Ich habe Lust etwas auszuprobieren

Der Beitrag von Sofie und ihre Erfahrungen mit dem Singen und Tönen, hat mich auch an meine guten Erfahrungen mit dem Singen erinnert.

Das Singen steht sogar als Stress- und Krisenwerkzeug auf meinen Notfall-Listen. Ich singe allerdings nur zu Hause, mit mir selbst.

Manchmal sucht sich meine Seele von ganz alleine Töne zusammen, die ich vor mich hin summe, wenn mir meine eigenen Gedanken zu viel werden.

Nun hatte ich eben Lust auf Singen und klickte die erste Mantra-Empfehlung in meinen Youtube-Konto an.

Ein Gesang an Ganesha, einem indischen Gott, der dabei hilft, Hindernisse zu beseitigen.

Hat mir sehr gefallen und der Text der dazu geschrieben ist, brachte mich auf die Idee, vielleicht mal täglich über einen längeren Zeitraum, 1-2 Wochen mit diesem Mantra zu arbeiten.

Sonst singe ich das nur nach Lust und Laune, ohne große Hintergedanken oder Absichten, weil singen einfach gut tut.

Vielleicht probiere ich das mal regelmäßig, soll er doch auch Ängste und Phobien beseitigen und die Disziplin verbessern. 🙂

Ich habe mir die Anleitung, die ein richtiges Ritual ist, ausgedruckt und werde sie irgendwo sichtbar hinlegen, damit ich mich selbst daran erinnere.

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Eben gelesen

Niemand zu sein ist Glück. Wer etwas sein oder werden will, muss immer etwas aufrechterhalten, nämlich das Bild der Prrson, die man sein möchte. Diese Vortäuschung will ständig aufrechterhalten werden. Das macht die Dinge kompliziert. 

Auszug aus einem Gespräch der Zeitschrift Buddhismus Aktuell, mit dem tibetischen Meditationsmeister Drubwang Tsoknyi Rinpoche.

Und ich dachte nur lachend – oh jaaaa, das macht die Dinge wirklich kompliziert. Das bekomme ich seit Jahren von diesem Leben freundlich hineingerieben. 😀

Jede Idee die ich bisher von mir hatte, galt es wieder loszulassen.

Nun gut. So sei es. 🙂

Wirri-wirri im Kopf

Ich bin so wirri-wirri im Kopf. >.< Das heißt, ich bin von der depressiven Phase in die überschießende Phase gewechselt. Das ist einerseits ziemlich großartig, weil ich sehr vieles ziemlich großartig finden kann 😀 und mich viel mehr freue und lache als vorher und andererseits ist das sehr herausfordernd, weil meine Energie über das Ziel hinausschießen mag, wenn ich ihr einfach folge.

Das ist dann so ein wenig beim Betreuungstermin geschehen, weil ich dann rede und rede und assoziativ gelockert bin und schwer auf eine Sache konzentriert bleiben kann und dann auch schnell von meinem eigenen Reden und Denken erschöpft bin. Die Energie geht nach oben raus, ohne mit unten verbunden zu sein.

Schön ist, ich bekomme es mit, ich spreche es an und wir haben darauf reagiert, aufgehört zu reden und uns ein Brettspiel angeschaut, um es vielleicht einmal gemeinsam zu spielen. Das war dann auch etwas Kopf, aber auch ein konkretes Ding im Jetzt, zum gucken und tasten.

Während ich hier sitze, will in mir etwas die ganze Zeit lachen und springen und tanzen und sich freuen und herumwirbeln und sich freuen und sich freuen und sich noch mehr freuen. 😀 Äußerlich sieht man das an einem leichten Lächeln im Gesicht.

