Ein Song über die Depression

Da kam mir die Gänsehaut und ein paar Tränen. Sehr berührend.

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DU/ES

Eigentlich kann ich da gar nicht drüber schreiben, weils nicht schreibbar ist. Und eigentlich will ichs nicht in Worte pressen und benennen, weils formlos ist und es mir widerstrebt, daraus etwas zu machen, Vorstellungen zu erzeugen, Ideen, wie beim letzten Mal.

Ich will keine Bilder, ich will keine Gedanken, ich will keinen Glauben. Das ist alles Beiwerk, nachträglich dran geklatscht. Damit habe ich keine guten Erfahrungen gesammelt.

Und eigentlich hatte ich DAMIT abgeschlossen, dachte ich. Eigentlich war ich DAMIT durch, dachte ich. Ich wollte nicht noch mal zerbrechen. Ich wollte mich nicht nochmal täuschen. Ich wollte nur noch Wahrheit. Und wenn es die nicht gab, hatte ich beschlossen, mich auf das Sichtbare, auf das Konkrete zu fokussieren. Was zur damaligen Zeit auch eine sehr gute Idee für mich war, weil es mich aus bodenlosen Gedankenkonstrukten holte. Das war der Schritt in die Wirklichkeit.

Trotzdem war ES immer da. Kam von irgendwoher in mein Leben. Ich war noch lange verletzt und misstrauisch. Habe ES liegen lassen, nicht noch mal berührt. Wollte DAMIT nichts mehr zu tun haben. Nicht noch mal dieser Schmerz. Das alles war ein gesunder Prozess, sage ich mir heute.

ES war immer da und scheinbar war die Zeit nun eine Andere. Ich weiter gegangen, viele Vorstellungen und Ideen vom Leben abgelegt. Vielleicht sogar dem Boden etwas näher gekommen.

Noch nicht lange her, da berührten mich die ’spirituellen‘ Texte von Sólveig ungemein. Mehr als sonst. Irgendwas passierte. (Ich bekomme Gänsehaut beim Schreiben.)

ES kam nicht näher. Ich glaube, ich kam wieder näher, ließ zaghaft Schutzmauern dünner werden. Und dann kam vor allem Musik. Musik die mich so tief rührte, obwohl ich die Texte erst kaum verstand. (Ich höre gerade Hillsong – Street Called Mercy und wieder Gänsehaut.) Ich war davon sehr überrascht, von meinen Gefühlen, der Sehnsucht und auch Bereitschaft zur Hingabe, dem Schmerz von DAVON-getrennt zu sein, ein Angebot von Halt zu fühlen.

Überrascht vor allem, weil ich doch abgeschlossen hatte, dachte ich. Nie wieder und so. Nie wieder glauben und so.

Es berührt mich so sehr, dieser Gesang über ES, dass mir schon wieder die Tränen kommen und alles in mir loslassen will, vertrauen will.

Da ist diese Bereitschaft, neue Bereitschaft dazu. Vertrauen. Loslassen. Das Gefühl zulassen, da hält mich etwas Größeres.

Ich will an nichts glauben, ich will da einfach nur dieses Gefühl da sein lassen. Nicht mehr daraus machen. Keine Gedanken daran klatschen was es ist, wer es ist, warum es ist, ob es denkt, fühlt, Absichten hat. Unwichtig. Völlig unwichtig.

Ich schrieb einmal „Gott ist ein Gefühl“. Das war ziemlich schlau von mir, finde ich.

Mehr ist es nicht, für mich. Und trotzdem ist es ALLES. Gott ist ein Gefühl. Eines an das ich mich erinnern kann, darf, weil es so hilfreich ist und so neu und so unvertraut.

Bereitschaft. Mehr braucht es nicht.

Und nicht mehr daraus machen. Keinen Altar bauen, keine Rituale, keine große Sache machen, nicht hinein stürzen. ES so kommen lassen, wie ES kommt. Und ES kommt, so wie ES gekommen ist oder ich gekommen bin. Vielleicht alles das Gleiche. Ich bringe dafür etwas mit. In mir ist ein Zugang, ganz von alleine. Ich muss es nicht machen.

Vielleicht geht es so. Es ist etwas ganz anderes, als im letzten Jahr. Es ist etwas sehr persönliches, sogar Intimes. Eine zerbrechliche Beziehung die wächst (oder auch nicht).