Ankommen

Heute Abschied von der Krisenstation. Der Schwerste überhaupt, wie ich mich erinnern kann.

Suizidgedanken, Gedanken „ich will nicht mehr“, „ich kann nicht mehr“ sind wieder gegangen.

Gefühle von Heimatlosigkeit und Haltlosigkeit sind geblieben.

Zurück kommen in ein zu Hause, das Zuhause ist und doch auch ohne Halt. Beides ist da.

Es hat sich um mich herum so viel in den Beziehungen und Bindungen bewegt und verändert.

Wieder die Herausforderung und auch Einladung des Lebens eine Konstante in mir selbst zu entwickeln.

Ich sitze auf der Couch. Es ist nichts möglich. Die Taschen stehen unausgepackt im Flur. Die Ablenkung durch Nachrichten von Freunden auf Whatsapp ist vorüber.

Jetzt bin da nur noch ich und das was sich fühlen will.

Die Füße eng an den Körper gezogen, die Decke um mich gewickelt, den Stoffbären vorm Bauch und die Arme um den Körper geschlungen, mich selbst haltend. Das Gefühl in den Händen suchend, wie sie mich halten. Tränen laufen. Haltlosigkeit und seichter Schmerz im Körper, im Herzen.

Behutsames Ansprechen dieser Gefühle. „Ich bin da. Es ist okay.“

„Wir können uns auch anders fühlen.“ Behutsames Lenken der Aufmerksamkeit auf das Gehaltenfühlen zwischen meinen Händen, zwischen meinen Armen. Die Wärme. Die Dinge im Raum. Die Kerze. Das Aufmachen zu Gott und seiner Liebe, wie sie auf uns scheint, auf alles was da ist.

Angstgedanken. Wir müssen uns wieder bewegen können. Wir müssen wach und klar werden, wir müssen aufstehen und Dinge machen, die uns bewusst halten. Ich komme da sonst nicht mehr raus. Wir werden in dem Zustand ewig hängenbleiben.

Liebevolle, seichte Gedanken. Es ist okay hier zu sitzen und mich einfach nur zu halten. So lange, bis es genug ist. Ich kann darauf vertrauen, dass es irgendwann von alleine einfach genug sein wird. Es ist gut mich dieser Körperhaltung hinzugeben, es zuzulassen, dass sich an dem Gehaltensein in der Umarmung festgehalten wird und keine andere Bewegung mehr möglich ist.

Ein Bild entsteht in meinem Kopf. Ein Embryo, ein Baby schwimmend im Bauch. Ein wenig ängstlich, mit der Frage, darf ich soweit regredieren, lasse ich es zu. Wie fühlt es sich? Was sieht es, was schmeckt es, was riecht es?

Es entstehen wunderschöne Empfindungen von gehalten sein, genährt sein, Frieden, auch Wachheit und Freiheit. Ein eigener sicherer Raum. Es gibt nichts zu riechen, zu schmecken. Nur die Farbe Orange und ganz viele Empfindungen im/am Körper. Ich spüre plötzlich meinen Rücken, den Halt im Rücken. Das schwebende Umschlossen sein.

Meine Stimmung verändert sich. Ich kann mich wieder bewegen. Freude an der Umgebung und am Tun taucht auf.

Danke!!! ❤ ❤ ❤

 

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Zu-fall und ein Bild

Gegen Ende, mit herausgeschobener Zunge, voller Hingabe dabei und stolz wie Bolle als das Bild fertig ist.

Vor ein paar Jahren Öl-Pastell-Kreide gekauft. Etwas herum probiert. Kein Gefallen gefunden. Für nen paar Euro in der Nachbarschaft verkauft.

Vor ein paar Wochen in einem Hausflur drei große Kreideschachteln, verschiedener Sorte zu verschenken gefunden. Nicht widerstehen können und eingepackt.

Seit Jahren nicht mehr gemalt.

