Persönliches…

… aus meinem Tagebuch. Notizen im Laufe des Morgens.

Ich fühle mich in meinem eigenen Körper nicht in Sicherheit. Unter Menschen oder in dieser Welt.

Ich hatte schon von Anfang an Angst vor ihrer direktiven Art.

Ich fühle mich von vielen Sachen, Erlebnissen, Erinnerungen, Gefühlen abgeschnitten, wenn da diese Angst ist (Schutz).

Ich lerne, Angst im Körper zu halten, dafür da zu sein. Den Körper zu behalten.

Etwas Zugang zu meinen Ressourcen, zu meiner Wirksamkeit gefunden. Ich kann mir helfen. Hatte vorher das Vertrauen verloren. 

In Sicherheit gebracht. Bild. Wiese. Bach. Blauer Himmel. Alles glasklar, hell und licht durchflutet. Glasklares Wasser. Glasklare Luft. Rein. Weite. Nichts anderes. Farbe Rosa.

Lernen, Gefühle zuzulassen

Meine Überforderung von gestern hängt mir immer noch in den Knochen. Der Schreck und die Panik gegenüber meiner Hilflosigkeit und das in einem Lebensmittelgeschäft.

Hilflosigkeit ist ein wirklich schwieriges Gefühl.

Ohne Ausweg sein.

Das mag man sich vielleicht gar nicht so gerne vorstellen.

Es ist schlimm (und tief in mein Gedächtnis eingeprägt).

Gestern in der Situation wurden meine starken Gefühle konditioniert zurückgedrängt. Das wirkt sich heute in Bettflucht aus. Flucht vor der Welt und ihren unvorhersehbaren Ereignissen. Halbschlafdämmern, geschützt in der Wärme und Ummantelung der Decke, wo nichts mehr passieren kann.

Ich habe großes Verständnis dafür, dass meine Psyche sich so zu helfen versucht, ein Gefühl von Sicherheit wiederzuerlangen.

Irgendwann gingen meine Gedanken von alleine in die gestrige Situation und ich spürte die riesige Angst wie eingefroren in mir liegen. Das fühlt sich an, als würden von innen ein Paar weit aufgerissene Augen, in einem schreck-erstarrter Ausdruck schauen, unverändert, stetig, unbeweglich. In so einem Moment, wo man vor Schreck die Luft anhält, jemand die Pause-Taste drückt und alles steht still.

Das nenne ich Traumagefühle. Es ist die stetig wiederkehrende Abfolge von bestimmten extremen Gefühlen, auf die das Gehirn zum Schutz in der gleichen Weise (Verdrängung, Abspaltung usw.) wie in der ursächlichen Traumatisierung (vor ca. 20 Jahren), reagiert, nur heute in alltäglichen Situationen.

Diesmal beim Einkaufen.

Als ich die Angst heute in mir wahrnahm, habe ich versucht, wie gestern in der Meditation, mir vorzustellen, wie das bei einem kleinen Kind, ja meinem kleinen Kind wäre, wenn ich erleben würde, das es hilflos war.

Das war wirklich nicht leicht. Keiner erträgt gut Hilflosigkeit. Ich vermute, die meisten haben sofort den Impuls etwas machen zu müssen, vielleicht aktiv einzugreifen oder innerlich auszuweichen, wegzuschauen.

Mein eigenes Kind! Dann konnte ich großen emotionalen Schmerz fühlen, mit der Einsicht, mich dafür zu öffnen, um bei meinem Kind sein zu können und mit ihm dieses Gefühl da sein zulassen.

Das tat dann wirklich richtig gut. Nicht gut im Sinne von, alles ist wieder prima, sondern eine innere Verkrampfung löste sich, es entstand Raum. Hilflosigkeit konnte da sein.

Ja, ich war gestern ganz schrecklich hilflos und das Gefühl konnte mir in diesem Augenblick niemand abnehmen.

Es war ein schrecklicher Moment und ja, ich habe große Angst bekommen, dass sich so ein Moment wiederholen könnte.

