Abschied der Begleitung im Betreuten Wohnen

Die Liebe festhalten.

Sie war heute nochmal hier. Zum verabschieden.

Die Liebe festhalten, die ich fühle. Konservieren, in einem Glas. Was für eine schöne Idee, bei Birke gelesen.

Die Liebe die mein Herz erfüllt, immer noch, nach dem sie gegangen ist.

Meine Fragen nach ihrer Schwangerschaft, die sie ganz offen beantwortet, sich auch mir anvertraut (wo sonst ich mich immer ihr anvertraue) mit den nicht so leichten Veränderungen. Weich werden, weinerlich, dünnhäutig, langsam. Deshalb das Arbeitsverbot.

Fühlt sich alles für mich richtig an und ihre Schwangerschaft öffnet bei mir das Herz und verbindet mich mit ihr, über das ungeborene Kind. Ich freu mich so sehr mit ihr und finde es fast schade, nicht weiter Teil sein zu können, wie dieses kleine neue Leben sich entwickelt und sie als nun Mutter an ganz neuen Herausforderungen wächst und Liebe schenkt.

Vielleicht ist es auch diese mütterliche Weichheit, die mein Herz mit wärmt.

Zum Abschied fühle ich mich ihr so nah, dass ich frage, ob wir uns umarmen wollen. Sie wollte es mir auch anbieten. Wie schön, diese Umarmung, so warm verbunden. Wie schön zu fühlen, dass ich sie gehen lassen kann und innerlich trotzdem bei ihr bleibe.

„Danke für diese Zeit“, sagt sie an der Tür. Ich staune. Bin ich doch der Mensch, der Klient, der betreut wurde, mit vielen anstrengenden Momenten. Und sie bedankt sich. Trotzdem. Das macht viel mit mir, zeigt es mir, dass sie wirklich bei mir war. Da trinke ich, aus diesem Brunnen der Zuneigung, lösche meinen Durst und möchte mich am liebsten nie mehr aufhören so zu fühlen.

Im Herzen gesehen. Im Herzen berührt. Von Herzen gewollt.

Diese Erfahrung konservieren, einprägen, sorgsam aufheben. Wichtig!

Keine Tränen danach, wie ich erwartet hatte. Traurigkeit in einem Teil, ja. Ja, Traurigkeit darf sein, mich in meiner Wohnung einmummeln darf sein, mich trösten darf sein.

Wie schön!

Rückblickend war es eine gute Zeit, eine gute Zusammenarbeit. Ihre Offenheit. Meine Offenheit. So konnten wir einiges ausprobieren. Nicht immer leicht, nicht immer fröhlich. Öfter genau das Gegenteil. Doch meist offen (und mutig).

Ich bin sehr dankbar für diese Begegnung.

Eine große Entwicklung, meiner Sehnsucht nach Nähe und Berührung näher zu kommen. Tröstendes Hand auf den Arm legen oder auf den Rücken. Oder meine Hand kurz halten und drücken. Mein Bein festhalten beim Zahnarzt. Sich neben mich stellen und meine ganze Körperseite mit ihrem Körper berühren, als ich das Gefühl hatte auseinanderzufallen, kein Selbstgefühl mehr zu haben. Das war alles neu und mutig es anzusprechen/auszuprobieren. Und es war sehr hilfreich, wie ich dabei herausfand.

Hilfreich, mich wieder zu spüren, ein Gefühl von Halt und Trost zu bekommen, ein runterfahren des Nervensystems. Ich war erstaunt und begeistert, wie sehr sich Berührungen auswirken und seit dem nimmt meine Offenheit zu, Berührungen zu geben und zu nehmen wenn es sich danach anfühlt.

Nun kommt etwas Neues. Ich weiß noch nicht was. Eine Vertretung gibt es. Wahrscheinlich eine ganze Weile, bis die Stelle neu besetzt ist und klar ist, wer die Betreuung zukünftig fest übernimmt.

Diese offenen Gespräche werden mir fehlen. Es ist für mich derzeit nicht möglich, so offen mit der Vertretung zu sprechen. Annäherung braucht Zeit. Da fehlt mir etwas Reflexionsraum, aber ich mache mir keine großen Sorgen. Das wird sich irgendwie fügen und finden.

Alter Schmerz

So viel Nähe, so viele schöne, kleine Momente gestern, doch mein Herz ist heute Morgen zu und ich kann es nicht fühlen. Stattdessen Schwermut. 

Beim Klopfen (Die kleine Sophie ist trotz des ganzen Schönen schwermütig und das ist ok so) verändert sich das Gefühl von Schwermut. Es ist schwer zu benennen. Ich springe zwischen ‚traurig‘, ‚in Not‘, ’schwer verletzt‘ und dann fühle ich es im Herzen – Schmerz. „Es tut so weh. Diese Nähe tut so weh.“

Es ist alter Schmerz, der gefroren im Herzen liegt und auftaut, wenn neue Nähe ihn berührt.

Stück für Stück, immer wieder, immer dann wenn die Zeit reif ist, löst sich etwas davon und wird fühlbar.