Heute ‚Kinder‘-Tag, nach viel Schmerz, Tränen, zuviel und Schrei nach Halt. Kleiner Eisbär vor die Brust geklemmt. Gegen 13 Uhr vorsichtig aus dem Bett bewegt. Entlang gehangelt an der Grenze ‚geht‘ – ‚geht-nicht‘.  Aufstehen geht. Umziehen geht nicht. Im Kontakt bleiben. Ordnung schaffen geht nicht. Kartoffeln kochen und Gurke schneiden geht. Versorgung. Essen. Lesen geht nicht. Musik hören geht nicht. Usw..

„Was möchtest du machen?“ „Ich bin so froh, dass du bei mir bist!“ Diese ‚Antwort‘ berührt mich im Herzen. ❤

Blick auf die Kreiden. Malen? Angst, Druck, Erwartungen tauchen auf. Abgeben. „Was willst du malen?“ Sehe rosa und ein Teil Seifenblase. Ok. Ein Anfang.

Bereite alles vor. Dann ein Prozess. Wechsel zwischen Anspruch an Vorstellung und Perfektion. Ich muss jetzt eine Seifenblase malen, die auch wirklich aussieht wie eine Seifenblase. Feststellen – das kann ich nicht. Vorstellung loslassen. Was fühle ich? Welche Farben ziehen mich an? Welche Bewegungen über das Papier gefallen mir? Welche Formen gefallen mir.

Nach und nach fällt Kontrolle ab und es kommt ein Bild dabei raus. Das hat zum Schluß wirklich Spaß gemacht. 🙂

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Schutz- und Liebeshöhle

Ok. Aufstehen geht nicht, weil aufstehen bedeuten würde, sie alleine zu lassen. 

Sie klammert, hält mich bei ihr in der sicheren Erdhöhle. Da hatten wir uns gerade gefunden, mit Hilfe des Klopfens. Ich hatte sie zudecken dürfen und ihr etwas vorlesen. Wir waren uns nah. Wir waren verbunden.

Ich wollte nun aus dem Bett aufstehen, meinem Tagewerk folgen. Es geht nicht.

Ich weiß erst nicht wie. Wurschtel etwas herum. Überlege Helferwesen anstatt meiner die bei ihr sind. Passt alles nicht. 

Und dann komme ich drauf, Innen und Außen als etwas Gleichzeitiges zu versuchen. Wie eine Wohnung, in der die Kleine in einem Zimmer liegt, ich zwar das Zimmer verlasse, aber trotzdem noch in der Wohnung bin. Sie kann mich hören, sie kann mich fühlen.

Das versuche ich uns als Gefühl zu vermitteln. 

Ich bin noch bei dir, auch wenn ich draußen bin. Ich bin mit dir verbunden. 

Gebe ihr symbolisch eine Schnur in die Hand, die uns verbindet.

Da ziehst du einfach dran.

Aber das ist es eigentlich nicht. Es ist das Herz, das die Verbindung hält.

Das ist nicht leicht für mich und nun weiß ich, warum ich nicht gleich darauf gekommen bin.

Das bin ich nicht gewohnt. Das muss auch ich erst lernen, mit mir, mit Anteilen, mit Gefühlen und Empfindungen, mit meinem Körper in Verbindung zu bleiben.

Gewohnt bin ich, das alles beiseite zu schieben, es als lästig zu empfinden, wenn es meinen Alltag, so wie ich ihn mir vorstelle, einschränkt.

In Situationen wie heute, lernen wir von beiden Seite. Ich, das da sein und das da bleiben. Sie, wie es sich anfühlt, wenn jemand da ist und dem zu vertrauen.

Da weinen und freuen wir uns immer, wenn es sich so neu für uns zusammenfindet. Weinen vor Schmerz, der dann auftaucht, wo so lange Einsamkeit war und Freude vor Erleichterung, wenn das Licht der Liebe nun die Dunkelheit zu wärmen beginnt.

Ein heilsamer Prozess.

Ich bin dankbar.

