich wusste auch nicht, auf was sich das bezog, aber es wollte dringend raus und endlich war da etwas, wohin ich es richten konnte, was da blieb und sich all das anhörte. Am Ende blieb leichter Groll auf IHN und das war okay so, weil da plötzlich eine Beziehung war. Es gab ETWAS, wohin sich meine Wut, der Groll, all meine Gefühle richten konnten, ohne Gefahr.

U. hielt währenddessen meinen Rücken im Becken und auf Herz-Höhe und blieb sprachlich mit mir im Kontakt. Und da floss einiges an Energie durch ihre Hände.

Ver-rückt. Damit habe ich gar nicht gerechnet. Mein Verstand wollte sich immer einmischen und erklären, dass ich ja gar nicht an einen Gott glaubte, nicht im klassischen Sinne… blabla… 🙂

Ich fühle eine alles verbindende, übergeordnete, unpersönliche Kraft.

Aber wer weiß, auf welchen Ebenen ich da meine Beziehung zu etwas Höheren/Größerem/Leitenden geheilt habe, welche verschiedenen Leben dies betrifft.

Ich halte mich da mal mit meinem Kopf-blabla arg zurück. 😉 Weil eigentlich weiß ich gar nichts und fühle trotzdem ganz schön viel davon.

Ergibt das jetzt Sinn? Egal. 😀

Jedenfalls, als wir aufhörten, waren meine Beine immer noch weit weg, womit wir eigentlich angefangen hatten. Aber ich war so voller Energie im Becken und die wollte irgendwo hinfließen, (durch die Beine ging ja nicht) so dass ich einen Lach-/Freudeanfall bekam und schon Sorge hatte, mich nicht mehr ein zubekommen und blöd, irre grinsend und lachend in die Bahn steigen zu müssen. 😀 😀

Das hat sich GOTT 😉 sei Dank wieder gelegt.

Nachklang

Gestern übermannte mich eine emotionale Erkenntnis, als ich beim morgendlichen Akupressur-Klopfen plötzlich eine bisher mir unbekannte, furchtbare Angst fühlte. Eine Angst davor ich selbst zu sein.

Notizen 15.09.2016

Es geht einfach nur darum. Meine Angst ich selbst zu sein. Im Außen ist gar nichts mehr. Es gilt nur noch diese Angst zu durchleben. Eine Erleuchtung. Eine Befreiung. Es wird nichts Großes passieren.

Das ist die Angst, die in jeder Begegnung auftaucht. Das ist die ständige Anspannung unter Sichtkontakt. Diese Angst ist es, die zwischen mir und wahrer Begegnung, echtem Kontakt steht. Ergänzung: Das ist die Angst, dich mich selbst innerlich teilt.

Dann hatte ich dieses Gefühl von „ich bin da“ in meinem Körper, in meinem Becken. Völlig selbstverständlich und neuartig und wunderschön. Klar und kraftvoll.

 

Seit dieser osteopathischen Behandlung klickert vieles in mir zusammen, an neue Stellen. Spannend.

Bei der Osteopathie, im speziellen der Cranio-Sacral-Therapie wird mit der rhythmischen Pulsation der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit gearbeitet, die ca. 8-12 Mal die Minute stattfindet. (Ich lächel darüber, dass das immer noch als Annahme bezeichnet wird, weil es keine wissenschaftlichen Beweise gibt – das Gefühl, die Wahrnehmung reicht nicht)

Die Behandlung zielt darauf, diesen natürlichen Rhythmus wieder anzuregen, dass er wieder ungehindert stattfinden kann.

Mir fallen dazu Wahrnehmungen aus meinen Meditationen ein, die ich versucht habe ins Bildhafte zu übersetzen.

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Zwei Varianten, um mein Gefühl zu erfassen, dass ich mich meistens nicht als etwas Ganzes, Einheitliches wahrnehme. In der Meditation kommt es mir wie unterschiedliche Ebenen vor, wie im ersten Bild und wenn ich Körperarbeit mache, dann fühlt es sich so an, als wenn meine Energielinie keine ist. Interessanterweise auch in drei Teilen.

Vielleicht spiegelt das die Unterbrechungen/Blockaden oder was auch immer in meiner Rückenmarksflüssigkeit wieder.

Ich bin gespannt, wie es sich fortsetzt.

Persönliche Verarbeitung der osteopathischen Behandlung

Okay. Ich trau mich jetzt. Nun wird es doch persönlich. Sehr sogar.

Ich habe mir dafür extra ein Soundcloud-Konto zugelegt. Was bin ich doch eine Heldin. 😉

Also… die Vorgeschichte. Ich hatte heute den zweiten Osteopathie-Termin und zwar bei der Ärztin, die überraschenderweise auch spirituell arbeitet. Für mich war das eine heftige neue Erfahrung, so eng mit jemandem zu arbeiten, den ich erst von einem Mal sehen kenne (nix mit Beziehungsaufbau) und mich trotzdem aufgeschlossen, an meinen Kontrollinstanzen vorbei und mit so vielen Fähigkeiten, mich abzugrenzen erlebe.

