Mein Tag

Ich fühle mich seit heute morgen so dermaßen traurig und müde, dass mir die Worte fehlen. Meine  Gedanken sind zu mühsam, meine Zunge ist zu schwer und meine Augen sind zu müde.

Stattdessen Fotos von anderen Tagen und von heute.

Andere Tage: Puschelgras vom Balkon.

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Fotos vom letzten Wochenende.

 

Fotos von heute.

Land Art und Ausflüge ins Herz

Es war schön heute. Ich fühle mich wohl und lächle, während ich das schreibe. Das war ein guter Tag. Ich fühle mich ausgefüllt.

Folgende heilsamen Dinge habe ich gestern und heute getan, auch wenn es mir teilweise sehr, sehr schwer fiel, mich daran zu halten und auch auszuhalten, was sich Unangenehmes zeigte:

  • Weckzeit ausgestellt (hatte ich mir vorgenommen, für einen guten Tag-/Nachtrhythmus; ist zur Zeit jedoch kontraproduktiv)
  • Handy ausgelassen (gestern Abend hatte ich es mal für eine Stunde an, heute noch gar nicht – tut definitiv gut)
  • PC ausgelassen, bis jetzt
  • nichts im Haushalt machen (das war richtig schwer, weil ich immer wieder dachte, es tun zu müssen)
  • keine Erledigungen, keine Verpflichtungen, keinen Papierkram (einen Brief aus dem Briefkasten hatte ich dann doch geöffnet, einen anderen jedoch zugelassen)
  • kein Film abends geschaut (obwohl ich das gefühlte 10-20 mal gedachte habe, doch tun zu können)
  • nichts lesen (ist mir nicht schwer gefallen, mein Kopf war eh dicht)
  • Meditation, wenn es sich nach anfühlt
  • Leere/Stille aushalten, Gedanken aushalten – ich muss noch das… und ich könnte doch das tun…
  • Gymnastik, wenn es sich nach anfühlt
  • den Küchentisch von allen Zeitungen und Dingen befreit, so dass ich ohne Ablenkung esse
  • keine Musik (da war ich etwas unsicher, ob Musik nicht auch zu mir führt, aber als ich mir die Absicht anschaute, warum ich Musik hören wollte, war es auch ein Ablenkungsgrund)
  • in den Wald gehen

Ich habe dadurch echt viel Zeit mit meinen Gedanken und Gefühlen verbracht. Das war nötig. Ich war extrem in der Ablenkungsspirale drin und mir würden eigentlich noch ein paar so Tage gut tun. Das kann ich hier bei mir nicht umsetzen, den Ablenkungsangeboten länger stand zu halten. Dafür wäre es gut, irgendwo zu sein, wo das alles nicht ist, die Technik, die Medien, die Bücher usw..

Das tollste dieser zwei Tage waren meine Waldausflüge, jeweils 2-3 h. So lange war ich bestimmt seit 2 Jahren nicht mehr dort.

Das habe ich gestern dort fabriziert, mein erster Land Art-Beitrag. 😀

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Ich bin total stolz darauf und liebe es!  ❤ Echt! Ich habe mich regelrecht in diesen Anblick verliebt.

Angeregt wurde ich dazu von Vetch und Sólveig, mit ihren Themen zu wilden Altären und Land Art.

Heute im Wald war es ein Geschenk mich damit befassen zu können. Gestern war ich noch zu kraftlos, müde und ausgelaugt, um großartige Gefühle zu bekommen. Aber heute war es echt toll! Ich bin innerlich an etwas angedockt, was mir vertraut war, was ich kenne und einen Zugang zum eins-sein, glücklich-sein bewirkt. Praktisches Wirken in der Natur, mit der Natur, durch die Natur. Lauter gute Erinnerungen ploppten auf, mein Körper erinnerte sind und ich war glücklich dabei das Gelände auszukundschaften, mich inspirieren zu lassen, Ideen zu verfolgen, Äste zu suchen und zu brechen, Dinge ausprobieren und wieder verwerfen und dabei immer wieder in diesen Flow-Moment zu kommen, voll und ganz bei der Sache zu sein. Immer nur kurz, aber es war großartig.

Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wie lange es her ist, dass ich mich so gefühlt habe.

Dabei dachte ich immer wieder ganz aufgeregt – ja genau, ja genau das ist es! Einfach alles passte. In der Natur sein. Kreativ sein, im Kontakt mit der Umgebung. Körperlich sein – laufen, bücken, hocken, zugreifen. Mit den Händen arbeiten – Materialen fühlen, Erde berühren. Mit den Sinnen da sein – sieht es schön aus?, Naturgeräusche, Umgebung erforschen, Gerüche. Und die Beweglichkeit der Schöpfung – es kann riesig groß werden oder auch ganz klein, keine Grenzen, nichts Starres, nichts Festgelegtes.

Das hat mich beim Malen immer gehindert. Ist der Strich gemacht, ist er da, auch wenn er mir nicht gefällt. Im Wald habe ich Holz gesammelt, etwas ausprobiert und dann die Äste wieder in den Wald geworfen, weil es mir nicht gefallen hat. Super! Keine Spuren, kein verschwendetes Papier und Farben.

