Zwiegespräch

Soll ich mich nächste Woche mal nicht mit Frau B. treffen, mal pausieren oder ist ein Termin wichtig?

Was ist denn, wenn du dich nicht mit ihr triffst?

(nachspüren…)

Ich fühle mich leer und einsam.

Dann solltest du dem Raum geben.

(hinein spüren, da sein lassen, annehmen… denke an die Erwähnung des „entleerten“ Novembers, aus der Geistigen Botschaft)

Jetzt kannst du dich auch mit ihr verabreden. Jetzt dient sie nicht mehr dazu, ein Gefühl zu vermeiden.

Der Termin ist unabhängig von meinem Fühlen. Er beeinflusst es nicht.

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Ich brauche nichts und dann brauch ich’s doch

Da ist sie wieder, meine Bedürftigkeit. Und ich habs die Tage gar nicht mitbekommen.

Ihre (Wohnbetreuung) emotionale Distanz, lässt mich wieder Gefühle meiner Kindheit erleben – emotionale Einsamkeit, Schmerz, Gefühlstaubheit, wie Tod sein, Leere, Orientierungslosigkeit, Weltferne und diesmal auch etwas Wut.

Ich möchte sie am liebsten wegstoßen aus meinem Leben, damit ich mich nicht immer wieder so fühlen muss. Damit ich diese klebrige Bedürftigkeit loswerde und diesen Schmerz, der damit einher geht. Dieses Sehnen, wo ich ganz genau weiß, es ist umsonst, es ist alt, es wird nicht befriedigt, es wird nur weh tun.

Ich wechsel damit zwischen Ablehnung und Annahme hin und her.

Ich kann wahrnehmen, dass sie mir geholfen hat, dass ihre Hilfe praktisch sehr hilfreich war und ich dankbar dafür war. Ich verstehe, dass sie emotional so auftritt, wie es ihr möglich ist. Ich verstehe, dass sie nicht geben kann, was ich sehne, weil sie es nicht hat. Ich weiß, dass ich nichts fordern kann, was jemand nicht hat. Ich weiß, dass sie mich mit meinen Gefühlen nicht ablehnt. Ich kann wahrnehmen, dass sie aufgeschlossen und zugewandt ist.

Und trooootzdem… will ich sie schütteln und schütteln und laut anfahren, dass sie doch um Gottes willen mal etwas mitfühlen soll, anteilnehmen soll, betroffen sein soll, für mich sichtbar macht, wie schwer ich es gerade habe. grrrrrr

Ich hab mich echt wieder angezweifelt, weil ich es über sie nicht wahrnehmen konnte. Ist es vielleicht gar nicht schwer? Bilde ich mir das nur ein? Mache ich es selbst schwer? Bin ich schuld? Und diese ganze Tirade.

Ich habe das unterbrochen, wenn es mir aufgefallen ist, weil es nicht wahr ist.

Und ich dachte eigentlich auch, dass ich ihre Bestätigung nicht mehr brauche, weil ich selbst genug für mich da war. Und trotzdem spielte es sich ab, ohne dass mir das bewusst war. Erst jetzt, wo der Stress nachlässt, kommen die Gefühle.

Ich habe das heute meiner Psychiaterin anvertraut und gefragt, ob ich das immer und immer wieder so fühlen werde. Sie meint, wenn ich nach und nach meine unbewussten Erwartungen (emotionale Bestätigung/Versicherung) erkenne, nicht. Kein Wort von Emotionen, die da alle dran hängen und das man die durchleben muss usw. usf… Sie ist aber auch eine Kandidatin für die neutrale, nicht-betroffene Sichtweise.

Mir ist das noch ein Rätsel, wie das funktionieren soll, mit einem Menschen enger zusammen zu arbeiten/leben/sein und trotzdem ein Bedürfnis (oder mehrere) nicht befriedigt wird (werden), gut zusammen sein zu können, ohne das es immer wieder weh tut.