Da hat definitiv von ‚außen‘ Unterstützung stattgefunden.

Aus ihrem Behandlungszimmer.

Aus ihrem Behandlungszimmer.

Ich war so ‚voll‘ von dieser komplexen Erfahrung, dass ich im Anschluss nicht wie geplant zum Alltag übergehen konnte. Da passierte so viel, dass ich es mitteilen wollte, aber niemanden anrufen wollte. Da fiel mir das Diktiergerät im Handy ein.

Damit lief ich dann, mein Fahrrad schiebend barfuß durch den Park, bis ich das Gefühl hatte, so einigermaßen sortiert und fähig zu sein, mit dem Rad nach Hause zu fahren.

Ich habe nichts geschnitten oder sortiert. Das ist so wie es aus mir raus kam. Vielleicht nach außen nicht alles verstehbar und unvollständige Informationen. Es diente meiner Verarbeitung und springt im Ablauf der Behandlung hin und her. Dafür war es genau richtig. Manche Stellen sind sehr leise. Ich werd nicht viel mehr zu erklären, außer jemand hat konkrete Fragen.

Nur noch zur ersten Aufnahme. Da kam ich direkt aus dem Haus raus und war erst einmal von den starken Körperreaktionen eingenommen. War mir peinlich, weil ich ständig, wie bei Ticks meine Augen und meinen Kiefer weit öffnen musste. Das ließ sich nicht unterdrücken. Hat mich nen bisschen überfordert, aber ließ dann Gott sei Dank nach.

 

Energieprozesse

Wow! Es ist echt mächtig was hier passiert. Ich will mal die energetische Seite dieser Woche festhalten.
Gerade eben beim wöchentlichen Yoga. Da kann ich dann immer gut vergleichen, von Woche zu Woche, wo ich stehe, mit meinem Körpergefühl, der Körperbeweglichkeit und dem Energieflussgefühl. Neu ist heute, dass ich schon bei der Anfangsübung, die nur Hände- und Armeausschütteln beinhaltet, spüre, wie die Energie anfängt zu fließen. Schon mein Gedanke daran, scheint mich sofort zu verbinden.

Da fällt mir auch eine kleine Situation von gestern ein. Ich legte einer Freundin die Hände auf ihr verstauchtes Fußgelenk. Ich war mit meiner eigenen Konzentration noch gar nicht richtig da, da spürte ich es schon fließen und nach ein, zwei Minuten durchdrang mich so ein kräftiger Schub, von oben nach unten, dass ich glaubte ihn gar nicht in seiner Ganzheit durchlassen zu können. Hab ich auch nicht. Meine Freundin spürte sofort ein Kribbeln in der verletzen Stelle, welches wanderte.

Zurück zum Yoga. Das starke Spüren blieb die ganze Zeit, ob nun Dehnungen oder Kräftigungsübungen. Zum ersten Mal knackte etwas in der Lendenwirbelsäule, die sonst immer fest und unbeweglich ist. Tut jetzt auch ein wenig weh. Beim „Schlafenden Tiger“, also der Tan-Dschon-Kräftigung, wurde ich in meinen Körper gezogen, so dass ich erkannte, dass ich diese starken energetischen Empfindungen anscheinend oft außerhalb meines Körpers erlebe. Ist nicht so richtig neu, aber war diesmal sehr klar wahrzunehmen. In der Abschlussmeditation hält sich auch dort die ganze Zeit das starke Gefühl mit einem energetischen Raum verbunden zu sein. Ich kann einzelne Energiepunkte in meinem Körper erspüren. Im Becken, im Bauch, im Zwerchfell (ein harter kleiner Ball), im Herzen (ein weiches Feld). Ich versuche Kontakt mit „Aman“ aufzunehmen. (Ich komme mir weiterhin komisch vor diesen Namen zu benutzen, überhaupt einen Namen zu benutzen.) Bedanke mich intuitiv für seine großartige Begleitung, bevor ich die Reiki-Einweihung gemacht habe. Plötzlich habe ich das Gefühl, mich von innen zu verdoppeln. Als würde sich etwas Zweites, Größeres über mich legen. Mit einem viel größerem energetischen Feld, welches nach außen gelb strahlt. Für mich ist es ganz natürlich, dass das wohl Aman ist. Es ist überwältigend, wie groß er sich anfühlt, wie aufgeladen und stark. Ich genieße ihn (es) und freue mich über seine Erscheinung. Sage ihm, dass ich schon Sorge hatte, er ist nicht mehr da, da ich fast nur noch mit Reiki in der klassischen Art arbeite. Ich stelle im wild lauter Fragen und bitte immer wieder darum, Antworten zu erhalten die ich hören oder sehen oder irgendetwas kann. Die Kommunikation lief bisher nur von meiner Seite, abgesehen von dem Namen den ich sah oder ein inneres Lachen. Ich tät so gerne Antworten in Sprache erhalten, damit ich sie verstehen kann. Ich frage, wie ich seine Kraft in die Arbeit mit Reiki einfließen lassen kann. Wie ich überhaupt das intuitive Arbeiten einfließen lassen kann. Ob das sinnvoll ist und wie ich das machen soll? Naja, ich bekomme keine Antworten. Ich bitte darum, ob er mich nicht an mein altes Heilerwissen aus vergangenen Leben anschließen kann. Dann wüsste ich auch, was zu tun sei. Auch da passiert nichts. Na gut, höre ich mal auf mit der Fragerei. Vielleicht kommt er auch gar nicht zum antworten, weil ich keine Pause lasse. Ich überlasse mich wieder ganz der Wahrnehmung. Und plötzlich verändert sich meine Wahrnehmung von dem Zimmer in dem ich sitze. Ich spüre einen anderen Raum. Meine Couch neben mir ist weg. Da ist viel Platz. Ich kann nur nach links ‚sehen‘. Ich versuche zu ertasten oder zu sehen wo ich bin, wie dieser Raum aussieht. Kann aber nicht mehr wahrnehmen, als das neben mir und anscheinend um mich herum viel Platz ist. Auch scheint der Boden durchsichtig oder nicht vorhanden. Spannend, sehr spannend. Das gab es noch nie. Dann bedanke ich mich bei Aman und bitte ihn, meinen Körper zu verlassen, damit ich noch ein wenig bei meiner Atmung bleiben kann. Tatsächlich normalisieren sich wieder alle Wahrnehmung von mir und dem Zimmer. Ich bin wieder da.