Das ist das zweite Ergebnis. Ich hatte mehr vor, musste vieles verwerfen, weil zu heiß, zu wenig Wasser bei, zu körperlich schwach, inkl. Schwindel und irgendwann muss es auch mal genug sein. 😉 Mir gefällt es sehr, weil es einfach so entstanden ist, nicht in einem Stück, sondern so nach und nach. Schlicht, aber schön.

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Echt, ich hab so Bock drauf. Wenn es innerlich passt, ziehe ich morgen wieder los.

Hier noch ein paar Impressionen von meinem Ausflug.

Eine merkwürdige Fliege, wie ich sie noch nie gesehen habe. Meine Spontanreaktion war – Iiiiiih, die tut mir bestimmt böses. Dann hab ich sie etwas beobachtet und gemerkt, sie ist wie andere Fliegen auch, sie lutscht mich einfach ab. 🙂 Das tat sie dann auch sehr lange und an weiteren freien Körperstellen. Ich glaube, sie mochte mich. 😉

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Die Bucheckern-Zeit hat begonnen. Habe ich besonders gemerkt, als ich Barfuß unter den Buchen lang lief. Autsch!

Bei einer Buche fielen die Bucheckern wie stetiger Regen vom Baum, weil in der Krone Tauben hin und her flatterten. Ich hockte mich in den ‚Regen‘ und sammelte zwei Hand voll. Vielleicht mache ich karamellisierte Bucheckern-Nuss-Riegel daraus.

Hach, noch mehr Erinnerungen an gute Momente der Vergangenheit.

Seht ihr die Taube?

Seht ihr die Taube?

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Und zum Abschluss ein paar Aufnahmen von heute Morgen. Da hatte ich besonders viel Lust Fotos zu machen.

Meine selbst gezogenen Paprikapflanzen reifen langsam.

Meine selbst gezogenen Paprikapflanzen reifen langsam.

Das Licht war so schön heute Morgen.

Das Licht war so schön heute Morgen.

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Hier fand ich die strahlend, weiße Umrandung schön, die die Sonne an den Blatträndern verursachte.

Hier fand ich die strahlend, weiße Umrandung schön, die die Sonne an den Blatträndern verursachte.

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Genau sooo!

Das denke ich heute und genieße diesen runden Tag.

Genau so habe ich mir das vorgestellt!

Morgens auf Arbeit kommen, die Sonne im Gesicht, die Natur um einen herum und als Aufgabe ein Erdbeerbeet gezeigt bekommen, wo die Pflanzen ausgegraben und umgepflanzt werden sollen.

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Das Ergebnis – ich fange spontan an breit zu lachen und kann nicht anders, als mich so richtig darauf zu freuen.

In der Arbeitspause (nach 45 min) auf die kleine Anhöhe gehen und noch mal einen Glücksgefühle-Anfall bekommen, als ich diesen Ausblick erlebe und das in einer Großstadt, wenn auch an ihrem Rand.

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Genau so! Genau so sollte Arbeit sein! Sie sollte Energie geben und nicht nur nehmen. Sie sollte bereichern, Vorfreude auslösen und Wohlgefühl, bei ihrer Ausübung.

Und ich liebe diese spontane Freude, für dich ich nichts tun muss, die von ganz alleine kommt.

Nach 1,5 h war ich körperlich durch. Die aktiven Tage machen sich bemerkbar. Meine Muskeln brauchen Zeit, um sich aufzubauen. Wie schön, Erschöpfung auch einfach mal auf ganz natürliche Beanspruchung zurück führen zu können.

Ist mir nicht so leicht gefallen, nach ’nur‘ 1,5 h Feierabend zu machen. Ich bot meine Arbeit weiter an, obwohl ich schon gesagt hatte, dass ich sehr erschöpft bin.

 

Ich habe heute ein Buch geliehen bekommen, wo ich gerade in der Bahn angefangen habe das Vorwort zu lesen. Auch das brachte mir spontane Freude, als ich so Sachen las, wie:

„Ein Twisted Hair (gedrehtes Haar) unterschied sich darin von traditionellen Medizinleuten, dass er oder sie die Fähigkeit und den Wunsch hatte, aus und von allen Quellen zu lernen. Diese Männer und Frauen gaben sich nicht damit zufrieden, die Grenzen der traditionellen Lehren ihres eigenen Stammes blind zu akzeptieren, sondern machten sich statt dessen auf, um zu reisen und Wissen aus jeder Richtung des Rades des Lebens zu sammeln, um ihre eigene Mitte zu finden und in perfekten Einklang mit dem Großen Geist zu kommen.“

„Die Lehren umfassen eine Riesenmenge an Wissen aus verschiedenen indianischen Traditionen und auch aus anderen Mysterienschulen der Acht Großen Kräfte.“

(Süsse Medizin, Die Lehren der Twisted Hairs, Band 1; Mary Flaming Crystal Mirror; Vier Welten Verlag; 1999; S. 7)

Ich erkenne da etwas von mir wieder. Und die Grafik, die das Rad der Acht Großen Kräften abbildet, hat es mir angetan. (Darf man das eigentlich abfotografieren und mit Quellenhinweis abbilden?) Da scheinen alle Mysterienschulen weltweit in Zusammenhang gebracht zu werden. Sehr spannend!

Ich glaube nicht so sehr, dass ich mit dem Buch in die Tiefe gehen werde, weil ich das bisher mit keinem religiösen, mystischem, spirituellem Thema gemacht habe. Aber mal sehen, wie es mich bereichert.