Dieser Schmerz war sehr groß, hat sich nicht durch das Klopfen beruhigt. Ich bin zu Stabilisierungsmaßnahmen gewechselt. Pendelatmung – 3 Atemzüge ins unangenehme Gefühl im Herzen, 3 Atemzüge in den Beckenbereich. Das ganze zweimal und das Weinen beruhigte sich. Dann die Schmetterlingsübung, Arme vor der Brust kreuzend und mit der flachen Hand abwechselnd auf die linke und rechte Schulter geklopft, dabei beruhigend ein Lied für den betroffenen Anteil gesummt. Ist angekommen, noch etwas vibriert und dann angelehnt.

Dann diesen Text geschrieben und noch Rescuetropfen genommen.

Damit habe ich eine Dissoziation weitestgehend vermieden, die sonst so aussah, dass ich noch eine Ewigkeit taub und benebelt im Bett lag.

Ich bin stolz auf mich. Das war ein ziemlich souveräner Umgang mit dieser Situation, die mich früher in Panik versetzt hätte.

Es ist sehr selten geworden, dass ich jemanden anrufe, der mir hilft mich zu beruhigen und zurückzukommen.

Das Üben und die Zeit zeigen Wirkung.

Es wird ruhig

Scheinbar gibt es eine Blog-Pause.

Ich fühle mich mit einigen hier und so einer Art WordPress-Präsenz verbunden. Interessant, dass das auch so ist, ohne dass ich lese und online bin.

Schön!

Es geht also nichts verloren, auch wenn meine physische/geistige Anwesenheit nicht da ist.

Etwas, was ich zurzeit an unterschiedlichen Stellen geschenkt bekomme. Verbundenheit, ohne realen Kontakt. Verbundenheitsgefühle, auch wenn niemand physisch da ist, auch wenn man sich nicht liest oder schreibt oder hört.

Schön! ❤

Ganz nah daneben spürte ich die Einsamkeit, dass Gefühl getrennt zu sein. Ich hatte ein Bedürfnis nach Nähe und niemand war da. Doch dann kam der Gedanken, dass das doch nicht stimmt, mit der Einsamkeit und Getrenntheit und ich verband mich auf der Empfindungsebene mit Menschen die mir sonst nah sind. Es funktionierte. Ich wurde sehr zufrieden und entspannt und konnte gut alleine zu Hause sein. Ich fühlte mich getragen durch das Netz von Verbindungen.

Ein wirklich besonderer Moment!

Danke! ❤

Überhaupt kam mir heute in den Sinn, dass ich wirklich viel erreicht habe. All meine Bedürfnisebenen, die ich in den letzten Jahren gefunden habe, sind mittlerweile gut versorgt.

Und das ist mein Verdienst! Das fühlt sich toll!

Ich erinnere mich noch an den langen, mühsamen Weg um Haushaltshilfe zu bekommen und die Stimmen, die dagegen sprachen. Ich habe auf mein Gefühl gehört, dass das hilfreich ist und hab mich drum gekümmert. Mit dem Ergebnis, dass sie mich 3 Monate unterstützt hat, wofür ich krass dankbar war und ich sie seit Januar nicht mehr brauche und das Jobcenter die Kosten als unabweisbarer, besonderer laufender Bedarf übernommen hat.

Auch die Entscheidung mir einen Träger zu suchen für das Betreute Wohnen, war kein leichter Weg und hatte ebenso Gegenstimmen. Ich bin heute noch sowas von dermaßen froh diese Art der Unterstützung gewählt zu haben, auch wenn ich dafür eine Altersrücklage auflösen musste und die Hilfeleistung zu Beginn aus eigener Tasche zahlen musste. Ich würde es jederzeit wieder so machen.Und auch hier ist es so, wie bei der Haushaltshilfe, ich nutze es, wenn ich es brauche und kann es ebenso auch mal sein lassen, wenn kein Bedarf ist (das kommt tatsächlich auch mal vor ;), aber eher weniger)

Die letzte Bedürfnislücke war für mich die kreative Beschäftigung und die Suche nach einem Ort dafür. Und auch da hat sich seit Anfang des Jahres etwas entwickelt, was es vorher nicht gab. Ich arbeite mittlerweile doch recht regelmäßig zu Hause an diesen Windspielen und bin immer noch zuversichtlich, dass ich in dieser Holzwerkstatt ankomme. Die Beschäftigung zu Hause entlastet mich enorm. Da gab es lange viel Leidensdruck in den Phasen, wo ich viel zu Hause bin, auf mich selbst zurückgeworfen und kaum (sinnvolle) Ablenkungsmöglichkeiten plus Selbstausdruck.

Durch die Anhebung der Medikation von vor 6 Wochen habe ich mehr an Bewegungsspielraum gewonnen, auch wenn es mir psychisch nicht gut geht. Das war vorher weniger möglich. In den letzten Wochen konnte ich trotzdem aus dem Haus und mal wo hin fahren, der Ausflug ans Wasser, das Konzert, in die Kontakt- und Beratungsstelle. Sowas war in Akut-Phasen nicht drin.

Was bin ich dankbar!!!

Das nimmt Leidensdruck auf den Ebenen der Isolation und auch meinem Erlebnishunger, an der Welt teilzunehmen. Das war auch ein Aspekt unter dem ich echt richtig doll gelitten habe, all die Jahre.