Heute Morgen brauchte ich Möglichkeiten dem Raum zu geben, weil es mich sehr angespannt hat, es nicht ausdrücken zu können. Meine Beine wollten sich bewegen, ganz unbedingt. Mein bisheriges Fitnessprogramm gibt nicht so sportliche Elemente her. Und ich bin ja auch nicht fit. Da gibt es Rückenkräftigung im Liegen und Dehnen im Stehen und Dehnen im Liegen. Alles sehr ruhige Bewegungen.

Da fiel mir ein, dass ich dann wohl einen Workout-Baustein brauche, nachdem ich einfach im Bad (weil da der Boden nicht knarrt) ein paar Minuten auf der Stelle gejoggt bin und gemerkt habe, dass das nicht reicht. Früher bin ich dann raus und habe mich in diese Freude beim Herumlaufen hineingesteigert und nicht darauf geachtet, dass die Bewegung die ich mir dann gab, zu viel war. Wie gesagt, der Boden fehlte, um spüren zu können, wann und wo meine Grenzen sind.

Das war dann wirklich lustig heute Morgen. Ich fand bei YouTube ein 10-Minuten warm-up, mit viel Beinbewegung (Erdung). Genau das Richtige für mich, weil mir klar war, dass ich gar kein Power-Programm schaffe. Mein Herz-Kreislauf-System ist aufgrund der vielen körperlichen Ruhephasen, die ich brauche oder die mich auch ungewollt heimsuchen, sehr schwach.

10 Minuten, ein Rahmen, wo ich mir sicher war, dass das ist nicht zu viel wird und ich trotzdem morgen Muskelkater haben werde.

Das hat super gepasst. Ich musste vor Freude an der Bewegung lachen. Und ich musste lachen, weil ich im weiteren Verlauf gemerkt habe, was für ein Koordinations-Desaster entsteht, wenn Beine und Arme gleichzeitig bewegt werden sollen. >.<

Ich freue mich immer darüber, wenn ich meine Bedürfnisse erfühlen kann und das mit einem Freudeausbruch von Innen angezeigt wird, dass ich da auf der richtigen Spur bin.

Vor einiger Zeit dachte ich noch, dass dann die Sachen immer so viel Freude machen müssen und wenn sie es nicht mehr tun, dann ist das doof. Mittlerweile bin ich darauf gekommen, dass diese Freudeausbrüche wie Wegweiser-Schilder auf einem Weg sind. Sie markieren ein – ja, du läufst in die richtige Richtung und es ist nicht nötig, zum Ziel zu machen, nun ständig diese Schilder zu finden. Der Hinweis reicht aus, um den Weg vertrauensvoll weiterzugehen.

Das mit dem Vertrauens-voll übe ich noch. 😉

Übersetzt heißt das, wenn ich auch zukünftig meinem Bewegungsdrang (wenn er denn da ist) angemessen befriedige, wird es nicht immer super lustig und freudig zugehen und mich vielleicht auch mal annerven oder neutrale Gefühle verursachen.

Nach meinem 10-Minuten Workout, als sie sagte, „weiter geht’s zum Hauptteil“, hörte ich auf, aber war noch immer unruhig. Ich dachte an die fehlende Möglichkeit die Energie abfließen zu lassen und setzte mich zur Meditation (obwohl ich auch dachte, dass halte ich doch gar nicht aus), bewusst mit den Handflächen nach unten auf die Oberschenkel gelegt, damit Energie in die Beine fließt und nicht noch mehr aufgenommen wird (Handflächen nach oben).

Ich beobachtete meinen springenden, denkenden, planenden, korrigierenden, fröhlichen und noch viel mehr Verstand und wurde dabei tatsächlich ruhiger und ausgeglichener. Das ordne ich den Händen zu, weil sie auf Reiki-Fluss eingestellt sind, auch ohne, dass ich das direkt beabsichtige.

Will ich mir merken, auch mal bei einem überschießenden Gespräch meine Hände auf die Oberschenkel zu legen. Vielleicht beruhigt das im Gespräch von ganz alleine.

Jetzt bin ich nicht mehr so angespannt und unruhig, sondern einfach freudig und offen für Bewegung.

