Im Flow

Geschafft: Nachdem ich vor ca. 1,5 Jahren mich mal getraut hatte, meine ältere Nachbarin über mir zu fragen, ob wir irgendwann mal gemeinsam einen Tee trinken wollen und sie zustimmte, kam es nie dazu.

Gestern dann der Impuls. Ich hoch. Mein Herzschlag bis in den Hals. Mich mit der rechten Hand auf der linken Brust festhaltend, damit es mir nicht die Sprache verschlägt. Einladung für 14 Uhr. Und sie kam. 🙂 Wir plauderten eine Stunde über Nachbarschaft und lernten uns ein wenig kennen. Schön find ich das!

Und ich konnte wahrnehmen, dass sie ebenso aufgeregt und angespannt war wie ich. Das hat etwas in mir relativiert oder normalisiert.

Geplant: Eine Pinnwand im Hausflur zum Austausch unter der Hausgemeinschaft, weil ich bald nach ner Bohrmaschine und Holzbohrer suche. Und der Wunsch den Austausch untereinander zu unterstützen.

Freudig nervös: Nachher die nächste 1-stündige Müllsammelaktion hier am Bahnhof. Hab ich initiiert. In den letzten Monaten dafür Sprühvorlagen hergestellt, für Sprüche auf dem Boden. Pappschilder beschrieben. Aushang am Bahnhof gemacht. Nachher dann auf fremde Menschen treffen… huiii

Immer noch verliebt in meine Kompostwürmer. Träume sogar von ihnen. Nach einigen Startschwierigkeiten, geht es ihnen im Moment ganz gut, glaube ich. Ich versuche nicht mehr so oft reinzuschauen, um sie nicht zu verstören.

Begegnungen in der Nachbarschaft nehmen zu. Durch diese Onlineplattform. Verschenke, tausche, suche Dinge. Nutze Angebote. Es fühlt sich wunderbar an, dieses wechselseitige Geben und Nehmen und sich zu unterstützen. Bisher lauter nette Menschen kennengelernt. Neulich habe ich über einen Bauernwagen informiert, der hier alle 14 Tage an verschiedenen Haltepunkte seine Produkte aus dem Umland verkauft. Da gab es so viele dankbare Rückmeldungen. Viele wussten das gar nicht. Einige haben das gleich genutzt.

Profitiert: Dort habe ich auch das Angebot einer Nachbarin angenommen, gemeinsam Bio einkaufen zu gehen, und den Rabatt ihrer Mutgliedskarte mitnutzen zu können. Im Anschluss noch ein nettes Gespräch, bei Kaffee/Tee. Zwar auch mit der vertrauten Panik/Gefahr im Inneren, weil Nähe und fremd. Durchgeschwitzt und hochangespannt. Aber auch hier wieder ein Übungsfeld zu regulieren und neue Erfahrungen zu installieren.

Und ich merke immer wieder, wie ich meine Meinungen über mich verändere, durch das Erleben von anderen Menschen. Das ich merke, wir sind gar nicht so unterschiedlich. Ich bin kein Einzelfall mit meinen Ängsten und Sorgen. Auch diese Frau hat eine psychische Krise erlebt und wächst daran.

Aufgejauchzt habe ich, als ich das erste großformatige Poster meiner Naturkunst zu Hause aufrollte. Soooo schööön! Auch, dankt der Fotografin, die mir das als Geschenk nachbearbeitet hat.

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Alles auf Anfang und doch ein Stück weiter

Keine Richtung. Keine Perspektive. Keine Vorstellung, dass irgendwo ein Platz für mich ist, wo ich sein kann, mit dem was ich bin und mich trotzdem entfalten kann.

Nach der Tagesklinik ist vor der Tagesklinik. Seit gestern bin ich zu Hause.

Es fühlt sich alles nicht mehr passend an. Der Arbeitsplatz, die Kontakt- und Beratungsstelle. Es beengt mich, ich fühle mich in der Vorstellung dort eingesperrt.

Das Leben im Allgemeinen fühlt sich beengend an.

Ich werde wütend. Immer wieder. Bei kleinen und großen Dingen. Verweigerungshaltungen entstehen. Das ist nicht die Lösung. Der Wut auf der Spur.

Ein Bild in mir, mich mit aller Kraft aus Ketten zu sprengen.

Etwas Neues gibt es nicht.

Wertlosigkeitsgefühle und das „wertvoll“ daneben stellen.

Der Verzweiflung zuschauen, die aus der Orientierungslosigkeit entsteht.
Den Ängsten zuschauen, Massen an Ängsten, die Neues (noch) nicht möglich machen.
(Das Schauen gelingt besser, als vor der TK)

Wohin Bewegen?
Bewegungslosigkeit. Ganz real. Wozu noch Handeln?

Mit Selbstfürsorge balancieren, zwischen Gleichgültigkeit.

Starrende Ängste die glauben, dass alles untergeht, wenn wir uns nicht sauber machen, nicht bewegen, nicht strukturieren, nicht das neue Ticket holen, weil der 1. ist, nicht einkaufen gehen, weil am Wochenende Besuch kommt, nicht die Duschwand nach Benutzung abwischen, nicht die Wohnung putzen.

Das „nicht“ aushalten. Ja was ist dann? Was passiert dann, wenn alles NICHTS wird?
Noch mehr Ängste, noch mehr Gedanken. Und wenn… und wenn… und wenn.

Und ich lebe weiter…

Dramagedanken. Das Leben wird eng in ihnen.
Stimmt schon, meine Gedanken nehmen das Leben sehr ernst (wie jemand mir sagte). Das macht es nicht leicht.

Es ist wirklich nicht leicht, doch ich kann es aushalten. Gestern. Heute.

Dazwischen Momente wo alles okay ist, wo Gelassenheit auftaucht, beim einfachen Sein.