Göttliche Berührungen

Ich lehnte mich mit dem Rücken an einen großen Baum, mit leicht schrägem Stamm und ließ mich halten. Ich war weit weg. Weg von der Welt.

Der Wind ließ die um mich herum herabhängenden Zweige, mit ihrem noch frischen, zarten Grün, in meine Richtung wiegen und plötzlich hatte ich das Gefühl, sie wollten mich trösten, mich liebkosen und beruhigen. Alles ist gut. Ich musste weinen. Es berührte mich zutiefst.  Ich war nicht mehr weit weg. Ich war in der Welt. Ich fühlte den Wald, wie er mich hielt und beschützte, meine Seele streichelte. Wäre da nicht ein Fußweg gewesen, hätte ich mich sanft in diese Zweige eingewickelt und mich dem Gefühl ganz hingegeben.  Beschützt sein. Gehalten sein. Und mir wurde bewusst, wie sehr es genau dieses Gefühl war, welches mir in der Kindheit gefehlt hatte.


Ein Online-Seminar, am Tag des Vollmondes, um den göttlichen Heilstrom zu empfangen. 30 Minuten sitzen, Stille lauschen, sich spüren, Worte hören. In friedlicher Ruhe sein. Ganz am Ende, zum Abschluss ein Musikvideo. Taizé – Behüte mich Gott. Eine Hitze durchläuft mich. Eine Gänsehaut ergreift mich. Mein ganzes Sein wird berührt und Tränen fließen. Überrascht.


Über den Glauben nachdenken, so nebenbei am Morgen im Bett, während ich mich mit meinem Körper verbinde. Ich sehe mich fallen, Rücklinks, jedoch nicht endlos, sondern landend auf einem weißlich, milchigem Grund. Ein Geistesblitz durchzuckt mich. Ja, genau!

Was ist, wenn ich glaube, so ganz und gar, mit Haut und Haaren, mich hingebe, loslasse, abgebe, führen lasse? Ja was ist, wenn ich dann erkenne, erfahre, dass der Glaube nicht wahr war, ein Irrweg, ein Trugschluss, eine Täuschung? Was passiert mit mir? Was ist, wenn ich dann zerspringe und stürze und falle und sterbe, weil es nicht mehr gibt, was vorher alles war? Bin ich bereit zu sterben, um glauben zu können?

Dieses Bild! Auch wenn ich sterbe, auch wenn ich falle, falle ich trotzdem auf einen Grund. Falle ich auf das, was übrig bleibt. Nach allem Glauben, allen Vorstellungen. Etwas bleibt, etwas ist da, auch wenn ich falle und sterbe.

Braucht es den Glauben, um ihn verlieren zu können, um daran zu sterben, um die Erfahrung des wirklich Göttlichen zu machen? Das Etwas was immer ist, was keinen Glauben braucht. Nur die Erfahrung.

So ist es geschehen.

Die spirituelle Krise aus dem letzten Jahr wird etwas klarer.

Das Leben endet

Sterben. Das Thema verfolgt mich. Seit dem eine Freundin von mir an Krebs erkrankt ist.
Erfolgreich behandelt.
Doch immer steht das Thema einer Wiederkehr im Raum. An Krebs zu sterben, steht im Raum. Unausweichlich. In mir selbst, fast schon als Wahrheit. Als würde ich mich seit dem versuchen darauf einzustellen, vorzubereiten. Dass das passieren kann. Das ein Mensch sterben kann. Ein Mensch den ich kenne. Der mir nah ist.

Ihre Angst begleitet sie und mich.
Sie unmittelbar. Todesangst. Mal mehr, mal weniger nah. „Ich will nicht sterben“, sagte sie einmal. Und dieser Ausdruck in den Augen. Hilflosigkeit. Nackte Panik.
Und ich? Ich fühle keine Angst, außer ihre Angst.
Ich fühle eher Gewissheit. Wenn es kommt, dann kommt es, ob sie will oder nicht, ob ich will oder nicht. Ich habe immer wieder den Drang, ihr das zu sagen. Fühle mich jedoch unsensibel und herzlos dabei. Frage mich, ob es meine eigene Abwehr des Themas ist, dass ich so denken kann.
Ihre Angst wehre ich nicht ab. Sie ist natürlich, verständlich und nicht zu umgehen. Ich warte regelrecht darauf, dass sie sie einmal so richtig durchlebt und aufhört, gegen sie zu kämpfen. Vielleicht ist es das, was ich ihr eigentlich sagen will. Erst wenn ich den Gedanken an den Tod zulassen kann, kann ich der Angst die darauf folgt begegnen.

Morgens im Bett. Ich male mir den Gedanken aus. Ich sterbe. Wie wäre das, wenn ich das wüsste. Spontane Gefühlsreaktion ist Vorfreude. Wie ein Ereignis, auf das sehnsüchtig gewartet wird. Interessant. Das ist neu. Ich leide momentan nicht unter meiner Existenz. Also keine Reaktion aus den Umständen heraus. Vielleicht habe ich einfach wirklich keine Angst zu gehen. Es fühlt sich so verdammt normal an.