Diese starken Energien habe ich die letzten Tage immer so am Rande bemerkt. Vor allem über das Sehen, Fühlen von Räumen. Alles kam mir gedehnt, weit und groß vor. Ich denke, ich verschließe mich noch für sie. Ich traue mich nicht aus ihnen heraus im Alltag zu sein. Mich dort mit ihnen zu verbinden. Sie machen mir angst. Bei der Cranio-Sacral-Behandlung überwältigte mich ihre Stärke am Solarplexus-Chakra. Es wollte wachsen und wachsen und mich groß machen, aber es kam sofort Widerstand aus mir, der immer wiederholte, dass nicht zu wollen. Und direkt daran, kam dann die Angst aus dem damaligen Trauma. Vielleicht kann ich meine wahre Größe leben, wenn ich da durchgegangen bin. Wer weiß. Das wäre definitiv ein überwältigender Durchbruch!

Ich glaube, dass diese Entwicklung eng mit der täglichen Reiki-Eigenbehandlung im Zusammenhang steht. Das ist immerhin jeden Abend eine 40-minütige Übung im präsenten Sein. Hinzu eine kontinuierliche Verbindung und Bewegung der Energie. Vieles Unterschiedliches habe ich dabei schon erlebt. Zum Beispiel ist da auch das zukünftige Motiv für meine Reiki-Visitenkarten zu mir gekommen. 🙂 Spannend war auch, als ich die Absicht mit hineinnahm, Reiki in mein allgemeines Angstgefühl zu schicken. Meine Gedanken führten mich zu einer Erinnerung. Die Erinnerung wurde dreidimensional. Ich war mitten drin, auch mit dem Fühlen und alles war lichtdurchflutet. Erstaunlicherweise fühlte ich etwas ganz Neues, wie ich es bisher nicht erinnert hatte. Ich dachte in dieser Situation Ohnmachtsgefühle gehabt zu haben, aber genau das Gegenteil war der Fall. Ich war in einer sehr mächtigen, überlegenen Position. Diese Veränderung hat mir wiederum dabei geholfen, näher an mein vergrabenes Wutgefühl zu kommen. Ich sehe hier gerade die Parallele zu dem obigen Thema klein sein – groß sein.

Umwälzungen

Ich greife hier mal auf eine unübliche Methode zurück, um einen Artikel zu schreiben. Die Ereignisse der letzten Woche wirbelten so um mich herum, dass es mir unmöglich ist, daraus einen zusammenhängenden Text zu formulieren, noch mich an alles zu erinnern. Und ich bin im Moment auch extrem wirr und zerfranst im Kopf. Trotzdem will ich es festhalten. Ich habe in der Zeit einigen E-Mail-Austausch gehabt und da auch über mich geschrieben. Ich stelle davon Auszüge rein, welche durch Kursivschrift zu erkennen und nummerisch voneinander abgegrenzt sind.
Und… von wegen Rückschritte… es geht in Meilenschritten voran.