Mein Umgang ist momentan Abstand nehmen. Zeit und Raum, um das alles zu fühlen, ohne erneute Konfrontation. Es wird sich beruhigen und dann fühl ich mich im Kontakt auch wieder wohler oder werde wahrscheinlich kein Bedürfnis mehr haben, sie zu schütteln. 🙂 Aber wer weiß. Vielleicht kommt auch bald eine unmittelbare Konfrontation. 😉

Abgründe

Ich steige in die Abgründe meiner Gedanken (Mut gefasst, durch den Beitrag des Klopf-Kongress).

Ziemlich, ziemlich dunkel da. Seeehr, seeehr dunkel. Unbekanntes Terrain, doch ehrliche Worte aus meinem Mund.

Alles bisher weggedrängt, zurückgehalten, aus Angst. Deshalb die Leere, das Vakuum. Stillstand.

Nicht verschluckt worden. Bin noch da.

So sieht es aus in mir. So kann ich auch sein. So fühlen. So denken, vor allem.

Das scheint ein Weg zu sein, der gangbar ist.

Schreiben

Ich schreibe nichts mehr. Das ist echt ein Ding. Also es sticht heraus.

Ich schreibe auch nichts woanders hin. Nichts ins Tagebuch, nichts auf Zettel zwischendurch. 

Keine Gedanken werden festgehalten.

Das ist es! Keine Gedanken werden festgehalten. Im Kopf nicht und deshalb wohl auch nicht auf Papier.

Ich klammere etwas daran, dass das momentan so ist. Mir fehlt etwas. Oder eher, da ist ein leerer Raum in meinem Alltag, der sonst mit Schreiben gefüllt war.

Schluss, Aus, Ende

Ja krass… ich bin seit 6 Jahren in therapeutischen Settings.

Angefangen mit der ambulanten Suchttherapie, mit 1 Einzel- und 1 Gruppengespräch die Woche, mehrmalige kurze Krisenstationsaufenthalte, 3 längere tagesklinische Aufenthalte, 3 Jahre Psychoanalyse, mit zwei Gesprächen die Woche, 2 stationäre Aufenthalte und als letztes knapp 1,5 Jahre Einzelfallhilfe.

Der nächste Termin ist der letzte Termin. Und dann ist Ende.

Es sind krasse Zeiten. Ich fühle mich mehrmals täglich völlig anders.

In letzter Zeit meist eher mit nicht so prickelnder Stimmung.

Heute nach langer, langer Zeit morgens Freudegefühle gehabt. Das war schön. Habe ich genossen.

Ich nutze gerade viel die Möglichkeit mir Fernreiki schicken zu lassen. Bringt lindernde Momente und Klarheit in die Prozesse.

Heute habe ich sehr komische Gefühle gehabt. Ich fühlte mich mir selbst gegenüber befremdlich, wusste/fühlte nicht mehr wer ich bin. Innerhalb von Handlungen die mir vertraut sind und im Kontakt mit Menschen verschwand dieses Gefühl. Ich lief eben herum und zündete Kerzen an, wie fast jeden Abend und da kam ich zurück. So ein ‚ah ja, das bin ich, so fühle ich mich‘ als würde ich mich über dieses Ritual wiedererkennen. Und auch als meine Mutter heute da war, fühlte ich mich wie ich, wie ich eben so bin, wenn ich mit ihr im Kontakt bin.

Ich muss an die Borderline-Strukturen denken.

So ist das vielleicht. Fällt die konstante Begegnung mit jemandem weg, über die man sein Ich-Gefühl erhalten hat, entstehen vielleicht diese Ich-fremden oder Ich-leeren Momente, bis wieder etwas kommt, was das Ich-Gefühl durch den Spiegel erzeugt.

Na da bin ich wirklich gespannt, wie es sich damit leben lässt. Es sind keine angenehmen Momente.

In mir drin ist eh alles in Bewegung. Ich habe keine Ahnung was noch passieren wird.

Mir ist aufgefallen, dass ich in den letzten Wochen stark mit der inneren Kommunikation nachgelassen habe. Es fühlt sich nach einer Reaktion auf den fehlenden Betreuungskontext an. Ich muss ja nun niemandem mehr erklären, was so in mir ist.

