Feindverwechslung

Das Gespräch heute im Sozialamt. Es war ganz einfach und völlig unproblematisch.

Das persönliche Budget wird es nicht. Dazu müsste ich minutengenau meinen Hilfebedarf und die Hilfebereiche wissen. Dazu ist es bei mir zu schwankend und auch noch unklar, was sich entwickelt.

Sie brachte von sich aus ein, dass eine Pflegestation nötig wäre, für die Haushaltsdinge und eine Betreuungsform für die anderen Dinge, wo wir uns auf das Betreute Einzelwohnen einigten. Man könnte das so zusammen bastel, dass ich die Haushaltshilfe nur bei Bedarf einfordere, dass BEW müsste ich jedoch regelmäßig aufsuchen.

Einzelfallhilfe wäre nach Bedarf und Abruf möglich gewesen, aber mich schreckt gerade so ein aufsuchendes Zweiersetting ab.

Im BEW könnte sie prüfen, dass nur im Notfall jemand zu mir käme, sonst würde ich in die Trägereinrichtung gehen und könnte anstatt der Gespräche, auch an Angeboten teilnehmen. Find ich besser. Entgehe ich vielleicht einer erneuten Beziehungsdynamik und Symptomverstärkung. Das hebe ich mir lieber für eine Therapie auf.

Ich kam danach zu Hause an und hatte erst einmal nur Rauschen im Kopf. Mir blieb nichts anderes außer hinlegen und abwarten, was da passiert. Ich hörte ne Entspannungsaudio und es wurde etwas klarer im Kopf, so klar, dass ich aufstehen konnte und etwas tun.

Meine Mutter kam vorbei helfen. Ich redete fröhlich, obwohl ich mich nicht fröhlich fühlte. Ich erledigte Sachen um sie herum, brachte Flaschen weg, räumte auf. Nach außen wirkte ich lebendig, vielleicht ausgeglichen. Mein Funktioniermodus wenn jemand da ist. Ich kochte sogar noch was Einfaches.

Meine Mutter ging und mein Bewegungs- und Beschäftigungstrieb blieb, obwohl ich mich kaum noch konzentrieren konnte, mich ganz wirr fühlte und meine Beine immer müder wurden. Irgendwas ist los. Ich kenne diese getriebenen Zustände, obwohl überhaupt keine Kraft mehr da ist.

Ich legte mich vernünftigerweise hin und versuchte still zu bleiben, irgendetwas von – ich darf mich jetzt entspannen – zu fühlen und zu lauschen was los ist. Ich trieb weg. Ich hatte Schneidephantasien und da wurde mir klar, dass ich dissoziierte, mich ganz taub fühlte.

Ich war so hin und her gerissen. Mich zog es ins Nichts und ich wollte mich hingeben und ein Teil werte sich dagegen, wollte wach und da sein.

Zweiterer gewann. Ich stand auf und dachte, okay, dann versuche ich es mal nach Lehrbuch. Mache ich selten, weil es sich so künstlich anfühlt. Also, kaltes Wasser über die Hände. Zitronenöl für die Nase und den Kopf. Mit der Kopfkralle Gänsehaut verursachen. Beinmeridiane abklopfen. Auf Tennisbällen stehen.

Ich spürte wie meine Kopfenergie, ab Übergang Halswirbelsäule es schwer hatte sich mit meinem Körper zu verbinden.

Ich malte Mandala aus. Dabei fühlte ich das erste Mal etwas. Weinerlich. Überfordert fühlte es sich an.

Ich überlegte, ab wann es begonnen hatte.

Eigentlich schon im Gespräch beim Amt, als sie das Procedere aufzählte und ich auch noch vorher einen Antrag bei der Pflegekasse stellen müsste. Ab da begann das Rauschen im Kopf. Ich hörte alles, aber konnte mir die Informationen nicht merken und miteinander verknüpfen.

Brauchte ich jetzt Unterstützung um die ganzen Formulare auszufüllen? Das kann ich eigentlich gut alleine. Habe das in der Vergangenheit schon oft getan und fühle mich damit eigentlich nicht überfordert.

Es löste sich nicht.

Ich entschied mich, mich zum achtsamen Sitzen hinzusetzen und die Energien einfach machen zu lassen, mit der Erfahrung, dass da immer irgendwas bei rauskommt.