Das passiert fast regelmäßig, seitdem ich beim Online-Klopfkonkress das Klopfen der Beziehung aufgeschnappt habe.

Man klopft dabei auch Gefühle nicht mehr in Ich-Form, sondern vom Erwachsenen-Ich aus gesprochen für das Kind-Ich.

Das sah heute morgen so aus, dass ich gefühlt habe, dass sich ein Teil verkriechen will und dann sagte ich laut: Die kleine Sophie verkriecht sich zum Schutz. Dabei kam das Bild einer Erdhöhle.

In der dritten Klopfrunde wechselt man zur Beziehung, wo ich sowas sage wie: Ich bin für dich da. Du bist genauso richtig wie du dich fühlst. Ich bleibe bei dir. Ich beschütze dich. Ich liebe dich von ganzem Herzen, so wie du dich jetzt fühlst. Usw.

Manchmal wird dieses Angebot nicht angenommen, aber immer öfter kommen wir zusammen, so wie ich heute plötzlich mit in der Höhle war und liebevolle Gesten stattfinden konnten. 

Ganz oben und ganz unten

Was für eine Zeit. Es geht tief hinab. Und daneben helfen mir so viele Dinge, zeigen ihre Wirkung über die Zeit. Ich bin dankbar! Trotz alle dem.

Ich klatsch den Text von gestern hier einfach hin. Er ist nicht schön. Gar nicht schön. Und ich mag ihn selbst auch nicht noch mal lesen. Und vielleicht überlegt ihr es euch auch, ob ihr das überhaupt lest. Schwer ist es sowieso genug.

Und trotzdem… an demselben Tag. Ich dachte, ich muss hier unbedingt raus. Innerlich raus aus der Thematik. Etwas auf die andere Waageschale packen, damit der Tag zu überstehen ist. Und echt ja, alle kleinen Hilfen, Reize (Öle, Gerüche bliblablup) sind ein Scheiß gegen die Wirkung, wenn ich im Wald bin und mich dem kreativ-sein hingeben kann. Ich war völlig dabei. Alles andere vergessen. Wirklich. Komplett aus dem Fokus. Natürlich wieder da, als ich nach Hause zurück kam. Aber egal. Das ist ein so großartiges Geschenk. Das ist mir mit nichts anderem bisher so gut gelungen.

Mein bisher größtes Projekt. 😀 Und das an einem so beschissenen Tag. Kann ich selbst kaum glauben, wie zwei so entgegengesetzte Pole in einen Tag passen.

Danach der Text.

Der Prozess


Beim Klopfen (EFT). Ich fühle keine Person, ich sehe keinen Menschen, aber ich fühle die lebensnotwendige Verbindung und das sie mir entzogen wird. (Ich weiß, hier geht es um meine Mutter)

Ich bin voll eingetaucht, mit meinem ganzen Körper, mit meinem ganzen Sein erlebe ich diese Erfahrung. Diese ganze Erfahrung besteht aus dem Gefühl von Raum, wo niemand mehr ist, aber jemand sein sollte.

Ich bestehe nur aus diesem Gefühl des Raumes, in dem ich alleine zurückbleibe und einem Schmerz, dass etwas fehlt. Es gibt auch ein ‚Du‘, an das ich mich richten kann.

Zu Beginn die globale, verzweifelte Erfahrung des Nicht-Verstehens.

Ich verstehe nicht, warum du das tust? Ich verstehe das nicht, warum du mich alleine lässt? Ich verstehe das nicht, warum du weg gehst? Ich verstehe dass alles einfach nicht?

Darauf folgt die Erfahrung von Hass und ein kreuz und quer Fluten von Angst, Brauchen, Enttäuschung, Leere, Traurigkeit.

Ich hasse dich, ich hasse dich! Geh weg, auch wenn es weh tut. Nein! Bleib hier. Ich liebe dich, ich brauche dich.

 

Die Wut, um den Schmerz und die Ohnmacht zu verdecken.