Würde ich irgendetwas anders machen, wenn ich wüsste ich hätte nicht mehr viel Zeit?
Klar! Ich würde in meinem Umfeld, um finanzielle Unterstützung bitten und überhaupt versuchen, soviel Kohle ran zu bekommen wie geht, damit ich noch so viel Zeit wie möglich in der Natur verbringen kann, mir selbst nah und ich würde so oft wie möglich mit Menschen zusammen sein wollen, die mir nah sind und gut tun.
Und gerade tut sich das Bedürfnis auf, ganz viel Liebe verteilen zu wollen, an gewisse Menschen, zu denen ich keinen Kontakt mehr habe. Hab da eben mal eine E-Mail verschickt. Muss ich nicht warten, bis der Tod nah ist.

Ansonsten habe ich das Gefühl, dass ich schon ziemlich nah am authentisch leben bin, also nicht mehr allzu viel verändern würde.
Vielleicht würde der innere Druck der Behörden wegfallen, irgendetwas zu ‚müssen‘. Vielleicht würden mir auch so einige Gesetze/Regeln egal werden, wie zum Beispiel Gelder beim Jobcenter anzugeben.

Wenn ich jetzt sterben würde, hätte ich auch nicht das Gefühl, irgendetwas verpasst zu haben. Die letzten Jahre waren so intensiv. Ich habe unglaublich viel erlebt, ausgelebt, über mich erfahren. Bin mir tief begegnet. Habe viel geklärt. Meine ganzen Beziehungen, zu den Eltern, Großeltern, Freunden sind ins rechte Licht gerückt, authentischer, echter geworden. Was nicht mehr gepasst hat, hat sich entfernt.
Und ich darf jetzt, noch ganz frisch, eine wunderschöne, mir bisher unbekannte Art von Freundschaft erleben. Sich wahrhaftig zu begegnen ist ein Geschenk.

Ich habe so viele gute Dinge erlebt. Mein Traumurlaub, Indian Summer in Kanada. Die Kanureisen in Schweden. Das verspätete Entdecken meiner Sexualität (auch wenn die jetzt wieder eingeschlafen ist 🙂 ). Das Entdecken des Lebens ohne Rauschmittel. Das Entdecken des Lebens mit Rauschmitteln. Das Entdecken von emotionaler Tiefe und Vielfalt. Das Entdecken von bedingungsloser Liebe. Das Entdecken von bedingungslosen Glückzuständen. Das Erleben von Gefühlen geliebt zu werden, unterstützt zu werden, einfach weil man da ist. Umarmungen zulassen und spüren können. Nähe. Nähe zu Kindern. Nähe zu Hunden. Nähe zur Natur. Nähe zu Menschen. Kreativität. Verspieltheit. Ein erster Arbeitsplatz unter Idealbedingungen. Mich nie lange und groß für irgendetwas bewerben müssen, da immer schnell ausgewählt.
So betrachtet, fühle ich mich wie ein Glückskind. Was will ich da noch mehr. Alles Weitere ist Bonus. 🙂

Das Leben loslassen. Vielleicht ist es dann doch nicht so leicht, wenn der Tod real wird, den Raum der Vorstellungen verlässt. Wer weiß.

Grüner Daumen

Ich und Natur.

Liebe auf den ersten Blick.

Sehnsucht. Eintauchen wollen. Anlehnen wollen. Verschmelzen wollen. Getragen werden wollen. Der Waldboden lädt mich regelmäßig ein, mir eine Kuhle zu buddeln, um mich hineinzulegen. (Ich tue es nie.)

Obi-Baumarkt. Pflanzenabteilung. Hatte nicht geplant dort hinzugehen. War wegen etwas anderem da. Wollte dann nur mal schauen. Zog mich an. Zwischen all den Pflanzen kommen Glücksgefühle auf und die Sehnsucht bleiben zu wollen. Genau hier, zwischen all dem Grün. Innige Gefühle von Zuneigung.

Heftige Pollenallergien. Die ganze Saison durch. Am schlimmsten im Mai/Juni. So schlimm, dass ohne starke Medikamente ein Aufenthalt außer Haus die reinste Qual ist.

Ein Berufswunsch hält mich seit 3 Monaten fest. Gärtnerei. Soviel Anziehung hab ich bisher nirgendwo gespürt. So viel, dass sogar der Gedanke kommt, dafür ins Umland zu ziehen, wenn es der richtige Arbeitsplatz fordert. Ungewöhnlich. Neu.

Kein Loslassen möglich. Will am liebsten unter einem Baum einschlafen. Es geht nicht. Unruhe. Etwas treibt mich immer wieder weg, lässt mich nicht bleiben, egal in welchem Grün ich bin.

Ich liebe alle meine Pflanzen zu Hause. Stehe mit ihnen in Verbindung. Bin mit Herzblut dabei, meinen Balkon zu gestalten.

Meine Babys :)

Meine Babys 🙂

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Auch meine Babys 🙂

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Noch mehr Babys 🙂

Wie passt das zusammen? Ich empfinde die Natur als meinen Freund und trotzdem wehrt sich mein Körper gegen ihre Frucht, stuft sie als feindlich ein. Ich sehne mich nach ihrer Nähe und trotzdem verfolgt mich die Angst mich in ihr loszulassen.

Die Hyposensibilisierung der Pollenallergien musste abgebrochen werden, wegen Überempfindlichkeit und befürchtetem allergischem Schock.