Ich verband mich zu Beginn mit dem Universum, mit Mutter Erde und mit den Engeln, bedankte mich bei ihnen und bat jeden von ihnen um Unterstützung, diese Sorgen/Ängste/Unruhe mit offenem Herzen zulassen und annehmen zu können und ein Vertrauen damit zu finden.

Dann übergab ich mich dem Moment, mit seinen Empfindungen, inneren und äußeren Bewegungen und Gedanken. Wieder entfernte Empfindungen von Überforderung und weinen und mein Nicht-verstehen. Körperbewegungen. Energieentladungen. Viel Gähnen. Und dann meine lautere innere Frage, woher das kommt.

Und plötzlich kann ich die Ursache fühlen, kann fühlen, dass Behörden – hier in diesem Fall in dreifacher Form, Sozialamt, Sozialpsychiatrischer Dienst, Krankenkasse/Pflegekasse – als Übermacht wahrgenommen wurden und schwupps war ich in der Vergangenheit, ohne dass ich es gemerkt hatte.

Jetzt scheint es etwas zusammengerückt. Mir geht es besser. Ich bin klarer im Kopf und fühle mich stärker.

Heute kann ich mich vertreten und fühle mein Recht!

Heute kann ich mich aus dem Opfergefühl heraus bewegen.

Und nicht jede Behörde ist der Feind, wie ich auch erfahren darf. 🙂

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Mutter-Natur

Ich hab gute Laune heute. So langsam wird’s wieder mit der Freude. 🙂

Klappe die zweite bei Manuela, wegen meiner Pollenallergien. Beschwerden haben sich so ungefähr um die Hälfte gemildert. Das Ceterezin habe ich wieder angefangen zu nehmen und damit war dann auch der Ganzkörperjuckreiz verschwunden. Bis gestern dachte ich noch, mehr wird es nicht und ich kann auf die Knallermedikamente verzichten, bis ich dann bei Manuela war, die ländlicher wohnt. So what, find ich gar nicht so schlimm. Dann nehme ich halt diese Medikamente. Habe mich mit der Affirmation: „Ich nehme das irdische Leben so an wie es ist“ in eine gelassenere Haltung gebracht.

Es war wirklich spannend bei Manuela. Hier beim Schreiben freue ich mich immer noch wie ein kleines Kind, über einige Erfahrungen. 😀

Ich hab ihr so die Symptome aufgezählt und mich währenddessen unbewusst geräuspert. Sie machte mich darauf aufmerksam. „Hast du das mitbekomme? Hör mal hin, da will dir was gesagt werden.“ Vorher hatte sie mir erklärt, das, wenn bei ihr stärkeres Räuspern auftritt, zusätzliche Informationen von außen kommen. Ich bin aufgeregt und wie so oft, halb davon überzeugt, dass das bei mir nicht klappt und ich nichts ‚empfange‘. Ich sehe eine Blume vor meinem inneren Auge. Tu das schon ab als Zufallsbild, irgendeine Assoziation halt. Was soll mir das auch sagen. Vor mir steht ein kleiner wilder Blumenstrauß auf dem Tisch. M. weist mich darauf hin. Und tatsächlich befindet sich auch diese Art von Blume in diesem Strauß. Auch das zweifle ich in meinem stillen Kämmerlein naaatürlich an. Zufall. Hab ich halt den Strauß unbewusst wahrgenommen und nun mit eingebaut. „Sag mal zu dem Blumenstrauß: Ich umarme dich und beobachte was du dabei fühlst.“ Ich bin gehemmt. Öffentliches Fühlen ist und bleibt schwierig für mich. Also gehe ich mit den Blumen ins Nachbarzimmer, schaue sie an und umarme sie innerlich. Ich fühle Trauer und Verlust. Oh, das ist ja spannend. „Du hast eine starke Verbindung zur Mutter-Erde und fühlst was ihr passiert.“ Na klar, wieder Skepsis und Zweifel in mir. „Du selbst hast dich mal von deiner Trauer in dir abgewandt.“ Das stimmt, an die Phase kann ich mich erinnern. Ich fand es einfach auch mal genug getrauert. Dann folgten einige Erklärungen wie die Erde, die Natur, der Mensch in Verbindung zueinander stehen. Der Mensch sei ein Seelenanteil von Mutter-Natur. Solche Informationen kann man nicht mit dem Verstand verstehen. Ob sie für einen selbst passen, lässt sich nur erfahren und fühlen.

