Haushalt

Ich habe doch tatsächlich gerade meine Mutter angerufen und sie um Hilfe in meiner Haushaltsführung gebeten.

Dieser Gedanke war vor einer Woche noch ein absolutes No-Go. Viel zu viel Mutter, viel zu viel Abhängigkeit von ihr, viel zu viel Nähe und Verwicklung von Zuständigkeiten und Privaträumen und sowieso und überhaupt sollte meine Familie aus solchen Dingen herausgehalten werden.

Das die Idee überhaupt im Raum steht, liegt daran, dass sie es mir vor einigen Monaten angeboten hat. Sie fühlt sich ganz langsam und zaghaft in meine Lebensumstände ein und hat dadurch auch mehr von meinen Kraftlostagen mitbekommen.

Da flirrt auch dieses Thema von Macht und Hilflosigkeit. Wer ist groß und wer ist klein? Wer ist in welcher Rolle? Wer darf sich um wen kümmern und erlangt damit auch einen Teil von Kontrolle über denjenigen?

Heute meine Mutter um Hilfe zu bitten, hat sich nicht schlimm angefühlt. Ich habe mich weder klein und hilflos gefühlt und habe mich nicht geschämt, um Hilfe zu bitten. Nur ein klein wenig Schuld flackert herum. In ihrer Schuld zu stehen, wenn sie das tut.

Ich vermute, dass meine Entspanntheit an der Ausgangssituation liegt. Ich bin mit meinem Haushalt gerade nicht panisch, fühle mich nicht überfordert, sondern habe ganz schlicht und einfach festgestellt, dass es nett wäre, etwas Unterstützung zu bekommen, weil die Kraftlosigkeit sich zieht und die Aufgaben sich häufen. Aber es könnte alles auch einfach noch länger herum stehen, ohne das etwas Schlimmes passieren würde, außer dass es mich nervt.

In vorangegangenen Phasen solcher Art, habe ich mit dem Liegenbleiben des Haushalts immer einen heftigen Kontrollverlust erlebt und bin sehr schnell in starke innere Bedrängnis gekommen, da jetzt und sofort Hilfe zu brauchen, weil sonst die Welt untergeht.

Aus diesen Gefühlen heraus, würde ich niemals meine Mutter um Hilfe bitten. Da gebe ich etwas an sie ab, was nicht mehr zu ihr gehört. Denn eigentlich ging es in diesen Zeiten dann immer eher um Beruhigung, fällt mir gerade auf. Das war dann das unsichtbare eigentliche Thema.

Ah ja, und nun muss ich gar nicht beruhigt werden, sondern es geht tatsächlich einfach nur um Entlastung ganz praktischer Art. Ansonsten kann ich erwachsen bleiben und komme damit auch nicht in einen Rollenkonflikt und halte dann auch meine Mutter beim herum werkeln aus. Schön! 🙂

Fuß in der Tür

Schriftlicher Kontakt zu Frau Helferin.

28.01.2016 Ich weiß nicht. Fühl mich sprachlos. Ich fühl mich wie ein Gletscher von dem gerade ständig riesige Stücke, mit Getöse abbrechen, ins dunkle, unergründliche Wasser stürzen und große Flutwellen erzeugen, wo ich nicht weiß, ob die mich am Ufer erreichen und was da überhaupt geschieht.

29.01.2016 Ich habe heute Morgen einen inneren Türspalt gefunden, der etwas Zusätzliches möglich macht. Ein Blickwinkel, der nicht betroffen ist. Das lässt gerade immer wieder Druck abfließen. Was bin ich da froh drum. Innen ist es trotzdem noch im Ausnahmezustand.

 

Notiz auf Skill-Zettel:

Innere Kommunikation/Landschaft – Wie sieht es in der Fabrik aus? Wie geht es dem Kontrolleur/ Überwacher? Welche Kessel/Themen sind betroffen?

 

Heute Morgen der intuitive Einfall, eine innere Szenerie von Anfang Januar wieder aufzugreifen. Anteilarbeit.

Der Kontrolleur, der sonst ruhig, ernst, konzentriert und pflichtbewusst, mit einem Klemmbrett in der Hand, die Werte an verschiedenen Kesseln prüft und verantwortlich ist, dass alles läuft, steht erstarrt und paralysiert in der Anlage, mit aufgerissenen Augen und innerlich wohl voller Panik. Ich setzte ihn erst auf einen Stuhl, mit der Idee ihn zu entspannen. Dann nehme ich doch einen Relax-Sessel und drücke ihm irgendein heißes Getränk in die Hand und versuche ihn noch in eine Decke einzuwickeln. Er reagiert darauf überhaupt nicht. Lässt das alles mit sich machen, aber nimmt mich gar nicht war und starrt nur weiter entsetzt in die Ferne.

Dann spreche ich in direkt an, frage sanft was los ist. Er spricht nicht mit Worten zu mir, aber vermittelt mir entsetzt, dass alles unerwartet aus dem Ruder geraten ist, er die Kontrolle verloren hat und einfach nicht mehr weiß, was er tun soll.