Auch ist mir aufgefallen, dass ich die motivierenden, freundlichen, liebevollen Stimmen wenig eingesetzt habe. Dazu brauche ich mein Bewusstsein. Das kann ich nur aktiv machen, die kommen nicht von alleine. Auch hier ahne ich, dass da Innen ein Grund fehlt. Ja für wen denn jetzt. Interessiert doch niemandem mehr. Ich habe heute etwas wieder damit angefangen, weil ich spüre, dass mir dieser Gegenpol zur Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit hilft. Doch der Elan und die Motivation sind deutlich raus.

Ich habe mich darauf eingestellt, dass das jetzt eine Phase werden wird, wo ich keine Ahnung habe, was dabei herauskommt, was funktioniert und was nicht funktioniert, was sich wohin entwickeln wird.

Auseinandersetzung mit der Diagnose

Ich stöbere gerade in einem spannenden Buch, zu dem ich geführt wurde und es tatsächlich noch in meinem, schon zweimal ausgemisteten Bücherschrank gefunden habe.

Liegt wohl am Titel: „Identitätsgrenzen des Ich. Einblicke in innere Welten schizophrenie- und borderlinekranker Menschen“. Sowas spricht mich von Natur aus an. Hatte mal ne große Weiterbildung, wo der Autor, Dr. med. Josi Rom persönlich einen Tag doziert hat. Da wusste ich noch nichts von meinem Innenleben.

Randgedanken, als ich meine alten Unterlagen dazu durchsah – hach, so viele spannende Dinge, womit ich mich damals beschäftigte und ich hatte trotzdem so gut wie von nichts eine Ahnung. Das rauschte alles durch mich durch. Kaum was blieb abrufbar. Ich fühlte mich als ewiger Anfänger/Ahnungsloser, der krampfhaft versuchte, nicht so zu wirken und immer die Angst, dass mir am Ende jemand auf die Schliche kommt, wie unsicher und unfähig ich eigentlich bin.

Das war mir natürlich alles damals nicht bewusst. Ich habe nur gemerkt, dass ich immer irgendwie hinter meinen Kollegen hinterher hinkte, die ihr erworbenes Wissen direkt in die Praxis mit einbauen konnten. Ich konnte das so gut wie nie, trotz regelmäßiger Fortbildungen. Ich saß da immer wieder frisch wie ein Baby in Klientensituationen und konnte nur aus dem Moment heraus reagieren. Keine Ahnung wie ich das gemacht habe, wo ich doch zu der Zeit noch zu mir selbst kaum Zugang hatte.

Ich weiß noch, dass ich mich immer sehr nach Handlungsvorgaben gesehnt habe. QM-Richtlinien fand ich ganz toll. Mich auf mein Bauchgefühl zu verlassen, ging gar nicht. Da gab es kaum Orientierung. Das war oft ein Gefühl von unsicherem, bebendem Boden, der jederzeit verschwinden kann. Was er ja dann auch tat, Stück für Stück.

Trotzdem habe ich keine ’schlechte‘ Arbeit gemacht. Bin aber auch schnell an meine Grenzen gestoßen.

Das was ich da gerade in dem Buch lese, passt gut in meine Erinnerungen. Ich erkenne mich da wieder und mein Fühlen von damals kommt mir logischer vor. Es geht um den Versuch, Borderline-Erleben, Identitätserleben und -organisation zu beschreiben, in Abgrenzung zur Schizophrenie.

Ich hatte in Klientenbeziehungen Abgrenzungsprobleme. Ich habe mitbekommen, dass ich mich teilweise zu freundschaftlich verhalte, mich zu nah fühle und mich mit ihnen solidarisiere. Bei einer Klientin wurde es so verschwommen und ich konnte mich nicht von ihren Gefühlen distanzieren, dass ich den Fall abgeben musste. Was ich fühlte, habe ich größtenteils versucht zu verbergen. Ich dachte, dass darf gar keiner wissen, wie ’schlecht‘, ‚unprofessionell‘ ich bin. Dann werden alle über mich herfallen und mich abwerten, verachten.