Klar, es gibt immer noch Rückzugsphasen, die ihren Sinn haben und gebraucht werden.

Zum Thema Medikamente gibt es auch ein Trauern und vorerst Abschied nehmen von gewissen Gefühlstiefen. Das Konzert konnte ich zum Beispiel nicht ganz so genießen, weil alles ein wenig distanziert zu mir war und auch den Wald fühl ich nicht mehr bis tief in mir. Doch es ist nicht alles weg. Ich kann mich erst einmal damit anfreunden und den Gewinn erkennen. (das hat jetzt 4 Jahre Erfahrungen gebraucht)

Eine Therapie ist nun auch da, auch wenn mir noch nicht ganz klar ist, wie sie funktioniert diese Trauma-Arbeit und ich mich viel mit Kämpfen auf der Beziehungsebene beschäftige 😉 .

Ein neuer Zugang zur Arbeit mit Reiki ist entstanden, neben dem täglichen Händeauflegen. Ich sammle alle für mich wichtigen Themen auf Zetteln in einer Box und schicke mir regelmäßig Fern-Reiki in diese Box, zu diesen Themen. Das sind anstehende Termin, das sind Erlebnisse der Vergangenheit, dass sind innere Themen wie z.B. Ängste, Erdung, Rückgrat, in denen ich mir Stärkung wünsche. Das tut mir richtig, richtig gut. ❤

Ich kann mich mittlerweile auf meine sportliche Aktivierung verlassen, auch in schlechten Phasen habe ich es geschafft dran zu bleiben. Dann angepasst an das was geht und auch liebevoll vergebend, wenns nicht viel ist oder ein Tag gar nicht geht. Aber immer wieder den Faden aufgenommen. Ich will es nicht mehr missen. Das steht für mich mit dem Akupressurklopfen und der Medikation mit an vorderster Stelle zur Stabilisierung. Es schafft mir immer wieder Inseln der Orientierung, Beruhigung, Klärung.

Ja das ist doch ne ganze Menge. Und da sind bestimmt noch ein paar Aspekte nicht erwähnt.

Ich glaube, dass ich so erst mal ein Weilchen vor mich hinpuddeln werde, vielleicht mit nicht allzu vielen Blogbeiträgen.

Praxis ist angesagt. 🙂

In Bildern

Gewitterstimmung

Kleiner Ausflug mit dem Fahrrad. Eine kleine Oase mitten in der Stadt. Einmal durchatmen und die Stille geniessen und das Gefühl, als wäre man auf dem Land.

Ein Traum an Speisen

Ich wurde zum Essen eingeladen, nachdem ich dieses Cafe in einer buddhistischen Einrichtung ausgesucht hatte. Dankeschön!!! ❤ Die Fenchelknolle war ein Traum. ❤

Ich weiß nicht mehr, wann ich mich das letzte Mal etwas weiter in die Umgebung wegbewegt habe. Ist bestimmt über ein Jahr her. Also ein Highlight. Ich, alleine, zu Fuß, 5 Bahnstationen, 64 Minuten zu Fuß (laut Smartphone 😉 ). Sonnenschein, Wasser, alte, gute Erinnerungen, eine fast Krise – die ich durchs Akupressurklopfen abfangen konnte, mittelprächtige Stimmung – also ein Erfolg. Ick war stolz uff mir. 🙂

Ja und hallejullea, ich war auf einem Klavierkonzert mit Cello-Begleitung in einer muckeligen kleinen Kuppelkirche, abends für 2,5 Stunden. Hatte ich mir mutig zu Weihnachten geschenkt. Es war eine Mischung aus schwer und wunderschön. Ich bereue es nicht, es getan zu haben. Das Cello ging mir in Mark und Bein. Ich hätte losheulen können. Danach stand ich noch mehr im Nebel. Hat bestimmt einiges angeschwungen.

Jetzt habe ich hier einen Beitrag mit lauter guten Dingen geschrieben. Das freut mich sehr. Ist also auch noch möglich und da.

Und weil es mir zurzeit so richtig, richtig gut tut die guten Dinge von anderen Menschen zu lesen, möchte ich hier auf den Blog von Vetch aufmerksam machen. Sie hat sich für den Mai zum täglichen Ritual gemacht, die Dinge festzuhalten, für die sie sehr dankbar ist. Diese Dankbarkeit wirkt auf mich ansteckend und hat mir kleine helle Momente beschert.

Ich habe schon mal über die Wirkung von den Dingen gesprochen, die uns umgeben. Alles ist Schwingung und wirkt sich auf uns aus, bewusst oder unbewusst, die hohen Schwingungen, wie die tiefen Schwingungen. Das ist mir hier wieder mal bewusst geworden. Dankbarkeit und Freude haben eine sehr hohe Schwingung und sie wirkten auf mich ansteckend. Ebenso erfasst mich die Trauer, Schwermut, Depression, Angst, Aussichtslosigkeit anderer Menschen, einfach nur wenn ich sie hier lese. Ich überlege mir mittlerweile ganz genau, was ich hier schreibe, welche Schwingung ich in die Welt schicken möchte.

