Traumageschenke?

Die Körperarbeit hat mir heute richtig gut getan. Mal den Blickwinkel ändern. Die Perspektive drehen.

Die Therapeutin drückte erneut ihr Erstaunen aus, wie viel ich wahrnehmen könnte und zeigte sich ganz begeistert.

Sie erzählte mir aus ihren Indienreisen, das sie dort mal einen Guru fragte, wieso es in Indien so viele erleuchtete Menschen gäbe und in Deutschland nicht. Der Guru meinte, dass in Deutschland die Erleuchteten in den Psychiatrien säßen. Sie stellte sich vor, dass, wenn ich in Indien leben würde, sie vielleicht zu mir kommen würde, und darum bitten würde, dass ich meine heilige Hand auf ihr Haupt lege.

Ich musste lachen. Eine schöne Geschichte.

Wir schauten uns an, wo meine hohe Wahrnehmungsfähigkeit auch etwas Gutes ist, neben dem Leiden, welches sie ebenso erzeugt. Mir fielen zwei Situationen ein, wo ich mich mit dieser Begabung wohl fühle.

Einmal unter Menschen, denen es auch so geht. Zum Beispiel zwei Freundinnen, wo ein Treff im Cafe schon zu Beginn ein paar Minuten benötigt gemeinsam einen guten Platz, an der richtigen Stelle, in der richtigen Position zu finden. Da können wir über uns lachen, wenn das dann etwas dauert, bis sich alle wohlfühlen und bestärken uns gegenseitig darin, für uns so sorgen zu dürfen. Da fühle ich mich ganz normal und genieße das jedes Mal, einfach so sein zu können. Da freue ich mich auch über Fragen wie: „Schau mal, ob sich die Decke gut für dich anfühlt. Hier liegt sonst auch noch eine andere.“

Die zweite Situation ist die andere, sehr unregelmäßige, weil kostenverursachende Körpertherapie bei U.. Da kann ich mich meist sehr fallen lassen und den sanften, feinfühligen Impulsen folgen, lernen ihnen zu vertrauen und die Heilerin in ihnen zu erkennen. Das ist jedes Mal sehr berührend und für mich immer noch, nach vielen Jahren wunder-voll.

Und jetzt für mich fällt mir noch die Natur ein. In der Natur, im Wald, am Wasser, auf Wiesen genieße ich meine Feinfühligkeit auch sehr und sie hilft mir dort Kraft zu tanken. Auch an Orten, die ruhig und mit einer guten Energie sind, breite ich meine Fühler gerne aus. Zum Beispiel in Räumen wo viel Holz ist oder wo viel meditiert wird. Räume die still sind und eine Geschichte erzählen, wie zum Beispiel in Kirchen.

Bei der Menge an Wahrnehmungen die ich im Körper beschrieb, musste die Therapeutin auch an eine Landschaft denken, in der sich ständig etwas verändert. Die Wolken treiben, dann kommt Sonne, dann weht der Wind, dann wird es still und das immer so fort. Und sie würde das voller Staunen beobachten. Wir konnten dann den Unterschied herausarbeiten, warum sie es so positiv erlebt und ich mich eher belastet und auch überfordert fühle.

Erstens, für mich ist es immer noch neu. Mein Verstand hat Angst davor, weil er es nicht kennt, nicht einschätzen kann, nicht weiß, was es bedeutet und wie er sich dazu verhalten soll (ja, immer noch, auch wenn schon einige Jahre ins Land gegangen sind).

Zweitens, meine traumatischen Erfahrungen haben eine zusätzliche Angst vor dem Körper und seinen Wahrnehmungen gesetzt. Dort bedeutet Körperwahrnehmungen = (immer noch) Gefahr.

Und drittens, kann ich meistens die Wahrnehmungen nicht von einem sicheren Ort heraus beobachten. Bildhaft: Sie, die Therapeutin sitzt in der Landschaft auf dem sicheren Boden und genießt den Anblick – ich bin in dem Bild die Landschaft selbst, bin mal Wolken, mal Sonne, mal Wind, mal ist mir heiß, mal bin ich nassgeregnet, mal mein Haar zerzaust, hin und her gerissen. Mir fehlt der Boden (ich arbeite daran), für all die Bewegungen.

Dieses Bild hilft mir, mich besser zu verstehen und Mitgefühl für meine immer noch vorhandenen, vielen Ängste zu empfinden.

Schön fand ich auch, als sie erzählte, dass diese hohe Wahrnehmung vielleicht als Folge der Traumatisierung, nun auch eine Begabung in sich trägt. So dass das ursprünglich Schmerzhafte auch zu einem Geschenk wird.