Und nun?

Habe mich mit der psychosomatischen Komponente beschäftigt. Grenzüberschreitung. Grenzen setzen. Im Leben sicher fühlen. Mit dem 2. Reiki-Grad behandle ich alte Glaubenssätze und ersetze sie durch Neue.

Und natürlich lerne ich tagtäglich ‚Nein‘ zu sagen und Grenzen zu setzen.

Das dauert mir alles zu lange! Grundmuster ändern. Wie soll das mit der Gärtnerei klappen, wenn ich hochallergisch reagiere?

Andere Wege? Hypnose?

Akkupunktur hab ich schon probiert, ohne großen Erfolg.

Kann man das nicht an mir vorbei, im feinstofflichen Feld behandeln und klären, die Ursachen herausfinden und heilen?

Ich probiere es aus. Besuche Manuela. Bei ihr habe ich schon einiges an Heilarbeit erfahren.

Sie sieht mich auf einer Wiese liegen, während die Natur über mir zusammenwächst, obwohl ich noch am Leben bin. Ich kann mich nicht mehr bewegen.
Sofort kann ich mit diesem Bild in Resonanz gehen, wie eine persönliche, echte, erlebte Erfahrung. Ich spüre die panische Angst. Das Ausgeliefert sein. Das Umschlossen werden von Wurzeln und Erde. Gefangen.
Ihre Erklärungen (Vermutungen): Ich habe vielleicht an einem Ort gelebt, wo Pflanzen so schnell wachsen können. Das kann nicht die Erde gewesen sein. Sich mit der Natur zu verbinden, mit ihr zu verschmelzen ist an und für sich nichts Negatives. Nur schien diese Erfahrung für mich zu früh gewesen zu sein. Ich konnte nicht vertrauen, habe Angst bekommen und konnte mich aber auch nicht mehr aus der Verschmelzung lösen, war darin gefangen. Das könnte der Grund für meine Symptome sein.

Dadurch, dass ich das Erlebte bei ihr erneut fühlte, konnte sie es in meinem Feld behandeln.
Ich verankerte ein neues Gefühl mit diesem Wurzelbild. Ein Gefühl der Innigkeit, wie ich es hier eigentlich kenne. Die Hausaufgabe ist, jeden Morgen in meiner Vorstellung Mutter Natur zu umarmen und unser neues, bereinigtes Verhältnis zu stabilisieren.

Ich bin wirklich, wirklich gespannt, ob es das jetzt war und wie es sich weiter entwickelt.

Im Wald

Allein im Wald und alle machen ‚ah‘ und ‚oh‘ und ‚uh‘ und ‚bist du mutig‘ und so weiter. Sie staunen, sind ungläubig, sind überrascht, sind beeindruckt.

Was ist mit mir? Bei all diesen ‚Ahs‘ und ‚Ohs‘ komme ich mir irgendwie übersehen vor. Komme ich gar nicht dazu zu erzählen, zu erfühlen wie es denn für mich war. Bin ich mutig? Fühlt sich nicht so an. Mutig wäre ich, wenn ich mich hätte überwinden müssen. Ein Wagnis eingehen. Doch so hat es sich nicht angefühlt. Und das ist für MICH das Erstaunliche! Ich musste nicht mutig sein, weil es sich sehr selbstverständlich angefühlt hatte. Sowieso fügte sich an diesem Tag alles ineinander, als hätte es nie anders sein sollen als genau so.

Ich, alleine. Mit meinem Fahrrad, Schlafsack, Isomatte und Kocher. Der Plan, eine Nacht im Wald verbringen. Ohne Zelt.

Noch vor ein paar Monaten und das ganze Leben davor undenkbar. Unmachbar. Zuviel Angst. Alleine irgendwo sein? Unmöglich.

Es passte alles. Ich wusste in welcher Gegend es sein sollte. Kannte diese schon. Kannte den Wald und seinen Lockruf in ihm zu bleiben. Unkompliziertes Hinkommen. Im Notfall unkompliziertes wieder nach Hause kommen. Ausweichmöglichkeiten in der Nähe.

Der Tag begann mit Vorfreude. Einfach nur Vorfreude. Null Ängste. Wiiiiie lange ist es her, dass ich so fühlte. Damals, vor Urlauben. Bestimmt 4 Jahre her.

Dann vor Ort Freiheitsgefühle. Unabhängigkeitsgefühle. Gefühle die mir bis dahin so völlig unbekannt waren. Ich mit meinem Fahrrad, konnte tun und lassen was ich wollte. Keine festgelegte Zeit. Kein festgelegter Ort. Beweglich. Lauter Möglichkeiten. Ungebunden. Und immer noch keine Ängste. Wow!

Bei der Suche nach einem geeigneten Platz kam doch Anspannung hinzu. Große Anspannung. Der Wald sehr mit Wegen durchzogen. Die Möglichkeit von Menschen gesehen oder gehört zu werden ist sehr groß. Obwohl zur Nacht hin, immer unwahrscheinlicher. Hier komme ich um mein Muster nicht herum. Angst vor Menschen. Angst gesehen zu werden. Nicht der Wald ängstigt mich. Er ist Schutz. Er ist freundlich. Nicht die Tiere ängstigen mich. Sie sind in ihrem Verhalten nachvollziehbar und kalkulierbar. Es sind die Menschen die mich ängstigen.

