Stell dir vor…

…du schlägst die Augen auf und um dich herum ist der Weltraum. Nur unendlich weiter, leerer Raum, egal wohin du schaust. Und du schwebst mitten in ihm. Völlig alleine.

So fühlt sie sich an, meine Einsamkeit.

Und wenn du diese Weite durchdringst, dich von ihr durchdringen lässt. Wenn du zulassen kannst, das diese Leere dich erfasst, jede Zelle von dir, das du dich nicht mehr wehrst und dich hinein begibst, bis zu ihrem Rand, bis es nicht mehr weiter geht, dann stellst du vielleicht fest, auch die Leere wird von irgendetwas gehalten.

Auch die Leere ist an einem Ort, wo noch etwas Anderes sie umschließt.

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Du und Ich – Wir

Ich konnte mit dir eine Nähe zulassen, wie seit dem nie wieder und vorher niemals. Wir waren uns so nah, so offen wie man sich näher und offen nicht sein kann. Es gab kein ICH, es gab nur WIR.

Ich ließ zu viel zu, kannte keine Grenzen die es zu schützen galt. Wusste nichts von Grenzen in mir, von Rändern meines ICHs. Du konntest ein- und ausgehen in mir. Ich gab mich dir ganz und das mit Leidenschaft. Mein Herz war offen, solange, bis es zu sehr weh tat und es sich verschloss.
Ich begriff gar nichts.

Da war nur plötzlich diese Kälte in mir. Kälte und Leere. Kälte, Leere und Schuld. Ich konnte keine Berührung mehr von dir ertragen. Alles war zu viel, zu nah. Du warst zu viel, zu nah. Ich wollte nur noch weit weg von dir und gleichzeitig fühlte sich die Distanz an, als würde ich mir ein eigenes Stück meines Körpers herausreißen.
Ich verstand gar nichts.

Bis heute (bis zu diesem Moment) steht auf meinem Herzen Zutritt verboten. Beziehung unvorstellbar. Auch wenn es in den letzten 2-3 Jahren weicher geworden ist, langsam und stetig auftaut.

Ja und nun sitze ich hier und schaue mir alte Fotos von uns an. 6 Jahre sind vergangen. Die Bilder treffen mich, treffen auf mein weicher gewordenes Herz. Ich kann sie anschauen, ohne Widerstand, ohne sie wegklicken zu müssen, ohne Verlangen sie alle zu löschen. Fotos aus dem ersten gemeinsamen Jahr. Wir waren so glücklich. Hin und weg voneinander strahlen wir uns an. Ich war glücklich von oben bis unten, wie nie zuvor und niemals wieder. Niemals wieder so (dafür anders).

Wir gaben uns einander ganz, zeigten uns unsere hellsten und dunkelsten Ecken. Nichts blieb verborgen. Das Glück des totalen Gesehenwerdens. Schamgrenzen wurden gesprengt. Alles war okay. Wir waren bereit uns bedingungslos anzunehmen (zu Anfang). Wir vergrößerten uns gegenseitig, wuchsen aneinander zu ungeahnter Größe.

Diese Erinnerungen treffen heute auf mein aufgetautes Herz und ich begreife, was wir da miteinander hatten und was wir uns damit gleichzeitig angetan haben.
Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so über uns schreiben, nachdenken kann, uns erneut in mir zulassen kann. Ich hatte es mir auch nicht vorgenommen. Es tut weh und ist schön – dass ich das was war nicht mehr abwehren muss. Unverarbeiteter Schmerz der sich nun bewegen darf – 6 Jahre später!

Verschmelzung. Wir versuchten beide unsere Urwunde zu heilen, aneinander zurück in die totale Einheit zu flüchten – ins Heil-Sein. Ganz sein durch den anderen. Vollständig sein, weil du da bist und nur deswegen.

Mein Herz, noch weit offen, war deinen großen Gefühlen völlig erlegen. Ungebremst schlugen sie mit voller Wucht, wie die Brandung an den Fels, durch mich hindurch. Nur war ich kein Fels. Du ergossest dich über das Land in mir. Flutetest alles. Trugst Land ab, risst Stücke von mir aus meinem Grund und trugst sie fort. Liebe, Vergötterung, Eifersucht, Zorn, Vorwürfe, Angst, Ekel, Habsucht, Hingabe, Macht, Lust, Schmerz, Freude. Alles ganz und total. Ich taumelte darin hin und her, ritt mit deinen Gefühlen (vielleicht weil meine zu weit weg und zu leise waren) bis ich keine Kraft mehr hatte, bis ich erstarrte. Die einzige Möglichkeit zu entrinnen. Kalt und leer werden. Ich verstand gar nichts.