29.03.2014
1. „Wenn Sie mit aller Macht jede Aggression unterdrücken, geht auch die nötige Aggression für die Bewältigung des Alltags verloren.“ (Therapeutenaussage)
Ich kann das bestätigen. In den letzten drei Wochen hing ich ordentlich durch. Aber immer in kurzen Momenten (3 waren es), wo meine Gedanken und Erinnerungen mich an eine Stelle führten, an der Wut aufstieg, im Körper fühlbar, war es mir plötzlich möglich aufzustehen und kurz Kraft zu fühlen für den Alltag. Da muss also was dran sein.

31.03.2014
2. Oh ja, wer hat schon Bock zu erkennen, dass er selbst die “Störung” verursacht. Da stehe ich gerade. Ich erkenne die Ursache. Ich will es auf Teufel komm raus ändern. Ich erfahre, dass ich keinen bewussten Einfluss darauf habe. Ich zerbreche an meiner Ohnmächtigkeit. Und eigentlich sollte folgen, dass ich wieder mehr den Umständen und dem Prozess vertraue, egal wie er ist und ob ich ihn verstehe, aber da bin ich noch nicht. Bin noch in der Kopfdepression, nichts wirklich machen zu können, außer zuzuschauen. Und was ich sehe, will ich nicht haben. Ich hasse es! (hallo Wut :))

3. „Lieber Kopf von Sophie, was du bekämpfst, wird nur noch größer und stärker. Warum kämpfst du denn? Oder womit?“
Ich greif´ das auf und steig mal ein, weil ich schon beim Lesen deiner Fragen ´nen Heulkrampf bekomme. Vielleicht auch assoziativ…
Ich will nicht! Ich will nicht! Ich will das nicht! Ich will das nicht haben. Das will ich nicht haben. Das bin ich nicht. Das will ich nicht sein. Ich hab Angst! Ich hab Todesangst! Es tut weh. Ich muss was tun. Ich muss unbedingt was tun. Ich muss ganz dringend was tun, damit es besser wird. Weil ich es nicht aushalte. Weil ich es verurteile. Weil ich es hasse! Ich will mich nicht klein fühlen! Ich will mich nicht ohnmächtig fühlen! Ich muss da etwas ganz unbedingt in mir schützen. Niemals, Niemals, Niemals wieder soll es weh tun. Ich hasse ihn! Ich darf ihn nicht hassen!
Okay. Stopp. Weiter nicht in diesem Rahmen.

02.04.2014
4. Meine Turbulenzen laufen noch (und wie den Texten zu entnehmen ist, wohl auch noch bis Ostern?). So heftig, das auch mein Verstand daran scheitert. Soviel Wut ist in meinem Leben noch brandneu. Und Todesangst. Die kenne ich schon, aber sie ist so nah wie noch nie. Es ist wie ein Orkan. Und wenn das Herumgeschleudere nicht schon genug wäre, habe ich auch an einigen Stellen zwanghaft beschlossen dagegen anzukämpfen. Das war heftig, mit viel
Verzweiflung und irgendwie auch wieder gut, weil etwas von meinem Verstand wohl „gebrochen“ ist. Momentan liege ich im Auge des Orkans. Da ist alles still. Ich fühl mich groß und klein gleichzeitig. Ganz und zerbrochen. Wissend und mit null Ahnung. Angekommen und verloren. Gelegentlich auch irre, wie kurz vorm Wahnsinn.

5. Wow! Das ist nicht nur einfach mal irgend so eine Geschichte die ich las. Der Inhalt hat sich beim Lesen mit mir verschmolzen. Es ist das persönlichste Buch was ich jemals las. So nah an meinem Sein. Das Sein selbst. Ich find nicht die passenden Worte. Du schriebst oben „die eine Seele erkennt sich“. So ist es. Ich bin du und du bist ich. Igor ist ich und ich bin Igor. Alle sind wir eins. Zellen eines Organismus, den wir nur erahnen können.
Ich lag vorhin im Wald, auf dem Boden und war mir sehr nah. Hätte ewig verweilen können, wenn da nicht mein unruhiger Geist wäre. Ruhe und Unruhe in einem. Kreis und Dreieck in einem.
(Es geht um das Buch „Der unsichtbare Apfel“ von Robert Gwisdek)

Interessant, dass du es Ausgeglichenheit nennst. Aber du hast recht damit, obwohl es ein Paradox ist, zu meiner bisherigen Vorstellung von Ausgeglichenheit. Ausgeglichenheit ist gar nicht die ruhige Nulllinie, sondern die Gleichzeitigkeit von allem. Wieder eine neue Einsicht.
Ich hab in den letzten 6 Tagen so viel erfahren, gesehen, erkannt, geschaut, dass ich nicht weiß, ob mir davon übel sein soll, weil mein System überlastet ist oder ich irre kichern soll oder irgendwas anderes komisches machen soll. 😉