Mit diesen Ja`s und dem Fühlen der Angst und der Hilflosigkeit, ist wieder Raum entstanden, um mich weiterhin auf solch unvorhersehbare Situationen einzulassen (und mein Bett zu verlassen 🙂 ).

Hass und Heilung

Das Meridianklopfen führt mich immer wieder zu meiner Selbstabwertung.

Ist das jetzt gut oder schlecht? Es ist wohl einfach. Nach all den Jahren ist es wohl nun die Zeit, dass das Weggucken nicht mehr funktioniert und ich diesen Teil von mir anerkennen muss/will/darf.

Nachdem ich hier das erste Mal von meinem Hass geschrieben habe und die Tatsache, dass ich es mir vorher noch nie erlaubt habe, dieses Gefühl zu haben, geschweige denn auszusprechen, ist es nicht mehr ganz so heikel.

Ich habe ein paar Menschen schon davon erzählt, ausprobiert wie sich dieses Wort aus meinem Mund anfühlt. Wie es sich anfühlt, wenn ich jemandem laut sage: Ich hasse mich. Dieses Gefühl ist einfach da. Es fühlt sich sehr wahr an, auch wenn es ungewohnt ist. Ich rede mir nichts ein. Diese Schwingung ist in mir.

Heute hat es sich wieder in seiner ganzen Bandbreite gezeigt… wie ich wirklich fühle.

Ich kam nach Hause und mir ging es nicht gut. Ich wusste auch nicht was ist. Ablenken ging auch nicht mehr, weil meine Konzentration versagte. Mir tat der Kopf weh und von der Anspannung auch mein Nacken und meine Kiefermuskeln. Ich bemerkte, dass ich unter diesem Zustand anfing ins Leiden zu kommen, nichts mehr machen zu können und mich so schlecht zu fühlen. Dann fing ich an zu klopfen und ein Hass auf meine gesamte Situation entlud sich. Ein Hass auf meine Einschränkungen. Ein Hass, dass es immer so schwer war. Ein Hass, dass es mir so oft schlecht geht. Ein Hass auf meine Behinderungen und dass ich nicht machen konnte was ich wollte und wann ich wollte. Ich hasste, dass es so ist wie es ist. Ich spie diese Worte aus und habe es noch nie so ehrlich gemeint.

Bin ich erschrocken über mich? Ich weiß nicht. Suche das richtige Wort. So entlastend es ist, die Wahrheit auszusprechen, so bin ich doch auch… hmmm… enttäuscht? Ja.

Und da beginnt die Abwertungsspirale wieder von vorne. Weil ich Hass empfinde, kann ich kein guter Mensch sein usw. usf.. Wie soll ich meine Situation annehmen, wenn ich sie hasse. Ich geh mal davon aus, dass der Hass zur Krankheitsbewältigung als Teil dazu gehört. Alles andere frustriert mich zu sehr.

Jaja, verstehe schon. Ich sollte mich jetzt wirklich mal auf diese Sache konzentrieren und wie im EFT-Buch empfohlen, 2-3 Monate täglich diese massive Selbstwert-PU beklopfen. Sonst komme ich mit den anderen Themen nicht so weit, wenn da immer diese Abwertung reingrätscht.

Es war so verlockend, dieses freie, assoziative Klopfen und es sind dabei so spannende Dinge passiert.

Heute Morgen habe ich zum Beispiel eine 3-Jährige gefunden, die jemanden verloren hat und im Kleidchen zusammengekauert auf einem Platz hockte, voller erstarrter Angst und Panik und dann isoliert und nach innen gekehrt, nicht ansprechbar im Schock – wir haben ein bisschen zusammen gearbeitet. Es war nicht leicht, weil sie so gut wie gar nicht auf mich reagiert hat, es aufgrund ihres Zustand nicht konnte. Ich fragte sie, wie ich ihr helfen kann. Atmen – war das einzige Wort, also haben wir zusammen geatmet. Ich habe das innerlich sprechend begleitet. Ein und aus usw., beruhigende Worte gesprochen, bei mir die Thymusdrüse geklopft und ihr immer wieder gesagt, sie ist in Sicherheit. Dann konnte ich auch ihren Brustkorb klopfen. Vorher hatte sie keine Berührung zulassen können. Sie entspannte sich, kam in eine ausgestreckte, liegende Haltung, mit geschlossenen Augen und sprach immer noch kein Wort. Ich war unsicher, wie lange ich jetzt bei ihr bleiben sollte und sie klopfen sollte. Ich fragte sie und sie gab mir zu verstehen, dass sie einfach nur schlafen wollte. Ich deckte sie mit einer Decke zu und obwohl sie ruhig und entspannt wirkte, sagte ich ihr, dass ich morgen wieder kommen werde, weil ich nicht wusste, ob das jetzt ausreicht.