Verschmelzung. Der Tod.
So kann es nie wieder sein. Und trotzdem sitze ich hier und verzehre mich danach. Eine Sehnsucht – so tief! Sie lässt mich weinen, weiß ich doch, dass sie das Verlorene markiert und nicht das, was es zu finden gilt.

Als Ausdruck verzehre ich mich nach all den Helfer-Menschen und Herzen-Menschen um mich herum. Laut ruft es – sei da für mich, genau jetzt! Sei nah! Lass mich deine Haut spüren! Ich halte es nicht länger ohne aus.

Sich Linderung erschreiben

Es ist keine Unruhe. Es ist Verlangen. Unbefriedigtes Verlangen, das unruhig macht. Unerkannt drängt es mich in mühsamen Aktionismus. Nicht, weil die Motivation da ist. Nicht, weil die Kraft da ist. Weil Stillhalten nicht auszuhalten scheint.

Ich bin so müde. Will gerne stillhalten. Hinlegen. Schlafen.

Etwas reißt mich immer wieder raus, kurz bevor…. Ein Klingeln an der Tür. Ein Klingeln des Telefons. Danach wieder Unruhe. Müde Unruhe.

Alles Geplante halbabwesend erledigt. Ich kann nicht mehr. Mehr Pseudobeschäftigung geht nicht.

Aus Ermangelung von Alternativen stelle ich mich mir selbst, schaue nach innen, so gut es mit Halbanwesenheit geht.

Liegend auf der Couch, frage ich still in die Unruhe in meinen Körper hinein. „Was soll ich damit anfangen?“

Nutze sie!

Puhhh… „Wofür?“

Schreiben.

Hmmm, ja… die Worte drängen in der letzten Woche nur so aus mir heraus. Ist mir schon aufgefallen. Meine Art der Verarbeitung, wenn weniger Gespräche im Außen möglich sind. „Über was soll ich schreiben?“

Yoga. Reiki?

Keine hilfreichen Impulse. Damit kann ich nichts anfangen. Ist mir nicht nach.

Am Küchentisch. Lustlos, ziellos überlasse ich mich der Idee des Schreibens. Stift und Zettel liegen vor mir. Vielleicht ergibt sich was, wenn ich hier sitze. Ich schreibe einfach ganz ohne Plan und Logik alles auf was kommt.                Erster Gedanke: Ohnmacht macht mich wütend.                Und das war es dann auch. Leere. Körper. Raum. Müüüde.

Schaue das RedBull neben mir an.                Es bringt nichts. Es kickt nicht, wie erhofft. Irgendetwas fehlt. Lande gedanklich wieder bei der Unruhe und finde dahinter ein Verlangen. Unbefriedigtes Verlangen. Getriebenes Suchen.          Nach was?

Ich mag da nicht weiter fühlen. Ich mag da nicht weiter fühlen! Ich mag mich nicht schon wieder schlecht fühlen. Ich mag nicht wieder weinen. Nicht in dieser momentanen Zeit. Nicht auseinanderfallen. Ich muss diese Wochen alleine so gut es geht unbeschadet überstehen.

(Einsamkeit… Alleine… Nicht zu befriedigendes Verlangen nach jemandem. Den ganzen Tag Impulse nach Gesellschaft zurückdrängen. Kontakt nicht vorstellbar. Nie nah genug. Nie wie ich es bräuchte. Verschmolzen. Verlangen würde nur schmerzhaft verstärkt werden. Lieber alleine bleiben.)

Kommunikation.
Engelkarte von heute Morgen für den Tag: „Kommunikation und Kunst“.
Später eine Zeile in einem Buch von Sabrina Fox: „Kommunikation und Kunst“. Schon wieder!

Kontakt herstellen. Kommunizieren. Doch versuchen? Widerstände quälen.
Andere nicht belasten wollen. Von anderen nicht abhängig sein wollen. Anderen nicht zeigen, dass ich gerade etwas brauche.

Es siegt der Wille zur Selbstfürsorge, zur Linderung. Gesellschaft täte gut und sei es gemeinsam einen Film zu schauen. Indirektes Zusammensein. Das würde gehen.