Synchronitäten verschaffen mir auch oft dieses „weh tun“, weil es so unglaublich ist. Eine Fassungslosigkeit, von der mir auch manchmal schlecht wird. Erst der Tag gestern. Der ist schon wieder Milliarden Jahre her und kaum greifbar von seiner Intensität. Vielleicht auch wegen der Intensität.
In der Therapiestunde war ich sehr überrascht, wie fein und tief meine Sinneswahrnehmungen nach innen waren. Das war neu. Und dann sehe ich einen Menschen in der Bahn, den ich kenne und denke deshalb an einen anderen Menschen und überlege mir, das ich mich nicht gut fühlen würde, wenn ich diesem Anderen begegnen würde. Und nach der Therapie begegne ich diesem Menschen wirklich! Diese 5 Minuten Kontakt, klären ein ganzen Jahr, in dem ich etwas mit mir herumgeschleppt habe.
Und dann noch die Cranio-Sacral-Behandlung, in der ich niemals damit gerechnet habe, dass ich der ursprünglich erlebten Angst begegnen kann und auch noch den Rahmen im Außen als haltend erlebe.
Schon beim Schreiben hier bekomme ich das Gefühl im Geist durchzubrennen, weil es so viel ist. Aber bitte liebes Universum, höre nicht auf damit! 🙂 Ich bin bereit!

In der Cranio-Sacral-Behandlung stoße ich sehr schnell (unerwartet) auf das Keller-Trauma und erlebe zum ersten Mal, die damalige Angst aus der Ich-Perspektive. Mein Körper reagiert heftig, mit Zittern und Krampfen, Kribbeln, gefühlten Verdrehungen, Schwindel, Auseinanderfliegen. Ich will nicht bis zum Ende gehen und komme mit viel Hilfe wieder aus der Erfahrung hinaus.
6. Bisher konnte ich alles gut Händeln und ich bin guter Dinge, es auch weiterhin zu können.
Es ist ziemlich herausfordernd. Ich bin gestern zu meiner Selbsthilfegruppe gegangen, weil ich im Kontakt bleiben wollte. Permanent liefen Angstwellen durch meinen Körper, ich am schwitzen und unruhig sein, kurz so stark, dass ich raus musste, um mich wieder erden und beruhigen zu können.
Hab im Bett noch einen “sicheren Ort” gesucht (auf dem Waldboden liegen), um dem latenten Angstgefühl einen Halt geben zu können. So bin ich doch tatsächlich, ohne Medikamente nehmen zu müssen, eingeschlafen. Das freut mich selbst sehr. Ich hab mit meinen Gefühlen im letzten Jahr so viel Drama hinter mir, das ich gerade wirklich, wirklich dankbar bin, zu erleben, dass es auch anders geht, das ich es halten kann, dass ich bei mir bleiben kann.
Und ich habe es schon auf die eine oder andere Art gesagt, aber werd nicht müde es zu wiederholen, weil es so ungewöhnlich für mich ist. Deine Art und Weise (vielleicht auch deine Energie) gibt mir und allen ängstlichen, schüchternen Teilen in mir so viel Vertrauen darin, sein zu dürfen. Sie können wahrnehmen und zulassen! das da jemand ist der helfen will und Hilfe gibt und da ist, achtsam ist und niemanden in mir überrennt.

03.04.2014
Ich bin schon mit dem Aufwachen völlig überdreht. Meine Gedanken überschlagen sich. So sitze ich auch in der Therapie. Meine Gedanken sind schneller ausgesprochen, als meine Angst Zeit hat sie zu sortieren und zurückzuhalten. Ich halte mir erschrocken die Hände vor den Mund und sage leise, dass ich die ganze Zeit Dinge sagen, die sich so anfühlen, als hätten sie nicht gesagt werden dürfen.
Ich spreche darüber, dass ich die erlebte Angst von damals gerne hier, bei ihr zu Ende bearbeiten möchte. Dazu müsste ich aber liegen – auf der Couch. Oh mein Gott! Habe ich das wirklich gesagt, dass ich das möchte? Die Couch, die mir seit 2 Jahren Angst einjagt? Die Couch, auf der ich mir nie vorstellen konnte zu liegen, ihr ausgeliefert zu sein? Da will ich jetzt wirklich hin? Scheint so. Ängstlich stelle ich weiter merkwürdige Fragen.
Ich: „Haben sie Erfahrung mit Trauma-Arbeit? Haben sie Klienten darin schon begleitet?“
Sie: „Ja.“
Ich, mehr im Spaß: „Geht es denen gut? Darf ich die Telefonnummer haben, und sie fragen?“
Sie schweigt und lächelt.
Ich: „Fühlen sie sich sicher darin?“
Sie, lächelnd: „Ja“
Ich: „Würden sie ‚Nein‘ sagen, wenn es so wäre? Wären sie ehrlich?“
Sie, kurz nachdenkend: „Ja.“
Ich: „Sicher?“
Sie, lachend: „Ja. Ich traue uns beiden zu, da gemeinsam hindurch zu gehen. Sie hindurch zu begleiten.“

Arrrgh… Ich hab so Angst!