Von meinem Platz hier am Schreibtisch, wenn ich über meine linke Schulter schaue, sehe ich dieses herrliche Bild von rot-gefärbtem Baumblättern und Balkonblumen. Ich liebe es. ❤

Das schilfartige Gewächs ganz links ist Ingwer.

Das schilfartige Gewächs ganz links ist Ingwer.

Eben bin ich durch die Nachbarschaft spaziert und habe Fotos gemacht, von Dingen die mir ins Auge stachen. 20-30 Minuten sind zum Erlebnis geworden, weil ich selten durch die Wohnsiedlung laufe, sondern eher an der Straße entlang. Sogar ein kurzes, nettes Gespräch mit einer Hundebesitzerin hat sich entsponnen, weil ihr Hund mich aufgrund meiner Mütze und Rucksack angebellt hat. Das täte er auch bei schwarzen und spanisch sprechen Menschen und auch bei Pferden, völlig verrücktspielen, da er die ersten 4 Monate  seines Lebens in Spanien wohl Schlimmes erlebt hat. Kann man nichts machen, sagt sie und ich denke, ja klar, auch Tiere erleben Traumatisierungen und haben ihr Leben lang damit zu tun. Aber Gott sei Dank, sagt sie lachend, hätten sie kein Pferd zu Hause. Da ginge das ja noch. Ein herrliches Bild entspinnt sich in meinem Kopf, mit einem Pferd in der Wohnung und ich muss herzhaft lachen.

So schöne Farben, in einer sehr ordentlichen Wohnsiedlung.

So schöne Farben, in einer sehr ordentlichen Wohnsiedlung.

 

Noch mehr schöne Farben.

Noch mehr schöne Farben.

 

Weiß jemand was das für ein Baum ist?

Weiß jemand was das für ein Baum ist?

 

Mit Früchten, die wie eine Mischung zwischen Eichel und Haselnuss aussehen.

Mit Früchten, die wie eine Mischung zwischen Eichel und Haselnuss aussehen.

 

Ja, Gott findet man auch bei Netto. :D

Ja, Gott findet man auch bei Netto. 😀

 

Nochmal mein Fensterblick, ohne Fenster davor. <3

Nochmal mein Fensterblick, ohne Fenster davor. ❤

Das Leben endet

Sterben. Das Thema verfolgt mich. Seit dem eine Freundin von mir an Krebs erkrankt ist.
Erfolgreich behandelt.
Doch immer steht das Thema einer Wiederkehr im Raum. An Krebs zu sterben, steht im Raum. Unausweichlich. In mir selbst, fast schon als Wahrheit. Als würde ich mich seit dem versuchen darauf einzustellen, vorzubereiten. Dass das passieren kann. Das ein Mensch sterben kann. Ein Mensch den ich kenne. Der mir nah ist.

Ihre Angst begleitet sie und mich.
Sie unmittelbar. Todesangst. Mal mehr, mal weniger nah. „Ich will nicht sterben“, sagte sie einmal. Und dieser Ausdruck in den Augen. Hilflosigkeit. Nackte Panik.
Und ich? Ich fühle keine Angst, außer ihre Angst.
Ich fühle eher Gewissheit. Wenn es kommt, dann kommt es, ob sie will oder nicht, ob ich will oder nicht. Ich habe immer wieder den Drang, ihr das zu sagen. Fühle mich jedoch unsensibel und herzlos dabei. Frage mich, ob es meine eigene Abwehr des Themas ist, dass ich so denken kann.
Ihre Angst wehre ich nicht ab. Sie ist natürlich, verständlich und nicht zu umgehen. Ich warte regelrecht darauf, dass sie sie einmal so richtig durchlebt und aufhört, gegen sie zu kämpfen. Vielleicht ist es das, was ich ihr eigentlich sagen will. Erst wenn ich den Gedanken an den Tod zulassen kann, kann ich der Angst die darauf folgt begegnen.