Ich versuche ihn mit Worten zu beruhigen, ganz allgemein, dass alles in Ordnung ist. Das hilft immer noch nicht, ihn aus seiner Schreckstarre zu holen.

Dann verstehe ich ganz langsam besser die Situation. Der Kontrolleur ist überhaupt nicht darauf eingestellt/ ausgebildet für solche Notfälle. Er hat davon überhaupt keine Ahnung. Auf seinen Kontrollzetteln steht davon nichts und die sind sein ein und alles, daran orientiert er sich und findet sich zurecht. Wenn etwas passiert, was da nicht drauf steht, ist er sofort völlig hilflos und bekommt tierisch Angst, weil er doch für alles verantwortlich ist.

Also erkläre ich ihm die Veränderung, so gut es mir selbst klar ist und erweitere damit seine Kontrollzettel, um solche Vorfälle. Ich erkläre ihm, dass es immer wieder vorkommen kann, dass der Druck an einigen Stellen stark steigt und es dazu kommen kann, dass Kessel explodieren. Dass das nun zum normalen Arbeitsalltag dazugehört und trotzdem alles okay ist, wenn das passiert. Und da verändert sich tatsächlich etwas sehr deutlich in mir, eine neue Entspannung tritt ein, die Enge weitet sich ein wenig.

Im Nachhinein erkenne ich, dass ich damit einigen Themen in mir ein Recht und einen Platz eingeräumt habe und der Schrecken dadurch ein wenig kleiner wird. Sie gehören dazu. Ich konnte in der Fabrik nun erkennen, dass die einzelnen Kessel Themen zuzuordnen sind und wir als letztes das Thema Trennung/Verlust/Bindung berührt haben.

Die Berührung im letzten Gespräch mit Frau Helferin hat den Überdruck (Widerstand) und dann die Explosion (Angst) verursacht.

Warum nun bei diesem Thema plötzlich ein Kontrollverlust passierte und nicht schon bei den anderen Themen (Trauma) von letzter Woche, kann ich nur erahnen.

Einerseits spüre ich, dass bei dem Trennungsthema ein viel größeres Warnschild im Innern hängt – auf keinen Fall berühren -, als beim Traumathema. Und dazu kommt es mir so vor, als ob das Trennungsangst-Thema irgendwie mit dem Kontrolleur verbunden ist, also sie im Zusammenhang existieren. Eine Theorie ist, dass er vielleicht aus diesem Thema heraus entstanden ist.

Jedenfalls ist es mir gelungen, den Druck aus dem Kessel, der nun frei in die Anlage strömt und auch dort den Gesamtdruck in die Höhe schießen lässt, etwas abzulassen. Vielleicht hab ich eine Außentür öffnen können, wo der heiße Dampf entweichen kann. Der Kessel ist noch offen und dampft weiter vor sich hin.

Solange ich den Kontrolleur im Auge behalten kann, erkennen kann, welche Gefühle/Gedanken von ihm kommen und sie damit von mir lösen kann, geht die Außentür immer wieder auf.

Es geht weiter

Jaja… passt ja wieder mal alles zum aktuellen Januar-Horoskop der Sein-Zeitschrift.

„…zeigen Pluto, Uranus und Lilith ernsthaftere Probleme an. Wenn man diese eh schon hat, kann diese Neumond-Phase durchaus eine größere Wende einleiten. Pluto steht für tiefgreifende Wandlungen, Uranus für Um- und Durchbrüche, Lilith für eine gewisse Unausweichlichkeit, im Sinne von „Wenn nicht jetzt, wann dann?“

Also ging es dann heute gleich weiter im Gespräch mit Frau Helferin. Der Abschiedsprozess zieht sich zwar noch ein wenig, da wir die Abstände zwischen den Terminen stark vergrößert haben, trotzdem bin ich heute urplötzlich in heftige Verlassen-werden-Angst, ja regelrechte Panik verfallen, nachdem ich vorher im totalen Widerstand gegen alles war.

Völlig ungewohnt, so massiver Widerstand. Es ging darum zu überlegen, was ich heute und die Tage noch brauchen könnte. In mir kam – Nein! Mach ich alleine!

Es ging um Ideen, wie die letzten Stunden gestaltet werden könnten. Notfallpläne schreiben, die sie dann ersetzen. In mir kam diese Wand – Nein!

Sie fahre noch drei Wochen in die Schweiz, um dort zu arbeiten. Na wie toll! War da ein aggressiver Unterton? Sie plane eine große Indienreise, Ende des Jahres und braucht noch Geld, deshalb die zusätzliche Arbeit. Was!? Da konnte ich schon gar nicht mehr richtig hinhören. Sie hat sich gefreut. Ich hab versucht nach außen mit zulächeln und war, glaube ich stinksauer. Wann wir uns sehen wollen, vor ihrer Schweiz-Reise nochmal oder erst wieder danach? Am besten gar nicht mehr!