Der Platz den ich finde ist zumindest etwas außer Sicht. Trotzdem fällt mir auf, wie ich alles ganz leise mache und durch die Gegend schleiche, damit ich nicht gehört werde. In einem großen, ansonsten sehr stillen Wald eine schwierige Aufgabe. Bei jedem Geräusch inne halte, um zu lokalisieren, ob jemand kommt. Ein Hund bellt vom Weg. Hat er mich gehört? Wird er gleich angerannt kommen und mich wütend anbellen und bedrohen? Woher kommen solche Gedanken?

Ich bin bemüht mit dieser mich umklammernden Anspannung zu sein. Sie nicht zu bekämpfen, aber auch nicht anzuschauen, weil ich nichts Größeres auslösen will. Obwohl ich am Rande spüre, wie schön dieser Ort ist und wie aufregend es ist, hier in ihm sein zu dürfen, komme ich in keinen Genuss, in kein Loslassen. Ich bin insgesamt auch zu müde, um mich mit dem einen oder anderen noch länger zu beschäftigen und schlafe relativ schnell ein. Sofort gefolgt von einem Angsttraum, dass plötzlich ein greller Scheinwerfer auf mich gerichtet, den Platz wo ich schlafe erleuchtet. Kann trotzdem gut weiterschlafen. Es ist wahnsinnig still, so dass ich fast durchschlafe.

Und jetzt kommt das schönste an der ganzen Sache. Aufwachen wegen einem Geräusch. Ein Schnattern. Ein Eichhörnchen, welches den einen Baum hoch klettert, dann wieder herunterklettert, um zum nächsten Baum zu gelangen und das gleiche fortzusetzen. Von Baum zu Baum, an meinem Schlafplatz vorbei, über meinem Kopf hinweg. Über mir die Wipfel der Fichten, die sich sanft im Wind wiegen. Links von mir, glitzern milde, weiße Sonnenstrahlen durch die Bäume von der aufgehenden Sonne. Ich fühle mich als Teil der Natur die mich umgibt.

Die Anspannung ist nur noch minimal, vielleicht weil ich weiß, dass ich bald den Platz verlassen werde. Mein Gefühlserleben bleibt insgesamt bedeckt, trotz Meditation. Es wird seine Gründe haben, warum ich auch hier nicht ganz da sein kann. Es reicht mir aus, was ich erlebe.

Ich bin in meinem Element. Draußen sein. Riechen. Hören. Sehen. Dreckige Klamotten. Die Funktionalität ist wichtiger als die Optik. Unwichtig wie die Haare liegen. Frühstück im Jägerstand, sicherheitshalber wegen der Brandgefahr. Waschen am See. Zusammenpacken. Alles was man braucht passt in die Satteltaschen und den Rucksack. Leben kann so unkompliziert sein. So könnte ich tagelang einfach weitermachen. Herumfahren. Den nächsten Platz suchen. Essen. Schauen. Schlafen.
Doch fürs erste will ich einsehen das es reicht. Mein Körper tut weh, von der ungewohnten Anstrengung und der Wetterbericht hat Regen angesagt.

Tatsächlich habe ich zwei Tage Erholung gebraucht, von diesen zwei Tagen Fahrradfahren, durch teilweise unwegsames Gelände, auch mit absteigen und schieben.

So, und jetzt noch mal für mich. Ich war tatsächlich eine Nacht alleine im Wald! Toll! Was für ein Entwicklungsschritt!

Befreiung

Es treibt mich wieder so stark um, diese Unruhe in mir, dieser unspezifische Drang alle Hindernisse, alle Beschränkungen zu durchbrechen und frei zu sein. Ich kann nicht genau benennen, was damit gemeint ist. Es ist ein tiefes Verlangen, körperlich spürbar. Es ist etwas was mich enorm antreibt, mir immer wieder neue Selbsterforschungsmöglichkeiten und Erfahrungen zu suchen.

Ich lese, sehe, höre etwas und es zieht mich an. Ich fühle, `das will ich machen!‘, `dem will ich mich stellen!‘. Am besten schon gestern und alles auf einmal.

Ich sah mir gestern die Dokumentation „Buddha’s Lost Children“ an und blieb weinend zurück. Ich hatte das intensive Gefühl von tiefer Dankbarkeit und Demut, ja das Bedürfnis mit gesenktem Haupt und aneinander gelegten Händen vor meinem Gesicht darin zu verweilen. Ich spürte so viel Sehnsucht in meinem Herz. Ich habe keine Ahnung was da ausgelöst wurde. Es blieb das Bedürfnis mich irgendetwas voll hinzugeben.

In Wellen überkommt mich das Verlangen mir meine Haare abzurasieren. Nach dieser Doku musste ich wieder daran denken. Es hat auch etwas mit Befreiung zu tun.

Regelmäßig sehne ich mich in eine einfache, spirituelle Gemeinschaft, inmitten von Natur. Immer spüre ich dabei auch die Flucht vor den Auseinandersetzungen, Konflikten und Herausforderungen meines Lebens.

Doch ich kann mir meinetwegen ein ruhiges, ländliches Leben in Gemeinschaft, in dem die spirituelle Arbeit das ist, was ich „arbeite“, wirklich gut vorstellen.