Früher habe ich hauptsächlich zu meiner Entlastung geschrieben. Da musste alles raus, sortiert werden, um Luft zu bekommen, über Wasser zu bleiben. Mittlerweile brauche ich das Schreiben nicht mehr so für mich. Ich schreibe auch so gut wie gar nicht mehr in meine Tagebücher, was zu Beginn des Blogs noch unabdingbar war. Da war so viel in meinem Kopf.

Ich glaube, ich schreibe nun eher mit dem Gedanken der Vernetzung, Verbreitung von Erfahrung und Wissen, zur gegenseitigen Unterstützung.

Eine schöne Entwicklung. 🙂

Läuft nicht alles reibungslos

Ja heute. Heute bin ich immer noch sehr erschöpft und habe altbekannte, vertraute Symptome von körperlicher Schwäche, dem Wegdriften von Aufmerksamkeit und Angst. Wie gestern.

Okay. Es war wirklich viel letzte Woche. Und dann war es doch nicht nur das Telefonat.

Ich habe mich überfordert. Ich habe mir zu viel zugetraut und ich habe am Freitag nicht gut meine Grenzen gefühlt und gesetzt.

Eben zog ich eine Karte aus dem Deck „The Map – Weisheitskarten der Seele“. (Ich liebe diese Karten ❤ )

Nummer 49. Der Talisman. Auf dem Kopf.

Die hatte ich noch nie. Und was soll ich sagen. Sie hat voll ins Schwarze getroffen.

Liegt die Talisman-Karte auf dem Kopf, so ist sie eine Mahnung an dich, dir deiner Lebensmuster bewusst zu werden.

Okay, mach ich jetzt mal.

Manchmal sind es gerade die vertrautesten Dinge, die dich vor etwas warnen, was du nicht noch einmal erleben willst.

Äh ja, das ist mir heute sehr vertraut, dieser Zustand und tatsächlich habe ich mich schon durch einen Berg Mega-Angst gefühlt, dass hier etwas passiert, was ich nicht mehr erleben möchte.

Dennoch stehst du nun vor einer wichtigen Entscheidung. Du kannst vorsichtig vorangehen oder nach einem anderen Weg Ausschau halten, der dich in eine neue Richtung führt. Bedenke dies: Wenn du schon mehrmals in dasselbe Loch gefallen bist, warum willst du diesmal nicht um es herumgehen? Wenn du weißt, wo das Loch ist, so halte dieses Wissen in Ehren.

Ich war hier echt schon so oft. Ich kann erfassen, dass die Erlebnisse am Freitag zu viel waren (Ergotherapie) und ich eigentlich eine Pause von Angst-Konfrontation gebraucht hätte.

Dazu kommt ein neuer Termin die Woche – nämlich Traumatherapie. Das war auch der erste Termin letzte Woche. Plus Holzwerkstatt. Plus Eigenblutspritze Heilpraktikerin. Plus Gruppe. Plus Termin Wohnbetreuung.

Freitag bin ich trotzdem zur Ergo. Konnte da nicht wie üblich an meinem Projekt arbeiten, weil ich zu erschöpft war. Bin trotzdem geblieben und hab mich auch noch einer neuen angstbesetzten Situation gestellt. Das war zu viel. Den Gedanken, wieder gehen zu können, wenn ich nicht mehr kann, konnte ich nicht zulassen zu denken. Heute denke ich, ich hatte Angst davor, dass sie nein sagt und ich mich dann unterwerfe. Also bin ich von mir aus geblieben.

Das Loch ist also Selbstüberforderung. War mir das eigentlich vorher schon bewusst???

Zwar ist das Universum unbegrenzt, doch hat jeder individuelle Weg seine Beschränkungen. Es liegt Kraft in der Erkenntnis, dass dir jetzt nicht alle Wege offenstehen.

Okay. Das habe ich jetzt verstanden. Entwicklung/Wachstum hat seine Grenzen. Ich kann mich nicht überall gleichzeitig konfrontieren.

Das heißt aber nicht, dass du auf deinem Weg zurückgehen musst. Was auch geschehen mag und wie du dich auch entscheidest: Du bist jetzt auf diesem Weg, damit er dich zu größerer Weisheit führt.

Genau. Ich probiere das nächste Woche wieder aus. Bis Freitag hatte ja alles gut geklappt. Und wenn ich dann wieder für die Ergo zu erschöpft bin, übe ich für mich zu sorgen.

Jetzt ist der Zeitpunkt, um andere, die zuvor an diese Stelle gekommen sind, um Rat und Hilfe zu bitten. Ihre Weisheit wird die Weisheit in dir erwecken.

Ich hatte tatsächlich überlegt, dass in der Therapie zu besprechen.

Danke!

Der Glaube in mich

Was für ein fragiles Ding.

Kann Strahlen.

Kann zu Boden sinken.

Eben, während des Klopfens fand ich heraus, warum ich mich beim Aufwachen jeder Kraft beraubt gefühlt hatte. Völlig erschöpft.

Verwundert darüber. War es doch etwas viel die Woche? Also ja, es war viel. Hatte sich trotzdem schaffbar angefühlt und immer wieder von erholt. Vielleicht weil mein Ausruhtag diesmal schon Dienstag war, anstatt Mittwoch und nun die Pause eben schon Freitag gebraucht wird, anstatt Samstag?

