Gedanken während des Gebets und der Meditation

Nicht nur ich gebe mich hin. Auch das was da ist, gibt sich an mich hin.

Ich muss immer wieder weinen, wenn ich wahrnehme, dass ich keine Kontrolle habe, dass alles geschieht.

 

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Krankheits-Sinn

Ich danke meiner ‚Krankheit‘, womit ich vor allem die Erschöpfung meine.

Sie gibt mir die Möglichkeit, mich voll und ganz meinem Seelenwunsch hinzugeben.

Sie gibt mir die Möglichkeit, den Raum und die Zeit zu haben, tägliche Disziplin, Hingabe und Demut zu üben, Zerstreuungen zu minimieren und Einfachheit in mein Leben zu bringen.

Mir kommt es gerade vor, als hätte ich mich für ein Klosterleben entschieden, nur ohne in ein Kloster zu gehen. 😀

Schwer greifbare Zeiten

Tag für Tag so viele Gefühle. Unglaublich tiefe Gefühle. Gefühle die nicht beschreibbar, greifbar sind.


An einem Tag tiefe, tiefe Trauer, Enttäuschung, Wut, Scham.


Traurigkeit. Tiefe, tiefe Traurigkeit in jeder Zelle meines Körpers.


Nur zwei dünne Fäden halten mich in dieser Welt. Ohne Zugehörigkeit. Heimatlos. Und durch diese Heimatlosigkeit in etwas anderes nach Hause kommen, fern von der Welt. Tiefe, tiefe Traurigkeit. (Und ein Zipfel Frieden)


Alles mit dem ich mich verbinde, zeigt sich als etwas, was ich im nächsten Moment wieder loslassen muss. Stetig Abschied nehmen. Immer wieder.

Lediglich Gast. Nur zu Besuch.


Gedanke: Um so weniger mich in der tatsächlichen Welt hält, umso stärker suche ich den Kontakt zu etwas Größerem, was mich hält.


Seelenwunsch empfangen (zum ersten Mal ganz klar). Ausrichtung. Hier ankommen. Mich voll und ganz auf die Erde bringen. Was ich dann tu, ist nicht so wichtig, Hauptsache ich tu es aus einer Ausrichtung, mit Klarheit und Bestimmtheit heraus.

Das Gegenteil davon sind Zerstreuung und Traumtänzerei. Die Gegenspieler sind Zweifel, Sorge, Unsicherheit und Angst.

Dafür werde ich viel Zeit brauchen. Bin weit weg davon. Gut zu wissen, dass es darum geht, ich nicht mehr die Welt retten muss (oder erst dann, wenn ich darauf ausgerichtet bin), nicht mehr den passenden Beruf finden muss, nichts mehr im Außen finden muss. Nur noch die Fragen bei allem – Hilft es mir in mir anzukommen? Hilft es mir, mich auszurichten?


Mich Öffnen für bedingungsloses Nehmen, Empfangen, ohne geben zu müssen und plötzlich kommen Menschen auf mich zu und bitten mich um Unterstützung. Es fließt. ❤

Türen und alte/neue Wege

Woarrr, was für ein Gewitter da draußen. Ich wusste gar nicht, dass ich das gebraucht habe, aber als es los ging und ich zuuufälligerweise genau zu diesem Zeitpunkt plötzlich wieder in der Lage war, mich äußeren Dingen zuzuwenden (ich wusste gar nicht das ein Gewitter anstand), da jauchzte es in mir auf und lachte. Ich saß ein Weilchen im Schutz des Balkons und schaute zu und konnte mir einige Freudenausrufe (sowas wie „yiehaaa!“) nicht verkneifen. 😀

Das mal so vorweg, weils ganz vorne ist. Schreiben wollte ich etwas anderes.

Der Tag heute, bis zum Gewitter oder knapp vorher war schrecklich. Viel geweint, viel Verzweiflung und dieses nicht weichende Gefühl von starker Belastung, welches ich extrem quälend finde, wenn kein Ausweichen möglich ist. In einer Reihe von Umgangsversuchen damit, landete ich am Ende in einem Zustand von Aufgeben, im Außen noch etwas zu tun. Ich legte mich auf die Couch, betete zu den Engeln, dass sie mir doch bitte zeigen mögen, wie es leichter werden kann, weil ich es nicht mehr aushalte.

Ich erinnerte mich an eine Imaginationsübung, wo es darum ging, dass in einem immer irgendwo ein Ort ist, an dem alles heil und gut ist. Den fand ich sogar. Er war nicht stabil. Ich konnte mich nicht ganz hinein sinken lassen, aber er stellte mir Empfindungen und Bilder zur Verfügung, die Raum schafften.