Noch habe ich da auch einen Denkknoten im Kopf und trotzdem gefällt mir diese Sichtweise sehr. Jetzt ist mir fast danach, mich bei meinen Eltern dafür zu bedanken. 😀

Traumatisierung oder Hochsensibilität?

Monika Richrath hat auf ihrem Hochsensibel-Blog einen Beitrag von Sandra Quedenbaum hochgeladen, welche aus ihren beruflichen Erfahrungen berichtet, wie sich Traumasensibilität von Hochsensibilität unterscheidet.

Diese Frage trage ich schon ganz lange mit mir herum und finde mich, nach dem Lesen des Beitrages, auf beiden Seiten wieder.

Hier gehts zum Artikel.

Ja-Atmung

Ich probiere seit ein paar Tagen mit einer neuen Atemübung herum.

Die kam zu mir über einen Beitrag eines Blogs zum Thema Hochsensibilität. Im Speziellen gings da um die Selbstannahme. Hier der Link zum Original-Text. Unter Schritt 1 findet man die Atemübung beschrieben.

Bei der Übung geht es darum, bei der Einatmung in den Nabel oder die Füße zu spüren  (ich nehm den Bauchnabel) und bei der Ausatmung ein JA in das gesamte Sein zu schicken.

Das ist gar nicht so einfach, aber ziemlich spannend was passiert.

Ich denke zusätzlich zum Hinspüren, auch das Wort Nabel beim einatmen. Also im Geiste im Wechsel, Nabel – Ja – Nabel – Ja… usw..

Ne ziemlich komplexe Sache, dann dazu auch noch die Körperempfindungen zu finden und zurückzukehren, wenn es wegzieht. Und es zieht ordentlich weg.

Wenn es sich annähert, kommen meist Tränen. Und wenn dann Nabel und JA und Körper sogar zu einem werden, gibts es auch sowas wie Ruhe, Stille und Frieden.

Bisher noch nicht so richtig für mich. 😉

Klopfakupressur

Mich hat es so gepackt, dieses Thema EFT. Mich überzeugt das! Alleine die wenigen Erfahrungen der letzten Woche.

Eigentlich hätte ich wieder eine tragende Beziehung gebraucht oder Geld für Fernreiki oder Geld für Körperarbeit, um die Erfahrungen teilen/zeigen zu können, die diese depressive Phase ausgelöst haben und damit verarbeiten zu können. So habe ich zwei, drei Tage an der aktuellen stark belasteten und depressiven Befindlichkeit geklopft und das Thema hat sich gezeigt und ich bin dabei es zu verarbeiten. Wow!

Ich wusste bis dahin nicht mal, dass da noch Themen unverarbeitet in mir lagen und dass das die Ursache für den eingefrorenen, schwer depressiven Zustand war.

Ich möchte nochmal die Informationen zur Verfügung stellen, die mich an EFT herangeführt haben.

Dazu vorher wichtig zu erwähnen, jeder der das ausprobiert, übernimmt dabei die volle Verantwortung für sich. Es kann zu starken emotionalen und körperlichen Reaktionen kommen und/oder Bewusstwerdungsprozessen. Wenn du dich psychisch labil fühlst, sorge für dich, suche dir einen Rahmen, in dem du EFT ausprobieren kannst, wenn es dich interessiert. Sei achtsam mit dir.

EFT bedeutet Emotional Freedom Techniques und wurde ursprünglich von Gary Craig entwickelt. Dieses Werkzeug befindet sich noch im Entwicklungsstadium. Sie wird der Energetischen Entwicklungspsychologie zugeordnet. Hier gibt es einen Beitrag zur Wirkungshypothese.

Das ursprüngliche EFT hat sich über die Jahre in unterschiedlichste Formen und Strömungen entwickelt. Es gibt Unterschiede zwischen den Anbietern. Die Klopfpunkte könne sich unterscheiden. Jemand sagte mal dazu – EFT ist ein bisschen Freestyle. Es lässt sich mit Vielem kombinieren und kann sehr individuell sein.

Ich habe mich an der Methode von Monika Richrath orientiert. Man kann an einem kostenfreien Email-Kurs teilnehmen, um ihre Technik zu lernen.  In ihrem Shop finden sich kostenfreie Infos, sowie ihr E-Book (und anderes), welches über Hochsensibilität und die Funktionsweise von EFT aufklärt und eine systematische Arbeitsanleitung beinhaltet, mit der man sehr lange arbeiten kann. Ich finde dieses Buch sehr wertvoll.

Einige Audioaufnahmen und Klopfbeispiele vom 2. Klopf-Kongress waren für mich sehr inspirierend und bereichernd.