Ergotherapie

Ich bin noch ganz berührt von dem was heute im Ergotherapie-Termin geschehen ist.

Ich kam dort vernebelt und körperlos an und mit einer riesen Angst näher hinzuschauen, weil ich schon von zu Hause wusste, dass hinter dem Nebel nur noch mehr Angst wartet, Angst die so riesig ist, das sie mich die ganze letzte Woche wie noch nie an Menge, Tag für Tag dissoziieren ließ.

Seit der Entscheidung, im ambulanten Betreuten Wohnen, eine 4-wöchige Kontaktpause auszuprobieren. Sie ist jederzeit erreichbar, telefonisch und per Mail und auch Kontakte sind noch möglich, wenn ich es will. Nur ich will nicht mehr. Ich kann nicht mehr.

Seit dem spielt meine Gefühlswelt verrückt. Es ist extrem und scheinbar kann nicht alles gefühlt werden. Vor allem Angst. Todesangst. Angst die sich nach Wahnsinn anfühlt. Dann kommt Nebel in meinem Kopf. Das Gefühl, mit der Wahrnehmung rechtsseitig nicht da zu sein. Mich selbst nicht vollständig fühlen. Zähe, nebelige Gedanken. Schmerzen im Körper. Gestern tat mir mein rechter Fuß und mein rechtes Becken so weh, dass ich meinen Spaziergang auf die kleinste Runde reduzierte und froh war, wieder zu Hause zu sein. Mein Herz klopft immer mal wieder schnell, gepaart mit Schwindel und Kreislaufproblemen.

Angekommen in der Ergo, erzähle ich von der Angst hinzuschauen, dass ich das Fühlen nicht packe. Ich denke an die Entscheidung im BEW, will es erzählen, doch nur das dran denken, lässt die Panik schon nach vorne schießen, so dass ich es sein lasse. Mein Körper fängt an zu schwitzen, ein Gefühl von einem großen Energiefeld breitet sich um meinen Brustkorb aus. Das macht mir Angst.

Ich springe vom Stuhl auf, stelle mich weiter weg in den Raum. Suche in meinem Geist nach Lösungen, um nicht überwältigt zu werden. Erinnere mich an eine Körperhaltung, die mir schon in der Therapie geholfen hat und mir ein haltendes Gefühl gabt. Die rechte Hand auf die linke Seite vom Brustkorb gelegt (dort liegt auch der Selbstakzeptanzpunkt) und mit der linken Hand den rechten Oberarm umschloßen.

Und wow, ich spüre extrem stark die Reiki-Energie durch meine rechte Hand fließen. Alles ist aufgewühlt und bewegt sich in mir. Meine Beine schwitzen. Ich bekomme schwer Luft. Schwindel im Kopf. Bilder funktionieren nicht. Aber Dinge im Raum wahrnehmen. Die Uhrzeit. Der Stuhl. Der Raum, der sich um meinen Kopf auftut. Und ich rede und rede und rede, darüber was ich wahrnehme, was helfen könnte, dass ich immer noch nicht in meinen Körper komme. Der Hinweis kommt, ich müsste mich nicht selbst moderieren. Ich melde zurück, dass ich es doch muss. So höre ich meine Stimme, ein konstanter Klang der mir zeigt, ich bin noch hier und das Gefühl die Kontrolle zu behalten. Der Klang meiner eigenen Stimme. Ich brauche sie. Und das ist dann auch in Ordnung.

Meine Körperhaltung, die Reiki-Energie, das beobachten, benennen der Körperereignisse, die Dinge im Raum, ein Bergkristall in der Zimmerecke (den ich mir hole und halte), mein Reden bringen mich in einen Zustand, in dem es möglich ist, mich wieder hinzusetzen.

Ich spüre die Angst sehr deutlich in mir, ihre Größe. So groß, dass ich sie nicht sprechen lassen kann, ohne erneut überwältigt zu werden. Also höre ich ihren Satz nur in mir selbst, der sich immer wieder wiederholt: Ich habe Angst! Ich habe Angst! Ich habe so schreckliche Angst!