Glasklare, reine Luft. Tiefes Durchatmen. Weite. Himmel. Blau. Pferdehaut. Sanfte grüne Hügel. Mit ausgestreckten Armen auf einem weißen Pferd galoppieren. Tief durchatmen. Freiheit. Riesige Seifenblasen im Himmel, worin sich die Wölkchen reflektieren. Pegasus (der kam glaube ich, weil ich an ihn dachte, wegen dem weißen Pferd und weil er schon mal vor einiger Zeit in mir auftauchte).

Habe versucht mit Pegasus zu sprechen. Wie kannst du mir helfen? In welcher Beziehung stehen wir zueinander? Da kam nichts. Ich fühlte lediglich Licht, ganz viel weißes Licht aus seinem Körper und viel Weite. Vielleicht war das die Antwort. Es fühlte sich befreiend an.

Ich habe länger nicht mehr mit inneren Bildern gearbeitet, obwohl es immer hilfreich war. Ich nehme an, dass gehört mit zu der Angst, die sich von meinem Innen abgewendet hat, weil es zu schwer ist, es alleine zu tragen. Das läuft unbewusst. Da kann ich kaum was tun.

Es gab doch mal meine innere Landschaft, die Fabrik, der Kontrolleur nach denen ich immer mal wieder schaute.

Eine paar Tage bevor ich mich entschloss, mich stationär aufnehmen zu lassen, also vor ca. 5 Wochen schaute ich nach. Alles war ein einziges Trümmerfeld und es passte haargenau zu meiner Gefühlslage, die sich erst dadurch zeigte. Es gab keine Fabrik mehr, nur noch Ruinen, wie nach einem Bombeneinschlag.

Ich traute mich heute auch nachzusehen. Immer noch Ruinen (diesmal ohne Gefühlsflut dazu – war ich froh drum). Und plötzlich auch eine Tür. Eine einfache Holztür, freistehend zwischen den Trümmern.

Ich fragte: Was bedeutet diese Tür? In dem Bild hatte ich keinen Bezug zu dieser Tür. Kein Gefühl dazu, dass man da durchgehen könnte. Doch dieser Gedanke kam nach der Frage und ich dachte an meine empfangenen Botschaften – nicht mehr zurück ins Alte und Räume zu suchen, die das Neue unterstützen.

Ich schaute mich um. Was ist das Alte momentan?

Es war der Zuverdienst und die Selbsthilfegruppe. Von Beidem habe ich mich verabschiedet. Die Gärtnerei ist leider auch nach alten Mustern – zeigt schon der Name ‚Arbeitstherapie‘. Das BEW, welches ich mir schon angeschaut hatte und gestern ein erstes Gespräch mit einem Betreuer hatte, fühlt sich auch nach alten Mustern an. Ich sollte nicht glauben, wenn ich die Strukturen da nutze, die Freizeitangebote, den Kontakt zu anderen Betroffenen dort, dass dann alles plötzlich gut ist. Das wird es nicht sein. Das wird nicht der Ort sein, an dem ich ankommen werde (auch wenn das ein (alter) Teil von mir will), im Sinne von das Ende einer Reise. Das Alte sehe ich auch in einigen Unterstützungsangeboten, die ich deshalb nicht annehmen konnte (zum Thema, wenn Hilfe nicht hilfreich ist, weil Abhängigkeitsstrukturen und so). Auch die Kontakt- und Beratungsstelle ist kein Ort, an dem ich ankommen, zur Ruhe kommen kann. Das Alte ist auch, wenn ich fühle, dass ich meine Freunde brauche, damit es mir wieder besser geht.

So gesehen sitze ich hier mit einem dringenden Unterstützungsbedarf und scheinbar keine Hilfe weit und breit. Ich sehe zwar Entwicklung, jedoch nicht im Bereich des Belastungsgefühls.

Dieses eher gesichtslose, ziemlich quälende Gefühl ist eine Zusammenballung aus – Überforderung, Hoffnungslosigkeit, Ausweglosigkeit, Resignation, aufgeben wollen, Verlustgefühle, Traurigkeit, Versagensgefühle, Selbsthass, Wut. Das konnte ich erst durch das EFT wahrnehmen.

Dann war mir auch die Leere und das Vakuum klar, weil so viele Gefühle sind einfach nicht aushaltbar. Durch das Verdrängen entwickelt sich eine Härte und Bitterkeit in mir.

Ich sehe das Alles und mache mir echte und große Sorgen deswegen. Die kommt noch auf den Belastungsberg mit oben drauf.

Die nächste Frage: Was ist das Neue?