Ein sehr offenes Telefonat folgt. Es tut gut!
Stimme hören. Zuhören. Selber sprechen. In Verbindung sein. Ängste aussprechen. Widerstände zeigen. Bedürftigkeit zeigen. Schwächen zeigen. Stärken sehen. Not teilen. Mitgefühl und Verständnis bekommen.
Ein Treffen kommt nicht zustande. Doch dieses Gespräch hat schon so gelindert. Unerwartet.

Perspektivenerweiterung

Ich begreife, fühle heute zum ersten Mal was Menschen damit meinen, wenn sie von 3-D Welt und 5-D Welt sprechen. Die Perspektive ist eine völlig andere, eine weitere, eine alles umfassende.

Ich stehe auf dem Bahnsteig und schaue die sichtbaren Dinge an, die Häuser, die Brücke, die Autos. Ja, das ist die sichtbare Struktur der Welt. Es sind die Formen die sie auf der Oberfläche zeigt. Die Formen sind bedeutungslos. Die Spielregeln der sichtbaren Welt kommen mir unwichtig vor. Das System, die Struktur, der Staat der alles einordnet und damit trennt. Es ist bedeutungslos. Es ist 3 D. Ich bin Teil davon und spiele mit. Es scheint mir gerade sehr unwichtig, ob ich arbeite oder nicht. Ob ich für das System funktioniere oder nicht. Es ist ohne Bedeutung.

Ich spüre das Ganze dahinter. Das, was alles zusammenhält. Ich sehe es (phasenweise), wenn ich draußen durch die Straßen geh.

Ich fühle mit dem Aufstehen heute Morgen, dass ich mich trennen will. Mich trennen von Dingen die ich habe. Kommt einer Befreiung gleich. Am liebsten würde ich auch Möbel rauswerfen. Ich hab aber schon so wenig, dass dann alles herum liegen würde. Mir ist nach Platz, nach Leere, nach Sein. All die Gegenstände klauen mir inneren Raum, in dem ich mich mit ihnen beschäftige, in dem ich sie verwahre, mit dem Gedanken ‚könnte man ja noch gebrauchen‘. Dieser Gedanke raubt mir Platz in meinem Kopf. Das Leben wird sich kümmern und für mich sorgen, wenn ich etwas brauche.

Da ist ein leerer Ort in meiner Brust

Momentan ist es nicht leicht. Schon länger nicht. Und immer wieder anders nicht leicht, mit anderen schweren Themen im Hintergrund, die sich die Türklinke reichen. Es ist okay, aber es ist schwer. Ich versuche jeden dieser Momente zu nutzen, um nachzuspüren, um bei mir zu bleiben, den Raum zu öffnen, dass alles sein darf was sich zeigen will. Doch es ist schwer. Ich laufe auch Irrwege. Ich verlasse mich auch. Es ist schwierig zu fühlen, was man braucht, wenn man sich selbst gefühlsmäßig schwer verorten kann.
Seit fast einer Woche schwebend. Zweigeteilt. Weg und da. Losgelöst. Schwebend zwischen Himmel und Erde. Der Körper funktioniert. Das Funktionieren funktioniert. Aber viel von mir ist nicht da. Oder ist da, aber nicht hier, sondern woanders. Wo ist das? Ein regelfreier Raum. Ein kontrollfreier Raum. Ein bodenloser Raum. Ich habe Alkohol getrunken in diesem Raum, in dem Glauben mir damit näher zu kommen. In dem Glauben, in diesen Raum damit Trost fließen lassen zu können. Erst die Wirkung ließ mich erkennen, dass ich anstatt zu mir, von mir weg kam. Erst da sah ich, dass ich mir so nah war wie näher nicht ging. Nah bedeutete die Leere zu spüren. Die Leere in mir. Die Unverbundenheit zum Leben. Ich stand am Bahnhofsgeländer. Lehnte mich an, den Blick in die Tiefe und stellte mir vor, wie es wäre zu fallen. Einfach loslassen. Frei schweben. Ungehalten. Ein Blick in meine Gefühlswelt.
Heute Morgen wache ich auf. Und wieder dieses wahnsinnige Verlangen etwas zu konsumieren. Etwas in diesen Raum in mir zu füllen. Wieder die Herausforderung nachzuspüren. Wo ist dieser Raum? Wie fühlt er sich an? Was fehlt ihm? Ein leerer Ort in meiner Brust. Da bin ich alleine. Da bin ich niemand mehr. Da bin ich verloren, haltlos. Da soll etwas hin, was es lindert, was es hält, was es tröstet.
Es scheint der Ursprung meiner Suchterkrankung zu sein. Die Suche nach der Linderung der Leerheit, der Haltlosigkeit. Die Suche nach einem haltenden Rahmen. Etwas was es umschließt und trägt, damit ich mich nicht mehr so verloren fühle. Ich komme immer wieder auf Trost. Mich trösten lassen. Nie von außen erhalten. Darauf angewiesen, es selbst zu tun. Wie kann ein Kind sich selbst trösten? Deshalb vielleicht das sehr lange Daumenlutschen, was mit sieben Jahren überging ins Nägelkauen und bis heute anhält. Deshalb vielleicht der Drogenkonsum.
Es ist so anstrengend. Das Nachspüren. Das Fühlen. Oder auch Nichtfühlen. Das Verlangen aushalten. Schlafe sofort nach dem Frühstück wieder ein. Außen existiert kaum, kann ich kaum wahrnehmen. Versuche mir Trost und Spüren auf andere, angemessene Art zu geben. Essen, schmecken, Duftbad, Rückzug gewähren, Mütze auf dem Kopf für das Sicherheitsgefühl, Daumen in den Mund, ein kleiner Spaziergang. Und immer wieder zulassen, dass es im Moment so ist wie es ist. Nicht dagegen ankämpfen. Hab ich schon gesagt, dass es anstrengend ist?

