Linderung verschaffen

Manchmal, wenn Sorgen kreisen, Zweifel den ganzen Raum einnehmen, Ängste gefangen halten.

Es eng wird im Kopf. Blind für die Welt und das JETZT. Not und Leiden entsteht und sich immer fester um mich schlingt,

Fällt mir die Mitgefühls-Meditation ein.


Möge mein Mitgefühl um mich sein.

Mögen alle Sorgen und Kummer Linderung erfahren.

Möge ich Frieden finden.


Und ich fange es an zu sprechen, leise in meinem Kopf oder laut, dass ich mich selbst hören kann.

Zu Hause, in der Bahn, im Wald. Wo es mir einfällt.

Wiederholung um Wiederholung. Drei mal, sechs mal oder länger.

Die Worte anpassen.

Und manchmal sehe ich zu wie sich dabei mein Körper entspannt, das Leiden tatsächlich Trost und Halt findet, mein Kopf ruhiger wird.

Und manchmal lassen mich die Sorgen tatsächlich los. Als wäre es genau das was sie gebraucht haben – ein Raum voller Mitgefühl. 💗

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Schmerz lieben

Dieser große Schmerz in meinem Herzen, der unaushaltbar scheint.

Dieses große Leiden und der Hass, die diesen Schmerz zu verdecken versuchen, die Seele verdunkeln, den Geist einengen auf einen stecknagelgroßen Punkt.

Dieses Leiden, dass den Körper verkrampfen lässt, so dass auch dieser schmerzt.

Jeden Tag zurück in die Liebe finden, die Liebe die das alles so sein lassen kann und umfängt. Die Liebe, die die Fürsorge wach hält und alles tut, damit es leichter werden kann.

Heute morgen fand ich sie wieder in ein paar Zeilen des Buches „Wahre Freiheit, von Jack Kornfield.

Etwas konnte sich wieder öffnen. Tränen liefen. Trauer wurde spürbar. Und ich konnte mit dieser Tür zur Liebe das Akupressurklopfen anwenden.

Dabei formten sich folgende Gedanken und Empfindungen, die ich laut an jedem Klopfpunkt aussprach, vier Runden lang.

Ich bin voller Liebe für alles was so schmerzt.

Ich bin voller Liebe für alles was so verdammt weh tut.

Ich bin voller Liebe für all diesen Schmerz der so unaushaltbar scheint. (Hass tauchte auf)

Ich bin voller Liebe für all jenen großen Schmerz. (Im größeren Zusammenhang gesehen – den so viele haben – Weltschmerz)

Nun sitze ich hier mit der Erfahrung, der Schmerz war aushaltbar, obwohl mir meine Gedanken etwas anderes sagen wollten.

Und wo dieser Schmerz vorher alles einnahm, kein Platz für anderes ließ, ist nun Raum entstanden, die Welt drumherum wieder spürbar und in Relation gebracht.

Danke!

Liebe

Oh wow! Berührt mich gerade in einem schönen, schmerzhaften Moment.

Diese Liebe in meinem Herzen, diese große Liebe, größer als ich.

Diese Liebe, der ich so schwer vertrauen kann. An der ich zweifelte.

Sie ergreift mich. Erfüllt mich. Beschenkt mich.

Gießt sich aus in mein verkrampftes Herz.

Ergießt sich liebevoll in meine Augen,

läuft zärtlich über mein Gesicht.

Sagt mir, sie ist da,

sie sorgt für mich.

Sie ist DA.

Mein Herz zittert, schmerzt und krampft in dieser Umarmung.

Doch fühle ich sie ist wahr,

sie ergriff mich in Worten und Angeboten anderer Menschen,

in Momenten der Verzweiflung, Angst und Haltlosigkeit.

Ja.

Liebe.

Du bist da.

Ich gebe mich zu dir hin, soweit es mir möglich ist.

Erlaube mein verkrampftes, verletztes Herz.

Umarme es.

Halte es.

Genau so wie es ist.

Verarbeitung

Der Hautgrund warum ich vor einigen Wochen erneut auf Krisenstation war, war ein Vorgespräch, um zu klären, ob Familienaufstellung etwas für mich wäre.

Die Fragen zu meiner Familie, der Umgang mit den heutigen Beeinträchtigungen und der Verantwortungsübernahme haben mich sehr aufgerüttelt.

Mir wurde dadurch bewusst, das meine Eltern von damals die gleichen Personen sind denen ich heute begegne.

Das war vorher in meinem Kopf schön getrennt gehalten, natürlich unbewusst.

Da ist ein riesen Prozess in Gang gesetzt. Ich fühle mich oft sehr verunsichert, vorallem wie ich meinen Eltern heute gegenüber treten soll.

Heute Morgen fühlte ich unendliche Trauer, Tränen wollten gar nicht aufhören. Ich half mir mit Bildern, Zypressen-Öl und Rescue-Bachblütentropfen hindurch.

Dabei wurde mir bewusst, dass ich mir gar nicht so sicher war, dass meine Kinderseele wirklich gut da oben aufgehoben ist. Das Bild half mir zu vertrauen.

Von Angesicht zu Angesicht

Erst als ich am Abend in den Spiegel schaue (nachdem ich ins Kissen geschrien habe), den Selbstakzeptanzpunkt (Akupunkturpunkt) reibe und mir dreimal sage, dass ich voller Liebe für alles in mir bin, sehe ich den Schmerz in meinen Augen, die Ablehnung gegen diese Liebe in meinem Blick und kann den Hass in mir, gegen mich wahrnehmen, der vorher den ganzen Tag als undefinierbare Qual, Lähmung und Leiden in mir wogte, mit dem Bedürfnis nach Flucht vor mir selbst.

Erst dann können die Tränen fließen, der Schmerz gesehen werden – von Angesicht zu Angesicht, auch wenn ich meinen Blick immer wieder senken muss, weil es unerträglich wird.

Auch wenn ich voller Hass gegen mich bin, liebe ich mich von ganzen Herzen und es ist okay so.

Es tut gut nun zu wissen, gegen wen ich den ganzen Tag gekämpft habe.