Das hab ich etwas abgemilderter an sie weitergegeben. Als sie dann sagte – na gut, wir müssen keinen Termin vereinbaren – kam so eine starke Angst nach vorne und all die Gefühle, um die es wahrscheinlich hinter dem Widerstand ging. Denken ging gar nicht mehr. Ich ließ mir von ihr ihre Abwesenheitszeit aufschreiben und einen Telefontermin diese Woche, um das mit dem Termin nochmal zu besprechen, währenddessen ich meinen Panikanfall regulierte.

Gut, haben wir das also auch noch mitgenommen. Ich glaub, nun habe ich alle großen Kernthemen in mir durch. Ooooder??? 😉

Und trotz alledem, habe ich mich heute Nachmittag in so eine tiefe Entspannung und ins Vertrauen bringen können, das ich gerade lächelnd mit allem bin. Eine unglaubliche Entwicklung!

Was ich noch spannend finde ist, das Frau Helferin glaubt, wenn ich alleine mit dem Trauma arbeite (wie bisher), das zwar funktioniert, aber nur bis zu einem bestimmten Punkt, weil ich Urvertrauen nur innerhalb einer Beziehung lernen könnte und dieses Urvertrauen nötig sei, um die Erfahrung zu integrieren. Ich weiß nicht. Ich spüre momentan noch, dass ich damit alleine weiter mache und mir keine therapeutische Unterstützung hole. Damit bin ich ziemlich klar.

Hier ist die Hölle los

Ich registriere, dass ich die meiste Zeit so dermaßen verstrickt und im Chaos bin und versuche händeringend nicht verstrickt und im Chaos zu sein, die Panikspirale nicht weiter zu füttern. Das ist so unglaublich anstrengend, weil ich so unglaublich viele Verstärkergedanken habe. Da können sonst gute Skills plötzlich zu Panikverstärkern werden, wenn sie aus dem Gefühl der Panik heraus angewandt werden. Ich bekomme mit und erinnere mich auch, dass an diesen Punkten das Sinnvollste ist, gar nichts mehr zu tun. Nur liegen, sitzen und den Atem beobachten. Oder passender, beobachten, welcher Sturm in einem ist, vor dem man weglaufen will. Das ist die große Hürde, weil die Panik genau das verhindern will. Bloß da nicht wieder hin. Bloß nicht noch mal DAS fühlen. Ich hatte einen Traumagefühlsflashback. Die vollen 100%, würde ich sagen. Ich benenne mal nichts weiter, weil ich Abstand brauche. Traumatherapie ohne Therapeut ist nicht so schlau.

Gleichzeitig projiziere ich die ganze reaktivierte Vergangenheit auf Frau Helferin. Zerre an ihr herum. Sie muss unbedingt da sein. Fühle so unglaubliche Verzweiflung, Not und Verwundet sein. Fange an sie zu hassen und will das alles aber gar nicht.

Das ist so überfordernd, wenn ich da in diesem Gefühlschaos herum agiere und überhaupt nicht mehr fühlen und entscheiden kann, was davon heute, jetzt relevant ist, was zu tun ist, was zu entscheiden ist, weil gar keine Orientierung mehr da ist.

Der riesen Rettungsimpuls lautet – Abstand. Abstand von allen triggernden Sachen, also auch von Frau Helferin. Das kindliche Geschrei dazu ist sehr groß. Die Abhängigkeit, Verwicklung wird da stark sichtbar. Wieder heißt es, mich für den Schmerz der Vergangenheit zu öffnen. Weil da niemand war, weil da Not war und niemand linderte, weil da Ungerechtigkeit passiert ist. Es ist gerade echt viel, dass ich nicht weiß, ob ich dazu bereit bin.

In einem klaren Moment vorhin, habe ich mir einen Text aufgeschrieben, für den Fall, dass ich in der Notaufnahme lande, für eine Krisenintervention.

„Zu viele Auslöser/Trigger, zu viele Gefühle, zu viel Vergangenheit, von der ich es nicht schaffe mich zu distanzieren. Zu stark der Wunsch nach Betäubung und Selbstverletzung. Überforderung, Panik, Schmerz. Schaffe mich nicht zu beruhigen.“

Das hat mir einerseits das Gefühl gegeben, dass es da eine Notlösung gibt, die ich auch nutzen darf, wenn die Situation wirklich so ist, wie ich sie dort aufgeschrieben habe. Gleichzeitig habe ich mir damit auch einen Maßstab gegeben, ab wann es legitim ist, Hilfe zu holen. Find ich gerade total gut, weil ich diesen Maßstab im Chaos gar nicht mehr habe. Und es beruhigt mich gleichzeitig, weil so lange es nicht durchgängig so ist, wie dort aufgeschrieben, ist noch alles okay und ich kann abwarten, wie es sich weiter entwickelt.

Krisenzeit

Das war die heftigste Krise die ich seit letztem Jahr September erlebt habe. (Diese endete damals auf der Kriseninterventionsstation.)

Mit großen Augen und anerkennendem Blick sagt sie: „Und sie haben das durchgestanden!“ Ja, ich habe das zu Hause durchgestanden. Ich hatte mich zwar um eine Krisenaufnahme für das Wochenende, in einer Akuttagesklinik gekümmert, diese dann doch abgesagt. Ich habe es mir zugetraut, weil andere Dinge griffen.