Meditationserfahrungen IV

Ich sitze aufrecht auf einem Stuhl, beide Beine auf dem Boden und die Hände mit den Handflächen nach oben auf meinen Oberschenkeln. Ich nehme meine Gedanken wahr und versuche mit den Sätzen „Ich bin im Hier und Jetzt“ und „Ich bin in meinem Körper“ immer wieder in den gedankenfreien Moment und in ein Ich-im-Körper-Gefühl zu kommen. Das geht hin und her im Sekundentakt. Gefühl, Gedanke, Gefühl, Gedanke usw.. Dann versuche ich im Körpergefühl, aus dem Becken heraus eine Linie oder ähnliches in den Boden zu visualisieren. Mir fällt auf, dass die Visualisierung als ein unklares, sprunghaftes, instabiles Bild in meinem Kopf entsteht und gleichzeitig mein Gefühl zu mir verloren geht. Ich erkenne, dass solange ich nicht länger mein Ich-Körper-Gefühl halten kann, alles andere nur wenig, bis keinen Effekt hat. Und schon sind auch die 10 Minuten rum.

Weitere Gedanken dazu. Es kam öfters mal die Frage, wie ich den Meditiere. Ich konnte darauf nie so richtig antworten. Das liegt daran, dass ich nie einen gleichbleibenden Ablauf hatte und sich immer etwas änderte oder Neues passierte. Heute kann ich darin ganz gut meine Sprunghaftigkeit, neuen Dingen hinterher zu jagen und meine Ungeduld erkennen. Das Ergebnis ist, dass sich nie etwas wirklich fest in mir installieren konnte.

Die ersten Wahrnehmungsübungen erlebte ich im Rebalancing, einer Art Körperarbeit. Hier war oft Thema einfach wahrnehmen, dass ich nichts wahrnehme. In der Leere bleiben. Dieser Ansatz hat mich in die Richtung gebracht, anzunehmen wie es ist, da ich zu Beginn sehr emotional darauf reagiert habe, dass ich nur so wenig, bis gar nichts von meinem Körper fühle. Es hat mich sehr traurig und verzweifelt gemacht und mich in eine Anstrengung gebracht, ein Gefühl herstellen zu müssen. Hat natürlich nicht funktioniert. Jetzt wo die Selbstannahme gewachsen ist und ich weniger an mir herumzerre, finde ich es nicht so sinnvoll in die Leere zu fühlen. Vielleicht auch, weil es einfach eine nicht so leichte Übung ist. Es fällt mir leichter mit meiner Wahrnehmung bei etwas zu bleiben, was ich fühle, als etwas was ich nur am Rande oder gar nicht fühle.

Mit der sitzenden Meditation zu Hause habe ich Anfang des Jahres angefangen. Die begann damit, dass ich in alle drei Ebenen Körper, Gefühl, Verstand gespürt habe. Wie fühlt sich mein Körper gerade an? Wie sind meine Gedanken? In welcher Stimmung sitze ich gerade hier? Eine wirkliche Überraschung war dabei für mich, als ich feststellte, dass ich „dachte“ mir geht es schlecht, doch in meinem Gefühl im Herzen, war es dann gar nicht so. Das war meine erste Erfahrung, dass das Denken das Fühlen beeinflusst. Kopfgefühle sind für mich solche, die entstehen, wenn etwas geschieht, wie ich dachte oder etwas nicht geschieht, wie ich dachte. Herz-/Bauchgefühle sind einfach da, oft ohne spürbaren Grund.