Therapeutische Beziehung II

… aus den letzten zwei Wochen.

Mir fehlen die Worte. Was passiert hier? Ich verstehe es nicht. Ich bin misstrauisch.

Das Geschehen der letzten Therapiestunden zerfliegt immer wieder in Bruchstücke, die verstreut um mich herum kreisen und sich nicht als Ganzen greifen lassen wollen. Na dann eben Bruchstücke.

Wo hat es angefangen? Wo ist das erste Teil? Nebel in der Erinnerung. Warum will sich nicht erinnert werden? Erinnern tue ich mich schon. Ich weiß wo es angefangen hat. Nur die Worte weigern sich es greifbar zu machen. Vielleicht ist es nicht mit Worten zu beschreiben? Mein Kopf kribbelt. Dann mal der Versuch über das Gefühl einzusteigen.

Es ist drei Sitzungen her. Fassungslosigkeit. „Das wundert mich. Wenn ich sie richtig verstanden habe, bringen meinen Fragen sie von sich weg.“ Ich: „Ja!“. Innere Jubelrufe. Oh mein Gott! Ist es wirklich bei ihr angekommen? Hat sie es wirklich verstanden? Hat sie MICH wirklich verstanden? Hat sie wirklich mit ihren eigenen Worten ausgesprochen, was mich schon so lange quält? Dass ich mich verlassen fühle, immer wieder? Eine wahnsinnige Freude überkommt mich. Die Freude, endlich, endlich gesehen zu werden, verstanden zu werden, mich begreifbar machen zu können. Unglaublich!

Danach. Wieso wundert sie das? Das wundert mich. Habe ich es nicht schon so oft angesprochen? Immer wieder in unterschiedlichen Worten und Situationen? Und was passiert jetzt? Wie wird sie damit umgehen? Ich dachte immer, ich bin ausschließlich alleine für dieses Gefühl der Trennung verantwortlich. Ist das gar nicht so? Räumt diese Situation jetzt die Möglichkeit ein, dass auch sie einen Teil dazu beiträgt und dass es vielleicht sogar überwindbar ist? Da werden meine inneren Augen ganz ungläubig groß. Kann das möglich sein? Wirklich?

Die nächste Stunde. Ich kann es kaum abwarten. Will unbedingt am Thema dran bleiben. Ursachenforschung diesmal nicht ich für mich, sondern wir bei uns. Das ist neu. Brandneu! Es sprudelt nur so aus mir heraus. Freudig, verlegen, unsicher, aufgedreht. Es entsteht etwas Gemeinsames.

Ich: „Warum hat sie das erstaunt? Ich dachte, dass hätte ich schon öfter hier gesagt.“

Sie: „Es hat mich erstaunt, weil das nicht meine Absicht ist. Das ist nicht das was ich will.“

Ich, beschwichtigend: „Es ist auch nicht immer so.“

Sie, lächelnd: „Gott sei Dank.“

Ich, nachdenklich: „Sonst hätte ich hier auch ganz schön was ausgehalten.“

Sie, erleichtert: „Na und die Frage, was machen wir hier eigentlich die ganze Zeit?“

Wir lachen beide über die Vorstellung 2 Jahre aneinander vorbei zu reden.

Wir finden einiges darüber heraus, wie es zu diesen Situationen gekommen ist.

Sie: „Da hätten sie mehr Raum gebraucht?“

Ich, ungläubig, freudig über das entgegenkommen: „Ja!“

Sie: „Dann wäre es vielleicht gut, wenn ich weniger Frage?“

Ich: „Ja, manchmal schon. Oder anders fragen.“

Das Gefühl aus der letzten Stunde setzt sich fort. Oh mein Gott, sie sieht mich! Ich strahle wahrscheinlich über das ganze Gesicht.

Traum aus der folgenden Nacht: Aufnahme in ein Krankenhaus. Ich liege draußen auf einer Wiese, kann vor Schwäche kaum noch Laufen. Man kümmert sich, informiert mich über das bevorstehende Sport- und Ernährungsprogramm, um mich wieder aufzupäppeln. Man stützt mich bis ins Zimmer zu meinem Bett. Ich denke, dass ich erst noch mein Bett beziehen muss, aber es wurde schon für mich getan und ich bin unendlich dankbar, dass ich so versorgt werde, ich mich einfach nur noch völlig entkräftet ins Bett legen brauche und man liebevoll eine Decke über mir ausbreitet. Endlich bin ich angekommen.

Genau so fühle ich mich gerade!