Das war es dann alles nicht.

Ich klopfte meinen Satz „Voller Liebe für alles in mir“ und suchte dazu das Körpergefühl. Ich fand es im Solarplexus, nur kam ich da nicht richtig hin. Ich klopfte wie üblich die Hindernisse mit. „Voller Liebe für alles in mir, auch für Gedanken“ oder „Voller Liebe für alles in mir, auch wenn ich es nicht glauben kann.“

Von Klopfdurchgang zu Klopfdurchgang (insgesamt 3) wurde das Gefühl im Solarplexus stärker, fing an nach unten und oben in den Körper auszustrahlen, synchron mit dem Gefühl, diesen Satz immer mehr zu glauben, als wahr zu empfinden.

Zum Ende war ich wieder überzeugt davon und erkannte, dass mir der Glaube in mich zuvor verloren gegangen war und das sehr tief. So tief, dass mir alle Kraft heute Morgen fehlte.

Was ist passiert?

Mittwoch und Donnerstag strahlte ich noch ganz ungewohnt mein Licht, gepusht durch Menschen, die mich darin bestärkten. Ich erlaubte mir Phantasien von Selbstständigkeit, Freiheit, Unabhängigkeit, mein eigenes Ding machen. Ich war voller Glück, Freude und Ideen.

Dann gab es gestern ein Telefonat mit meiner Mutter.

Ich habe es da gar nicht gemerkt. Doch es ist das einzige Ereignis, wo kein Pushen kam, sondern Zweifel und Befürchtungen. Nett gemeint, zurückhaltend formuliert. Doch das reichte.

Ein Telefonat. Und alles verändert sich.

Eine einzige andere Meinung. Das Strahlen erlischt und Blei legt sich über die Dinge.

Das zeigt mir wieder einmal wie stark ich auf meine Umgebung reagiere.

Es ist nicht das erste Mal, dass mir der Einfluss der Dinge und Menschen bewusst wird, die mich umgeben.

Was stärkt mich? Was schwächt mich?

Ich wachse an dem was mich stärkt.

Und ich wachse auch bedingt an dem was mich schwächt, wenn ich mir die Entwicklung von heute anschaue.

Der Schlüssel ist Bewusst-sein, Erkennen.

Mir wird das eben ganz klar. Der Umgang mit meinen Eltern schwächt mich oft.

Das zu erkennen, stärkt mich wiederum – für das nächste Mal.

Es wird leichter

Ich traue mich kaum es wahrzunehmen. Aber es ist wirklich so. Es wird insgesamt leichter.

Was bin ich glücklich, froh, dankbar, freudig, erstaunt, ehrfürchtig darüber.

Seit Wochen scanne ich ab, woran das liegen mag. Warum jetzt?

Die Frage ist nicht ganz so wichtig, weil es immer so kommt wie es kommt. Trotzdem finde ich es interessant genauer hinzuschauen.

Ich benenne mal die einflussnehmenden Faktoren in der Reihenfolge wie sie mir aufgefallen sind. Am Ende greift jedoch alles ineinander und wirkt als Mosaik.

Das Akupressurklopfen war das Erste, was mir wirklich als Veränderung aufgefallen ist und das schon Ende des letzten Jahres. Ich klopfe seit ca. Juli 2016 beinahe täglich morgens bevor ich aufstehe. Ich bin körperlich dadurch eindeutig agiler geworden. Es fühlt sich für mich an, als würden die Energiebahnen freigeklopft und die Energie könne dadurch besser, freier fließen. Ich werde damit morgens gut munter, mal ganz davon abgesehen, dass ich damit oft ganz wunderbar Gefühle verarbeiten kann.

Die zweite ganz eindeutige Verbesserung meines Antriebs und Abnahme der Erschöpfung bemerkte ich Anfang Januar 2017, mit Beginn der Einnahme von Vitamin D und 6 Wochen nachdem ich das Antidepressivum von 5 mg auf 6 mg angehoben hatte.

Dann wirken definitiv die Erkenntnisse aus der Erforschung der Ich-Illusion. Seit dem haben sich meine negativen Gedanken gegen mich selbst deutlich reduziert, weil es einfach keinen Sinn mehr macht. Es führte auch dazu, dass ich die Klopfsätze teilweise entpersonalisiert habe, was sich wie ein Verstärker auf die Selbstannahme-Sätze auswirkt. ‚Voller Liebe für alles in mir‘ ist einfach viel deutlicher zu spüren, als ‚ich liebe und akzeptiere mich voll und ganz‘.

Das Ganze wird wöchentlich von Fernreiki durchtränkt, das mich für mich und der Welt gegenüber auch immer wieder weich werden lässt.

Dann kamen noch die monatlichen B-12-Spritzen hinzu. Nach der zweiten Spritze kann ich auch hier sagen, dass es sich auf meine Beweglichkeit auswirkt. Ich brauchte weniger Schlaf und alles ging noch einen Tick, wenn auch eher ein kleiner, leichter von der Hand. Mein Wert lag eigentlich im Normbereich, jedoch gibt es wohl neue Untersuchungen dazu, die den Wert höher ansetzen.