Niemand konnte das ganze Ausmaß sehen, niemanden konnte ich sagen, was in mir passierte, dass sich alles in mir verändert hatte. Niemand bekam die Dimension dieser Krise mit. Ich hatte keine ausreichenden Worte und habe es selbst nicht verstanden – mittendrin. Wenn ich nicht mehr konnte, sah das keiner und wenn mich jemand sah, setzte der Automatismus ein, noch zu können. Und was soll ich sagen – es ist okay… irgendwie. Es war nicht nötig, dass ich mein Erleben erklären konnte (auch wenn ich es gerne getan hätte). Ich habe es anscheinend nicht gebraucht.

Ich habe MICH gebraucht. Und ich war überwiegend für mich da. Bin Wege gegangen, die ich noch nie gegangen bin. Habe Hilfe bekommen, auch ohne dass die Dimension erkannt wurde, wohl einfach, weil man mir auch glaubte, wenn ich um Hilfe bitte, dann brauche ich sie auch.

Ein sehr heilsames Erlebnis, wenn die Tagesklinik sagt (war da bisher zweimal, 2011 und 2014): „Kommen sie einfach. Sie brauchen keine Einweisung vom Arzt. Wir kennen sie ja und kümmern uns dann um alles.“ Ich habe geweint vor Dankbarkeit, nach diesem Anruf. Ich musste nichts erklären. Es hat einfach gereicht nach einer Krisenaufnahme zu fragen.

Erst danach konnte ich so halbwegs verstehen und erklären und sie sagte: „Ich habe es ihnen zugetraut.“ Wow…! Das hatte ich mir von meiner damaligen Therapeutin gewünscht und sie sogar darauf angesprochen, ob sie mir nichts zutraue. Und nun sagt man mir das von ganz alleine. Ein tolles Gefühl! Noch nie in meinem Leben, habe ich so etwas gesagt bekommen und auch annehmen können.

Da ist viel Kraft in mir. Ich durfte sie erleben und ich spüre sie immer noch. Ich fühle mich nicht stark. So meine ich das nicht. Sondern, dass da ein Kern in mir ist, der Kraft zur Verfügung stellen kann (immer gibt), wenn ich sie brauche.

Krisen erschaffen immer ganz besondere Erfahrungen. Ich tue Dinge, die ich ohne nicht tun würde. Dadurch erlebe ich Sachen, die ich ohne nicht erleben würde.

Die Lawine, die alles mit sich riss und sich stetig vergrößerte, läuft momentan langsam aus (und nichts ist mehr wie vorher). Ich weiß nicht, wo ich jetzt stehe. Da ist so viel passiert. Für mein Bewusstsein zu viel in zu kurzer Zeit, als dass ich greifen könnte, was es mit mir gemacht hat und was im Einzelnen der Inhalt war.

Das Überthema heißt wohl ‚zeigen und gesehen werden‘ und Bindung (immer noch). Da hängt so unglaublich viel dran! Das hat (und tut es weiterhin) so extrem viel ausgelöst.

Auch bin ich auf ein familiäres Thema, mütterlicherseits gestoßen. Ich trage Erlebnisse meiner Familie mit, die ich nie erlebt habe. Ich reagiere mit ihrer nackten Angst und Panik. Ich habe den Schmerz meiner (schon seit Jahren verstorbenen) Oma geweint.

Am Ende brauchte ich für drei Tage völligen Rückzug. Ich ließ die meiste Zeit Handy, Telefon und PC aus. Wusste ich, ich musste mich vor weiteren Reizen, Informationen, Reaktionen schützen, um mein völlig überreiztes Nervensystem zur Ruhe zu bringen und meinem durchgebrannten Verstand die Nahrung zu entziehen. Absolute Ruhe – das brauchte ich. Der erste Tag davon war sehr schwer. Meine Gedanken drängten immer wieder zur Tat, wollten Klärung, suchten Kontakt, waren voller Panik und auch Schmerz. Es erforderte Disziplin, nicht ins Handeln zu gehen. Ich schrieb sie alle auf, um mich dann wieder dem Jetzt zuzuwenden. Das half. (Und heute sind 70% des Geschriebenen unwichtig geworden)

Gestern und heute sehe ich nichts mehr um mich herum. Da ist so viel leerer Raum. Aus allen Zusammenhängen gelöst. Nichts scheint mehr wichtig, von Bedeutung oder trägt. Ich sehe keinen Weg. Ich habe kein Ziel vor Augen. In den letzten Jahren hätte mich das (zum wiederholten Male) in eine tiefe Sinnkrise gestürzt, auf die ich aufgesprungen wäre. Jetzt übe ich mich, die logischerweise folgenden Depressionswellen durch mich durchlaufen zu lassen. Jetzt hält nur noch das Leben, das Da-sein selbst. Schön fühlt sich das nicht an. Da ist Angst und Ungewissheit. Keine Richtung, in die ich blicken kann. Es bedeutet viel Bewusstseinsarbeit und aushalten.