Morgens im Bett. Ich male mir den Gedanken aus. Ich sterbe. Wie wäre das, wenn ich das wüsste. Spontane Gefühlsreaktion ist Vorfreude. Wie ein Ereignis, auf das sehnsüchtig gewartet wird. Interessant. Das ist neu. Ich leide momentan nicht unter meiner Existenz. Also keine Reaktion aus den Umständen heraus. Vielleicht habe ich einfach wirklich keine Angst zu gehen. Es fühlt sich so verdammt normal an.

Würde ich irgendetwas anders machen, wenn ich wüsste ich hätte nicht mehr viel Zeit?
Klar! Ich würde in meinem Umfeld, um finanzielle Unterstützung bitten und überhaupt versuchen, soviel Kohle ran zu bekommen wie geht, damit ich noch so viel Zeit wie möglich in der Natur verbringen kann, mir selbst nah und ich würde so oft wie möglich mit Menschen zusammen sein wollen, die mir nah sind und gut tun.
Und gerade tut sich das Bedürfnis auf, ganz viel Liebe verteilen zu wollen, an gewisse Menschen, zu denen ich keinen Kontakt mehr habe. Hab da eben mal eine E-Mail verschickt. Muss ich nicht warten, bis der Tod nah ist.

Ansonsten habe ich das Gefühl, dass ich schon ziemlich nah am authentisch leben bin, also nicht mehr allzu viel verändern würde.
Vielleicht würde der innere Druck der Behörden wegfallen, irgendetwas zu ‚müssen‘. Vielleicht würden mir auch so einige Gesetze/Regeln egal werden, wie zum Beispiel Gelder beim Jobcenter anzugeben.

Wenn ich jetzt sterben würde, hätte ich auch nicht das Gefühl, irgendetwas verpasst zu haben. Die letzten Jahre waren so intensiv. Ich habe unglaublich viel erlebt, ausgelebt, über mich erfahren. Bin mir tief begegnet. Habe viel geklärt. Meine ganzen Beziehungen, zu den Eltern, Großeltern, Freunden sind ins rechte Licht gerückt, authentischer, echter geworden. Was nicht mehr gepasst hat, hat sich entfernt.
Und ich darf jetzt, noch ganz frisch, eine wunderschöne, mir bisher unbekannte Art von Freundschaft erleben. Sich wahrhaftig zu begegnen ist ein Geschenk.

Ich habe so viele gute Dinge erlebt. Mein Traumurlaub, Indian Summer in Kanada. Die Kanureisen in Schweden. Das verspätete Entdecken meiner Sexualität (auch wenn die jetzt wieder eingeschlafen ist 🙂 ). Das Entdecken des Lebens ohne Rauschmittel. Das Entdecken des Lebens mit Rauschmitteln. Das Entdecken von emotionaler Tiefe und Vielfalt. Das Entdecken von bedingungsloser Liebe. Das Entdecken von bedingungslosen Glückzuständen. Das Erleben von Gefühlen geliebt zu werden, unterstützt zu werden, einfach weil man da ist. Umarmungen zulassen und spüren können. Nähe. Nähe zu Kindern. Nähe zu Hunden. Nähe zur Natur. Nähe zu Menschen. Kreativität. Verspieltheit. Ein erster Arbeitsplatz unter Idealbedingungen. Mich nie lange und groß für irgendetwas bewerben müssen, da immer schnell ausgewählt.
So betrachtet, fühle ich mich wie ein Glückskind. Was will ich da noch mehr. Alles Weitere ist Bonus. 🙂

Das Leben loslassen. Vielleicht ist es dann doch nicht so leicht, wenn der Tod real wird, den Raum der Vorstellungen verlässt. Wer weiß.

Leichtigkeit

Ey, ich will es nicht beschreien, doch wo ich gestern hier ganz ungeplant von fehlender Leichtigkeit geschrieben habe, sind ein paar Auffälligkeiten passiert.