Die nächste Stunde. Mir sind veränderte Körperbewegungen aufgefallen. Kopfdrehungen nach rechts. Mit dem Wissen aus der Cranio-Sacral-Sitzung erkenne ich die tiefere Bedeutung. Ich zeige nicht mehr nur die rechte Schulter, die für Widerstand, Kontrolle und Verschlossenheit steht, sondern es wird ganz neu die linke Schulter preisgegeben, die für das Gegenteil steht. Ich erzähle ihr davon. Komme beim Erzählen ins Stocken, werde zögerlicher, langsamer. Beende es trotzdem. Und schwups, ist die Wand nicht mehr da, an die ich mich bisher immer lehnen konnte. Die mir Sicherheit gab. Die das Außen draußen ließ. Entsetzen in mir. Was gebe ich da Preis? Jetzt kann sie, ohne dass ich etwas sagen muss an meiner Körperhaltung erkennen, wo ich mich gerade befinde. Kindlich nervöses spielen an Kleidungsstücken. Pullover über das Kinn ziehen. Klein machen. Nach vorne beugen. Fluchtimpuls. Mit dem Blick hin und her irren. Schützen wollen. Schutzlos fühlen. Keine Mauer! Es kann eingedrungen werden! Angst.

Wir tauchen in die Thematik ein. Übergriffiges Verhalten in der Vergangenheit. Erstmals fühle ich die Grenzüberschreitungen. Machtmissbrauch. Vertrauensbruch. Verlust von Sicherheit. Sie ist die ganze Zeit für mich spürbar da, bei meinem Gefühl, bei mir! Sie sagt hilfreiche Dinge, gibt Sicherheit und Orientierung. Warum ist das auf einmal so? Ich bin misstrauisch. Warum ist sie auf einmal so anders?

Sie stellt den Bezug zum Jetzt her. „Sie können die aktuelle Situation [mit Mister X] nutzen, um neu zu erfahren, dass sie ihre Grenzen schützen können.“ Ich reagiere überraschend heftig auf diese Aussage. Ohren wollen zugehalten werden, inneres panisches Schreien: „NEIN, ich will nicht, ich will nicht, ich will das nicht tun!“. Ohnmachtsgefühle. Gefühle zu etwas gezwungen zu werden. Das Gefühl zieht sich erst zurück, als sie sagt: „Sie müssen gar nichts tun.“

Die letzte Woche

11.02.2014

Zum zweiten Mal besuche ich eine spirituelle Selbsterforschungsgruppe nach der Diamond Approach Methode.

Das Schaf hat seine Herde gefunden oder seine Wiese oder seinen Leithammel oder alles zusammen. Obwohl das Schaf die Herde, die Wiese und den Hamel nicht wirklich braucht, tut es doch ungemein gut, im Außen auf so starke Resonanz zu stoßen.

Was höre ich da?! Ich kann es gar nicht fassen! Innerlich bin ich permanent am nicken. Alles trifft auf Entsprechung, auf gemachte Erfahrungen. „Ohne Konzepte entsteht Leerheit. Das kann für das Selbst unangenehm sein.“ JA, JA… denke ich. Und wiiie unangenehm. Dass es dem sterben gleich kommt, hätte sie ruhig erwähnen können.

Die Anfangsmeditation ist viel intensiver als zu Hause. Ich spreche das an. Sie stellt einen Kanal, der die Energie anhebt. Das ist für mich deutlich zu spüren, die ganzen 2 Stunden lang. Es geht um das Thema Offenheit und ich bin ungewohnt offen. Es überrascht mich selbst und das in einer Gruppe von 17 Leuten. So offen, dass ich mich nackt fühle und prompt in heftige Angstgefühle rutsche. Ich will raus. Weglaufen. Hoffe, dass keiner etwas von dem Sturm in meinem Körper merkt. Hoffe, dass es nicht zu einer Panikattacke auswächst. Tut es nicht. Gott sei Dank! Das alles kann ich auch noch ansprechen, vor allen und erfahre Rückmeldung von der Anleitung, die mir Sicherheit gibt. Ich finde heraus, dass große Angst mich viel Lachen lässt. Ich fühle mich nach der Gruppe sehr lebendig und in gehobener Stimmung.

Und sofort beginne ich an meiner Therapie und Therapeutin herumzunörgeln. Obwohl ich gerade erst einer Verlängerung zugestimmt habe. Warum ist das nicht bei ihr so? Warum ist sie nicht so? Brauche ich das überhaupt? Warum fühle ich mich bei ihr nicht so eingeladen? Warum habe ich bei ihr das Gefühl, mit mir alleine gelassen zu werden. Warum gibt sie mir keine Sicherheit in dem was ich fühle?

Vielleicht zieht es mich bei ihr raus, wenn ich woanders einen besseren Zugang finde? Wie Kinder die ganz schnell ihre Freunde wechseln können, weil es woanders einfach besser ist, mehr Spaß macht, sie mehr bekommen? Hat etwas Narzisstisches. Den eigenen Vorteil einer Beziehung im Fokus, anstatt die Beziehung selbst?