Es ist zu erwarten, dass sich wieder etwas Greifbares formieren wird (und ich danach auch suchen werde), um beim nächsten Mal erneut zu zerfallen.

Ich bin müde, erschöpft und sehr schwach.
Ich fühle wieder (wackeligen) Boden.
Ich habe die schwach pulsierende Erinnerung von Kraft.

Wer gesehen werden will, braucht auch den Mut sich zu zeigen

Sooo! Neben den ganzen Herzeleid- und Dramageschichten, auch mal ein Blick auf ganz andere Entwicklungen.

Nämlich was schlussendlich aus meiner Allergiebehandlung entwachsen ist.

Vorab, die Allergiesymptome habe ich immer noch, aber dafür sind ganz andere Dinge geschehen.

Die letzte Übung dazu bestand aus dem täglichen Ritual, mich mit Mutter Natur zu verbinden. Das tat ich drei Wochen lang.

Ich stellte fest, dass ich mich nur mit ihr verbinden konnte, wenn auch mein Herz offen war. Was mir wiederum deutlich machte, wie oft mein Herz verschlossen war. Ich war echt erschrocken darüber. War ich wirklich so oft verschlossen? Ja, war ich.

Ich übte also fast mehr, täglich mein Herz zu öffnen. Das Verbinden mit Mutter Natur fühlte sich irgendwann an, als würde ich üben, mich mit dem Leben zu verbinden, so ganz grundsätzlich.

Das hat wahrnehmbare Auswirkungen. Ich trete seit dem wirklich offener in die Welt, vor allem offener in Kontakt. Mir war das erst gar nicht bewusst, bis mir dann auffiel, dass in der Kontakt- und Beratungsstelle plötzlich Menschen viel mehr meine Nähe suchten, auf mich zu kamen. Ich selbst hab mich sonst eher immer am Rand herumgedrückt. Freundlich, aber distanziert.

Ich aß dort mit anderen Mittag. Als alle fertig waren, plauderten wir so über die Tische hinweg, als sich plötzlich drei Menschen unabhängig voneinander um mich herum sammelten und jeder ein Gespräch mit mir führte, oder führen wollte, getrennt von den anderen. Das hat mich erst einmal überfordert, da drei Menschen wie eine Mauer um mich herum und jeder will was. Dann hat es mich erstaunt, weil das noch nie so war. Dann hat es mir auch geschmeichelt.

Die Überforderung geht einher mit Angst, dass ich dem Kontakt nicht gewachsen bin, das Menschen meine Grenzen überrennen.
Wohl auch der Grund, warum ich die letzten Jahre so viel im Rückzug war und in Kontakten eher distanziert aufgetreten bin. So nach dem unbewussten Motto, lieber die äußeren Grenzen ganz weit stecken, dann kann keine innere Grenze überschritten werden.
Nun gut, anscheinend verhalte ich mich nach dieser Übung anders und es stimmt, wenn ich genau hinschaue, wehre ich weniger ab und wende mich weniger ab, stelle mehr Blickkontakt her, fühle mich aufgeschlossener, trete herzlicher auf, verteile mehr Berührungen und fühle auch mehr Zuneigung und das Bedürfnis Menschen zu umarmen (jetzt nicht jeden 😉 ).
Meine alten Glaubensmuster hinken noch hinter her. „Oh Gott, oh Gott, die ganze Menschen die da kommen und so nah sind. Was wollen die denn alle? Ich will weglaufen.“ Da ist noch nicht angekommen, dass es gar nichts zu befürchten gibt. Das fühlt sich erst einmal auch paradox an. Nach vorne verhalte ich mich offen, einladend und im Inneren entsteht Angst und ein zurückweichen wollen. So ein bisschen hin und her jetzt oder viel hin und her.

Das hat sich ganz wunderbar in meiner letzten Körperarbeitssitzung gezeigt.
Sie: „Wollen deine Arme auch berührt werden?“
Ich, unsicher, ängstlich: „Ich weiß nicht so genau. Ich glaube schon. Aber ich weiß nicht, ob ich das eigentlich will.“
Sie legt ihre Hände auf meine Arme.
Ich, überrascht, unruhig: „Ahhh, ich kann dich spüren! Oh, bist du nah!
Sie, an meinen Armen: „Wie offen dein Körper die Berührung empfängt.“
Ich: „Wie fühlst du das?“
Sie: „Ich fühle ein großes ‚Ja‘, wenn ich dich berühre, wie eine weiche, grüne Wiese.“
Ich: „Oh, wie schön! Hmmm… mein Körper ist schon viel weiter als ich. Das erzeugt einen Konflikt, weil mein Verstand noch Angst hat. Deshalb die Kopfdruckschmerzen.“

Das hat auch die Qualität sichtbar zu werden. Ein heißes Eisen für mich. Da gibt es will Ringen in mir. Hier wird mir bewusst, wenn ich gesehen werde, erfordert das auch, das aushalten zu können, mich zeigen zu können.