Bevor ich mir die Doku gestern ansah, lag ich im Nebel, handlungs- und bewegungsunfähig. Am Rande meines Wachbewusstseins bekam ich ärgerliche Gedanken mit. Ich wollte sie mir unbedingt merken, weil ich es interessant fand. Mal schauen, was ich noch zusammen bekomme.

Wie subtil es sich einschleicht, nur schwer zu identifizieren. Wie oft ich aus der Vergangenheit handle, anstatt aus dem Jetzt, aus der Vergangenheit fühle, anstatt aus dem Jetzt, aus der Vergangenheit denke, anstatt aus dem Jetzt. Wer bitte hat sich diesen Scheiß ausgedacht, dass ich ein Produkt meiner Vergangenheit bin? Wer bitte ist auf die Idee gekommen, den Menschen so zu konstruieren, dass er aus seinen vergangenen Erfahrungen heraus lebt, anstatt ihn von Hause aus mit dieser großartigen Möglichkeit der Jetzt-Präsenz zu versehen? Und wer hat diese Idee umgesetzt, den Prozess des Erwachens, des Loslösens aus der Vergangenheit mit so viel Schmerz, Leid, Irrwegen und Umwegen zu versehen? Das ist doch alles total kompliziert und umständlich. Ich finde das unfair. Wenn ich wüsste bei wem, würde ich eine Beschwerde einreichen.

Meine Gedanken belustigen mich 🙂 . Wieder geht es um das Thema Befreiung.

Jeden Tag ein Schlückchen aus diesem Glas, mit der Hoffnung das es wirkt :)

Jeden Tag ein Schlückchen aus diesem Glas, mit der Hoffnung das es wirkt 🙂

Ich bin einfach verdammt ungeduldig. Ich erinnere mich daran, wie ich nach einem ¾ Jahr Analyse ein „ernstes Wörtchen“ mit meiner Therapeutin sprach, weil sie sich meines Erachtens zu sehr zurückhielt, zu wenig rein gab. Ich bedrängte sie, dass wir jetzt wirklich anfangen könnten, sie keine Rücksicht nehmen bräuchte. Ich wäre soweit. Ich könne die nackte, brutale Wahrheit verkraften. Ich will sie sogar unbedingt um die Ohren gehauen bekommen. Nach 1 ¾ Jahr kam es dann dazu, im Dezember 2013 und ich frage mich immer noch, worauf sie so lange gewartet hat. 🙂

Ich nehme meine Ungeduld gerade nicht so ernst. Da will etwas die harte, schnelle Methode, obwohl ich auch schon schmerzhaft gelernt habe, dass ich nicht alles verkrafte und der langsame Weg oftmals der gesündere ist.

Alltagserlebnis (mit Nachtrag)

Bekomme eben eine SMS von einer Freundin: „Liebe …! Haben soeben den Polarkreis überfahren und sind Richtung Lappland unterwegs. Alles ist so schön. Liebste Grüße …“

Wow! Was soll ich dazu sagen. Es berührt mich. Ich freue mich für sie. Kann mitfühlen, da ich mich in meiner Vergangenheit auch schon in überwältigenden Naturlandschaften aufhalten durfte. Und es tut mal wieder auch weh. Ist es Neid? Nein, sonst könnte ich mich nicht mit ihr freuen. Ich wäre nur auch gerne dort. Oder irgendwo anders, wo mir das was ich sehe und fühle den Atem raubt. Und gleichzeitig ist es irgendwie auch okay, da wo ich gerade bin.

Nachtrag: Erstaunlich welch Erkenntnisprozesse solch eine kleine Nachricht mit sich bringt. Ich habe weiter nachgespürt, woher dieser Schmerz kommt. Und es ist mir klar geworden. Vor meinem Zusammenbruch 2011, stand jedes Jahr eine Reise an. Diese Urlaube waren von unglaublicher Bedeutung für mich. Darauf lief alles hinaus. Da fand ich alles was ich wollte. Dort war ich zu Hause. In der Natur. In den einfachen Dingen. In dem einfachen Leben, wo nur das Jetzt von Bedeutung ist. Spüren, leben, frei sein. Das ist es wofür ich lebte. Diese Urlaube. Wenn ich zurück kam, habe ich mich immer unwohl gefühlt. Fehl am Platz. Im falschen Leben. Und dieser Schmerz kommt aus dem Gefühl, all dies verloren zu haben. Solche Reisen sind für mich aus unterschiedlichsten Gründen aktuell und wohl auch noch länger nicht möglich. Wenn das damals so wichtig war, alles war, dann fehlt jetzt was. Aber stimmt das denn noch? Und da muss ich ganz klar nein zu sagen. Ich sehe eine Verlagerung. Ich sehe die Möglichkeit, das was ich damals nur woanders gefunden habe, auch hier zu finden, um mich herum. Und so ist es auch. Ich bin trotzdem unendlich dankbar, das ich 2010 noch meine Traumreise erleben durfte – Indian Summer in Kanada, Yukon Territorium. Dieses unendliche, unfassbare Land. Von diesen Erinnerungen werde ich mein Leben lang zehren. Doch jetzt ist es Zeit das Alte loszulassen. Ich habe nichts verloren. Ich habe etwas gefunden. Schaka 🙂

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Das Leben ist ein Gefühl

Meine Güte, ich bin die letzte Woche energetisch ganz schön gebeutelt. Das zieht sich durch alle Ebenen von Körper, Gefühl und Verstand.