Meine Worte stolpern. Sätze werden verwaschen. Die Zunge schwer. Chaotische Energien im Kopf. Denken eng. Mein Körper zittert. Doch nun gehen Bilder. An dieser Stelle bitte ich um Unterstützung. Ich brauche Fragen, die ich mir dann selbst stellen kann, nach innen schicke. Zuerst die Suche nach einem angenehmen Körpergefühl. Ist nicht zu finden. Der ganze Körper meldet Gefahr. Überall hängt ein Warnschild – hier nicht weiter forschen. Dann die Frage, ob Sicherheit eine Farbe oder Form hat. Nichts kommt. Die Überlegung, ob es einen Ort gab, an dem ich mich sicher fühlte. Keine Erinnerung. Aber ich schicke die Frage nach einem ‚Wo kann Sicherheit sein?‘ nach innen.

Dann ein erstes Bild von einem großen, alten Tannenbaum. Ein Ort dazu, an dem ich ihn gesehen habe. Ich springe immer wieder raus und mit Hilfe von Fragen wieder rein. Die Beschaffenheit des Bodens kommt dazu, der dicke Baumstamm, Harz auf einem Stück Rinde in meiner Hand, die Freude am daran riechen, die Freude an den intensiven grünen Farben.

Für mich ist das das erste Mal, tiefer in ein Bild steigen zu können.

Nur hat es keinen Einfluss auf die Angst im Körper. Es sind wie zwei Orte. Ein Teil im Wald, entspannter, ruhiger, friedlicher und der andere Teil außerhalb des Bildes, im Körper, weiterhin in Angst.

Ich überlege diesen Teil mit ins Bild zu holen, um ihm vielleicht diesen Ort zeigen zu können. Es funktioniert. Diese Angst ist mit im Wald. Ich sehe das als ein kleines Bündel, dass ich links an meinen Oberkörper drücke, es festhalte, umschließe.

Dann passiert etwas, womit ich nicht gerechnet habe. Das Kleine sagt immer noch: Ich habe Angst! Aber diesmal fühle ich mich selbst dazu ganz anders. Ich sehe es in meinen Armen, wie es das sagt und fühlt und ich spüre, wie ich es halte, festhalte und mich dafür öffnen kann, es durchlasse. Ohne Worte vermittelt sich: Ja. Ich halte dich. Ich bin bei dir. Es ist ok.

Ich fühle diese Angst ganz anders, als wäre es okay, dass sie durch mich hindurch geht.

Das Kleine brauchte gar nicht den Wald! Ich brauchte ihn, um eine andere Haltung zu finden! Mehr Ruhe. Mehr Frieden. Mehr Sicherheit. Und mit diesem neuen Standpunkt konnte ich dann das Kleine halten. Das Kleine brauchte nur das! Nur mich!

Wahnsinn! Das hab ich so noch nie erlebt. Mit Angst gab es bisher keinen heilsamen Weg klarzukommen.

Der Körper fühlte sich dann an, als hätte er sich an dieser Stelle harmonisiert. Ruhe war eingekehrt.

Insgesamt war ich zwar immer noch nicht im Körper, konnte den Stuhl nicht spüren und mein Kopf fühlte sich an, als wäre ich gegen eine Wand gelaufen. Das war jedoch okay für mich, in Anbetracht der ganz neuen Situation im BEW, dass das nicht alles gleich zu lösen ist.

Es fühlt sich an wie der Versuch einer emotionalen Ablösung und erinnert mich an einen Entzug, mit heftigen Entzugssymptomen. Das wird ein Weilchen dauern, bis sich innerlich etwas Neues formiert hat.

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Verarbeitung

Der Hautgrund warum ich vor einigen Wochen erneut auf Krisenstation war, war ein Vorgespräch, um zu klären, ob Familienaufstellung etwas für mich wäre.

Die Fragen zu meiner Familie, der Umgang mit den heutigen Beeinträchtigungen und der Verantwortungsübernahme haben mich sehr aufgerüttelt.