Dann habe ich körperliche Empfindungen gesucht und versucht bei ihnen zu bleiben, in sie hinein zu gehen. Zwischen durch kam mir immer wieder der Gedanke, dass so viele Menschen mit dem Atem anfangen. Und nichts anderes machen, außer Atem beobachten oder vertiefen oder sanft machen. Doch immer wenn ich das probiert habe, habe ich sofort wahrgenommen, dass ich meinen Atem kontrolliere. Beobachten hieß gleichzeitig kontrollieren. Das war untrennbar miteinander verbunden. Auch wird mein Atem während der Meditation häufig so langsam und flach, dass ich ihn kaum bis gar nicht spüren kann. Manchmal kam es mir so vor, als müsste ich gar nicht mehr atmen und er würde gleich aussetzen. Deshalb habe ich ihn nie in den Fokus genommen und lieber machen lassen, was er machen will.

Relativ schnell kamen dann Energieempfindungen und starke Emotionen hinzu. Dadurch bin ich von der Körper/Verstand/Gefühl-Ausrichtung weg gekommen und startete mit dem Hinein fühlen in Energiezentren. Vor allem ins Herzzentrum. Und immer wenn etwas stark Fühlbares geschah, wechselte ich dorthin und versuchte da hinein loszulassen. Es gab viel Wollen und Suchen in dieser Phase.

Dann lenkte sich der Fokus auf meine Gedanken, die ja ständig im Wege waren und ich schaute sie mir an. Auch hier fand ich viel. Gefühle hinter Gedanken. Versteckte Lösungsansätze in den Gedanken. Verschwinden der Gedanken, weil ich sie mir anschaute.

Dann landete ich bei Erdungsübungen. Fokus nur nach unten. Auch hier entwickelte sich etwas. Wahrscheinlich wurde mir das zu langweilig und ich wechselte wieder in andere Bereiche. Bis ich dann ganz pausierte und nun wieder starte.

Vieles sehe ich klarer. Meditation ist „Nichts-tun“. Mit eine der schwersten Übungen für mich.

Meditation1Ich erkenne wie ich funktioniere und vorgegangen bin. Mit dem Verstand auf der Suche nach Gefühl. Von außen das Innen suchen. Ich habe auf diese Art und Weise auch vieles gefunden. Aber es blieb eine isolierte Wahrnehmung, ein isoliertes Gefühl, von mir losgelöst. Als Beispiel ein gefühlter körperlicher Schmerz in der Schulter. Meine Wahrnehmung war nur auf diese Stelle beschränkt und nicht fühlbar innerhalb meines ganzen Körpers, als Teil davon. Oder die Wahrnehmung des Energiefeldes im Wurzelchakra. Ich war gefühlt in diesem Zentrum. Ich war das Zentrum selbst. Es gab kein Ich, von dem dieses Feld Teil war. Oder die Visualisierung eines Bildes. Das Bild blieb immer nur in meinem Kopf, außerhalb meines Körpers. Die Erfahrung konnte sich so nur wenig, bis gar nicht in mein Selbst integrieren.

Meditation2Dann gab es eine Änderung. Ich weiß nicht mehr wie es dazu kam. Ich nahm anstatt von außen nach innen, von innen wahr. Da erfuhr ich an mir selbst den schon länger bekannten Ausspruch „du musst nichts suchen, weil alles schon da ist“. Total logisch eigentlich. Ich muss doch mit dem Kopf nichts suchen, was direkt unter ihm, um ihn herum eh die ganze Zeit da ist – im Körper. Aber nicht so leicht zu praktizieren.

Meditation3Nun gut… an dieser Stelle bin ich jetzt. Ich übe von Innen mein Selbst zu spüren. Das ist ein Gefühl von der Mitte meines Körpers ausgehend. Das meine ich auch mit Ich-Wahrnehmung. Es schließt bisher nicht meinen ganzen Körper mit ein. Versuche ich meine Füße mit in das Gefühl aufzunehmen, rutscht die ganze Wahrnehmung nach unten und dafür fehlt oben wieder mehr. Das Ganze ist ziemlich schwierig zu halten. Immer nur für Sekunden. Aber mehr zu machen als das, macht keinen Sinn, wie die Erfahrung mich lehrt.