Gefühl

Es kam mir innerhalb weniger Tage so vor, als ob ich ständig zwischen verschiedenen Altersstufen hin und her gesprungen bin. Von ganz klein sein, zu schwach zum Laufen. Liegen wollen. Warm und geschützt sein wollen. Bedürfnisse nach gefüttert werden. Grießbrei essen. Märchenfilm schauen wollen. Große Nähe- und Berührungssehnsüchte. Gehalten werden wollen.

Dann voller Entdeckerdrang und unglaublicher Bewegungslust. Verspieltheit. In Momenten ganz eintauchen, darin treiben.

Dann war ich unheimlich cool und lässig, mit einer ordentlichen Portion Rebellion und Wut im Bauch.

Insgesamt eine sehr schwierige Phase, da ich immer wieder neu schauen musste, was jetzt ansteht, wie ich damit umzugehen habe. Anstrengend und Herausfordernd.

Nach dieser Phase kam dann eine energetische Öffnung.

SonnenaufgangNach nur 4 Stunden Schlaf bin ich wach, stehe in eine Decke gehüllt auf meinem Balkon und bin überwältigt von tiefen Lebensgefühlen. Alles fühlt sich weit und offen an. Ich, die Welt. Der Morgen dämmert. Das schwache Licht fängt an die Sterne zu erobern. Und ich will raus. Raus in diese Fülle. Will alles aufsaugen. Will den Sonnenaufgang sehen. Will die kühle Morgenluft tief in mich einatmen. Will in den Wald. Will ans Wasser. Ich schnappe mir meine Kamera und verlasse glückselig das Haus. Alles hat Bedeutung. Sogar der Zigarettengeruch im Hausflur fühlt sich tief an.

Ich denke darüber nach wie anders doch alles sein kann, obwohl eigentlich nichts anders ist. Der gleiche Moment, der gleiche Ort, die gleiche Zeit kann gar nichts bedeuten oder alles bedeuten. Anders wird es durch das Gefühl dazu. Das Leben ist ein Gefühl. Ich bin das Instrument, das das Leben zum Klingen bringen kann. Manchmal passiert es einfach wie jetzt. Manchmal kommen Mißtöne heraus und manchmal bleibt es stumm.

SonnenaufgangIm Wald prasseln unzählige Gerüche auf mich ein, die hunderte von Erinnerungen aus der Vergangenheit, in Verbindung mit der Natur heraufbeschwören. Keine Erinnerung wird konkret. Alle fügen sich zusammen zu einem Gefühl und gleichzeitig zu so vielen Gefühlen. Ich fühle Heimat in mir, um mich herum. Ich bin zu Hause. Tiefe Verbundenheit. Eins-sein mit dem Jetzt. Erfüllt sein von allem. Unglaublich. So habe ich noch nie gefühlt. Voller Vorfreude auf den Sonnenaufgang, renne ich fast los und kann es kaum erwarten. Am Wasser empfängt mich Stille und Nebel. Es ist so verdammt lange her, das ich bei solchen Naturschauspielen dabei war. Das wird mir schmerzlich bewusst und wie sehr ich mich nach so etwas sehne.

Vögel sitzen ungewöhnlich nah bei mir, fliegen nicht weg. Mir kommen Walt Disney-Phantasien. Vögel die sich vertrauensselig auf meinen Schultern niederlassen. Rehe die ihre Köpfe in meine Hände schmiegen. 🙂

Ich komme mir auch ein wenig irre und durchgedreht vor. Wenn ich mir jetzt selbst begegnen würde, würde ich sagen: „Ey Alter, gib mir auch was von dem Zeug, das du genommen hast.“

Und ich erwische mich auch dabei, wie ich diese Glückseligkeit festhalten will. Es soll nicht aufhören. Es soll nie wieder aufhören. Darüber muss ich lächeln – ich alter Gefühlsjunkie.

Sonnenaufgang

Körper

Darauf folgte eine Phase (die immer noch anhält) in der ich auch in meinem Körper unglaublich viel strömen spürte.

Meine Hände sind oft heiß und fühlen sich aufgeladen an. In einer Nacht kann ich kaum einschlafen, weil ich diese starke Schwingung im Körper habe, besonders im Becken. Als wäre ich an eine Stromquelle angeschlossen. Und wenn meine Hände irgendwo aufliegen, dann wird es noch stärker. Sehr unangenehm, schwer auszuhalten. Ich stehe auf und suche die Unterlagen zum Lichtkörper-Prozess heraus. Als Erklärung für diese Empfindungen steht dort, dass die Energiefelder schneller schwingen, als der physische Körper. Man könne die Schwingung verlangsamen in dem man sie schwer macht. Also lege ich mich wieder hin und versuche irgendwie in meiner Vorstellung dieses Gefühl schwer zu machen. Dann schicke ich noch eine Bitte an die Geistige Welt es erträglich zu machen, damit ich schlafen kann und voila, die restliche Nacht war kein Problem.

Auch in der Meditation kommt es zu starken Empfindungen, wenn ich meine Hände auf Energiezentren auflege.

Ich bin gespannt wie es weiter geht…