Durch den größeren Antrieb schaffe ich meinen Haushalt wieder komplett alleine, kann einkaufen gehen, schaffe es zur Ergo und auch noch in die Kontakt- und Beratungsstelle, wenn mir nach unter-Leute-sein ist. Ich schaffe es kontinuierlich mein Sportprogramm umzusetzen, wodurch ich mich geerdeter fühle und kaum mit Körperschmerzen zu tun habe. Daneben sehe ich ab und zu meine Freunde, habe wöchentliche Termine mit der Wohnbetreuung und trainiere wöchentlich den sehr angstbesetzten Weg zur Holzwerkstatt.

Durch das Aktiv-sein passieren im Durchschnitt derzeit einmal die Woche destabilisierende Momente, mit Panikattacken und Wiedererleben traumatischer Gefühle. Das verkrafte ich viel besser, teilweise sind die Stabilisierungszeiten enorm kurz geworden. Dienstag zum Beispiel war es ziemlich heftig und trotzdem war ich nach ca. 1 h, mit Unterstützung wieder vollständig hergestellt und hatte die Tage danach keine Auswirkungen, außer starke Erschöpfung, was bei Panik völlig angemessen ist, da extrem viel im Körper verbrannt wird. Sonst keine schwierigen Gefühle danach, keine schwierigen Träume. Sehr beeindruckend! Es gibt aber auch immer noch längerer Verarbeitungszeiten, von bis zu 1,5 Wochen.

Ganz wichtig sind auch die Auszeit-Tage, die ich nun meistens konsequent schaffe einzuhalten. Das ist der Mittwoch und meist auch der Samstag. An den Tagen versuche ich vom zielgerichteten, getriebenen Handeln auf im-Moment-sein und treiben lassen umzuschalten. Von Anspannung zu Entspannung. Nichts Müssen. Das bleibt auch ein Üben. Aber es geht immer besser. Überhaupt geht es auch für meinen Körper immer besser von Anspannung in Entspannung zu kommen.

So habe ich jetzt fast so etwas wie eine Struktur, angepasst an meine Möglichkeiten. Seit dem gab es auch keine Total-Zwangsausfall-Tage und wenn, dann liegen sie Mittwoch oder Samstag und ich erlaube sie mir und finde von dort aus wieder Energie für die nächsten Tage.

Ist das jetzt tatsächlich so etwas wie ein sich einstellendes Gleichgewicht?! Ich kann es kaum glauben, nach so vielen Jahren! 😀

Ich freue mich und bin mir trotzdem der Endlichkeit von allem bewusst.

Es tut sich was

Die letzten Wochen ist ganz schön Bewegung in mein Leben gekommen. Und das zwei Tage nach dem ich auf Empfehlung meiner Ärztin mit der Einnahme von Vitamin D begonnen habe. Es könnte aber auch die Wirkung der Anhebung des Antidepressivums von vor 6 Wochen gewesen sein oder es war einfach grundsätzlich an der Zeit, dass die Energien sich wieder insgesamt in eine andere Richtung bewegten. Wer weiß.

Ich fühle mich jedenfalls so, als wäre ich wieder im Strom des Lebens angekommen, würde an ihm teilnehmen. Das ist etwas sehr befriedigendes.

Ich war teilweise täglich im Kontakt mit Menschen, persönlich oder telefonisch. Ich war 2-3-mal die Woche in der Kontakt- und Beratungsstelle, habe an Kursen teilgenommen, an denen ich noch nie vorher teilgenommen hatte. Besuche seit drei Wochen dort regelmäßig die angeleitete Gruppe, das auch erstmalig.

Ich bin brav weiter zur Ergo-Therapie gegangen, trotz dieser elenden Anspannungs-/Druck-/Angstgefühle und langsam verbessert sich das.

Ich war ein zweites Mal bei der Qi Gong-Gruppe vom Träger, aber stelle das nun zurück, weil es insgesamt zu viel wird.

Ich hatte ein weiteres Vorgespräch, mal testweise bei einem Mann. Dort hat sich gezeigt, dass ich tatsächlich besser eine weibliche Therapeutin suchen sollte. Er war mir sehr sympathisch, aber mein Unterbewusstsein hat ständig etwas ganz anderes gefeuert.

Heute habe ich mir eine Holzwerkstatt eines Zuverdienst-Projektes angeschaut und was soll ich sagen – ich bin begeistert!!! *freudig im Kreis herum hüpf*

Sehr große Räume, viel Platz, viele Möglichkeiten etwas nach Vorgabe zu machen, aber auch Möglichkeiten seine eigenen Sachen zu machen, Raum zum Experimentieren, kein Druck, keine Erwartungen, Menschen mit ähnlichen Einschränkungen, ein saunetter Anleiter (ich glaube, weil er kleiner war als ich, hat mein Unterbewusstsein ihn nicht als Gefahr erkannt 😉 ).

Ich habe ihm gleich gesagt, dass ich das Ganze nicht unter der Überschrift Arbeit oder Erhöhung der Leistungsfähigkeit mache, sondern unter der Überschrift Hobbysuche. Das entspannte mich selbst sehr und das hat er offen aufgenommen.