Josi Rom versucht Borderline-Erleben, Identitätserleben zu beschreiben, in Abgrenzung zur Schizophrenie. Er ist Psychiater, Psychotherapeut und Psychoanalytiker.

Ich würde hier gerne etwas von dem wiedergeben. Weiß nicht ob das geht. Er verwendet viel Fachsprache und eigene Modelle, auf die er sich dann bezieht, um zu erklären. Das ist mir gerade zu aufwendig alles darzustellen. Schade. Vielleicht ein paar Brocken, in denen ich mich wiederfinde.

Also diese Aussage gefällt mir schon mal, weil ich das auch so sehe und bestimmt nicht die Einzige bin: „Die Diagnoseschlüssel DSM und ICD tragen nicht viel zum tiefen Verständnis der Erkrankungen bei. Symptome werden beschrieben und zu Gruppen zusammengestellt, die, verknüpft mit weiteren Kriterien, ein Krankheitsbild definieren sollen.“ (vgl. S. 88)

„Die Kriterien (DSM-IV der Borderline-Persönlichkeitsstörung) beschreiben zwar, was wir vom Patienten hören, wahrnehmen und nachweisen können, nicht aber, was der Patient wirklich empfindet und erlebt.“ (vgl. S. 98)

Dann versucht er darzustellen, wie das Ich funktioniert.

„Die Ich-Grenze (…) zeichnet sich (…) durch eine hohe Elastizität aus.“ „Somit ist das Ich grundsätzlich und im „Normalfall“ nicht der großen Gefahr der Fragmentation (Zersplitterung) ausgesetzt (wie bei der Schizophrenie).“ „Diese Eigenschaft wird vor allem für den Umgang mit inneren Drucksituationen im Ich kompensatorisch und regulierend eingesetzt. Die Ich-Grenze, aber auch das gesamte Ich (…) hat dank der Elastizität (…) die Fähigkeit, im hohem Ausmaß zu fluktuieren (sich verändern). Das hohe Fluktuationspotenzial stellt gleichzeitig aber auch ein Problem dar (…).“ „Das Ich ist aufgrund der Elastizität in seiner Stabilität und Konstanz der Form (Identität) geschwächt.“ (vgl. S. 91-92)

Spannend finde ich das, weil ich mich 2013 ähnlich beschrieben habe, ohne mich mit der Diagnose oder irgendwelchen Texten dazu befasst zu haben. Wie schön wäre es gewesen, wenn mir damals jemand erklärt hätte, was ich da erlebe.

„Das eindeutige und „sichere“ Zentrum des Kreises ist (…) nicht mehr garantiert. Es handelt sich also um eine sich wandelnde Ellipse, je nachdem, wie und wo der Druck im Ich gerade ansteigt und das Gesamt-Ich darauf formverändernd reagiert.“ (vgl. S. 95)

elastisches Ich der Borderline-Struktur nach Josi Rom

elastisches Ich der Borderline-Struktur nach Josi Rom

'normale' Struktur eines Ichs nach Josi Rom

’normale‘ Struktur eines Ichs nach Josi Rom

„Die Verwirrung über sich und die Welt, welche durch die Fluktuation entsteht (…), ist die Basis zum Verständnis der Identitätsdiffusion (andauernde Unfähigkeit eine Identität zu entwickeln).“ (vgl. S. 97)

„Diese Anpassungsfähigkeit (gemeint ist die Fluktuation) hat grundsätzlich eine schizopräventive und zeitweise protektive Wirkung, allerdings um den Preis der Eindeutigkeit der Identität, was zur Identitätsdiffusion oder fluktuierenden Leihidentität führt.“ (vgl. S. 97)

Also das Gute ist, es ist sehr unwahrscheinlich, dass ich zusätzlich Schizophrenie-Symptome bekomme. 😉 😀

Heute fühle ich mich nicht mehr so, wie ich es 2013 beschrieben habe, dass ich mich ständig verändere. Damals war das wirklich heftig. Fast jeden Morgen war alles irgendwie anders. Hab ich mich am Tag so einigermaßen orientiert, war am nächsten Tag schon wieder alles neu in mir und ich orientierungslos.