Zum einen überfiel mich gestern Abend im Bett ganz plötzlich die Erkenntnis, dass das Leben mich nie verlassen/im Stich gelassen hat, trotz schwerer Krise und andauernden Einschränkungen.
Es war immer da und hat mir Unterstützung zukommen lassen, auf die eine oder andere Art. Ich war nie alleine und verloren.
Plötzlich kann ich das sehen. Plötzlich ist dieses Gefühl, verraten worden zu sein relativiert.

Ich kann sehen, dass das Leben und meine Krisen/Einschränkungen nichts miteinander zu tun haben. Da denkt sich niemand etwas aus. Da ist niemand der mich verlassen hat, der mich ins Unglück laufen ließ. Da ist niemand, der mich vor Unglück bewahren konnte. Da ist auch niemand, der mir besonders viel Glück beschert, wenn ich nur dies und das tu.

(Ich hatte so den Mut verloren, dass mein Tun noch irgendeinen Sinn hat, wenn dann doch ‚Schlechtes‘ passiert. Ich war in die Falle getappt, zu glauben, dass Leben kontrollieren zu können.)

Leben passiert einfach.

Das gibt mir ein Gefühl von Bereitschaft es passieren zu lassen, was immer dies bedeutet (es bleibt eher ein üben, als ein können).
Krisen, keine Krisen. Schmerzen, keine Schmerzen. Leben. Sterben. Fülle. Leere. Orientierung. Orientierungslosigkeit.
+ das Gefühl, dass Leben ist trotzdem bei mir und begleitet mich durch diese Hügel und Täler.

(Wenn ich schreibe, dass Leben passiert und das Leben begleitet mich, dann meine ich glaube ich zwei unterschiedliche Dinge damit. Oder vielleicht auch nicht. Da bin ich unklar.)

Da ist etwas Großes weinend von mir abgefallen. Eine Verkrampfung hat sich ein wenig gelöst. Erleichterung!
Kommt da die Leichtigkeit und auch verloren gegangener Mut?

Dann war ich heute arbeiten, was bei mir, seit Tagesklinikentlassung nur sehr holperig läuft. Und ich habe mich vor Ort zum ersten Mal wieder etwas entspannen können. Nenne ich es ruhig Leichtigkeit, die sich ganz zaghaft an den Rand meines Fühlens stellte.
So als wäre alles doch irgendwie in Ordnung, obwohl alles anders ist. Obwohl ich im Zwischenmenschlichem tief verunsichert auftrete und deshalb auf Arbeit ständig angespannt bin, weil ich nicht weiß, wie ich bei Ansprache reagieren soll.

Und nun sitze ich hier zu Hause und spüre immer noch diesen Hauch von Leichtigkeit.

Danke Leben!

Du und Ich – Wir

Ich konnte mit dir eine Nähe zulassen, wie seit dem nie wieder und vorher niemals. Wir waren uns so nah, so offen wie man sich näher und offen nicht sein kann. Es gab kein ICH, es gab nur WIR.

Ich ließ zu viel zu, kannte keine Grenzen die es zu schützen galt. Wusste nichts von Grenzen in mir, von Rändern meines ICHs. Du konntest ein- und ausgehen in mir. Ich gab mich dir ganz und das mit Leidenschaft. Mein Herz war offen, solange, bis es zu sehr weh tat und es sich verschloss.
Ich begriff gar nichts.

Da war nur plötzlich diese Kälte in mir. Kälte und Leere. Kälte, Leere und Schuld. Ich konnte keine Berührung mehr von dir ertragen. Alles war zu viel, zu nah. Du warst zu viel, zu nah. Ich wollte nur noch weit weg von dir und gleichzeitig fühlte sich die Distanz an, als würde ich mir ein eigenes Stück meines Körpers herausreißen.
Ich verstand gar nichts.