Yoga. Wie es die Fügung so mit sich brachte, hat in der Nähe von mir ein neues Yogastudio aufgemacht. Nun hab ich ja kaum Geld und bin auch nur wenig belastbar – körperlich, emotional und mental und so passte nur ein einziges Angebot, weil es mittags ist und nur 45 min geht und deshalb wenig kostet. Mein Gedanke war vor allem auch dabei, dass ich dort unter Leute komme, die evtl. eher das Neue leben. Ich habe es echt geschafft alleine zu einer Probestunde zu fahren. Wir waren mit Anleitung nur zu dritt, was für mich optimal war. Die Anleiterin verkörpert genau das was ich von außen brauche – auf die eigenen Grenzen achten und Selbstliebe üben. Wird jetzt nicht meine Situation schlagartig verändern, aber ein Anfang.

Das zweite Neue hätte ich fast nicht gesehen, obwohl es mich groß anblinkt und tatsächlich auch tiefreichend wirken könnte, wenn ich dort lang gehe. Das ist die Heilpraktikerin, wo ich die Eigenblutbehandlung bekam und die mir auch die Hand hielt, während meiner Verzweiflung. Zwischen uns hat sich etwas entwickelt, was sich sehr ehrlich, menschlich und auf Augenhöhe ist.

Ich hatte mich letzte Woche eigentlich bei ihr verabschiedet, weil die Behandlungen zu Ende waren und ich keine finanziellen Mittel habe, um weitere Angebote nutzen zu können. Sie hat wieder so Sachen gesagt, die direkt durch meine Härte hindurch in mein Herz gingen und mich berührten und sie schenkte mir diese halbe Beratungsstunde, wie sie mir die ganze Behandlung durch immer wieder auch Präparate schenkte. Ihr offenes Herz berührt mich total. Sie gibt ganz frei, ohne zu erwarten und hat mir nun angeboten, ich könne jederzeit kommen, ohne Gegenleistung, weil sich im Universum eh immer alles ausgleichen würde und sie selbst auch viel geschenkt bekam, was sie nun weitergibt. WOW!

Diese Einladung passt wiederum zu meiner Eingebung während der stationären Phase, dass es für mich an der Zeit ist, zu nehmen, empfangen zu dürfen, ohne etwas direkt zurückgeben zu müssen. Ich hatte geweint, bei dieser Einladung, weil sie so unglaublich schien, so unmöglich. Wie kann ich empfangen, ohne etwas zurückgeben zu können?

Ich werde es jetzt tun. Ich werde mich hingeben und empfangen. Das ist die Tür, die auf meinem Trümmerfeld steht. Ich werde hindurch gehen.

Rückkehr/Aufbruch/Reise

Was soll ich sagen. Mir fehlen die Worte. Die Überschrift trifft es am ehesten.

Ich habe keine Ahnung wo ich stehe und wohin es geht.

Alles auf Anfang und noch mal von vorne beginnen.

Bin seit 2 Tagen wieder zu Hause. Mich keinen Tag zu spät für die Station entschieden. Jetzt ist vieles besser und immer noch alles anders.

Schweben. Orientierungslosigkeit. Mein Verstand der ständig zuckt und in die alten Strukturen zurück will – die Strukturen, in die ich mich zuletzt völlig ungesund verstrickt hatte. Ich muss raus da. Mein Bauchgefühl schreit – raus da. Nicht wieder in das Alte. Nicht leisten wollen, Anerkennung wollen, Anpassung wollen, funktionieren wollen. Mein Verstand will genau das. Mein Verstand kann fast nur das.

Die Botschaft meiner aktuellen Erfahrungen – Hingabe an das Jetzt, zulassen nicht zu wissen was kommt. Die Botschaft meiner Intuition – Hingabe, empfangen dürfen.

Extreme zueinander bringen. Ich starte gerade mit einem MET-Versuch.

Mein Selbstvertrauen hat einen großen Bruch.

Leben lernen

Leben lernen, ist wie Fahrradfahren lernen.

Man kann es alleine üben. Es ist schwer. Man fällt wahrscheinlich oft auf die Schnauze und tut sich immer wieder ordentlich weh. Man wird öfter Pausen einlegen müssen, um die Wunden heilen zu lassen. Und man wird wahrscheinlich, je nach Charakter mal mehr, mal weniger mit seiner Motivation zu kämpfen haben, das trotz Plessuren weiter durchzuziehen. Am Ende wird man es gelernt haben, das Fahrradfahren.

Man kann sich auch Unterstützung holen. Jemanden, der zu Beginn das Rad hält, damit man aufsteigen kann. Jemand, der es dann immer mal wieder vom Kippen abhält, wenn man fährt, bis man raus hat, wie man selbst das Gleichgewicht hält. Man wird vielleicht auch mal stürzen und sich weh tun. Dann ist dort jemand, der hilft die Motivation nicht zu verlieren. So wird man leicht ans Ziel kommen.