Das hat mich mitgerissen. Aber ich versuche nun den Empfehlungen zu folgen und es mehr systematisch anzugehen und zu Beginn weniger solche Ausflüge zu machen. Aber ich werde schon noch mal nach ihr schauen. Ich weiß aus meiner Biografie gar nichts von dieser Situation.

Klopfakupressur

Mich hat es so gepackt, dieses Thema EFT. Mich überzeugt das! Alleine die wenigen Erfahrungen der letzten Woche.

Eigentlich hätte ich wieder eine tragende Beziehung gebraucht oder Geld für Fernreiki oder Geld für Körperarbeit, um die Erfahrungen teilen/zeigen zu können, die diese depressive Phase ausgelöst haben und damit verarbeiten zu können. So habe ich zwei, drei Tage an der aktuellen stark belasteten und depressiven Befindlichkeit geklopft und das Thema hat sich gezeigt und ich bin dabei es zu verarbeiten. Wow!

Ich wusste bis dahin nicht mal, dass da noch Themen unverarbeitet in mir lagen und dass das die Ursache für den eingefrorenen, schwer depressiven Zustand war.

Ich möchte nochmal die Informationen zur Verfügung stellen, die mich an EFT herangeführt haben.

Dazu vorher wichtig zu erwähnen, jeder der das ausprobiert, übernimmt dabei die volle Verantwortung für sich. Es kann zu starken emotionalen und körperlichen Reaktionen kommen und/oder Bewusstwerdungsprozessen. Wenn du dich psychisch labil fühlst, sorge für dich, suche dir einen Rahmen, in dem du EFT ausprobieren kannst, wenn es dich interessiert. Sei achtsam mit dir.

EFT bedeutet Emotional Freedom Techniques und wurde ursprünglich von Gary Craig entwickelt. Dieses Werkzeug befindet sich noch im Entwicklungsstadium. Sie wird der Energetischen Entwicklungspsychologie zugeordnet. Hier gibt es einen Beitrag zur Wirkungshypothese.

Das ursprüngliche EFT hat sich über die Jahre in unterschiedlichste Formen und Strömungen entwickelt. Es gibt Unterschiede zwischen den Anbietern. Die Klopfpunkte könne sich unterscheiden. Jemand sagte mal dazu – EFT ist ein bisschen Freestyle. Es lässt sich mit Vielem kombinieren und kann sehr individuell sein.

Ich habe mich an der Methode von Monika Richrath orientiert. Man kann an einem kostenfreien Email-Kurs teilnehmen, um ihre Technik zu lernen.  In ihrem Shop finden sich kostenfreie Infos, sowie ihr E-Book (und anderes), welches über Hochsensibilität und die Funktionsweise von EFT aufklärt und eine systematische Arbeitsanleitung beinhaltet, mit der man sehr lange arbeiten kann. Ich finde dieses Buch sehr wertvoll.

Einige Audioaufnahmen und Klopfbeispiele vom 2. Klopf-Kongress waren für mich sehr inspirierend und bereichernd.

Türen und alte/neue Wege

Woarrr, was für ein Gewitter da draußen. Ich wusste gar nicht, dass ich das gebraucht habe, aber als es los ging und ich zuuufälligerweise genau zu diesem Zeitpunkt plötzlich wieder in der Lage war, mich äußeren Dingen zuzuwenden (ich wusste gar nicht das ein Gewitter anstand), da jauchzte es in mir auf und lachte. Ich saß ein Weilchen im Schutz des Balkons und schaute zu und konnte mir einige Freudenausrufe (sowas wie „yiehaaa!“) nicht verkneifen. 😀

Das mal so vorweg, weils ganz vorne ist. Schreiben wollte ich etwas anderes.