Ich lernte vor ca. anderthalb Jahren Reiki und wende es die meiste Zeit bei mir selbst an.
In einer Meditation bekam ich den Impuls, Reiki zu verbreiten und in der Kontakt- und Beratungsstelle einen Aushang dazu zu machen.
Das Schöne an Impulsen in einer Meditation ist, dass ich da so verbunden bin mit allem, mit dem Höchsten, mit Vertrauen und Weisheit. Das fühlt sich dann immer alles sonnenklar und richtig an, ohne Zweifel oder Unsicherheiten. Ich bin dann Feuer und Flamme. Hatte bei der Gestaltung des Flyers viel Freude.

Aushang

Aushang

Ja, nun hängt der Flyer dort. Als ich ihn anbrachte, spürte ich, was das mit mir auf persönlicher Ebene macht. Ich zeige mich öffentlich. Ich bin nun für jeden sichtbar und ansprechbar und das macht mir Angst. Ich war seit dem zweimal dort und war nicht in der Lage, an die Infowand zu schauen und wahrzunehmen, dass da mein Zettel hängt. Die Angst möchte ihn am liebsten wieder abnehmen und flüstert mir die ganze Zeit ins Ohr, dass das eh eine blöde Idee war.
Ich will das aushalten. Ich will mich für diese noch unklaren Gefühle öffnen, ihnen Raum geben, damit sie sich weiterentwickeln können. Hat irgendwas mit Selbstabwertung zu tun.

Eine zweite so klare, brennende Idee entstand während eines Dösens auf der Couch. Sofort sprang ich auf, weil da so viel Kraft drin war und fing an einen Brief an die Reha-Klinik, Abteilung Psychosomatik zu schreiben, wo ich selbst vor einem Jahr Patientin war. Ich schrieb von Reiki, welche Bedeutung es für mein Leben hat und wie überzeugt ich davon bin, dass so etwas unbedingt in einen Klinikrahmen gehört. Ich komme mir jetzt noch ganz verrückt vor, wo ich es hier aufschreibe. Da schreibe ich einfach mal dem Chef einer Klinik einen Brief. Über die Konsequenzen will ich gar nicht nachdenken. Und ich hab mich auch noch für ein Gespräch angeboten. Oh Gott!

An dem geschützten Arbeitsplatz habe ich bisher an zwei Tagen für 3 Stunden Reinigungsarbeiten übernommen. Ich will aufstocken auf drei Tage, aber fand noch einen Tag Reinigung irgendwie langweilig und nicht so ganz meinem Potential entsprechend. Es gibt noch die Nähwerkstatt oder Kochen. Alles nicht mein Ding.
Dann ist da noch der Laden, der Secondhand-Kinderkleidung verkauft und die Produkte des Trägers. Das würde heißen, im Team arbeiten – nicht mehr alleine, mich abstimmen müssen – nicht mehr unabhängig arbeiten, festgelegte Aufgaben – viel weniger freies Einteilen der Tätigkeiten, Kundenkontakt, öffentlich sein – nicht mehr versteckt hinter dem Staubsauger. Und was sagt mein Herz? Ja, ich will das.
Zwei Stunden Probearbeiten hab ich schon hinter mir. Ich war reizüberflutet, hab mich ausgeliefert gefühlt und war schnell völlig überfordert. Ich hatte Angst vor den Kunden und den ganzen Tag und Folgetag noch Panik in mir drin, was auf Trigger deutet. Und was sagt mein Herz? Ja, ich will das weiter machen. Verrückt!

Und das alles als Folge einer Allergiebehandlung, damit ich eigentlich in die Gärtnerei kann. Das hat sich nun erledigt. Und ich fragte noch meine innere Führung, was es denn dann ist, wenn nicht die Gärtnerei. „Verkaufen.“ Nur dieses eine Wort. Hab ich gar nicht verstanden. Da habe ich noch nicht den Hauch eines Gedankens gehabt, mich für den Ladenbereich zu bewerben.

Soviel zum Thema Offenheit und in die Welt treten. Huijuijui…

Diese Metapher von einer Raupe die zum Schmetterling wird, ist doch weit verbreitet. Ob der Schmetterling, wenn er das erste Mal frei von dem Kokon ist, sich auch denkt:
„Ach du scheiße! Das ist mir zu heftig hier. Ich geh wieder zurück!“ 😉

Test Test Test… 1, 2, 3

Testurlaub Nr. 2 beendet, nach dem Nr. 1, vor zwei Monaten, die Bezeichnung Urlaub nicht verdient hat.

Dieses Mal würde ich sagen, lasse ich die Bezeichnung gelten, auch wenn ich mich für einen Tag wieder Mal selbst so richtig gegen die Wand gefahren habe. Dieses Mal gab es also keine Traumatrigger, damit auch keine Derealisation, sondern nur mein eigener Verstand der die Dinge nicht gelten lassen konnte und es so schaffte, nicht minder unangenehme Symptome zu produzieren.