Die Angst, dann ebenso zu verlieren.

Eine unlösbare, widersprüchliche, absolut schreckliche Situation für ein Kind. Die Mutter kann nicht gehasst werden, weil sie gebraucht wird.

Als Folge und Rettungsversuch der kleinen Seele, wird die Wut unterdrückt (wenn ich lieb bin, wird sie bleiben), wird die Schuld auf sich genommen (ich bin schlecht, deshalb geht sie; wenn ich richtig bin, wird sie bleiben) und die Selbstaufgabe der Bedürfnisse (ich darf nichts wollen/brauchen/fordern, dann fehlt mir auch nichts mehr).

So ein hoher Preis, der das ganze folgende Leben und die Möglichkeit Bindungen einzugehen bestimmt!

Die tiefe, schmerzhafte Erkenntnis, das trotz alle dem, die Bindung ab diesem Moment verloren war. Endgültig. Unwiderruflich. Nicht wieder gut zu machen.

 

Die Bedürfnisse waren nie weg. Die Wut war nie weg. Mein Selbst war nie weg.

Alles noch da! (und nun???)

Doch in den Raum wird niemand mehr treten.

 

Ich kann mich gerade ein bisschen besser verstehen, mit meinen Beziehungsschwierigkeiten. Ein bisschen. Ich wollte gerade etwas über Bindungstrauma lesen (habe ich bisher von mir aus nicht recherchiert), habe aber wieder abgebrochen, weil es zu sehr weh tut. Da gibt es noch einiges anzunehmen. Schritt für Schritt. Irgendwie habe ich das wieder ausgeblendet und es als betrifft_mich_nicht oder nur am Rande einsortiert.

Land Art und Ausflüge ins Herz

Es war schön heute. Ich fühle mich wohl und lächle, während ich das schreibe. Das war ein guter Tag. Ich fühle mich ausgefüllt.

Folgende heilsamen Dinge habe ich gestern und heute getan, auch wenn es mir teilweise sehr, sehr schwer fiel, mich daran zu halten und auch auszuhalten, was sich Unangenehmes zeigte:

  • Weckzeit ausgestellt (hatte ich mir vorgenommen, für einen guten Tag-/Nachtrhythmus; ist zur Zeit jedoch kontraproduktiv)
  • Handy ausgelassen (gestern Abend hatte ich es mal für eine Stunde an, heute noch gar nicht – tut definitiv gut)
  • PC ausgelassen, bis jetzt
  • nichts im Haushalt machen (das war richtig schwer, weil ich immer wieder dachte, es tun zu müssen)
  • keine Erledigungen, keine Verpflichtungen, keinen Papierkram (einen Brief aus dem Briefkasten hatte ich dann doch geöffnet, einen anderen jedoch zugelassen)
  • kein Film abends geschaut (obwohl ich das gefühlte 10-20 mal gedachte habe, doch tun zu können)
  • nichts lesen (ist mir nicht schwer gefallen, mein Kopf war eh dicht)
  • Meditation, wenn es sich nach anfühlt
  • Leere/Stille aushalten, Gedanken aushalten – ich muss noch das… und ich könnte doch das tun…
  • Gymnastik, wenn es sich nach anfühlt
  • den Küchentisch von allen Zeitungen und Dingen befreit, so dass ich ohne Ablenkung esse
  • keine Musik (da war ich etwas unsicher, ob Musik nicht auch zu mir führt, aber als ich mir die Absicht anschaute, warum ich Musik hören wollte, war es auch ein Ablenkungsgrund)
  • in den Wald gehen

Ich habe dadurch echt viel Zeit mit meinen Gedanken und Gefühlen verbracht. Das war nötig. Ich war extrem in der Ablenkungsspirale drin und mir würden eigentlich noch ein paar so Tage gut tun. Das kann ich hier bei mir nicht umsetzen, den Ablenkungsangeboten länger stand zu halten. Dafür wäre es gut, irgendwo zu sein, wo das alles nicht ist, die Technik, die Medien, die Bücher usw..

