„Ich bin nichts wert“ – ist das wahr?

Arbeiten mit The Work und dem Glaubenssatz „ich bin nichts wert“.


Danach ist um diesen Satz herum mehr Platz entstanden. Ich kann ihn sehen und fühlen, mit etwas mehr Abstand und ich kann fühlen, dass da noch mehr ist als das.

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Körperarbeit – Liebe und Schmerz

Ich möchte Auszüge eines E-Mail-Austausches aus den letzten Tagen teilen. Der hat sich aus einem Moment ergeben, wo ich von meinen Gefühlen und Empfindungen überfordert war und deshalb Kontakt gesucht habe.

Das war dann so ein instabiler Moment, wie im Beitrag „Wiedererleben und Stabilisierung“ erwähnt, wo meine eigenen Werkzeuge ’scheinbar‘ nicht mehr ausreichten, um mich zu fangen/halten.

Den Menschen den ich kontaktierte, kenne ich seit 2009 im Rahmen von Körperarbeit, in sehr unregelmäßigen Abständen (alle zwei Wochen, bis teilweise bis zu einem Jahr Pause), mit einer enormen Entwicklung. Wir hatten 4 Tage vorher einen Termin gehabt, in dem das Gefühl gehalten-zu-sein Raum finden konnte.

Ich:

Liebe …,
ich fühle mich nicht gut die Tage. Nach unserer Arbeit, an dem Tag hab ich mich noch sehr warm, angenehm eingehüllt gefühlt. Das muss mein Suchtgedächnis voll aktiviert haben, weil ich zu Hause nichts anderes wollte, als nie wieder aus diesem Zustand aufzuwachen und Beruhigungsmittel genommen habe, um mich sofort ins Bett legen zu können.
Klar, war ich dann am nächsten Tag ziemlich matschig und habe bis 14 Uhr im Bett verbracht.
Gestern Morgen habe ich dann gefühlt, nicht mehr in der Welt sein zu wollen, hier kein zu Hause zu fühlen. Sehr verzweifelt. Hat mich sehr betroffen, trotzdem Abstand, weil ich diese Gefühle schon kenne.
Und heute Morgen wird es schwieriger. Deshalb schreibe ich dir auch.
Ich fühle mich sehr fremd in dieser Welt die Tage. Alles Bekannte, Vertraute scheint weg zu sein oder ich nicht mehr hineinzukommen. Ich habe Angst. Gestern war eine Freundin da. Ich fühlte mich auch dort fremd in der Nähe. Außerhalb davon. Ich weiß gerade nicht wer ich bin. Ich fühle mich nicht, meine Haltungen, Werte, Aufgaben.
Ich habe Angst in nichts mehr hineinzufinden, alleine, orientierungslos und fremd zu bleiben. Ich habe Angst mich immer falsch zu fühlen, an Orten, unter Menschen, in diesem Leben. Ich fühle Angst, verloren zu gehen, keinen Halt mehr zu finden.
Ich kann heute schwerer mich erinnern und glauben, dass das eine Phase ist, die vorbei gehen wird. Ich habe das starke Gefühl, dass es danach nicht ins Bekannte zurück geht. Ich habe das Gefühl, alle Kontakte die ich habe zu verlieren.
Meine inneren Helfer haben mich schon darauf gebracht, heute Dinge zu tun, die mir sehr vertraut sind. Z.b. in den Wald hier gehen. Ich hoffe inbrünstig, dass der sich nicht auch fremd anfühlt.
Ich, ne Stunde später :):
Ich noch mal. 🙂
Was für ein hin und her. Eine Stunde später, nachdem ich mich aus meiner Starre geklopft habe und duschen war, ist es jetzt ganz anders.
Ich fühle wieder etwas von Vertrauen und einer Sicherheit, dass alles gut ist. 🙂
Also es wird wohl weitergehen und gut gehen.
Sie:

Es scheint, dass vertraute Dinge tun, Vertrauen in das Selbst wieder herstellen können.

Möglicherweise wurde während unserer Arbeit eine neue Saite angeschlagen, die aber noch mit „alten“ Gefühlen verknüpft ist.
Ich will es so erklären: sich warm und angenehm eingehüllt zu fühlen ist an sich ein schöner, menschlicher Zustand den wir eigentlich erstreben und uns ersehnen.
Dies kann aber auch mit Schutzlosigkeit und Schwäche (wenn ich mich entspanne und warm fühle, fahren meine Schutzschilde herunter und ich bin angreifbar),
Suchtgedanken (da will ich nie mehr weg, weil ich Angst habe nie mehr in diesen schönen Zustand zu kommen)
Langeweile (ich bin so auf Adrenalin, dass ich alles unter diesem Hormonlevel als öde empfinde) uvm. verbunden werden.

Ein Lehrer von mir sprach einmal im Unterricht über Glaubenssätze. Ein oft gelebter Glaubenssatz ist zum Beispiel: „Liebe muss weh tun. Wenn es kein Drama gibt, dann kann es keine echte Liebe sein“. Das hat mich sehr nachdenklich gemacht. Liebe und Schmerz sind oft so untrennbar miteinander verknüpft, dass man Liebe ohne Schmerz als öde und langweilig oder gar nicht empfindet. Wie gelingt es und das Gefühl der Liebe davon zu trennen und es als das wahrzunehmen, was es eigentlich ist? Eine universelle Kraft, die alles zusammenhält. Unter anderem.

Du kannst den Weg des Vertrauens gehen, auch wenn er sich manchmal noch schwankend und unsicher anfühlt!
Und ich vertraue deinem inneren Helfer / Heiler! Absolut!

Ich:

mit diesem satz kann ich sehr gut etwas anfangen:

“Möglicherweise wurde während unserer Arbeit eine neue Saite angeschlagen, die aber noch mit „alten“ Gefühlen verknüpft ist.”

das habe ich später auch gedacht, ob das einfach wieder die gefühlslage von damals war. das ist mir schon öfters aufgefallen, dass neue gefühle, besonders wenn sie sehr neu sind, nochmal ganz stark die alten gefühle hervor holen. ging mir ja bei der wut auch so. danach hatte ich diese heftige angst in mir drin. und neulich, als ich verstärkt für hilfe und unterstützung gesorgt habe, ging es mir besonders elend, weil ich unterstützung doch nicht verdient habe. usw. usf.

und da ich ja immer was neues mache, neues erlebe, mich für neue räume öffne, fühle ich mich also auch sehr oft scheiße. da muss ich gerade drüber lachen, weil es so plausibel ist.

an dem abend erreichte es noch seinen zenit. der selbstverletzungsimpuls war enorm, wie schon lange nicht mehr. und es ist interessant, was du über die liebe und den schmerz schreibst, weil ich da so lag und sehr weinte und mich so unglaublich nach gehalten-sein, berührt werden, in den arm genommen werden sehnte, so dass es schmerzte + eben das verbot (selbstverletzung), solche bedürfnisse nicht haben zu dürfen und gleichzeitig habe ich aber gefühlt, dass ich dieses gefühl, berührt und gehalten zu sein in mir selbst wahrnehmen konnte. das war schon recht paradox, als ich erkannte, es ist ja da. ich brauche mich ‘nur’ für die wahrnehmung zu öffnen, sie zuzulassen. der schmerz war eigentlich nicht nötig, aber trotz der erkenntnis da.

vielleicht muss mein geist-körper-seele-system erst einmal die neuen gefühle, die da erfahren wurden realisieren und einbauen.