Der Tag heute, bis zum Gewitter oder knapp vorher war schrecklich. Viel geweint, viel Verzweiflung und dieses nicht weichende Gefühl von starker Belastung, welches ich extrem quälend finde, wenn kein Ausweichen möglich ist. In einer Reihe von Umgangsversuchen damit, landete ich am Ende in einem Zustand von Aufgeben, im Außen noch etwas zu tun. Ich legte mich auf die Couch, betete zu den Engeln, dass sie mir doch bitte zeigen mögen, wie es leichter werden kann, weil ich es nicht mehr aushalte.

Ich erinnerte mich an eine Imaginationsübung, wo es darum ging, dass in einem immer irgendwo ein Ort ist, an dem alles heil und gut ist. Den fand ich sogar. Er war nicht stabil. Ich konnte mich nicht ganz hinein sinken lassen, aber er stellte mir Empfindungen und Bilder zur Verfügung, die Raum schafften.

Glasklare, reine Luft. Tiefes Durchatmen. Weite. Himmel. Blau. Pferdehaut. Sanfte grüne Hügel. Mit ausgestreckten Armen auf einem weißen Pferd galoppieren. Tief durchatmen. Freiheit. Riesige Seifenblasen im Himmel, worin sich die Wölkchen reflektieren. Pegasus (der kam glaube ich, weil ich an ihn dachte, wegen dem weißen Pferd und weil er schon mal vor einiger Zeit in mir auftauchte).

Habe versucht mit Pegasus zu sprechen. Wie kannst du mir helfen? In welcher Beziehung stehen wir zueinander? Da kam nichts. Ich fühlte lediglich Licht, ganz viel weißes Licht aus seinem Körper und viel Weite. Vielleicht war das die Antwort. Es fühlte sich befreiend an.

Ich habe länger nicht mehr mit inneren Bildern gearbeitet, obwohl es immer hilfreich war. Ich nehme an, dass gehört mit zu der Angst, die sich von meinem Innen abgewendet hat, weil es zu schwer ist, es alleine zu tragen. Das läuft unbewusst. Da kann ich kaum was tun.

Es gab doch mal meine innere Landschaft, die Fabrik, der Kontrolleur nach denen ich immer mal wieder schaute.

Eine paar Tage bevor ich mich entschloss, mich stationär aufnehmen zu lassen, also vor ca. 5 Wochen schaute ich nach. Alles war ein einziges Trümmerfeld und es passte haargenau zu meiner Gefühlslage, die sich erst dadurch zeigte. Es gab keine Fabrik mehr, nur noch Ruinen, wie nach einem Bombeneinschlag.

Ich traute mich heute auch nachzusehen. Immer noch Ruinen (diesmal ohne Gefühlsflut dazu – war ich froh drum). Und plötzlich auch eine Tür. Eine einfache Holztür, freistehend zwischen den Trümmern.

Ich fragte: Was bedeutet diese Tür? In dem Bild hatte ich keinen Bezug zu dieser Tür. Kein Gefühl dazu, dass man da durchgehen könnte. Doch dieser Gedanke kam nach der Frage und ich dachte an meine empfangenen Botschaften – nicht mehr zurück ins Alte und Räume zu suchen, die das Neue unterstützen.

Ich schaute mich um. Was ist das Alte momentan?

Es war der Zuverdienst und die Selbsthilfegruppe. Von Beidem habe ich mich verabschiedet. Die Gärtnerei ist leider auch nach alten Mustern – zeigt schon der Name ‚Arbeitstherapie‘. Das BEW, welches ich mir schon angeschaut hatte und gestern ein erstes Gespräch mit einem Betreuer hatte, fühlt sich auch nach alten Mustern an. Ich sollte nicht glauben, wenn ich die Strukturen da nutze, die Freizeitangebote, den Kontakt zu anderen Betroffenen dort, dass dann alles plötzlich gut ist. Das wird es nicht sein. Das wird nicht der Ort sein, an dem ich ankommen werde (auch wenn das ein (alter) Teil von mir will), im Sinne von das Ende einer Reise. Das Alte sehe ich auch in einigen Unterstützungsangeboten, die ich deshalb nicht annehmen konnte (zum Thema, wenn Hilfe nicht hilfreich ist, weil Abhängigkeitsstrukturen und so). Auch die Kontakt- und Beratungsstelle ist kein Ort, an dem ich ankommen, zur Ruhe kommen kann. Das Alte ist auch, wenn ich fühle, dass ich meine Freunde brauche, damit es mir wieder besser geht.