Ich habe mich aufgrund der ersten Erfahrung von Urlaub Nr. 1 ziemlich, ziemlich gut vorbreitet, wie eigentlich auch schon beim Urlaub Nr. 1, was verdeutlicht, es gibt Dinge, auf die kann man sich einfach nicht vorbereiten. Die passieren dann einfach. Die müssen auch passieren, sonst könnte man keine Erfahrungen sammeln, um sich daraus weiter zu entwickeln. Urlaub Nr. 3 wird also wieder etwas anders aussehen (wenn ich mir das überhaupt noch mal leisten kann).

Ich habe einige Parameter verändert. Bin mit der Bahn gefahren, anstatt mit dem Reisebus. Eine absolute Entlastung was den Platz, Menschennähe und Beweglichkeit betrifft.
Ich habe Vorstellungen von Unangemessenheit/Übertriebenheit losgelassen und mich mit dem Taxi von mir zu Hause zum Bahnhof bringen lassen und vom Bahnhof dort zur Unterkunft. Das war ganz viel wert. Viel stärkeres Sicherheitsgefühl. Keine Panik. Große innere Entlastung. Würde ich jederzeit wieder so machen. Da fällt mir auf, Selbstfürsorge bei seelischen Behinderungen geht nur mit ausreichend Geld, zumindest wenn ich Urlaub mache. Ohne diese Taxisache, hätte ich gar nicht gewusst, wie ich die Wege schaffen soll, so niedrig war mein Energielevel.
Meine Großeltern habe ich nicht eingeweiht, dass ich in ihrer Stadt bin, um mich von Verpflichtungen frei zu halten. Das war eine seeehr kluge Idee. Ich hätte mich nicht abgrenzen können und hatte überhaupt keine Reserven, um sie zu besuchen.
Ich habe vorher Reiki in diese Reise geschickt und das Universum um Unterstützung gebeten.

Ja, so lief die gesamte Anreise angstfrei ab, was das absolute Gegenteil war, im Vergleich zu Urlaub Nr. 1.
Ich war entspannt vom Kofferpacken, bis zur Ankunft. Auf der gesamten Anreise traf ich auf zugewandte Menschen, die sich mit mir aufgeschlossen unterhielten (was mir in der Form so noch nie begegnet ist). Beide Taxifahrer, die Person die neben mir im Zug saß und auch der Vermieter der Unterkunft. Ich bekam meine starke Erschöpfung und Müdigkeit kaum mit oder sie war okay, weil ich kaum etwas machen musste.

Ich versuchte mich die Tage vor Abfahrt intensiv darauf vorzubereiten, einzulassen, dass Urlaub bedeuten kann, dass ich die ganze Zeit in der Ferienwohnung bleibe, da Aktivitäten nicht schaffbar, nicht möglich sind (warum auch immer). Das war eine große Nummer. Vorstellungen/ Erwartungen von/an Urlaub loslassen. Das sollte sich vor Ort zeigen, dass es nicht möglich war sich darauf vorzubereiten, obwohl ich dachte, ich hätte es. Ich ließ also den Gedanken zu, dass es auch nicht schön werden könnte, wie auch schon in Urlaub Nr. 1 und dass das dann auch okay ist und ich Selbstfürsorge vor Ort betreibe (Skills usw. bliblablup…). Ich spürte eine Enttäuschung und dachte mir, dass das gut ist, schon mal vorab enttäuscht zu sein, weil das ja heißt, dass ich falsche Vorstellungen losgelassen habe.

Naja… so viel dazu.
Ich war insgesamt vier Tage unterwegs.
Erster Tag Anreise also alles prima. Nun folgen Notizen vom Morgen des dritten Tages, bezugnehmend auf den zweiten Tag, die ich im Bett schrieb, weil ich mich nicht in der Lage fühlte aufzustehen. Selbstversorgung nicht vergessen – deshalb mit geschlossenen Augen im Bett Müsli essen, um dann wieder bis 14 Uhr einzuschlafen. Da ist wohl etwas schief gelaufen.

Notizen 11.07.2015:

„Ich verurteile mich für meine Leistungseinschränkung. Das so versteckt, dass ich diese Abwertung nicht direkt mitbekomme, sondern mich in Handlungen wiederfinde, die diese Abwertung/den Widerstand gegen das was Ist ausdrücken.
Ich fühle mich danach im Bett zu bleiben, ich zwinge mich trotzdem aufzustehen. Mir ist nach Verweilen, Ausruhen im Grünen und wenig Bewegung. Ich laufe durch die Gegend.
Die Schwäche macht es nicht einfacher.
Zu schwach zum Einkaufen und Kochen, aber Widerstände eine Pizza zu bestellen.
Schwarzwerden vor den Augen und Sternchen sehen, beim schnellen Aufstehen aus dem Bett, machen mir Sorgen.
Das Wetter ist herrlich. Ein Teil in mir ist unternehmungslustig und fühlt sich behindert durch die Einschränkungen. Der erzeugt Druck und überschreitet Grenzen. Das wiederum erzeugt massive Überforderung, Erschöpfung, Wahrnehmungseinengung.
Suche nach dem anfänglichen Vertrauen, dass alles wie es ist, okay ist.