Ich muss ihm aber noch mal erklären, warum ich lieber ab 12 Uhr anfangen möchte, dass das nichts damit zu tun hat, dass ich nicht aus dem Bett komme, sondern dass das ab 7 Uhr morgens meine Stabilisierungszeit ist, die mir sehr gut tut und die ich ungern kürzen möchte, solange ich sie brauche. Er hat meinen Vorschlag nämlich auf 11 Uhr heruntergedrückt und ich konnte da im Moment nichts zu erwidern.

Ich bekomme ab Freitag noch B12-Spritzen. Mal sehen, ob ich davon etwas merke.

Die Begutachtung des Medizinischen Dienstes des Jobcenters habe ich mit einer fast erwarteten Panikreaktion, beim Abtasten des Bauches trotzdem gut überstanden. Ich musste noch Urin und Blut für ein Drogenscreening abgeben. Heute kam die Post. Arbeitsunfähigkeit für die nächsten 6 Monate. Dann erneute Prüfung.

Ich stelle fest, dass ich weniger nachdenke und mehr einfach tu und das viel angenehmer ist.

Ich komme überwiegend gut zurecht, emotionale Erschütterungen fangen sich schnell, ich bin öfters zufrieden und entspannt.

Und noch etwas am Rande. Ich habe mir eine erdende Räuchermischung geleistet. Meine erste. „Dark Wood“. Ich liebe sie. Es riecht nach Lagerfeuer und Wald und ich fühle mich zu Hause. ❤

Wortloses Teilen und die fünfte Stufe des Heilens: Annahme

Gar nicht so leicht, etwas was sich tagtäglich bewegt, gar stündlich verändert, in Worte zu bringen.

Manchmal fehlt mir das Teilen der Prozesse. Und manchmal oder öfter, fühlt sich dieses Fehlen wie etwas an, was nicht mehr passt, was gar nicht mehr gebraucht wird.

Manchmal und öfters ist es stimmig alles wortlos hindurch fließen zu lassen. Manchmal und öfters ist es viel leichter mit Worten nicht zu etwas zurückzukehren, was schon wieder vergangen ist. Und trotzdem. Die Sehnsucht, auch wenn es ein alter Schuh ist.

Wortloses Teilen wäre schön.

Und da komme ich doch tatsächlich assoziativ zur bisher vorenthaltenen fünften Stufe des Heilens, nach Barbara Ann Brennan (aus Licht-Heilung). Das hatte ich zwar nicht geplant, doch jetzt ist es da und ich hau‘s mal einfach in die Tasten. Wer weiß, wofür es gut ist.

Wenn Sie genügend Zeit und Energie hatten, die vorhergehenden vier Stufen mit Aufmerksamkeit zu durchleben, dann gelangen Sie auf eine Stufe, auf der Sie weder mit Wut noch mit Depression auf Ihren Zustand reagieren. Sie haben die dazugehörigen Gefühle zugelassen: Ihren Neid auf die Gesunden und Ihre Wut auf die, die nicht mit Krankheit geschlagen sind. Sie haben über den drohenden Verlust getrauert, den die Krankheit Ihnen abverlangt. Sie möchten vielleicht alleine gelassen werden oder auf einer nicht verbalen Ebene des Seins kommunizieren, weil Sie sich auf Veränderungen vorbereiten. Das ist die Zeit, in der Sie sich auf einer ganz anderen Ebene kennenlernen werden, wo Sie nach innen gehen und sich selbst neu begegnen. Sie stellen die Werte in Frage, an denen Sie sich orientiert haben und die Ihre Krankheit mit erzeugt haben. Sie beginnen, Ihre wahren Bedürfnisse zu fühlen und nach seelischer Nahrung zu suchen, wie Sie das vorher nie getan haben. Sie wenden sich neuen Freunden zu und trennen sich vielleicht von alten, die zu der neuen Lebensphase nicht mehr passen. Sie nehmen die Veränderungen in Ihrem Leben vor, die für Ihren Heilprozess notwendig sind. Der Prozess beschleunigt sich. Sie fühlen sich sehr erleichtert, obwohl vielleicht noch viel vor Ihnen liegt, um Heilung zu erlangen.

Ich wünsche Euch eine gute Woche! ❤

Fortschritte und Schritte

Die nebenan.de-Seite macht Spaß. Schön zu sehen, wie Menschen etwas suchen und beim Nachbarn finden oder Sachen verschenkt werden und einen Glücklichen finden. Ich habe jemandem ne Tischlampe für schmales Geld abgekauft. Endlich keine Dunkelheit mehr am Schreibtisch.


Unerwartet schöner Tag. Bin froh mich auf den Weg gemacht zu haben, trotz Hürden-Gedanken. Mal wieder Stadt von seiner schönen Seite gespürt. Menschen. Leben. Gerüche, Gerüche, Gerüche. Bunte Geschäfte. Endlich ein paar Bücher Second-Hand verkauft. Das steht schon länger als ein halbes Jahr auf meiner to-do-Liste. Sonnenschein. In der Nähe vom Büro von Fr. S.. Alles so vertraut, weil hier jahrelang zur Therapie gegangen. Lächeln. Lächeln. Das tat gut, dieser Tag.