Ich: „Woher weiß ich denn, dass die Trauer die ich gerade fühlte nicht daher kommt, weil der Strauß einfach von der Wiese abgeschnitten wurde?“ „Na fühl mal noch mal hin, schau ihn an. Ich fühle da Freude.“ Ich schaue mir den Strauß erneut an und tatsächlich strahlt er mich freudig an, so dass mein Herz richtig ins hüpfen kommt. (Das kann ich jetzt noch spüren. 🙂 ) „Und da ist noch etwas, fällt mir auch jetzt erst auf. Nimmst du noch etwas wahr?“, fragt sie mich. Ja, zu dem Freudegefühl, ist ein Sprühen um den Strauß herum zu sehen, wie bei Wunderkerzen. „Ja, genau.“ Boahhh, ich freu mich voll, weil hier mal die Möglichkeit besteht, meine Wahrnehmungen von jemandem bestätigt zu bekommen. Das tut ja mal so richtig gut und der Zweifler macht einen Schritt zurück. Das was ich wahrnehme ist wirklich da! Toll!

Heute Morgen habe ich für mich erneut in diese Verbindung zwischen mir und Mutter Natur gespürt. Ich konnte fühlen, dass ich ein Teil von ihr bin und dadurch auch betroffen von dem was mit ihr geschieht. Vor diesem Betroffenheitsgefühl wollte ich wohl weglaufen. Ich spürte wieder Trauer, versperrte mich nicht davor und realisierte, dass ich auch eine Verantwortung für sie und damit auch für mich trage. Und das die Allergiesymptome ein Hinweis darauf waren, das ich mich dem nicht entziehen kann.

Ich habe die Zerstörung der Natur als letztes für mich sehr rationalisiert. Da gibt es eben die Welt mit ihren Polaritäten, das Gute und das Böse. Beides muss es geben, sonst gibt es die Welt nicht. Dagegen kann ich nichts tun, also geht es mich nichts an. Obwohl der erste Teil auch meiner Wahrheit entspricht. Das Böse, Schlechte gibt es, ist ebenso ein Teil dieser Welt, wie alles andere und ich muss kein persönliches Drama daraus machen. Doch es geht mich trotz alledem etwas an, weil ich ein Teil davon bin.

Ganz praktisch heißt das für mich, dass ich das Fühlen zulassen üben will, welches sich in dieser Verbindung auftut, so dass ich nichts mehr abwehre, mich nicht mehr abtrenne.

Geübt habe ich das gleich mal an zwei meiner Zimmerpflanzen, denen ich die Hände auflegte. Es war ganz anders als sonst, seeehr intensiv. Ich war ihnen näher. Durch mein Herzzentrum wollte enorm viel Energie zu ihnen fließen, dass es eine Herausforderung war, mich darauf einzulassen. Es hat fast körperlich gebrannt. Ich hab mich danach unglaublich gut gefühlt, verbundener mit der Erde und mir.

Anleitung zum Glücklich sein oder mein Umgang mit Trennungsschmerz

Mein aktueller Umgang mit Trennungsgefühlen, wenn ich alleine zu Hause bin:

• Lasse es zu! Lasse Weinen zu!
• Gehe ins Bad, schließe die Tür, lass evtl. Wasser laufen, damit dich die Nachbarn so wenig wie möglich weinen hören.
• Nimm die Bachblüten-Rescue-Tropfen für/gegen Traumata aller Art.
• Lege dich auf den Badwannenvorleger oder suche eine halbwegs angenehme Position, so gut das eben in einem Badezimmer, auf dem Boden geht.
• Sage laut oder in deinen Gedanken: „Diese Wunde darf jetzt heilen.“ Oder „Ich bin bereit es zu fühlen.“ Am besten wiederholst du das immer mal wieder.
• Suche im Körper das Gefühl. Wenn du es nicht findest, ist das egal, aber versuche so gut es geht in einem allgemeinem Körpergefühl/-bewusstsein zu bleiben! Es ist auch egal, wenn du das Gefühl nicht benennen kannst.
• Versuche ungehemmt zu Weinen und alles zu tun wonach dir ist und was aufsteigen will. Körperbewegungen, Geräusche, Atemveränderungen, Energiebewegungen. Wenn du etwas nicht zulassen kannst, sei verständnisvoll mit dir! Es ist okay so wie es ist! Zwinge dich zu nichts!
• Probiere Dinge aus, die dich trösten könnten. Kopf streicheln, Daumen in den Mund, schaukeln, umarmen.
• Liebe deine Situation und dich selbst. Sage zu deinen Gefühlen: „Ich bin da.“ „Es ist okay, wie du dich fühlst.“ Das sage am besten auch immer mal wieder.
• Komme immer wieder in dein Körpergefühl zurück, egal wie es aussieht! Sei es ein Fleck am Brustkorb, eine Fläche im Bauch, ein Raum in der Magengruppe. Nimm irgendetwas was du greifen kannst, was sich danach anfühlt, dass du da bist, einen Körper hast.
• Beschwere dich bei Gott, den Engeln oder sonst wem, dass du wieder mal nicht kapierst, warum das jetzt so heftig ist und woher es kommt und was es mit deiner Vergangenheit zu tun hat. Finde es ungerecht und gemein, dass trotz aller Arbeit an dir selbst, diese Gefühle weiterhin in dir Bestand haben.
• Bitte Gott, die Engel, Mutter-Erde und wer dir noch so einfällt darum, dir dabei zu helfen, damit umzugehen.
• Bitte Mutter-Erde darum, dir die Liebe und Geborgenheit zu geben, die du jetzt brauchst. Bitte darum, dass sie dich umhüllt, einbettet, aufnimmt in ihre Arme. Das sie dich hält und trägt. Versuche dir das vorzustellen, wie sich das anfühlen könnte.
• Komme immer wieder in dein Körpergefühl zurück. Sehr wichtig! Wenn nicht sogar das wichtigste.
• Freue dich, wenn du spürst, dass du dich langsam beruhigst. Bleibe noch liegen und genieße so lange wie möglich die nahen, warmen, verletzlichen Gefühle in dir und zu dir selbst.
• Bedanke dich beim Universum für diese Erfahrung.
• Verlasse das Bad und trinke ein Glas mit den Bachblütentropfen „Star of Bethlehem“ für/gegen Trennungstraumata.
• Tropfe zwei Tropfen des ätherischen Öls „Cypress“ auf deine Handfläche. Verteile sie mit drei Kreisen im Uhrzeigersinn, halte dir die Hände vor das Gesicht und atme zur Erdung mehrmals tief durch die Nase ein und durch den Mund aus.
• Mache dir Gedanken über den Auslöser. Gehe die letzten Stunden und Tage durch.
• Widme dich dann wieder dem, womit du vorher beschäftigt warst.

Ich bin ehrlich stolz auf mich, wenn ich das so lese und zurück denke. Früher habe ich viel mehr gekämpft, dagegen angekämpft, Gefühle zurückgedrängt. Habe mich überfordert gefühlt und viel hilfloser im Umgang. Ich war sehr streng mit mir, habe mir schnell Vorwürfe gemacht, wenn etwas nicht klappte wie es sollte. Oder ich bin in den Emotionen total verloren gegangen, habe ewig lange geweint und nicht zurückgefunden zu mir selbst. Heute dauert es viel kürzer. Gestern vielleicht 10-15 Minuten und danach bin ich wieder bei mir, fühle mich entlastet. Zwar nicht gut und auch sehr erschöpft, aber deutlich befreiter. Ich schleppe weniger mit.

Erinnert mich an meine zweite Gefühlslehrerin und was sie sagte. Gefühle wollen fließen. Sie wollen sich bewegen und wenn man sie lässt, dann können sie auch wieder gehen. Der Körper ist der Raum, in dem Gefühle stattfinden. Und wenn ich meinen Körper wahrnehme, dann verliere ich mich nicht in den Bewegungen des Gefühls. Umso weniger Widerstand ich gegen diese Bewegung habe, umso schneller ist sie vorüber. Hingegen der Widerstand die Bewegung hindert, sie staut, vergrößert, in andere Bereiche verzerrt.