Hmmm… oder doch. Die Veränderungen sind geblieben, aber sie sind nicht mehr neu und weniger schockierend für mich. Man lernt ja dazu. 🙂  Überraschen und Erstaunen tut mich aber auch heute noch, nach fast 5 Jahren neuem Erleben das Eine oder Andere.

Diese Identitäts-Beweglichkeit wird mir öfters nur bewusst, wenn ich im Kontakt mit Menschen bin. Das ist Gott sei Dank in überschaubaren Maßen. Ich verbringe mehr Zeit mit mir alleine, was auch gut für mich ist und wohl so eine Art Balance herstellt. Ich fühle mich alleine einheitlicher.

Die große Leere, die auch ein Kriterium für die Borderline-Diagnose ist, kenne ich nicht als Leere, sondern als Haltlosigkeit. Ich habe mich mit ihr vertraut gemacht und benötige nur selten im Außen Ablenkung, um sie nicht zu spüren. Besonders durch das Vertraut werden mit den Energien von oben und unten durch Meditation, habe ich die Möglichkeit bekommen, mich in meiner Haltlosigkeit an etwas zu wenden, was ich im Idealfall als haltend erlebe.

Leichtigkeit

Ey, ich will es nicht beschreien, doch wo ich gestern hier ganz ungeplant von fehlender Leichtigkeit geschrieben habe, sind ein paar Auffälligkeiten passiert.

Zum einen überfiel mich gestern Abend im Bett ganz plötzlich die Erkenntnis, dass das Leben mich nie verlassen/im Stich gelassen hat, trotz schwerer Krise und andauernden Einschränkungen.
Es war immer da und hat mir Unterstützung zukommen lassen, auf die eine oder andere Art. Ich war nie alleine und verloren.
Plötzlich kann ich das sehen. Plötzlich ist dieses Gefühl, verraten worden zu sein relativiert.

Ich kann sehen, dass das Leben und meine Krisen/Einschränkungen nichts miteinander zu tun haben. Da denkt sich niemand etwas aus. Da ist niemand der mich verlassen hat, der mich ins Unglück laufen ließ. Da ist niemand, der mich vor Unglück bewahren konnte. Da ist auch niemand, der mir besonders viel Glück beschert, wenn ich nur dies und das tu.

(Ich hatte so den Mut verloren, dass mein Tun noch irgendeinen Sinn hat, wenn dann doch ‚Schlechtes‘ passiert. Ich war in die Falle getappt, zu glauben, dass Leben kontrollieren zu können.)

Leben passiert einfach.

Das gibt mir ein Gefühl von Bereitschaft es passieren zu lassen, was immer dies bedeutet (es bleibt eher ein üben, als ein können).
Krisen, keine Krisen. Schmerzen, keine Schmerzen. Leben. Sterben. Fülle. Leere. Orientierung. Orientierungslosigkeit.
+ das Gefühl, dass Leben ist trotzdem bei mir und begleitet mich durch diese Hügel und Täler.

(Wenn ich schreibe, dass Leben passiert und das Leben begleitet mich, dann meine ich glaube ich zwei unterschiedliche Dinge damit. Oder vielleicht auch nicht. Da bin ich unklar.)

Da ist etwas Großes weinend von mir abgefallen. Eine Verkrampfung hat sich ein wenig gelöst. Erleichterung!
Kommt da die Leichtigkeit und auch verloren gegangener Mut?

Dann war ich heute arbeiten, was bei mir, seit Tagesklinikentlassung nur sehr holperig läuft. Und ich habe mich vor Ort zum ersten Mal wieder etwas entspannen können. Nenne ich es ruhig Leichtigkeit, die sich ganz zaghaft an den Rand meines Fühlens stellte.
So als wäre alles doch irgendwie in Ordnung, obwohl alles anders ist. Obwohl ich im Zwischenmenschlichem tief verunsichert auftrete und deshalb auf Arbeit ständig angespannt bin, weil ich nicht weiß, wie ich bei Ansprache reagieren soll.

Und nun sitze ich hier zu Hause und spüre immer noch diesen Hauch von Leichtigkeit.

Danke Leben!