Bis heute (bis zu diesem Moment) steht auf meinem Herzen Zutritt verboten. Beziehung unvorstellbar. Auch wenn es in den letzten 2-3 Jahren weicher geworden ist, langsam und stetig auftaut.

Ja und nun sitze ich hier und schaue mir alte Fotos von uns an. 6 Jahre sind vergangen. Die Bilder treffen mich, treffen auf mein weicher gewordenes Herz. Ich kann sie anschauen, ohne Widerstand, ohne sie wegklicken zu müssen, ohne Verlangen sie alle zu löschen. Fotos aus dem ersten gemeinsamen Jahr. Wir waren so glücklich. Hin und weg voneinander strahlen wir uns an. Ich war glücklich von oben bis unten, wie nie zuvor und niemals wieder. Niemals wieder so (dafür anders).

Wir gaben uns einander ganz, zeigten uns unsere hellsten und dunkelsten Ecken. Nichts blieb verborgen. Das Glück des totalen Gesehenwerdens. Schamgrenzen wurden gesprengt. Alles war okay. Wir waren bereit uns bedingungslos anzunehmen (zu Anfang). Wir vergrößerten uns gegenseitig, wuchsen aneinander zu ungeahnter Größe.

Diese Erinnerungen treffen heute auf mein aufgetautes Herz und ich begreife, was wir da miteinander hatten und was wir uns damit gleichzeitig angetan haben.
Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so über uns schreiben, nachdenken kann, uns erneut in mir zulassen kann. Ich hatte es mir auch nicht vorgenommen. Es tut weh und ist schön – dass ich das was war nicht mehr abwehren muss. Unverarbeiteter Schmerz der sich nun bewegen darf – 6 Jahre später!

Verschmelzung. Wir versuchten beide unsere Urwunde zu heilen, aneinander zurück in die totale Einheit zu flüchten – ins Heil-Sein. Ganz sein durch den anderen. Vollständig sein, weil du da bist und nur deswegen.

Mein Herz, noch weit offen, war deinen großen Gefühlen völlig erlegen. Ungebremst schlugen sie mit voller Wucht, wie die Brandung an den Fels, durch mich hindurch. Nur war ich kein Fels. Du ergossest dich über das Land in mir. Flutetest alles. Trugst Land ab, risst Stücke von mir aus meinem Grund und trugst sie fort. Liebe, Vergötterung, Eifersucht, Zorn, Vorwürfe, Angst, Ekel, Habsucht, Hingabe, Macht, Lust, Schmerz, Freude. Alles ganz und total. Ich taumelte darin hin und her, ritt mit deinen Gefühlen (vielleicht weil meine zu weit weg und zu leise waren) bis ich keine Kraft mehr hatte, bis ich erstarrte. Die einzige Möglichkeit zu entrinnen. Kalt und leer werden. Ich verstand gar nichts.

Verschmelzung. Der Tod.
So kann es nie wieder sein. Und trotzdem sitze ich hier und verzehre mich danach. Eine Sehnsucht – so tief! Sie lässt mich weinen, weiß ich doch, dass sie das Verlorene markiert und nicht das, was es zu finden gilt.

Als Ausdruck verzehre ich mich nach all den Helfer-Menschen und Herzen-Menschen um mich herum. Laut ruft es – sei da für mich, genau jetzt! Sei nah! Lass mich deine Haut spüren! Ich halte es nicht länger ohne aus.

Glücksmomente

Eine gute Zeit für meine Glücksmomente-Box! 🙂

Die letzten Monate waren mager. Doch nun landen wieder viele kleine bunte Zettel in ihrem Inneren. Ende des Jahres wird dann das Glück aus 2014 gefeiert. 😀

So eine Box hat mir auch schon mal in dunklen Momenten geholfen. In diesen Momenten, wo kein guter Gedanke, keine gute Erinnerung, kein gutes Gefühl mehr zu mir durchdringen will.

 

Glücksmomente