So gesehen sitze ich hier mit einem dringenden Unterstützungsbedarf und scheinbar keine Hilfe weit und breit. Ich sehe zwar Entwicklung, jedoch nicht im Bereich des Belastungsgefühls.

Dieses eher gesichtslose, ziemlich quälende Gefühl ist eine Zusammenballung aus – Überforderung, Hoffnungslosigkeit, Ausweglosigkeit, Resignation, aufgeben wollen, Verlustgefühle, Traurigkeit, Versagensgefühle, Selbsthass, Wut. Das konnte ich erst durch das EFT wahrnehmen.

Dann war mir auch die Leere und das Vakuum klar, weil so viele Gefühle sind einfach nicht aushaltbar. Durch das Verdrängen entwickelt sich eine Härte und Bitterkeit in mir.

Ich sehe das Alles und mache mir echte und große Sorgen deswegen. Die kommt noch auf den Belastungsberg mit oben drauf.

Die nächste Frage: Was ist das Neue?

Yoga. Wie es die Fügung so mit sich brachte, hat in der Nähe von mir ein neues Yogastudio aufgemacht. Nun hab ich ja kaum Geld und bin auch nur wenig belastbar – körperlich, emotional und mental und so passte nur ein einziges Angebot, weil es mittags ist und nur 45 min geht und deshalb wenig kostet. Mein Gedanke war vor allem auch dabei, dass ich dort unter Leute komme, die evtl. eher das Neue leben. Ich habe es echt geschafft alleine zu einer Probestunde zu fahren. Wir waren mit Anleitung nur zu dritt, was für mich optimal war. Die Anleiterin verkörpert genau das was ich von außen brauche – auf die eigenen Grenzen achten und Selbstliebe üben. Wird jetzt nicht meine Situation schlagartig verändern, aber ein Anfang.

Das zweite Neue hätte ich fast nicht gesehen, obwohl es mich groß anblinkt und tatsächlich auch tiefreichend wirken könnte, wenn ich dort lang gehe. Das ist die Heilpraktikerin, wo ich die Eigenblutbehandlung bekam und die mir auch die Hand hielt, während meiner Verzweiflung. Zwischen uns hat sich etwas entwickelt, was sich sehr ehrlich, menschlich und auf Augenhöhe ist.

Ich hatte mich letzte Woche eigentlich bei ihr verabschiedet, weil die Behandlungen zu Ende waren und ich keine finanziellen Mittel habe, um weitere Angebote nutzen zu können. Sie hat wieder so Sachen gesagt, die direkt durch meine Härte hindurch in mein Herz gingen und mich berührten und sie schenkte mir diese halbe Beratungsstunde, wie sie mir die ganze Behandlung durch immer wieder auch Präparate schenkte. Ihr offenes Herz berührt mich total. Sie gibt ganz frei, ohne zu erwarten und hat mir nun angeboten, ich könne jederzeit kommen, ohne Gegenleistung, weil sich im Universum eh immer alles ausgleichen würde und sie selbst auch viel geschenkt bekam, was sie nun weitergibt. WOW!

Diese Einladung passt wiederum zu meiner Eingebung während der stationären Phase, dass es für mich an der Zeit ist, zu nehmen, empfangen zu dürfen, ohne etwas direkt zurückgeben zu müssen. Ich hatte geweint, bei dieser Einladung, weil sie so unglaublich schien, so unmöglich. Wie kann ich empfangen, ohne etwas zurückgeben zu können?