13.02.2014

Ich nahm vor 3 Tagen das erste Mal eine Cranio-Sacral-Therapie in Anspruch. Es ist unglaublich wie viel Bewegung in mein ganzes System gekommen ist. Es hatte zwar nicht so viel mit Entspannung zu tun, wie ich es eigentlich geplant hatte, aber ich bin trotzdem begeistert :).

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Ich habe in unterschiedlichen zwischenmenschlichen Situationen so erlebbare Gefühle gehabt, wie noch nie. Scham, Verletzlichkeit, Nähe, Angst. Extrem viel Angst, die ganzen letzten Tage. Mein ganzer Körper hat Angst durchlebt mit Schlaflosigkeit, zittern, Stromkribbeln usw.. Aufgrund der Intensität blieb mir wohl nichts anderes übrig als auszusteigen, um es aushalten zu können. Stand also zwei Tage lang sehr neben mir, mit einer Distanz zu dem erleben. Alles konnte nur traumartig erinnert werden. Aber es war okay. Ich hatte bis gestern noch sehr unangenehme Empfindungen am Hals und am Kopf. Auch an der Lendenwirbelsäule. Es war deutlich zu spüren, dass alles arbeitet. Auch auf energetischer Ebene. Im Bett spürte ich wiederholt ein sich verschieben nach links oder rechts oder auch Drehungen meines ganzen Energiekörpers. Aggressive Träume. Und auch in der Meditation hat sich deutlich Bewegung im Nackenbereich gezeigt. Veränderte Kopfhaltung. Verändertes Energiefließgefühl. Heute bin ich anscheinend wieder etwas in mir gelandet und ich fühle mich großartig. Ein Freiheitsgefühl und Kraftreserven wo vorher keine waren.

Es war echt anstrengend, aber ich konnte auch erleben, dass ich mit so etwas viel besser umgehen kann als bisher. Jetzt bin ich gespannt auf die Langzeitwirkung, was in ein, zwei Wochen davon noch übrig ist. Ob es zurück in die alte Nummer geht oder ob davon etwas integriert werden kann.

Nach der Therapie: Widerworte und es macht gefühlt PENG!. Steht vielleicht im Zusammenhang mit einem väterlichen Schlag ins Gesicht.

Seit über anderthalb Jahren will ich die Frage stellen, ob es ausreicht sie mit ihrem ersten Namen anzusprechen oder ob sie lieber mit ihrem Doppelnamen angesprochen werden wollen. So lange vermeide ich sie überhaupt mit Namen anzusprechen und wenn doch, murmel ich ihn schnell und leise, damit man bloß nicht hören kann, falls ich ihn falsch ausspreche. Ich hab mich nie getraut und heute klatsche ich diese Frage so unauffällig nebensächlich zwischen ein momentanes Thema, als wäre so gar nichts dabei sie zu stellen. Es war ein einschmuggeln von mir selbst, an meiner Angst vorbei. Mich selbst total überraschend. Die Frage war ausgesprochen. Ich voller Schreck, die mich ihre Antwort nicht hören lässt. Nur ihr Stirnrunzeln bleibt mir in Erinnerung. Ich vermute eher das es ein „Okay“ war. Sonst würde ich mich wohl anders fühlen.

Gedanken zu Mister X. Vielleicht fühle ich so gar nichts in dem sich entwickelndem Kontakt, weil ich nicht glaube mich schützen zu können. Dann wird der Schutz soweit außen gesetzt, dass auch gar nichts schief gehen kann. Wo verläuft die Grenze des „normalen“ Schutzes? Wovor muss ich mich schützen? Wovor nicht? Ich weiß nicht wo und wann. Habe diese gesunde Grenze bisher nicht entwickeln können und so überhaupt kein Gefühl dazu.

15.02.2014

Ungewohnt lange Meditation von ca. 40 Minuten. Sehr, sehr viele spontane, ungesteuerte Bewegungen im Nacken- und Kopfbereich – drehen, kippen, dehnen, zittern, kreisen, schwingen. Lange Körperpräsenz möglich.

16.02.2014

Ungewohnt viel Lebendigkeit und Vitalität im Inneren zu spüren. Draußen erlebe ich Einschränkungen und Ausweitungen von Sinneswahrnehmungen. „Normales“ Sehen ist nicht möglich. Nur Punktuelles kann ich erfassen. Kein Raumblick, keine Weitwinkeleinstellung. Ich verlasse mich deshalb mehr auf meine anderen Sinne. Über den Körper habe ich dafür ein seeehr ausgeprägtes Raumempfinden. Es ist wie mit dem Oberkörper sehen. Besonders hebt sich heraus, als ich den Wald betrete, dass der Boden sich unter meinen Füßen wie wellendes Tuch bewegt. Nur eine kurze Erscheinung. Als ich eine außen liegenden Wendeltreppe emporsteige, deren Stufen aus Gitter bestehen, fühle ich wie der Raum um mich herum, sich nun auch noch auf den Raum unter mir ausbreitet. Wie fliegen oder fallen.