Das Ergebnis ist das Gleiche. Lernen. Wachsen.

Ich befinde mich in der obigen Variante und war (bin) damit beschäftigt, daran zu leiden.

Ich befinde mich momentan auf dem schweren Weg des Lernens und dazu kann ich nur ‚ja‘ sagen, so lange es so ist und akzeptieren, dass ich alles getan habe, was ich tun kann, damit es leichter wird.
Den Rest regelt das Leben.

(Mein Vertrauen ist brüchig.)

DU/ES

Eigentlich kann ich da gar nicht drüber schreiben, weils nicht schreibbar ist. Und eigentlich will ichs nicht in Worte pressen und benennen, weils formlos ist und es mir widerstrebt, daraus etwas zu machen, Vorstellungen zu erzeugen, Ideen, wie beim letzten Mal.

Ich will keine Bilder, ich will keine Gedanken, ich will keinen Glauben. Das ist alles Beiwerk, nachträglich dran geklatscht. Damit habe ich keine guten Erfahrungen gesammelt.

Und eigentlich hatte ich DAMIT abgeschlossen, dachte ich. Eigentlich war ich DAMIT durch, dachte ich. Ich wollte nicht noch mal zerbrechen. Ich wollte mich nicht nochmal täuschen. Ich wollte nur noch Wahrheit. Und wenn es die nicht gab, hatte ich beschlossen, mich auf das Sichtbare, auf das Konkrete zu fokussieren. Was zur damaligen Zeit auch eine sehr gute Idee für mich war, weil es mich aus bodenlosen Gedankenkonstrukten holte. Das war der Schritt in die Wirklichkeit.

Trotzdem war ES immer da. Kam von irgendwoher in mein Leben. Ich war noch lange verletzt und misstrauisch. Habe ES liegen lassen, nicht noch mal berührt. Wollte DAMIT nichts mehr zu tun haben. Nicht noch mal dieser Schmerz. Das alles war ein gesunder Prozess, sage ich mir heute.

ES war immer da und scheinbar war die Zeit nun eine Andere. Ich weiter gegangen, viele Vorstellungen und Ideen vom Leben abgelegt. Vielleicht sogar dem Boden etwas näher gekommen.

Noch nicht lange her, da berührten mich die ’spirituellen‘ Texte von Sólveig ungemein. Mehr als sonst. Irgendwas passierte. (Ich bekomme Gänsehaut beim Schreiben.)

ES kam nicht näher. Ich glaube, ich kam wieder näher, ließ zaghaft Schutzmauern dünner werden. Und dann kam vor allem Musik. Musik die mich so tief rührte, obwohl ich die Texte erst kaum verstand. (Ich höre gerade Hillsong – Street Called Mercy und wieder Gänsehaut.) Ich war davon sehr überrascht, von meinen Gefühlen, der Sehnsucht und auch Bereitschaft zur Hingabe, dem Schmerz von DAVON-getrennt zu sein, ein Angebot von Halt zu fühlen.

Überrascht vor allem, weil ich doch abgeschlossen hatte, dachte ich. Nie wieder und so. Nie wieder glauben und so.

Es berührt mich so sehr, dieser Gesang über ES, dass mir schon wieder die Tränen kommen und alles in mir loslassen will, vertrauen will.

Da ist diese Bereitschaft, neue Bereitschaft dazu. Vertrauen. Loslassen. Das Gefühl zulassen, da hält mich etwas Größeres.

Ich will an nichts glauben, ich will da einfach nur dieses Gefühl da sein lassen. Nicht mehr daraus machen. Keine Gedanken daran klatschen was es ist, wer es ist, warum es ist, ob es denkt, fühlt, Absichten hat. Unwichtig. Völlig unwichtig.

Ich schrieb einmal „Gott ist ein Gefühl“. Das war ziemlich schlau von mir, finde ich.

Mehr ist es nicht, für mich. Und trotzdem ist es ALLES. Gott ist ein Gefühl. Eines an das ich mich erinnern kann, darf, weil es so hilfreich ist und so neu und so unvertraut.

Bereitschaft. Mehr braucht es nicht.

Und nicht mehr daraus machen. Keinen Altar bauen, keine Rituale, keine große Sache machen, nicht hinein stürzen. ES so kommen lassen, wie ES kommt. Und ES kommt, so wie ES gekommen ist oder ich gekommen bin. Vielleicht alles das Gleiche. Ich bringe dafür etwas mit. In mir ist ein Zugang, ganz von alleine. Ich muss es nicht machen.

Vielleicht geht es so. Es ist etwas ganz anderes, als im letzten Jahr. Es ist etwas sehr persönliches, sogar Intimes. Eine zerbrechliche Beziehung die wächst (oder auch nicht).