Das tollste dieser zwei Tage waren meine Waldausflüge, jeweils 2-3 h. So lange war ich bestimmt seit 2 Jahren nicht mehr dort.

Das habe ich gestern dort fabriziert, mein erster Land Art-Beitrag. 😀

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Ich bin total stolz darauf und liebe es!  ❤ Echt! Ich habe mich regelrecht in diesen Anblick verliebt.

Angeregt wurde ich dazu von Vetch und Sólveig, mit ihren Themen zu wilden Altären und Land Art.

Heute im Wald war es ein Geschenk mich damit befassen zu können. Gestern war ich noch zu kraftlos, müde und ausgelaugt, um großartige Gefühle zu bekommen. Aber heute war es echt toll! Ich bin innerlich an etwas angedockt, was mir vertraut war, was ich kenne und einen Zugang zum eins-sein, glücklich-sein bewirkt. Praktisches Wirken in der Natur, mit der Natur, durch die Natur. Lauter gute Erinnerungen ploppten auf, mein Körper erinnerte sind und ich war glücklich dabei das Gelände auszukundschaften, mich inspirieren zu lassen, Ideen zu verfolgen, Äste zu suchen und zu brechen, Dinge ausprobieren und wieder verwerfen und dabei immer wieder in diesen Flow-Moment zu kommen, voll und ganz bei der Sache zu sein. Immer nur kurz, aber es war großartig.

Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wie lange es her ist, dass ich mich so gefühlt habe.

Dabei dachte ich immer wieder ganz aufgeregt – ja genau, ja genau das ist es! Einfach alles passte. In der Natur sein. Kreativ sein, im Kontakt mit der Umgebung. Körperlich sein – laufen, bücken, hocken, zugreifen. Mit den Händen arbeiten – Materialen fühlen, Erde berühren. Mit den Sinnen da sein – sieht es schön aus?, Naturgeräusche, Umgebung erforschen, Gerüche. Und die Beweglichkeit der Schöpfung – es kann riesig groß werden oder auch ganz klein, keine Grenzen, nichts Starres, nichts Festgelegtes.

Das hat mich beim Malen immer gehindert. Ist der Strich gemacht, ist er da, auch wenn er mir nicht gefällt. Im Wald habe ich Holz gesammelt, etwas ausprobiert und dann die Äste wieder in den Wald geworfen, weil es mir nicht gefallen hat. Super! Keine Spuren, kein verschwendetes Papier und Farben.

Das ist das zweite Ergebnis. Ich hatte mehr vor, musste vieles verwerfen, weil zu heiß, zu wenig Wasser bei, zu körperlich schwach, inkl. Schwindel und irgendwann muss es auch mal genug sein. 😉 Mir gefällt es sehr, weil es einfach so entstanden ist, nicht in einem Stück, sondern so nach und nach. Schlicht, aber schön.

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Echt, ich hab so Bock drauf. Wenn es innerlich passt, ziehe ich morgen wieder los.

Hier noch ein paar Impressionen von meinem Ausflug.

Eine merkwürdige Fliege, wie ich sie noch nie gesehen habe. Meine Spontanreaktion war – Iiiiiih, die tut mir bestimmt böses. Dann hab ich sie etwas beobachtet und gemerkt, sie ist wie andere Fliegen auch, sie lutscht mich einfach ab. 🙂 Das tat sie dann auch sehr lange und an weiteren freien Körperstellen. Ich glaube, sie mochte mich. 😉

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Die Bucheckern-Zeit hat begonnen. Habe ich besonders gemerkt, als ich Barfuß unter den Buchen lang lief. Autsch!

Bei einer Buche fielen die Bucheckern wie stetiger Regen vom Baum, weil in der Krone Tauben hin und her flatterten. Ich hockte mich in den ‚Regen‘ und sammelte zwei Hand voll. Vielleicht mache ich karamellisierte Bucheckern-Nuss-Riegel daraus.