Ich werde es jetzt tun. Ich werde mich hingeben und empfangen. Das ist die Tür, die auf meinem Trümmerfeld steht. Ich werde hindurch gehen.

Gebrochenes Herz

Ich glaube, ich habe hier wirklich was sehr hilfreiches für mich entdeckt.

Zurzeit ist die Welt morgens, wenn ich aufwache immer meilenweit weg. Ein großer Teil will nicht wach werden und macht es sehr düster und eng im Kopf. Mein Körper fühlt sich schwer und wie gelähmt an.

Oft begleite ich mich deshalb aktuell beim Wachwerden mit Körperreisen, Atembeobachten und Herzfühlen. Dann geht es meistens etwas besser wach zu werden und aufzustehen.

Das hat heute Morgen alles nichts verändert. Es blieb dunkel und bleischwer. An Aufstehen war nicht zu denken. Kein greifbares Gefühl.

Fällt mir die innere Landschaft ein, die neulich auch geholfen hat.

Kleine Hürde, als ich versuche erneut in die Fabrik einzusteigen, weil das nicht funktioniert. Ich muss mich immer wieder daran erinnern, die Seele/das Innere schickt Bilder. Ich kann sie nicht erzeugen oder machen. Ich kann mich nur öffnen und empfangen.

Also Vorstellung von der Fabrik loslassen und warten was kommt.

Ich sehe einen Menschen und spüre ihn gleichzeitig (weil ich es bin), der einen riesigen, quadratischen Steinblock auf den Schultern trägt und dieser Block sich auch in den Schultern befindet. Ja… genau so fühle ich mich. Als würde ich eine riesige Last mit mir herum schleppen, die mich erdrückt und deshalb liegen ich hier und kann nicht aufstehen. Das Bild passt!

Und nun? Was soll ich tun? Wieder ein Stolperstein, weil es mit inneren Bildern nichts zu tun gibt, da sie die Lösung aus sich selbst heraus entstehen lassen. Das klingt kompliziert, was ich hier schreibe, aber war dann ganz einfach. Ich habe das Bild gefragt, was helfen kann.

Und plötzlich wurde aus dem Steinblock, der eben noch auf meinem Rücken, Schultern lag, ein kleines Herz in meinen Armen (im Bild), welches einen Riss quer durch hatte. Dann kamen auch der Schmerz und das Fühlen. Das Bild löste sich auf, als das Herz zu meinem realen Herzen wurde, ich also mein eigenes Herzfeld im Körper spürte, welches umarmt wurde und es flossen viele, viele Tränen.

Gebrochenes Herz.

Ich bin immer wieder dankbar für solche Entwicklungen, wenn es mir dadurch möglich ist, den dunklen, tauben, schweren Raum der Depression zu verlassen und ins Fühlen zu kommen und damit auch wieder in eine andere Kraft!

Es ist dann nicht alles plötzlich wunderbar, aber ich kann mich wieder etwas bewegen, z.B. aufstehen oder in eine andere Handlung kommen, anstatt im Nirwana herumzutreiben, völlig abgeschnitten von allem.

Fuß in der Tür

Schriftlicher Kontakt zu Frau Helferin.

28.01.2016 Ich weiß nicht. Fühl mich sprachlos. Ich fühl mich wie ein Gletscher von dem gerade ständig riesige Stücke, mit Getöse abbrechen, ins dunkle, unergründliche Wasser stürzen und große Flutwellen erzeugen, wo ich nicht weiß, ob die mich am Ufer erreichen und was da überhaupt geschieht.

29.01.2016 Ich habe heute Morgen einen inneren Türspalt gefunden, der etwas Zusätzliches möglich macht. Ein Blickwinkel, der nicht betroffen ist. Das lässt gerade immer wieder Druck abfließen. Was bin ich da froh drum. Innen ist es trotzdem noch im Ausnahmezustand.

 

Notiz auf Skill-Zettel:

Innere Kommunikation/Landschaft – Wie sieht es in der Fabrik aus? Wie geht es dem Kontrolleur/ Überwacher? Welche Kessel/Themen sind betroffen?

 

Heute Morgen der intuitive Einfall, eine innere Szenerie von Anfang Januar wieder aufzugreifen. Anteilarbeit.