Mir wurde dadurch bewusst, das meine Eltern von damals die gleichen Personen sind denen ich heute begegne.

Das war vorher in meinem Kopf schön getrennt gehalten, natürlich unbewusst.

Da ist ein riesen Prozess in Gang gesetzt. Ich fühle mich oft sehr verunsichert, vorallem wie ich meinen Eltern heute gegenüber treten soll.

Heute Morgen fühlte ich unendliche Trauer, Tränen wollten gar nicht aufhören. Ich half mir mit Bildern, Zypressen-Öl und Rescue-Bachblütentropfen hindurch.

Dabei wurde mir bewusst, dass ich mir gar nicht so sicher war, dass meine Kinderseele wirklich gut da oben aufgehoben ist. Das Bild half mir zu vertrauen.

Mein Vertrauen ins Leben oder meine Beziehung zu Gott

Mein Vertrauen ins Leben ist stark angeknackst. Mein Bedürfnis nach Kontrolle riesig groß.

Angespannt liege ich im Bett, mit einem Gefühl düsterer Vorahnungen und einer namenlosen Furcht vor dem was kommt. Zeitlose Furcht. Heute. Morgen. Generell und überall. Wachwerden fürchtet mich. Schlafen ist Sicherheit.

(Die Medikamente sind etwas reduziert und wie schön, meine Worte kommen zurück)

Ich suche das Gespräch, die Verbindung zum Leben/zu Gott/zum Universellem/zu dem was größer ist als ich, mit der Fantasie, dass es mir hilft, dass ich mich weniger fürchte. Die Sehnsucht nach dem im Gepäck, was andere sagen.

Vertraue dem Leben, es hält dich in jedem Moment. Dein Fall ist ein Flug und der Boden dein Halt.

Okay. Ich überlasse Dir die Führung der Kutsche, übergebe Dir die Zügel, damit ich mich hinten ausruhen kann. Ich überlasse mich Dir und der Reise. Zeit die Wolken zu beobachten, die Landschaft, wie sie vorüberzieht und die Aufmerksamkeit treiben zu lassen.

Mein Magen spannt sich zusammen. Dieses Bild macht mir Angst.

Es fällt mir nicht leicht Dir zu vertrauen. Ich fühle mich unsicher ohne Zügel (Kontrolle) in der Hand und ohne zu wissen, wohin die Reise geht. Es macht mir Angst. DU machst mir Angst. Ich weiß nicht, ob es gut für mich ist wohin wir fahren. Ich weiß nicht, ob DU gut für mich bist. Ich kenne Dich nicht. Ich weiß nicht, ob ich Dir vertrauen kann.

So ist das wohl, wenn man noch nicht viel miteinander zu tun hatte.

Braucht es ein bisschen blindes Vertrauen oder einen Vertrauensvorschuss, um sich zu begegnen?

Erst die gemeinsamen Fahrten werden dazu führen, dass wir uns langsam kennen lernen. Erfahrungen miteinander sammeln und herausfinden, ob diese Beziehung hilfreich ist und halten kann.

Ich sehe einen Zettel vor mir liegen.

„Angst ist meine Beschützerin!“

Dann liebe Angst, sei willkommen auf dieser Kutsche. Setze dich zu mir und wir schauen gemeinsam was passiert.

Zu-fall und ein Bild

Gegen Ende, mit herausgeschobener Zunge, voller Hingabe dabei und stolz wie Bolle als das Bild fertig ist.

Vor ein paar Jahren Öl-Pastell-Kreide gekauft. Etwas herum probiert. Kein Gefallen gefunden. Für nen paar Euro in der Nachbarschaft verkauft.

Vor ein paar Wochen in einem Hausflur drei große Kreideschachteln, verschiedener Sorte zu verschenken gefunden. Nicht widerstehen können und eingepackt.

Seit Jahren nicht mehr gemalt.