Hach, noch mehr Erinnerungen an gute Momente der Vergangenheit.

Seht ihr die Taube?

Seht ihr die Taube?

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Und zum Abschluss ein paar Aufnahmen von heute Morgen. Da hatte ich besonders viel Lust Fotos zu machen.

Meine selbst gezogenen Paprikapflanzen reifen langsam.

Meine selbst gezogenen Paprikapflanzen reifen langsam.

Das Licht war so schön heute Morgen.

Das Licht war so schön heute Morgen.

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Hier fand ich die strahlend, weiße Umrandung schön, die die Sonne an den Blatträndern verursachte.

Hier fand ich die strahlend, weiße Umrandung schön, die die Sonne an den Blatträndern verursachte.

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Wie es zur Erschöpfung kommt

Ich habe das Wochenende wieder in  hochgradiger Erschöpfung verbracht, vor allem mentaler Erschöpfung, was heißt, kein Fokus konnte mehr gefasst werden, was zur Handlungsverminderung führt (beim Essen, bei der Körperpflege, bei Bewegungen insgesamt) und keine oder nur wenig Informationen konnten mehr aufgenommen werden, was neben dem körperlichem Fast-Stillstand auch zur geistigen Zwangspause führt (nichts lesen können, kein Film, nur bisschen Hörbuch).

Das muss man auch erst einmal aushalten, sich nicht mehr ablenken zu können.

Meine Gedanken rasten trotzdem weiter, hier hin, dort hin und immer wieder eine Aufforderung in die Aktion.

Ich kenne das. Das ordne ich zurzeit ganz direkt in die Schublade – psychische Erkrankung – ein. Durch eigene Anstrengungen nicht mehr zur Ruhe kommen zu können. Das geht nur auszusitzen und so lange es geht auszuhalten, nicht neue Informationen aufzunehmen – keinen sehen, keinen sprechen, keine neue Lektüre, keine neuen Themen über die nachgedacht werden kann. Das ist sehr schwer für mich.

Es gab mir jedoch die Möglichkeit, damit zu klopfen. Juchuuu! 😀 😉

Zwei neue Erkenntnisse/Erfahrungen sammelte ich dadurch. Wieder ganz unerwartet für mich.

Ich klopfte die Erschöpfung.

Dabei fand ich heraus, dass sie von meinen eigenen antreibenden Gedanken kommt und das nicht, weil ich mir keine Pausen gönne, sondern weil da Angst ist. Eine riesige scheißgroße Angst kam zum Vorschein. Ich war noch nie in der Lage, so einen Berg an Angst da sein zu lassen und mit meinem Selbst zu durchfühlen. Ich hatte Angst, wenn ich zum Stillstand komme, wenn Ruhe einkehrt, dass dann da dieser leere Raum entsteht, wo nur noch ich bin und ich mich dann in Luft auflöse. Dazu kamen zwei Erinnerungen (2010 und 2013), wo ich genau das gefühlt hatte und eine dritte viel mir noch später ein (2015). Und es stimmt, in diesen Situationen hatte ich wirklich eine riesen Angst mich ganz real in Luft aufzulösen und habe dagegen angekämpft, gegen die Angst, in dem ich versucht habe der Situation auszuweichen, sie zu verlassen.

Also ganz ehrlich, bevor ich bereit wäre mich in Luft aufzulösen, würde ich auch alles Erdenkliche tun, um nicht in diesen Moment zu kommen. 😉

Zurück zur Wirklichkeit. Da mir trotz der Angst bewusst war, dass ich mich nicht wirklich in Luft auflösen werde, ließ ich die Erinnerungen an dieses Gefühl zu. Da passierte nicht mehr so viel. Die Angst ging zurück und ich war mordsmäßig erschöpft und wie üblich verwirrt, nach solch gewaltigen Empfindungen.