Der Kontrolleur, der sonst ruhig, ernst, konzentriert und pflichtbewusst, mit einem Klemmbrett in der Hand, die Werte an verschiedenen Kesseln prüft und verantwortlich ist, dass alles läuft, steht erstarrt und paralysiert in der Anlage, mit aufgerissenen Augen und innerlich wohl voller Panik. Ich setzte ihn erst auf einen Stuhl, mit der Idee ihn zu entspannen. Dann nehme ich doch einen Relax-Sessel und drücke ihm irgendein heißes Getränk in die Hand und versuche ihn noch in eine Decke einzuwickeln. Er reagiert darauf überhaupt nicht. Lässt das alles mit sich machen, aber nimmt mich gar nicht war und starrt nur weiter entsetzt in die Ferne.

Dann spreche ich in direkt an, frage sanft was los ist. Er spricht nicht mit Worten zu mir, aber vermittelt mir entsetzt, dass alles unerwartet aus dem Ruder geraten ist, er die Kontrolle verloren hat und einfach nicht mehr weiß, was er tun soll.

Ich versuche ihn mit Worten zu beruhigen, ganz allgemein, dass alles in Ordnung ist. Das hilft immer noch nicht, ihn aus seiner Schreckstarre zu holen.

Dann verstehe ich ganz langsam besser die Situation. Der Kontrolleur ist überhaupt nicht darauf eingestellt/ ausgebildet für solche Notfälle. Er hat davon überhaupt keine Ahnung. Auf seinen Kontrollzetteln steht davon nichts und die sind sein ein und alles, daran orientiert er sich und findet sich zurecht. Wenn etwas passiert, was da nicht drauf steht, ist er sofort völlig hilflos und bekommt tierisch Angst, weil er doch für alles verantwortlich ist.

Also erkläre ich ihm die Veränderung, so gut es mir selbst klar ist und erweitere damit seine Kontrollzettel, um solche Vorfälle. Ich erkläre ihm, dass es immer wieder vorkommen kann, dass der Druck an einigen Stellen stark steigt und es dazu kommen kann, dass Kessel explodieren. Dass das nun zum normalen Arbeitsalltag dazugehört und trotzdem alles okay ist, wenn das passiert. Und da verändert sich tatsächlich etwas sehr deutlich in mir, eine neue Entspannung tritt ein, die Enge weitet sich ein wenig.

Im Nachhinein erkenne ich, dass ich damit einigen Themen in mir ein Recht und einen Platz eingeräumt habe und der Schrecken dadurch ein wenig kleiner wird. Sie gehören dazu. Ich konnte in der Fabrik nun erkennen, dass die einzelnen Kessel Themen zuzuordnen sind und wir als letztes das Thema Trennung/Verlust/Bindung berührt haben.

Die Berührung im letzten Gespräch mit Frau Helferin hat den Überdruck (Widerstand) und dann die Explosion (Angst) verursacht.

Warum nun bei diesem Thema plötzlich ein Kontrollverlust passierte und nicht schon bei den anderen Themen (Trauma) von letzter Woche, kann ich nur erahnen.

Einerseits spüre ich, dass bei dem Trennungsthema ein viel größeres Warnschild im Innern hängt – auf keinen Fall berühren -, als beim Traumathema. Und dazu kommt es mir so vor, als ob das Trennungsangst-Thema irgendwie mit dem Kontrolleur verbunden ist, also sie im Zusammenhang existieren. Eine Theorie ist, dass er vielleicht aus diesem Thema heraus entstanden ist.

Jedenfalls ist es mir gelungen, den Druck aus dem Kessel, der nun frei in die Anlage strömt und auch dort den Gesamtdruck in die Höhe schießen lässt, etwas abzulassen. Vielleicht hab ich eine Außentür öffnen können, wo der heiße Dampf entweichen kann. Der Kessel ist noch offen und dampft weiter vor sich hin.

Solange ich den Kontrolleur im Auge behalten kann, erkennen kann, welche Gefühle/Gedanken von ihm kommen und sie damit von mir lösen kann, geht die Außentür immer wieder auf.