Heute ‚Kinder‘-Tag, nach viel Schmerz, Tränen, zuviel und Schrei nach Halt. Kleiner Eisbär vor die Brust geklemmt. Gegen 13 Uhr vorsichtig aus dem Bett bewegt. Entlang gehangelt an der Grenze ‚geht‘ – ‚geht-nicht‘.  Aufstehen geht. Umziehen geht nicht. Im Kontakt bleiben. Ordnung schaffen geht nicht. Kartoffeln kochen und Gurke schneiden geht. Versorgung. Essen. Lesen geht nicht. Musik hören geht nicht. Usw..

„Was möchtest du machen?“ „Ich bin so froh, dass du bei mir bist!“ Diese ‚Antwort‘ berührt mich im Herzen. ❤

Blick auf die Kreiden. Malen? Angst, Druck, Erwartungen tauchen auf. Abgeben. „Was willst du malen?“ Sehe rosa und ein Teil Seifenblase. Ok. Ein Anfang.

Bereite alles vor. Dann ein Prozess. Wechsel zwischen Anspruch an Vorstellung und Perfektion. Ich muss jetzt eine Seifenblase malen, die auch wirklich aussieht wie eine Seifenblase. Feststellen – das kann ich nicht. Vorstellung loslassen. Was fühle ich? Welche Farben ziehen mich an? Welche Bewegungen über das Papier gefallen mir? Welche Formen gefallen mir.

Nach und nach fällt Kontrolle ab und es kommt ein Bild dabei raus. Das hat zum Schluß wirklich Spaß gemacht. 🙂

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Tagebuchnotizen 17.11.-21.11.17

17.11.     Wenn ich davon ausgehe, dass das Viele-sein auch auf mich zutrifft, auch ohne Gedächtnislücken im Alltag, dann machen die Unterschiedlichkeiten in mir Sinn. Auch das fehlende Identitäts-/Einheitsgefühl. Und wenn ich es ok finden könnte, dass unterschiedliche Gedanken und Empfindungen in meinem Kopf sind und den Versuch aufgeben könnte, zu etwas eine Meinung, einen Gedanken, ein Gefühl zu haben, dann könnte es leichter und friedlicher werden in mir. Ich muss mich nicht mehr auf einen Nenner bringen. Unterschiedliches, Widersprüchliches darf nebeneinander existieren. Das wäre ja mal schön, wenn mir das gelingt es so zu sehen und anzunehmen.

19.11.     Der Teil der die Achtsamkeit schon morgens sehr ernst nimmt und damit Druck erzeugt: „Ich sehe dich und höre dir zu. Was sind deine Aufgaben?“ „Aufpassen. Für Ordnung sorgen. Hilfe holen.

Der betroffenen Teil schützt sich im Nebel, im Nicht-da sein, (Fr. B. kommt nicht wieder) damit der Schmerz nicht gefühlt wird. Zum ersten Mal kann ich das verstehen und finde es sinnvoll und gut.

21.11.     „Wo möchtest du jetzt sein, wo dein Schmerz gelindert ist?“ Bild: Unter den Flügeln einer großen Eule, Gesicht ins Federkleid gekuschelt, mit den Händen die weichen Federn fühlen, warm, umschlossen und gehalten. Schutz.

Schutz- und Liebeshöhle

Ok. Aufstehen geht nicht, weil aufstehen bedeuten würde, sie alleine zu lassen. 

Sie klammert, hält mich bei ihr in der sicheren Erdhöhle. Da hatten wir uns gerade gefunden, mit Hilfe des Klopfens. Ich hatte sie zudecken dürfen und ihr etwas vorlesen. Wir waren uns nah. Wir waren verbunden.

Ich wollte nun aus dem Bett aufstehen, meinem Tagewerk folgen. Es geht nicht.

Ich weiß erst nicht wie. Wurschtel etwas herum. Überlege Helferwesen anstatt meiner die bei ihr sind. Passt alles nicht. 