Es ist so, als wäre eine Tsunamiwelle über einen hereingebrochen und wenn sie durch ist, lebt man noch, aber steht ziemlich verdattert, mit zerschlissener Kleidung am Strand herum und weiß erst einmal nicht, wo oben und unten ist und was der nächste Schritt sein soll.

Die zweite Begegnung mit meiner Erschöpfung durch meine Gedanken, führte mich zu einer Art Besessenheit es nun endlich richtig machen zu wollen, weil ich es wieder gut machen will, weil ich will das es mir besser geht. Durch diese Getriebenheit überfordere ich mich immer wieder selbst und treibe mich dadurch in die Erschöpfung.

Und ich hatte plötzlich eine Erinnerung an einen sehr bewegenden und prägenden Moment, in dem ich Mitte 2011 zum ersten Mal ein inneres Bild von meinem Inneren Kind hatte. Das sind Notizen von damals.

Ich bin gar nicht wirklich mit den Menschen verbunden. Es gibt kein ICH, was sich verbinden kann. Es gibt nur dieses fast verhungerte, nackte, nicht lebensfähige Kind.“ (in einer Sperrholzkiste in einem Keller; dreckig)

Ich erinnere mich sehr gut an diesen Moment. Nach dem Klopfen wurde mir klar, dass ich dort eine riesige Schuld auf mich genommen hatte. Ich fühlte mich schuldig für die Verwahrlosung dieses Kindes in mir. Ich fühlte mich als Täter und ich fühlte mich verantwortlich, das alles wieder gut zu machen.

„Dein Schmerz… ich kann nicht mehr aufhören zu weinen. Und immer wieder der Gedanke ‚es tut mir leid‘. Ich weine für uns beide. Ich bin zutiefst erschüttert, über das was ich sehe. Oh Gott, was habe ich dir angetan. Ich habe solche Angst es wieder zu tun.“

Das sind genau die Gefühle, die beim Klopfen kamen. Ich fühle mich schuldig dafür, dass es mir schlecht geht und deshalb will ich alles tun, um es wieder gut zu machen.

Ich sehe heute erst wie irrig dieser Gedanke ist, ich wäre schuld an dem Leid in mir drin! Wahnsinn! Was für eine Bürde habe ich mir da auferlegt und wie sehr treibt es mich heute noch an.

Das ist wirklich bereichernd.

Nach Hause wollen, zu Hause sein

Ich schreibe jetzt auf eine Weise über etwas, wo ich dachte, dass ich nicht mehr so schreiben werde/kann. Bedürftig.

Ach, egal jetzt. Schreiben ist schreiben. Will ich mir das jetzt auch noch vorwerfen? *kopfschüttel* Nö.

Beim Klopfen heute Morgen lag ich irgendwann herzzerreißend weinend, zusammengerollt auf der Seite und sprach immer wieder ganz verzweifelt, verloren, einsam und untröstlich: Ich will nach Hause. Ich will nach Hause. Ich will zurück. Ich will in deine Arme. Ich will zu dir.

Ich hatte in dem Moment keine Ahnung, um was es eigentlich ging. Wohin zurück nach Hause?

Das ließ mich verwirrt, erschöpft und verletzlich zurück. Zum Ende hin waren dann beide Gefühle parallel da, verloren sein und gehalten sein, nach Hause wollen und zu Hause sein. Das bringt mich immer durcheinander im Kopf.

Ich sehne mich heute sehr nach Geborgenheit und Nähe. Es fällt mir schwer, mir selbst nah zu sein. Meine Gedanken fordern mich immer wieder zu etwas auf. Puhhh… das übliche Gezerre in mir.

Aber ich habe eine kurze Zeit mit meiner kindlichen Kreativität verbringen können. Es wollte mit bunten Farben malen. Wir malten Mandalas aus und sagen dabei Mantren-Musik mit. Das war ganz wohltuend und hab ich schon lange nicht mehr gemacht.

Ich bin ziemlich erschöpft. So allgemein und insgesamt.