Ich sehe so viele Fortschritte, anderes Umgehen, andere Verläufe. Bin tief Dankbar. Scheine alles richtig gemacht zu haben. Jetzt bloß nicht die Spur verlieren und immer schön locker bleiben. Nicht verkrampfen. Keinen neuen Wettkampf aufmachen. Alles ist jetzt erst einmal da, darf da sein. Darf da-sein-zulassen geübt werden. Nicht leicht mit ‚ich_bin_es_nicht_wert-/ ich_habe_es_nicht_verdient,_dass_jemand_für_mich_da_ist-Mustern im Kopf.

Ich mache das ganz gut, finde ich. Jeden Tag, ob oben, ob unten. Mit Angst und Freude und Trauer und Lähmung und Lebenslust.


Ich miste weiter aus. Viele, sehr viele Papiere – vom Studium, von der damaligen Arbeit. So viel Wissen. Die Zusatzausbildung. Wo ist das hin? Alles umsonst? Schade eigentlich. Aber ich glaube, fühle nicht, jemals wieder mit von Schizophrenie betroffenen Menschen arbeiten zu können/wollen. Psychologie interessiert mich weiterhin, stelle ich fest. Von allem kann ich mich nicht trennen. Lese alte Texte, die ich damals garantiert nicht verstanden habe. Heute die eigenen Erfahrungen im Gepäck, ergibt alles viel mehr Sinn.

Ein Text vom Prof. Dr. Christian Scharfetter über das Un-Gleichgewicht von Vulnerabilität (Verletzlichkeit) und Resilienz (Widerstandskraft) und die mögliche Folge der psychischen Dekompensation. Sehr spannend. Da taucht seine Idee zu einem Gesamtbehandlungsplan auf, wo er auch dem spirituellen Aspekt Beachtung schenkt (da er auch Spiritualität als Risikofaktor sieht). Ich glaube er bezieht sich hauptsächlich auf Schizophrenie-Betroffene, erwähnt aber auch die Borderline-Diagnose:

„Auch im religiös-spirituellen Bereich ist eine Kultur der Achtsamkeit, Vorsicht, behutsamen Bescheidenheit, die Erfahrungen kommen zu lassen, das Leitmotiv – entgegen dem Erzwingen-wollen „spirituellen Erwachens“, Erleuchtung, Ekstasen, Erlösung als Befreiung von der Alltagslast des Lebens, der doch niemand ausweichen kann.“

Sehe da meinen eigenen Entwicklungsprozess.

Vulnerable Gefährdungspunkte

Ein schönes Wort. So treffend für mich. Alles kann ganz ruhig und normal laufen und dann – Peng – sagt, tut jemand oder ich selbst etwas und berührt bei mir einen vulnerablen Gefährdungspunkt und plötzlich verändert sich über Stunden und Tage mein gesamtes Selbstgefühl. Ich bin jemand anderes und werde dann irgendwann wieder ‚ich‘.

Es spricht mich sehr an, wie er mit Fragen diese Vulnerabilität respektiert und anregt, ein Leben zu finden, in dem psychohygienischen Bedingungen der Selbstüberwachung und -steuerung, Bewältigungs- und Ausweichstrategien erlernt werden, um die Resilienz zu verbessern.

Was vermeiden, was suchen? Welches ist das rechte Maß von Sozialkontakt und Isolation? Welche Techniken des „Apspacens“ sind gefährlich? Worin liegt eine vermeidbare Überforderung, z.B. im Sozial- und Berufsbereich, in den Zielsetzungen, im intellektuellen Anspruch? Wie gefährlich sind für einen Patienten starke Liebesgefühle? Wie kann er lernen, damit umzugehen, darüber mit der Therapeutin zu sprechen und so auch in diesem Bereich sozialen Lernens an sich arbeiten? Welches Maß an Schonung ist nötig, welches schädlich, weil es zu Überbetreuung, Abkapselung in der Infirmität, Hospitalismus, Institutionalismus führt? Welche Medikamente in welcher Dosis bewirken bei einem Patienten Abschirmung, Beruhigung, Befreiung von Wahn und Halluzination – welche dämpfen ihn zu viel und treiben ihn in Inaktivität, Apathie?


Ein neues Gutachten vom Medizinischen Dienst der Agentur für Arbeit steht an. Ich bin gelassen. Habe der Frau im Jobcenter aus der Reha-Abteilung ganz offen meinen Prozess geschildert. Das ich fertig bin mit dem Leistungsgedanken. Das erst einmal etwas anderes dran ist. Sie hat mir doch tatsächlich fast gratuliert, sich mit mir gefreut, dass ich Druck loslassen kann und mich um mich kümmere. Da war ich echt baff.

Ich gehe davon aus, dass der Medizinische Dienst die Arbeitsunfähigkeit bestätigt. Ob für 6 Monate oder darüber hinaus, bleibt abzuwarten. Wenn darüber hinaus, steht mir der Papierkram für einen Antrag auf EU-Rente bevor. Fühle mich damit gerade auch gelassen. Es ist wie es ist. Ich muss mich nicht mehr rechtfertigen und beweisen. Bleibt abzuwarten, ob mir diese Haltung bewahrt bleibt, wenn ich vor den Gutachtern sitze.