Und dann komme ich drauf, Innen und Außen als etwas Gleichzeitiges zu versuchen. Wie eine Wohnung, in der die Kleine in einem Zimmer liegt, ich zwar das Zimmer verlasse, aber trotzdem noch in der Wohnung bin. Sie kann mich hören, sie kann mich fühlen.

Das versuche ich uns als Gefühl zu vermitteln. 

Ich bin noch bei dir, auch wenn ich draußen bin. Ich bin mit dir verbunden. 

Gebe ihr symbolisch eine Schnur in die Hand, die uns verbindet.

Da ziehst du einfach dran.

Aber das ist es eigentlich nicht. Es ist das Herz, das die Verbindung hält.

Das ist nicht leicht für mich und nun weiß ich, warum ich nicht gleich darauf gekommen bin.

Das bin ich nicht gewohnt. Das muss auch ich erst lernen, mit mir, mit Anteilen, mit Gefühlen und Empfindungen, mit meinem Körper in Verbindung zu bleiben.

Gewohnt bin ich, das alles beiseite zu schieben, es als lästig zu empfinden, wenn es meinen Alltag, so wie ich ihn mir vorstelle, einschränkt.

In Situationen wie heute, lernen wir von beiden Seite. Ich, das da sein und das da bleiben. Sie, wie es sich anfühlt, wenn jemand da ist und dem zu vertrauen.

Da weinen und freuen wir uns immer, wenn es sich so neu für uns zusammenfindet. Weinen vor Schmerz, der dann auftaucht, wo so lange Einsamkeit war und Freude vor Erleichterung, wenn das Licht der Liebe nun die Dunkelheit zu wärmen beginnt.

Ein heilsamer Prozess.

Ich bin dankbar.

Das passiert fast regelmäßig, seitdem ich beim Online-Klopfkonkress das Klopfen der Beziehung aufgeschnappt habe.

Man klopft dabei auch Gefühle nicht mehr in Ich-Form, sondern vom Erwachsenen-Ich aus gesprochen für das Kind-Ich.

Das sah heute morgen so aus, dass ich gefühlt habe, dass sich ein Teil verkriechen will und dann sagte ich laut: Die kleine Sophie verkriecht sich zum Schutz. Dabei kam das Bild einer Erdhöhle.

In der dritten Klopfrunde wechselt man zur Beziehung, wo ich sowas sage wie: Ich bin für dich da. Du bist genauso richtig wie du dich fühlst. Ich bleibe bei dir. Ich beschütze dich. Ich liebe dich von ganzem Herzen, so wie du dich jetzt fühlst. Usw.

Manchmal wird dieses Angebot nicht angenommen, aber immer öfter kommen wir zusammen, so wie ich heute plötzlich mit in der Höhle war und liebevolle Gesten stattfinden konnten. 

Ungeplanter Erguss

Meine Fresse, bin ich fertig, kaputt, Sinnes-müde.

Ich sitze hier in der Bibliothek und entweder bin ich sowieso so fertisch oder der Weg hierher hat misch fertisch gemacht.

Angstempfindungen zeigen sich die Wochen in ganz unbekannten Ausmaßen. Ich hatte Angst als ich heute vor die Tür trat. Ich hatte Angst und ein Überforderungsgefühl als ich in die Bibliothek kam. Hätte sofort los heulen können und ein Gefühl aus meiner Körperstruktur zerfasert zu werden.. Ich hatte irgendwie Angst in der Bahn und irgendwie auch bei den Fußstrecken.

Aber hier in der Bibliothek ist eh irgendwas komisch. Ist ein paar Jahre alter Neubau. War erst 4 Mal hier und immer wenn ich in den Eingangsbereich komme, gehst mir echt nicht gut. 3 von 4mal so richtig scheiße. Heute wieder. Ich weiß nicht, was es ist. Hab heute zum zweiten Mal versucht die Raumenergie da mit Reiki zu unterstützen, aber ob das funktioniert, wenn ich selbst so wirr bin und mit meinem Daseins-Gefühl zu kämpfen habe, keine Ahnung. Würd mich interessieren, was hier vorher war oder vielleicht liegt es auch an der Architektur.