Resümee gestern. Schlapp und langsam Einkaufen. Dort am Imbiss was essen. Ist alles okay. Alles machbar. Dann kommt die entscheidende Stelle. Zurück zur Unterkunft? Nein, ich bin doch im Urlaub. Noch ein bisschen von der Umgebung sehen. Zurück ist wie ein Versagen, eine Niederlage (obwohl das ja eigentlich das Thema war, worauf ich mich vorbereitet hatte – oder eben auch nicht).

In der Vorstellung fühlt sich laufen nicht gut an, egal wohin, ob Stadt oder Wald. Hier beginnt die Überforderung. Ich schleppe mich durch die Gegend. Irre herum, getrieben, erschöpft, nichts mehr richtig wahrnehmen können. Suche vergebens nach einem netten Ort zum Verweilen (man kennt ja auch nichts). Muss auf Toilette. Habe Durst, aber traue mich nicht zu trinken, weil ich auf Toilette muss. Muss bald wieder was essen und grusel mich vor dieser weiteren Kraftanstrengung, die Fragen nach wo denn und was denn (man kennt ja hier auch nichts). Hab nichts mehr übrig an Kraft.

Schleppe mich zurück Richtung Haus, gebe auf und bin gleichzeitig in Not, weil Grundbedürfnisse nicht versorgt sind. Laufe dann doch am Haus vorbei. In die andere Richtung soll eine Eisdiele sein. Das wäre zumindest so etwas Ähnliches wie eine Mahlzeit. Berg hoch, Berg runter. Verlaufen. Gott sei Dank im Wald, wo ich verschnaufen kann, alleine, geschützt an einem Baum. Zur Ruhe kommen.

Der Wald beruhigt mich sofort, holt mich zu mir zurück. Ich kann hier meine Blase lehren, trinken, Reiswaffeln knabbern (und so tun, als ob alles okay wäre…).
Etwas erholter und gesammelter geht es weiter (die neu gewonnene Energie wird nicht sinnvoller genutzt, als eine Eisdiele zu finden – ich kann über mich selbst echt den Kopf schütteln – Verleugnungsmechanismen hoch drei).
Was für eine Tortur. Schön war es nur im Wald. Der Rest Quälerei. (Ich kann mich noch erinnern, als ich das Eis aß, dass ich mir auch dort versuchte, das Ganze schön zu malen – so in der Art – was für ein schöner Ausflug, damit ich nun idylisch hier sitzen kann.)

Und ich habe das gewusst! Ich habe das schon vor der Reise gewusst! War schon Tage vorher mit loslassen beschäftigt. Vorstellungen von Urlaub, wie er mal war, loslassen. Auf die Realiät, auf das Jetzt einlassen, auch wenn das heißt, die ganze Zeit in der Wohnung zu bleiben. Ich war schon vorher deswegen enttäuscht und hatte das Gefühl, dass ich das trotzdem zulassen kann, alles okay zu finden, auch die Dinge die nicht gehen.
Und trotzdem passiert das. Ist wohl noch nicht bis in die Tiefen vorgedrungen.

Ständig der Drang auf die Uhr zu schauen. Zeit kontrollieren. Das Gefühl, schon viel zu lange im Bett zu sein, endlich aufstehen zu müssen. Der Drang planen zu müssen, aktiv sein zu müssen.
Ich bin im Urlaub! Ich kann so lange im Bett bleiben, wie ich will! Die Uhrzeit ist völlig uninteressant. Ich habe keine Termine. Habe nichts geplant. (Schon heftig, wie weit weg der Verstand von den aktuellen Möglichkeiten sein kann und da so gar keine Kooperation stattfindet)

Mir wird klarer, ich kann diese Situation nicht verhindern. Es muss genau so kommen, damit ich jetzt hier sitzen kann und erkenne, was passiert ist. Also danke liebes Universum, dass es immer mal wieder so richtig scheiße ist. 😉 Ich scheine das zu brauchen, um zu erkennen.“

 

Ich bin dann nach dieser langen Schlafphase erneut mit meinem Widerstand in Kontakt gegangen (körperlich, feinstofflich), bin ihm freundlich begegnet und habe ihn liebevoll gefragt, was denn los ist. Der meinte dann nur so etwas in der Art wie, „alles ist scheiße“, was ich verständnisvoll bejahte. Das führte dazu, dass er (also ich) kurz weinte und sich dabei eine innere Verkrampfung löste. Das schien es gewesen zu sein, mehr zur Klärung nicht nötig.
Danach habe ich einen sehr entspannten Tag auf der Terrasse verbracht, einen super netten Kontakt zum Vermieter gehabt, der an seinem Zaun baute. Daraus entwickelte sich, dass ich seine Hecken goss, weil ich da Lust zu hatte (und ja sonst auch nichts vor 😉 ) und er mich dann auf Apfelkuchen einlud und wir ein Weilchen zusammen saßen und plauderten. Das war ein richtig schöner Tag. Sehr erholsam und genau das was ich brauchte.

Hach, es kann so einfach sein, wenn ich es mir nicht so schwer machen würde. 🙂