Wollte eigentlich hier etwas anderes schreiben. Mal an einem anderen Ort, als zu Hause. Die Eintönigkeit der immer gleichen Umgebung und Orte die ich aufsuche, die Einschränkungen und Zwanghaftigkeit von Angstsymptomen machen mir zu schaffen. Mich dürstet es nach Abwechslung, Ortswechsel, neue Eindrücke, andere Perspektiven, Raum, Loslassen, Entfalten, Befreien und sowieso und überhaupt find ich die Lernaufgaben echt groß.

Angst anschauen. Zulassen. Kommunizieren. Kooperieren. Lösungen finden. Orte finden. Und das üben. Weil Hirnstrukturen sich nicht von einem schönen, friedlichem Bild sofort verändern. Nö. Machen die nicht. Die fiesen Synapsen und Datenstränge. Wo kommen wa denn da hin, wenn das so einfach ginge. Jaaaa… wie wäre das wohl… eine sich rasend schnell verändernde Welt.

Nun gut. Is aber nicht so. Also hatte ich heute Gelegenheit Nummer zwei mein Inneres Bild, meinen sicheren Ort (Wiese, Bach, Himmel, Weite, Sicherheit) mitten im Alltag zu üben, beim Schritt vor die Tür. „Du weißt, du bist in Sicherheit.“, erinnere ich mich an das Gefühl und an das Bild. Und tatsächlich entsteht ein Moment von Trennung. Trennung der Angst, die sich auf diese Welt bezieht, hinein in den Ort des Bildes und in die Ruhe. Ein Moment, in dem ich Sehen und spüren kann, dass diese Welt hier in Ordnung ist.

Hatte gestern auch schon kurz funktioniert.

Wieder ein Aha-Moment. Diese Angst ist nicht in dieser Welt zu lösen. Ich kann sie nicht beruhigen, in dem ich ihr einfach die Gefahrlosigkeit dieser Welt vor Augen führe und hoffe, sie fühlt das dann. Damit verleugne ich ihr Gefühl, nämlich das sie Angst hat. Ich kann sie nur in ihrem Erleben ernst nehmen und real und sie fragen, welchen Ort sie in mir braucht, um sich sicher zu fühlen. Dann kam die Sicherheit in der Jetzt-Welt von ganz alleine.

Nun kommt mein Streber-Verstand der nun will, dass das immer so geht und sich schon heute auf dem Weg hier her gewundert hat, warum die Angst wieder zurück kam und nix mehr mit Bild und so geholfen hat. Ist doch so einfach. Ein Bild und super. Ist aber gar nicht einfach. Gehirnzellen und so… du weißt.

Und wie viele hunderte Male muss ich das jetzt noch üben???

Also mussten noch andere Techniken her. Kreis um meine Füße vorstellen, hat auch etwas geholfen. Mit Kreis um die Füße laufen, ist schon höherer Anspruch. Ging natürlich auch nicht immer, was mir ebenso gleich wieder Unfähigkeitsrüffel bescherte. What the fuck you think? Bin ich Superman oder was??? Äh, Superfrau…

Warum erwarte ich so viel von mir? Irrsinn.

Und warum schreibe ich in Englisch, obwohl ich keine Ahnung davon habe? Und warum kann ich das gerade so gut reflektieren, obwohl ich in einem großen Raum sitze, mit dem Rücken zum Raum und Menschen laufen herum. o.O 😉

Ich wollte ja eigentlich über Nähe und Phantasien und Bedürfnisse was schreiben.

Is vielleicht hier dafür nicht so der richtige Ort.

Nun kam das bei raus. Ich kann mich schwer greifen derzeit (oder immer?). Und dann schreibe ich das hier und erhasche einen Blick auf mich, was ich vielleicht bin. Es fühlt sich fremd und vertraut zugleich an.

Und jetzt höre ich mal auf, auch wenns sich gut anfühlt. Wenns am schönsten ist… blabla 😉